Google Beiträge – Gratis Werbung mit Verfallsdatum

Seit ein paar Wochen hat Google auch in Deutschland die Google Posts ausgerollt, wohlgemerkt ohne irgendein +, also nicht verwechseln. Die neuen Google Beiträge werden vielmehr unterhalb des Knowledge Panels / MyBusiness Eintrags recht prominent in den Suchergebnissen präsentiert.

Wer bereits seinen Google MyBusiness Eintrag aktiv betreut, und ganz ehrlich, dass sollte jedes Unternehmen tun, dem dürfte die neue Veröffentlichungsmöglichkeit wahrscheinlich schon über den Weg gelaufen sein, Google präsentiert sie dort relativ prominent. Und auch das Erstellen ist mehr oder weniger problemlos möglich. Ein Bild und 100 bis 300 Worte dazu, fertig ist die der Google Beitrag.

Ein Google Beitrag am Beispiel von Wacker Qualitätssicherung.

Aber wo ist der Haken? Google ermöglicht doch damit quasi Gratis-Werbung, oder?

Ähm, ja schon, aber in erster Linie wird das Ziel von Google sein sein MyBusiness-Angebot weiter auszubauen. Suchmaschine hin oder her, gerade in letzter Zeit wird durch verschiedene Aktionen deutlich, dass Google massiv versucht dem Suchenden die Antwort auf seine Frage schon auf der eigenen Seite zu geben. Dazu tragen natürlich auch die Unternehmensinformationen im rechten Knowledge Panel bei. Folgerichtig gibt es Beiträge natürlich nur für verifizierte Unternehmensseiten.

Und es gibt echt keinen Haken?

Das kann man sehen, wie man will, denn eines sollte man wissen – Google Beiträge haben einen Live- und Promotion-Charakter. Passend dazu bietet Google Schaltflächen an, mit denen Produkte verkauft oder Veranstaltungen beworben werden. Google Beiträge sind nicht für die Ewigkeit, genauer gesagt bekommt man nach ein fünf oder sechs Tagen eine automatische Mail zugeschickt, die einen nochmal darauf hinweist, dass ein Google Beitrag nach 7 Tagen wieder verschwindet. Wer dieses Feature also für sich entdeckt, sollte es mehr als eine Art Micro-Blogging für spezielle Aktionen usw. usf. einsetzen.

Konkret: Wie du mit Google Beiträgen Erfolg haben kannst!

Inwiefern sich Google Beiträge auf die SEO auswirkt, ist natürlich wie alles andere in diesem Bereich umstritten, auf jeden Fall dürfte es einen Pluspunkt bringen, wenn sich Google bei einer Suchanfrage entscheiden muss ob und welcher MyBusiness-Eintrag angezeigt wird. Besser kann man Google nicht mitteilen, dass man das MyBusiness-Angebot annimmt. Hauptgrund für ein Engagement dürfte aber natürlich der eigentlich von Google gewünschte Sinn und Zweck sein, sprich User auf News, Aktionen, Veranstaltungen usw. aufmerksam zu machen.

Ob sich ein Engagement lohnt hängt natürlich auch davon ab, wie oft der eigene Unternehmenseintrag rechts in den SERPs erscheint. 5x, 50x, 500x oder 5000x im Monat – wer sein Publikum schon hat, sollte es hier auf jeden Fall gezielt ansprechen. Aber auch für weniger häufig gesehene Profile könnte sich zumindest der Versuch lohnen, inwiefern ein aktives und häufiges Posten die Zahlen vielleicht nach oben treiben kann.

Und übrigens, wer mit schlechten Bewertungen zu kämpfen hat, kann Google Beiträge auch dazu nutzen für ein bisschen Ablenkung zu sorgen.

Infografik: Social Media Zahlen Deutschland 2017

Wer wie ich immer wieder mal auf der Suche nach konkreten Nutzerzahlen für Deutschland in den diversen sozialen Netzwerken ist, dem ist mit dieser Infografik der Agentur Kontor4 sicher sehr gut geholfen.

via kmu-marketing.de

Was taugt Wix wirklich? Ist es eine Alternative zu WordPress?

Vor ein paar Jahren habe ich mal ein Buch über die Grundlagen von Online-Marketing geschrieben, und darin Homepagebaukästen in einem Satz als ziemlichen Bullshit abgetan. Aber die Entwicklung ist inzwischen vorangeschritten und die US-Version von Wix wirbt jetzt schon mit KI:

Soweit ist die deutsche Variante noch nicht, aber man kann sie ja trotzdem mal testen. Kommt dabei wirklich noch dieser Einheitsbrei heraus, von dem ich einst geschrieben habe? Nun, nein, nicht mehr wirklich, dafür sorgt bei Wix schon die enorme Anzahl an Templates.

Damit man von dieser Anzahl nicht erschlagen wird, leitet Wix einen anhand seiner Anforderungen zu bestimmten Vorschlägen. In meinem Testfall habe ich mal “Unternehmen” gewählt und geguckt, was sie denn so für einen Friseur im Angebot haben. Insgesamt vier Templates, von denen zwei auch wirklich gut waren.

Intuitiv und ausgesprochen umfangreich

Die Personalisierung ist durchaus intuitiv, auch wenn mancher Laie sich dort sicher erst einarbeiten muss. Wer aber schon ein bisschen im Netz unterwegs war, findet sich schnell zurecht und ist angenehm von den vielen Möglichkeiten überrascht. Wenn man also bedenkt das die Raster, denen eine Webseite folgt im Grunde begrenzt sind, kann hier eben doch sehr schnell etwas sehr individuelles gestalten. Bildmaterial stellt Wix zusätzlich kostenlos zur Verfügung, wenn auch hier in einem Umfang das man eben doch im Internet früher oder später auf das gleiche Bild stoßen wird. Was aber bei Stockfotos natürlich auch der Fall ist. Es empfiehlt sich also – in allen Fällen – selbst Fotomaterial herbeizuschaffen.

Besonders gelungen finde ich die Navigation am linken Rand des Editors, über die sich simpel und schnell aller für den normalen Gebrauch notwendigen Webseitenelemente wie zum Beispiel Buttons, aber auch PayPal usw. einfügen lassen. Per Drag & Drop lassen diese sich problemlos an den gewünschten Platz ziehen. Und auch an Extras hält Wix einiges bereit. Etwa einen Shop, den ich allerdings nicht getestet habe, oder ein Booking Tool, über den Besucher der Webseite Termin buchen können.

Mit im Wix-Angebot, ein Booking Tool.

Kurzum, meine ursprüngliche Kritik trifft längst nicht mehr zu. Sind Homepagebaukästen deshalb eine Alternative? Ich würde da mal eher jein sagen. 

Wer sich auskennt, dem bietet Wix eine hervorragende Plattform. Wer sich nicht auskennt, oder schlimmer noch, nur glaubt, sich auszukennen, für den können Angebote wie dieses natürlich ein verdammt tiefes Grab werden. Denn auch wenn man Wix inzwischen zugestehen sollte eine professionelle Alternative zu sein, heißt das noch lange nicht, dass am Ende auch eine professionelle Seite herauskommt. Im Gegenteil, so mancher Laie wird aufgrund der Einfachheit geradezu dazu verführt einfach draufloszulegen und am Ende eine Webseite zu haben, deren Design und Usability grauenerregend ist und von Usern sofort wieder weggeklickt wird.

Macht Wix Designer arbeitslos?

Müssen Designer jetzt angesichts dieser Möglichkeiten um ihren Job fürchten? Nein, müssen sie nicht. Na ja, ein paar natürlich schon, aber der Job für die Guten ihrer Zunft ist nach wie vor sicher. Denn bei aller Personalisierbarkeit, ist das Ergebnis am Ende immer noch eine Zusammenstellung bereits vorhandener Elemente. Und diese sind a) beschränkt vorhanden und b) eben bereits vorhanden. Und zumindest im Augenblick könnte auch eine Künstliche Intelligenz nur aus bereits vorhandenen Elementen eine “neue” Kombination schaffen, aber eben keinen kreativen Prozess. Und der Markt für diese ist noch immer groß, ebenso wie die Anzahl an Kunden, die wirklich wirklich ihr eigenes Ding haben möchten – und das bietet Wix nicht.

Werden Webentwickler arbeitslos?

Dasselbe gilt auch für Entwickler, sogar noch im größeren Umfang. Auch hier bietet Wix für den kleinen Geldbeutel, der bereit ist dafür eben auch Beschränkungen in Kauf zunehmen, durchaus ein gutes Programm. Aber gerade für große Shops oder Seiten mit Mitgliederbereichen usw. hat Wix keine Lösungen im Angebot, schon gar nicht die oft individualisierten Lösungen.

Wix oder WordPress?

Ganz ehrlich, darauf gibt es keine einfache Antwort. Es kommt darauf an … Wer eine private Seite machen möchte, einen kleinen Shop oder ein kleines Geschäft hat und auch willens und in der Lage ist diese Seite selbst zu pflegen, für den ist Wix sicher die bessere Alternative. Zwar ist WordPress zwar das am leichtesten zu bedienende CMS, Wix setzt mit seinem visuellen Editor aber eben noch eine Schicht darüber an. Der Nutzer hat hier ein echtes WYSIWYG, sieht also sofort was er fabriziert.

Auf der anderen Seite bietet die WordPress Community eine derartige Masse an Plugins, das es praktisch für jede Idee eine passende Erweiterung zur Umsetzung gibt. Das Angebot von Wix deckt vielleicht die Grundbedürfnisse ab, wer aber darüber hinaus will – und nicht wenige wollen das früher oder später – ist mit einer beliebig erweiterbaren WordPress-Seite besser bedient. Ähnliches gilt auch für das Design, auch hier ist es nicht unwahrscheinlich irgendwann an Grenzen zu stoßen, die man mit einer eigenen WordPress-Seite locker überspringen kann.

Was Wix letztlich überhaupt nicht bietet, ist eine Beratung. Es ist verführerisch schnell mal einen Online Shop ins Netz zu stellen, ohne das rechtliche Grundwissen fängt man sich dann aber auch in Nullkommnichts eine Abmahnung ein. Das beim Bau der eigenen Seite niemand dabei ist, der auf Faktoren wie Usability geachtet hat, kann man dann später schnell als einen der Gründe identifizieren, warum denn die Erlöse so verdammt niedrig sind. Die Liste der Fangstricke durch eine fehlende Beratung ließe sich wahrscheinlich noch ewig verlängern. Auch hier gilt der Grundsatz, man sollte etwas von dem verstehen, was man da macht. Auch wenn Wix & Co. versprechen, dass jeder – ohne Vorkenntnisse – hier eine erfolgreiche Webseite ins Netz stellen kann.

Und das ist letztlich das Versprechen, das Wix nicht halten kann. Wobei man hier aber auch ein “noch” einfügen könnte, denn viele dieser Faktoren wären etwa durch eine wirklich künstliche Intelligenz abfangbar. Doch bis dahin würde ich nach wie vor einen Vorteil bei WordPress sehen …


Zusatzinfos: Mehr zu Wix Adi: Künstliche Designintelligenz erstellt deine Webseite

“Unser Hauptgeschäft läuft längst online”

Ab wann kann man ein Geschäft eigentlich als “alteingesessen” oder “eine Institution” bezeichnen? Ab 50 Jahren, 100? Wie auch immer, in den meisten deutschen Innenstädten gibt es solche Geschäfte und sie werden immer weniger.

Hier in Würzburg wird Ende Juni mit Schlüssel-Wagner ein solches Geschäft die Tore schließen, nachdem man 60 Jahre dort vertreten war. Schlimm, werden jetzt die meisten denken. Schon wieder ein kleines Ladengeschäft vom bösen Online-Handel verdrängt. Doch gemach, niemand verliert seinen Job durch die Schließung. In einer kleinen Nachbargemeinde gibt es die jetzt letzte Niederlassung, wie Firmenchef Simon Wagner gegenüber der Regionalzeitung Main Post feststellt, und das Hauptgeschäft laufe längst online. In der Tat ist Schlüssel Wagner schon seit einiger Zeit mit einem Online-Shop im Netz vertreten.

Das die Innenstädte dadurch verarmen steht natürlich auf einem anderen Blatt. Auch hierfür macht man gerne das Internet verantwortlich, aber das ist wohl nur die halbe Wahrheit, vielleicht auch nur ein Viertel davon. Kleinen Geschäften geht es mitunter genauso wie den normalen Leuten, die hohen Mieten treiben sie an den Stadtrand. Bei Geschäften tut der Kunde sein übriges. Der kann nur noch befriedigt werden, wenn der Konsum nicht mehr der Deckung des Bedarfs dient, sondern ein Event wird. (Auch um zu vertuschen, dass man über Bedarf einkauft? Aber das ist eine andere Geschichte.) Gegen die Innenstädte spricht allerdings oft auch schlicht und einfach der Platz.

“So stieß auch der expandierte Schlüssel Wagner bald an seine Grenzen,
wenn auch nur räumlich. […] Den meisten Platz bietet das Internet und auch hier fühlt sich Wagner Sicherheit inzwischen schon zuhause. 100.000 zufriedene Online-Kunden und 25.000 Versendungen pro Jahr machen uns besonders stolz auf unseren Onlineshop.” – Quelle: Schlüssel Wagner

 Auf diese Erkenntnis mal ein “Yeah, Baby, so läuft’s im Showbiz!”. Die Zeiten ändern sich, auch das ein Zitat von obiger Seite, und man kann den morschen Baum spielen, der irgendwann bricht, oder eben den Bambus, der sie biegt – aber eben nicht bricht.
Was mich übrigens so sicher macht, dass Schlüssel Wagner die digitale Transformation überlebt, ist weniger die Tatsache das sie den Verkauf übers Internet als Chance und nicht als Bedrohung begriffen haben. Seien wir ehrlich, einen 08/15-Online-Shop kann heute quasi jeder online bringen. Wer keine eigene Software oder gar professionelle Hilfe in Anspruch nehmen will, ist zwar ein Dilettant, wird das aber dank Baukästen erst mal nicht bemerken. Wobei sich die Baukästen natürlich so rasant weiter entwickeln, dass sich das bald auch ändern kann. Aber was ich eigentlich sagen will, einfach einen Online-Shop aufzumachen, selbst wenn man noch ein wenig Marketing für den Shop betreibt, ist auch nicht viel besser als der Firmenchef, der meint “Wir haben doch eine Webseite, macht die nicht der Sohn des – wie heißt er doch gleich?”.
Auf der Gewinnerseite des digitalen Wandels zu kommen bedeutet allerdings noch mehr, es bedeutet zu verstehen das dieser Wandel eben mehr ist als nur ein neuer Vertriebskanal, sondern ganze Geschäftsmodelle zu Veränderungen zwingt oder schlicht obsolet macht. Ich zitiere nochmal Schlüssel Wagner:
“Die Sicherheitstechnik hat sich rasant weiterentwickelt. Was früher „nur“ ein Schlüssel war, ist heute ein ganzes Gebäudekonzept geworden.” – Quelle:  Schlüssel Wagner
Veränderung ist Bestandteil des Geschäfts, das ist übrigens keine Erfindung der digitalen Welt, als Firmengründer Hans Wagner 1956 begann, verkaufte er Autozubehör und konzentrierte sich erst danach auch Schlüssel. Und heute? Na ja, wir haben fast alle ziemlich klimpernde und dicke Schlüsselbunde in unseren Taschen, aber wie lange noch? Es ist Urlaubszeit, nicht wenige werden in ihren Hotels statt Schlüssel wieder Karten bekommen, um ihr Hotelzimmer ab- oder aufzuschließen. Und so mancher meint, dass solche Karten auch nur eine Übergangslösung sind. Wer weiß schon mit was wir in zehn, zwanzig Jahren unsere Wohnungstüren öffnen werden. Aber das Verfahren dürfte eher jenen ähneln, die wir heute aus Hochsicherheitsszenarien kennen, als den guten alten Metallschlüssel.
Wie so ziemlich alles in unseren Wohnungen wird auch die Schlüsselform in ein Smart Home-Konzept eingebettet sein. Das kann man begreifen und an der Entwicklung erfolgreich mitwirken – oder man kann tapfer der letzte Schlüsselschleifer in der Stadt sein und sich fragen, warum denn keine Kunden mehr kommen, wo man doch so schöne Schlüssel macht.

Warum ist meine Google Bewertung verschwunden?

Wer heute nicht auf seine Google Bewertungen und Rezensionen achtet, ist selber schuld. Die kleinen Sterne (sprich die Bewertungen) sind Klickreiz, oder eben Anti-Klickreiz, sind sie kaum vorhanden. Und bei wem unter den ersten drei oder vier rechts neben dem Suchergebnis angezeigten Rezensionen nur Verrisse stehen hat, kann eigentlich fast schon sicher sein beim suchenden User in Ungnade zu fallen.

Google Rezensionen sind also ein mächtiges Mittel des Konsumenten, der – bedauerlich für die Unternehmen – natürlich viel lieber meckert, als lobt. Aber das ist eine andere Geschichte. In dieser Geschichte stellen wir uns die Frage, warum Bewertungen plötzlich verschwunden sind! Und nein, der Besitzer des Google MyBusiness-Accounts hat sie nicht gelöscht – wäre ja noch schöner.

Wer seine eigene Bewertung plötzlich vermisst, darf erst mal raten was passiert ist. So richtig raus rückt Google mit der Sprache in dieser Angelegenheit nicht. In der englischsprachigen Community findet sich aber zumindest eine kleine hilfreiche Liste wahrscheinlicher Gründe, die ich hier mal ins Deutsche übersetzt habe:

  • In der Rezension befanden sich URLs
  • Die Rezension erschien identisch auf anderen Bewertungsseiten wie z.B. Yelp
  • Die Rezension wurde vom Admin der zum Unternehmen gehörenden Google +-Seite abgegeben.
  • Google denkt, die Rezension wurde vom bewertenden Unternehmen in Auftrag gegen
  • Die IP Adresse der Person, die die Bewertung abgab ist identisch mit der einer anderen bewertenden Person – oder auch mit jener, mit der sich der Verwalter der MyBusiness-Seite einloggt.
  • Die Rezension wurde in dieser Form schon einmal vor einiger Zeit abgegeben.
  • Google hält den plötzlichen Anstieg der Zahl von Bewertungen für unrealistisch.
  • Die Anzahl der Bewertungen liegt verdächtig hoch über den von Google errechneten Branchenschnitt.
  • Das Google-Profil desjenigen, der die Bewertung abgab, ist neu und zeigt keine anderen Inhalte wie Google +-Beiträge oder andere Bewertungen an.
  • Google hegt den Verdacht, dass die Bewertungen eine SEO-Maßnahme sind, gezielte Anreize ausgestreut wurden usw.

Die Liste, mal abgesehen von Punkt 1, den Google doch bitte schön schon vor der Freischaltung der Bewertung monieren sollte, erscheint mir recht gut zusammengestellt.

Das Ziel von Google heißt deutlich: gefakte Bewertungen wollen wir hier nicht haben! Übrigens auch zum Preis, dass dabei die ein oder andere echte Bewertung verschwindet. Das dürften die hier aufgezählten Kriterien durchaus gewährleisten. Bleibt allerdings zu hoffen das, wenn Google zum Beispiel eine Bewertung von zwei Accounts mit gleicher IP-Adresse als Fake aussondert, Umstände wie Internetzugänge von großen Konzernen oder Universitäten berücksichtigt werden. Höchstwahrscheinlich gibt es DAS Kriterium ohnehin nicht, und Google arbeitet hier mit einem gewichteten Punktesystem. Ab einem gewissen Punktestand heißt es dann Sayonara Bewertung.

Wer sich genauer mit der Materie beschäftigt, dem bleiben aber durchaus auch noch ein paar Fragen: Eine Bewertung verschwindet mitunter nur von der MyBusiness-Seite, ist aber beim User selbst noch vorhanden, wenn er etwa eingeloggt die Seite in Google Maps aufruft. Und zwar kommentarlos, sprich man muss überhaupt erst einmal aktiv herausfinden, dass Google an seiner Bewertung etwas auszusetzen hat. Und ohne Hinweise gibt es dann natürlich auch keine Verwarnungen oder ähnliches. Übrigens auch nicht für das Unternehmen, das ja – siehe oben – bei Google ganz weit oben in der Liste der üblichen Verdächtigen steht.

CShell bringt Windows 10 auf alle Geräte – auch das Smartphone

Während sich die Gerücht verdichten, dass sich Microsoft eben doch noch nicht vom Smartphone-Markt verabschiedet hat, wird die eigentliche Vision der Redmonder immer deutlicher: Ein Windows für alle Geräte. Und “alle Geräte” schließt eben auch das Smartphone mit ein.

CShell, kurz für Composable Shell, wird wohl dieser Weg werden, denn es ermöglicht schon jetzt Windows 10 auf einem Smartphone zum Laufen zu bringen. Mit all den Vorteilen, die man vom Desktop als Umgebung gewohnt ist:

Steigt die Anzahl der gehackten Webseiten?

Geht’s nur mir so, oder gibt es tatsächlich seit einiger Zeit einen spürbaren Anstieg von gehackten Webseiten. Ich habe mich mal auf die Recherchetour gemacht, um der Frage nachzugehen.

Zunächst mal bin ich natürlich hauptsächlich damit beschäftigt unzählige WordPress-Seiten zu betreuen – und damit nicht allein. Mit anderen Worten, wer das am weitesten verbreitete CMS nutzt wird auch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Opfer einer Attacke. Aus dem gleichen Grund warum Windows in der Regel, Apple ab und zu und Linux so gut wie gar nicht mit Viren zu kämpfen haben. Der prozentuale Anteil von WordPress an allen gehackten System ist, nach einer Erhebung von Sucuri, stabil bei über 70%. Ich persönlich kann damit noch recht gut leben, denn die meisten WordPress-Hacks lassen sie relativ leicht lösen und es gibt auch Sicherheitsplugins, die die Gefahr deutlich senken können.

Gehackt zu werden ist wahrscheinlich

Ob Anstieg oder nicht, die Gefahr plötzlich eine gehackte Seite zu haben ist nicht gerade gering. In den USA gibt es Statistiken, nach der 80% der Webseiten von Unternehmen innerhalb eines Jahres Opfer von Hackerangriffen geworden sind. Besonders problematisch ist das natürlich gerade für jene Firmen, die eine Webseite haben, weil man heute halt eine Webseite hat. Bis der Schaden dort dann bemerkt wird, kann mitunter schon eine Ewigkeit vergehen.

Wenn es nur immer so einfach wäre …

Aber gibt es jetzt tatsächlich einen Anstieg? Gefühl, aber eben auch Erfahrung sagen mir, dass es diesen eindeutig geben muss. Denn seien wir ehrlich, in der Vergangenheit ist es eher leichter, als schwieriger geworden sich zum Beispiel die entsprechenden Fähigkeiten anzueignen. Neben Schädlingen die munter das Web nach verwundbaren Seiten durchsuchen, kann man in einschlägigen Foren – ob im Web oder im sog. Dark Web – auch schnell jemanden finden, der sich ganz gezielt zum Beispiel die Seite eines Konkurrenten vornimmt.

Screenshot: Google Transparenzbericht

Und tatsächlich kann man aus dem Transparenzreport von Google auch einen deutlichen Anstieg an gehackten Seiten herauslesen.

Diese Statistik zeigt einen deutlichen Anstieg von Webseiten mit Malware von 2007 bis heute. Während Phishing-Seiten in der Regel von Kriminellen auch als solche ins Netz gestellt werden, kann man bei von Malware-Webseiten davon ausgehen, dass ein großer Anteil eben aus gehackten Seiten besteht.

Während Google hier mein Gefühl bestätigt, muss man allerdings auch erwähnen, dass es andere Statistiken gibt, die keinen klaren Anstieg vermelden, sondern bei denen die Zahl der Hacks prozentual ungefähr gleich bleibt. Was freilich auch nicht unbedingt beruhigend ist, da die Zahl der geknackten Webseiten wie gesagt eben so hoch ist, dass es jeden treffen kann.

Wie sieht es bei euch aus, kennt jemand andere Statistiken oder kann zumindest mein Gefühl bestätigen?

Die Sprachsuche revolutioniert auch das SEO (3)

Wenn die Bedeutung der Sprachsuche immer weiter zunimmt, wie muss ich dann als Webseitenbetreiber reagieren, um im Google- oder Bing-Ranking nicht abzufallen? Stellte die Sprachsuche alles auf den Kopf, oder bleibt doch irgendwie alles beim Alten?

 

Stellen wir uns ein paar konkretere Fragen:

1. Wie wichtig ist Keyword-Optimierung?

Was Keywords betrifft sind sich die SEO-Experten erstaunlich einig, auch die Sprachsuche bestätigt die Wichtigkeit der Longtailkeywords. Allerdings sollte man begriffen haben, dass fast 2/3 der Suchanfragen aus mindestens 3, fast die Hälfte sogar aus mehr als 5 Wörtern besteht. Keywordoptimierung auf ein Wort macht also auch heute schon keinen Sinn mehr, künftig aber erst recht nicht.

Wer gefunden werden will, muss seine Keywords opitimierten auch weniger dem Diktat der WDF*IDF-Formel unterwerfen, sondern einen Weg finden den semantischen Kontext so zu gestalten, dass die Suchmaschine davon ausgehen kann, hier wird die Frage des Nutzers beantwortet. Ein Weg, der spätestens mit Google Hummingbird schon recht offensichtlich eingeschlagen wurde.

2. Muss ich jetzt auf alles eine Antwort haben?

Wer gefunden werden will, muss sich noch stärker in die Köpfe jener versetzen können, die ihn finden sollen. Er muss seinen Text als Antwort auf die Fragen seiner Leser oder Kunden schreiben, und er sollte eine Antwort haben, nicht irgendein Blabla. Ein einfacher Weg ist da natürlich sich der alten W-Fragen aus dem Journalismus zu bedienen und anhand derer seinen Content entsprechend zu gestalten.

Dadurch muss jetzt natürlich nicht jeder eine Art themenspezifisches Wikipedia entwickeln. Denn nicht immer ist die Intention des Fragenden tief in ein Thema eintauchen zu wollen. Im Gegenteil, manchmal ist eine kurze und knappe Antwort genau das was gesucht wird. In dieser Hinsicht kann es sich zum Beispiel lohnen mehr auf Listen zu setzen, die Schritt für Schritt zur Lösung eines Problems führen. Und die FAQ-Seite sollte langsam aber sicher zur wichtigsten Seite eines Webauftritts werden.

Ein Beispiel: Ein Vertriebsexperte möchte mit seiner Vertriebsstrategie punkten.

In der guten alten Zeit hätte er seinen Text auf “Vertriebsstrategie” optimiert, insgesamt muss der Inhalt heute aber auf die Beantwortung einer konkreten Frage abzielen. Heute ist das mindeste “Vertriebsstrategie entwickeln”, denn der Nutzer fragt sich schließlich: “Wie kann ich eine erfolgreiche Vertriebsstrategie entwickeln?” Und “erfolgreich” würde ich übrigens außer acht lassen, a) behauptet das eh jeder und b) je weniger es nach Werbung riecht, desto besser das Ranking.

3. Welche Bedeutung hat der Sprachstil?

Der endgültige Durchbruch des Internets hatte für jene, die von Anfang an dabei waren einen Nachteil. Es wurde formeller, in Deutschland etwa hat sich das “Sie” wieder durchgesetzt. Die Sprachsuche wird das wieder ändern. Zwar mag die geplante Struktur eine Unternehmensseite zuerst wie ein Vorteil wirken, der formelle Sprachstil passt aber hinten und vorne nicht zu der Art und Weise wie Nutzer ihren digitalen Assistenten Fragen stellen. Wer also glaubt seine Information werden am Besten dann gefunden, wenn sie sich wie eine Bedienungsanleitung liest, wird schnell feststellen, dass sie dort landet wo alle Bedienungsanleitungen landen – ungelesen im Papierkorb.

Jetzt müssen wir natürlich nicht alle rotzfrech werden, aber gutes Content Marketing muss den Nutzer in dessen Sprache begegnen. Locker, aber nicht flapsig ist angesagt.

4. Gab es da nicht mal Schema.org?

Ja, und Schema.org gibt es immer noch. Und da hinter diesem Projekt mit Google und Microsoft auch die Macher der beiden einzig wirklich nennenswerten Suchmaschinen stecken, sollte man sich die Seite einmal genauer ansehen. Mittels der dort gezeigten Schemen lassen sich auf der eigenen Webseite Daten so strukturiert auszeichnen, dass es für die Suchmaschinen ein leichtes ist sie zu interpretieren.

Na, wo ist denn da das Juliusspital?

5. Wie wichtig ist Local SEO wirklich?

Jetzt sagt man sich natürlich, die meisten Abfragen passieren auf dem Smartphone, also ist Local SEO total wichtig. Ja, ist es auch, sofern Sie in der Nähe ein Geschäft, Restaurant oder sonst irgendwie Kundenkontakt haben. In diesen Fällen sind Maßnahmen für das lokale SEO unverzichtbar, in allen anderen ein kleines Puzzelstück (bis auf eine Ausnahme, siehe Punkt 6).

Sorgen Sie also auf jeden Fall dafür, dass man ihre Webseite dank Google MyBusiness und Bing Places for Business auf den entsprechenden Karten, mit den entsprechenden Infos – also Ihren – auch findet. Denn wie wir aus einem der früheren Beiträge dieser Serie wissen, greifen die digitalen Assistenten natürlich zuerst auf einen dieser Services zurück, wenn sie nach einer Weinstube in der Nähe gefragt werden. Und da einige Angebote lieber bingen, statt googeln, sollte man auch das Microsoftangebot optimiert haben.

6. Warum muss ich mehr auf mein Reputationsmanagement achten?

Wer das schwer Wort “Reputationsmanagement” kennt, ist schon mal im Vorteil, denn viele Geschäfte und Restaurants fragen sich zunehmend warum immer weniger Leute kommen. Könnte das etwa daran liegen, dass sie nur 1-Sterne-Bewertungen kassiert haben? Ja, tut es wahrscheinlich. Die Zeiten in denen man die Google-, TripAdvisor- oder Yelp-Bewertungen ignorieren konnte sind längst vorbei. Und wer glaubt die entsprechenden Angebote würden sich ihre Infos schon selbst irgendwie zusammensuchen, kann das ruhig tun – er wird aber nie erfahren wie viel Geld ihm dabei durch die Lappen geht.

Und was heißt das jetzt alles?

Die gute Nachricht ist, dass die Sprachsuche eine weitere Chance für kleine Seiten ist, mit gutem Content an erster Stelle zu landen. Die schlechte Nachricht ist, Content ist immer noch King – und mehr denn je. Die Zeiten in denen sich mit billig produziertem, halbwegs zum Thema passendem Text etwas reißen ließ, sind längst zu Ende gegangen. Wer also nur auf Masse setzt, aber nichts zu sagen hat und schon gar keine Frage beantworten kann, wird sich in ein Umfeld zurückziehen müssen, wo er keine Konkurrenz zu befürchten hat. Wer sich aber langfristig durchsetzen will, muss sich als Ratgeber und Beantworter von Fragen für seine Nutzer/Kunden/Besucher erweisen.


Die komplette Serie:

Haben will: Cortana als Hologram

Ach wenn das bloß eine Konzeptstudie von Microsoft wäre, Alexa und Google könnten einpacken. Diese holografische Variante von Cortana, verknüpft mit jener Cortana aus Halo, deren Namen die Windows-Assistentin trägt, ist aber leider nur ein verdammt gute Privatprojekt.

Denn was Softwareentwickler Jarem Archer hier vorlegt, ist aller Ehren wert. Er selbst erklärt das Projekt in diesem Post noch einmal etwas ausführlicher.

via geekologie

Best Practice: Blossom Box – Finde deine Nische

Sag es mit Blumen … das sagt sich Fleurop seit Jahren und verdient damit nicht schlecht Geld. Das mag daran liegen, das Fleurop das digitale Plattformkonzept schon verstanden hatte, ehe die meisten Menschen mit dem Wort Computer etwas anfangen konnten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es heute eine der wenigen Plattformen ist, deren Arbeitsbienen – in diesem Fall die Floristen – Anteilseigner und nicht sich gegenseitig im Preis unterbietende Selbstständige.

Aber eines hat Fleurop mit diesen Plattformen gemeinsam, es ist marktbeherrschend und für Floristen die einen eigenen Onlineversand eröffnen wollen, wird es verdammt schwer ist es unmöglich sich zu etablieren. Wer also mit Blumen im Netz Geld verdienen will, ohne dabei der x-te Fleurophändler zu sein, der muss sich auf die Suche nach einer Nische machen.

Katharina Romeis und Julia Schott aus dem unterfränkischen Oberleichtersbach dürften sich eine Woche nach Muttertag gerade von einer der arbeitsreichsten Phasen im Geschäftsjahr erholen. Die beiden Jungunternehmerinnen haben mit ihren Blumenboxen nämlich eine solche Nische gefunden. Statt Sträuße setzen sie in Handarbeit Blumenboxen zusammen, deren Hauptbestandteil in einem speziellen Verfahren konservierte Rosen sind. Auf diese Weise haben die Beschenkten mit ihren Rosen weit länger Freude, als wenn diese in Form eines klassischen Blumenstraußes gekommen wären.

Dabei ist der Trend den sich Blossom Box zu nutze macht gar nicht mal so neu, wie die Webdesignerin Katharina Romeis in der Main Post zu Protokoll gab.  Sie selbst hat ihn in “Moskau und Dubai” entdeckt. Auch wenn so eigentlich gar nicht stimmt, denn wie ihre Mitgründerin Julia Schott, ist Romeis junge Mutter und viel Zeit zum um die Welt jetten hat man da bekanntlich nicht. Aber das Internet ist ja nicht nur ein Kanal um seine Ideen zu verkaufen, sondern auch um diese zu finden. Und um gefunden zu werden, so haben die beiden auch schon ihren ersten Großkunden an Land gezogen, wie etwa einen Fertighaushersteller, der seinen Kunden noch ein spezielles Einzugsgeschenk bieten will.

Dabei konzentrieren sich die Gründerinnen auf ihre eigentliche Idee, die Blumenboxen. Auch die Rosen konservieren sie nicht selbst in Glyzerinwasser, sondern bekommen diese kombinierfertig aus Südamerika angeliefert. Neben dem Ratschlag seine eigene Nische zu finden ein weiterer wichtiger Punkt, den man heute braucht um erfolgreich zu sein. Konzentriere dich auf deine eigene Geschäftsidee. Denn wer für seinen “Produktions”prozess keine regionalen Partner finden kann, der dürfte auch hier wieder spätestens im Internet fündig werden.

Die Sprachsuche revolutioniert auch das SEO (2)

In Teil 1 meiner Serie über die Frage wie genau die Sprachsuche die Suchmaschinenoptimierung beeinflusst ging es ja erst einmal um die verschiedenen “Kanäle”, über die die Suchbefehle eingegeben werden. Kommen wir jetzt mal zu den Fragen, die den SEO um die Ecke wirklich beschäftigen:

  • Wer nutzt die Sprachsuche überhaupt?
  • Welche Faktoren muss ich beachten?
  • Macht Sprachsuche oder Textsuche überhaupt einen Unterschied?

Zunächst einmal bringt die Sprachsuche zwei neue Faktoren ins Spiel, die jetzt neben der zuvor bekannten Suche per Text und dem Verhalten der Suchmaschine zu beachten sind:

1. Der Suchbefehl ist mit Worten ausgedrückt anders, als mit Buchstaben. (Auch wenn man digitaler Assistent heute mit Stichpunkten fast noch ein wenig besser funktioniert.)

2. Die Suchanfrage muss erst den digitalen Assistenten passieren, mit anderen Worten es ist eine Art neuer Gatekeeper im Spiel.

Verschieben wir also die konkreten Optimierungsmaßnahmen auf Teil 3 und machen uns lieber noch ein paar Gedanken über die beiden Punkte, denn eines sollte dem SEO klar sein, die Sprachsuche wird sich zu etwas entwickeln was nicht mehr unter dem Stichwort “Neuer Wein in alten Schläuchen” laufen kann.

Wenn mich früher jemand nach einem Tipp gefragt hat, wie er eine Suchanfrage bei Google stellen kann, die am Ende bessere Ergebnisse liefert, habe ich folgendes gesagt: Formuliere eine ausführlich Frage? Am Ende streicht Google die Füllwörter zwar raus, aber bei den verbliebenen Wörtern ist die Chance auf Relevanz für die eigentliche Suchintention meist den gewissen Tick höher als sonst. Das sicher dieser Tipp durchgesetzt hat, könnte auch einer der Schlussfolgerungen aus diesem Artikel sein, den ich kürzlich an dieser Stelle veröffentlicht habe. Dessen Kernaussage lautete schlicht: Beinahe die Hälfte aller Suchanfragen besteht aus 5 oder mehr Wörtern.

Eine Frage macht die Intention einer Suchanfrage für Google auch die die W-Wörter leichter durchschaubar. Ein Beispiel:

  • “billig essen”
  • “wo kann ich billig essen?”
  • “wann kann ich billig essen?
  • “Ist billig essen eine gute Idee?”

Eine in Form einer Frage gestellte Suche macht die Optimierung auf bestimmte Keywörter also nicht unwichitger, erhöht aber den Druck einen Content zu produzieren, der den User wirklich hilft.

Die zweite Neuerung wird oft vergessen, kann aber von enormer Bedeutung sein. Folgendes Beispiel soll das kurz erläutern:

Ob Suche, oder Details, Cortana überlässt nichts dem Web.

Durch das Beispiel einer Suche mit Cortana auf meinem Surface kann man mehrere Schlüsse ziehen. Der erste ist für Optimierer vielleicht der ärgerlichste, denn Cortana entscheidet mitunter selbst ob sie auf ein und dieselbe Frage eine Liste von Vorschlägen ausgibt, oder einfach nur ein passendes Ergebnis. Je nach vorhandenen Infos heißt es also “the winner takes it all”, weitere Ergebnisse muss der Nutzer aktiv anklicken, will er sie sehen.

Und ein zweiter Punkt spielt in dieselbe Richtung, digitale Assistenten haben generell ein einprogrammiertes Interesse den Nutzer nicht an eine Suchmaschine zu verlieren. Das gilt auch dann wenn die durchsuchte Suchmaschine aus dem gleichen Haus kommt. Wundern sollte das übrigens niemanden, schließlich ist wollen Cortana und ihre Kolleginnen vor allem eines, die Frage ihrer Besitzer zu deren Zufriedenheit beantworten. Und so führt auch ein Klick auf eines der Ergebnisse links nicht ins Web, sondern bleibt vor Ort mit detaillierten Informationen. Und je klüger die digitalen Assistenten werden, desto weniger werden ihre Antworten aus einer Weiterleitung zu der angeschlossenen Suchmaschine bestehen.

Die beruhigende Nachricht dürfte allerdings sein, dass die Frage schon konkret sein muss, um innerhalb des Assistenten beantwortet zu werden. Hat weder die lernende Intelligenz dahinter, noch die Programmierer die Frage auf dem Schirm, leiteten die Assistenten dann doch schnell weiter in den Browser zu den klassischen Suchmaschinen. Doch wer hier vorn gelistet sein will, kommt um die Frage der Optimierung auf die Sprachsuche nicht herum. Dazu mehr im nächsten Beitrag.


Die komplette Serie:

Die Sprachsuche revolutioniert auch das SEO (1)

Wie bereits vor einigen Wochen angekündigt, beschäftigt mich im SEO-Bereich in letzter Zeit vor allem auch die Sprachsuche und die digitalen Assistenten, durch die sie ausgeführt wird. Noch mag es eher die Ausnahme sein, dass man Menschen auf der Straße mit ihrem Smartphone reden sieht, der Trend aber ist eindeutig – und spätestens seit Alexa von Amazon in immer mehr Haushalte einzieht auch nicht mehr weg zu ignorieren.

In diesem ersten Teil meiner Serie sehen wir uns erst einmal an, was derzeit (und vielleicht auch künftig) auf dem Markt ist, wenn es um die Sprachsuche an sich geht.

Wer zuerst kommt, malt nicht immer am besten

Mal abgesehen von der Möglichkeit bei Google auch am Desktop auf ein Mikrofon zu klicken, war es Apple mit seiner Assistentin Siri, das die erste digitale Assistentin auf den Markt brachte. Die mediale Unterstützung war Siri zwar sicher, aber den aktuellen Durchbruch schaffte Amazon mit seinem Echo-Angebot, das als Alexa im Augenblick wohl die bekannteste “Vertreterin” ihrer Zunft ist. Doch die beiden Angebote sind nicht allein, sehen wir uns mal nacheinander alle Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen an:

Siri von Apple

Der Assistentin von Apple merkt man auch heute noch an, dass sie ursprünglich als Bedienhilfe für das iPhone gedacht war. Sie glänzt daher auch vor allem, wenn es um die Integration in den Apps geht und erleichtert als Assistentin dort das Leben des Nutzers.

Zwar kann der Nutzer die Suchmaschine frei wählen, durch die Siri Fragen zu beantworten sucht, aber seien wir ehrlich, die meisten werden die Grundeinstellungen nicht ändern. Und standardmäßig greift Siri nicht auf Google, sondern auf den Microsoft Konkurrenten Bing zurück.

Ok Google

Wenn manche der Erfolg von Alexa überrascht, liegt das vor allem an einer Tatsache, der zufolge man eben doch Google den großen Erfolg zugetraut hätte: Das Wissen über den Nutzer. Google speichert derart viele Informationen über seine Nutzer, das man sich fast schon wundert, warum man überhaupt noch eine Frage stellt und nicht automatisch die Antwort geliefert bekommt.

Und dennoch hat Google hier durchaus wieder einmal einen Trend verschlafen und versucht geradezu hektisch aufzuholen. Zumindest kann man sich diesen Eindrucks nicht erwehren, wenn man sieht wie panisch Google Assistant als Konkurrenz zu Alexa auf den Markt geworfen wurde.

Alexa von Amazon

Zuerst als Buchbestellungsmaschine verlacht, wirft Amazon mit Alexa zu Tiefstpreisen seit einigen Monaten eine digitale Assistentin auf den Markt, an der man im Augenblick nicht mehr vorbeikommt.

Für SEOs ist jetzt natürlich interessant, welche Suchmaschine hier im Einsatz ist. Richtig: Bing! Auch hier muss der Nutzer erst selbst auf Google als Standardsuchmaschine umstellen, was wieder relativ wenige Nutzer wirklich tun werden. Allerdings funktioniert auch der Sprachbefehl “Alexa, frage Google”, damit die Suchanfrage über Google läuft.

Bixby von Samsung

Als Neuheit bringt Samsung für seine Galaxy-Serie den Assistenten Bixby auf den Markt, den wir aber nur der Vollständigkeit halber erwähnen.

Dank ihrer Integration in Windows 10 gewinnt Cortana immer mehr an Bedeutung, aber auch die Konkurrenz greift in der Regel auf Bing als Standardsuchmaschine zurück.

Cortana von Windows

Der Ansatz von Microsoft unterscheidet sich grundlegend von Siri, weil man gleich auf Künstliche Intelligenz bei der Entwicklung setzte. Eine Entwicklung die zugegebenermaßen zu Siris Anfängen noch weit mehr in den Kinderschuhen steckte als heute. Das Cortana auf Bing zurückgreift, dürfte klar sein. Das sie für viele unter dem Radar läuft liegt an ihrer Verbindung zu Windows Phone, das bekanntlich nur minimale Marktanteile am Smartphone-Markt hat. Was dabei aber vergessen wird ist ihre Integration in Windows 10 auch dem Desktop, die von Microsoft praktisch bei jedem Update immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Digitale Assistenten verwenden standardmäßig Bing

Wenn wir also ein erstes Fazit für die Suchmaschinenoptimierung ziehen wollen, heißt das erstaunlicherweise wohl, dass man sich Bing weit mehr widmen muss, als dem dominanten Google. Das die Suchmaschine von Microsoft in den letzten Monaten stetig an Marktanteilen gewinnt, auch wenn Google weiter die 90% + x verteidigt, dürfte nicht zuletzt auf die Sprachsuche zurückzuführen sein. Und da vielen Techgiganten, wie eben Apple, Google grundlegend unsympathisch ist, dürfte Bing auch in nächster Zeit kaum als Standardsuchmaschine abgelöst werden.


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