Toys R Us wird Opfer der Digitalisierung

„In den vergangenen zwei Jahren mussten wir zehn Jahre Innovation und Technologie aufholen“ – Besser spät als nie? Im Fall von Toys R Us war es schon zu spät: Toys R Us: Was Händler aus dem Niedergang lernen können 

 

Bloß nicht nach Avril Lavigne googeln

Das letzte Album von Avril Lavigne ist zwar schon eine Weile her, gegoogelt wird trotzdem noch nach ihr. Und das bei einer 15%igen Chance sich dabei einen Virus einzuhandeln: Avril Lavigne ist besonders „infektiös“ 

 

Warum eSport eben doch Sport ist!

Kann das Spielen von Computerspielen wirklich als Sport bezeichnet werden? So lange Schach im Sportteil unterkommt, sollte das eigentlich keine Frage sein, oder? Und dennoch ist in unseren Breitengraden die Akzeptanz von eSport als Sport mit Profis die davon leben können, zwar im Steigen, aber noch mit deutlich Luft nach oben.

Das ist nicht überall auf der Welt so, vor allem in Asien würde sich heute diese Frage niemand mehr stellen. In Ländern wie Südkorea haben die Profi-eSportler längst Prominentenstatus erreicht. Auch in Taiwan, wie diese Doku zeigt:

Für manche mag der Gedanke anderen beim Computerspielen zuzusehen etwas rätselhaft erscheinen, aber dahinter steckt wahrscheinlich eine Generationenfrage. Schon seit langem haben etwa von Gamern kommentierte Spielsessions bei Youtube großen Erfolg, mit Twitch hat der Trend sogar schon seine eigene erfolgreiche Plattform hervorgebracht. Und auch manch nackte Zahlen sind beeindruckend, so sehen sich weltweit an die 80 Millionen User Streams von eSport-Wettbewerben an. Und auch das klassische Fernsehen hat inzwischen das ein oder andere Format zum Thema im Programm.

Der Sport dahinter hat sich professionalisiert. Erfolgreiche Teams trainieren mehrere Stunden am Tag, ehe sie sich bei Turnieren messen. Und wie in anderen Sportarten finden sich inzwischen selbst in Deutschland schon Sponsoren, die über ihr Engagement im eSport an die junge Zielgruppe herankommen wollen. Gerolsteiner und Wüstenrot & Württembergische etwa zeigen sich mit den Wiedererkennungseffekten durch ihr Sponsoring der Electronic Sports League durchaus zufrieden. Andere Unternehmen bringen sogar eigene Teams an den Start, wie etwa die Elektronikmarktkette Expert oder das Energieunternehmen Innogy.

Für die Spieler selbst bringt das natürlich auch mehr finanzielle Anreize. Das Preisgeld bei manchen Turnieren hierzulande mag sich noch in Grenzen halten, aber selbst wenn es wahrlich nicht immer die Millionenmarke knackt, kann so manch Akteur einer Randsportart von solchen Gewinnen nur träumen.

 

E-Sport findet erste große Sponsoren in Deutschland

Warum der Ökostrom-Riese Innogy jetzt in E-Sports investiert – Ein Artikel über die wachsende Akzeptanz von E-Sport, also dem Spielen von Computergames gegeneinander und bei Turnieren.

 

Letzte Chance für die deutsche Autoindustrie?

Allen Imagekampagnen zum trotz, so wirklich gut aufgestellt ist die deutsche Autoindustrie kurz vor der IAA-Eröffnung immer noch nicht: Letzte Ausfahrt Zukunft – das Auto von morgen

 

WordPress: Mehrseitige Formulare mit Datenübergabe erstellen

Das Formularplugin Contact Form 7 dürfte wahrscheinlich das beliebtes Plugin bei WordPress sein, wenn es um die Einbindung von Kontaktformularen geht, zumindest ist aber die Eigenwerbung „just another contact form“ reichlich Understatement.

Allerdings ist Contact Form 7 auch nichts anderes als ein schnelles, gut funktionierendes Formularplugin. Wer ein paar Extras will ist damit erst einmal aufgeschmissen, wenn sich rund um die Erweiterung nicht selbst längst eine ganze Reihe zusätzlicher Plugins versammelt hätten. Deshalb ist es zum Beispiel relativ problemlos möglich ein Kontaktformular auf mehrere Seiten aufzuteilen und sogar die Formulardaten von einer, auf die nächste Seite zu übergeben. Dazu muss lediglich das Plugin Contact Form 7 Multi-Step Forms zusätzlich installiert werden.

Wie einfach es ist, erkläre ich am Besten an einem einfachen Beispiel, in dem ich das Standardformular von Contact Form 7 auf zwei Seiten aufteile:

1. Schritt: Da wir gleich die URL der zweiten Seite brauchen, auf die das Formular eingebunden wird, sollte man zuerst die zwei Seiten erstellen, auf denen das Formular verteilt wird.

2. Schritt: Wir gehen ins Backend und öffnen das erste Formular. Der Einfachheit halber habe ich es wie gesagt beim Standard belassen und einfach die Felder für Betreff und Nachricht entfernt. Stattdessen habe ich mittels des neuen Buttons multistep die Möglichkeit eingebunden das Formular auf mehrere Seiten zu verteilen. Es öffnet sich ein kleines Fenster auf dem man eingeben muss um welchen Teil des Formulars es sich handelt, wie viele Teile das Formular insgesamt hat und wie die URL der folgenden Seite sein soll. Insgesamt sieht das neue Formular dann so aus:

<label> Ihr Name (Pflichtfeld)
 [text* your-name] </label>

<label> Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)
 [email* your-email] </label>

[multistep "1-2-http://matterne.eu/formular-teil-2/"]

[submit "weiter"]

Und auf der Webseite wie folgt:

3. Schritt: Die Daten werden bei einem Klick auf „weiter“ jetzt übergeben und würden dann auch in der versendeten E-Mail erscheinen, wenn im letzten Schritt des Formulars auf „absenden“ geklickt wird. In manchen Fällen möchte man aber die übergebenen Daten auch auf der nächsten Seite sehen, dafür hält Contact Form 7 Multi-Step den Tag [multiform] bereit, nach dem Muster [multiform „your-name“] können auf Seite 2 die Inhalte ausgelesen und eingeblendet werden. In meinem Fall eben der Name und die E-Mailadresse, der Code sieht dann also wie folgt aus:

<label> Ihr Name (Pflichtfeld)
 [multiform "your-name"] </label>

<label> Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)
 [multiform "your-email"] </label>

<label> Betreff
 [text your-subject] </label>

<label> Ihre Nachricht
 [textarea your-message] </label>

[submit "absenden"]

Die ersten beiden Felder werden mit übergebenen Werten angezeigt, die nächsten beiden müssen noch ausgefüllt werden:

Und schon ist das mehrseitige Formular fertig!

PS: Natürlich ist auf dieser Welt nichts so perfekt, wie man es haben will. Wer zum Beispiel Dateien mit verschicken möchte, muss diese zwingend auf der letzten Seite hochladen lassen, denn eine Dateiübergabe ist mit Contact Form 7 Multi-Steps leider nicht möglich.

 

Alexa, öffne Cortana – Amazon und Microsoft kündigen Kooperation an

Es ist schon ein Graus mit den Sprachassistenten, sie sind wahrscheinlich eines der Dinger der Zukunft, aber man muss sich für einen und dessen Ökosystem entscheiden, will man sie wirklich nutzen können. Doch das könnte sich jetzt ändern.

Nachdem ich nicht wirklich so lange warten konnte, bis ein entsprechendes Gerät mit Cortana an Bord auf den Markt kommt, steht bei mir inzwischen ja auch ein Echo Dot im Zimmer. Während ich also auf Surface und Smartphone weiter fleißig mit Cortana rede, ist Alexa doch die Stimme, die mich mehr oder weniger in der Freizeit begleitet. Doch das könnte sich jetzt bald ändern, denn während Google Home in Deutschland noch immer in den Startlöchern steht, haben Amazon und Microsoft quasi aus dem Nichts eine Kooperation verkündet.

Die ersten Schritte sind freilich noch recht zaghaft und bestehen praktisch aus einer App in der App. So soll sich Cortana mit dem Befehl „Alexa open Cortana“ starten lassen und Alexa eben mit „Cortana open Alexa“. Das das freilich wirklich nur ein erster Schritt sein dürfte, kann man getrost annehmen. Interessanter ist da schon, dass beide Kontrahenten auch andere Sprachassistenten ausdrücklich ermuntern an dieser Kooperation teilzunehmen.

Ein Angebot das Google allerdings kalt lassen dürfte, denn schließlich wird die drohende Marktmacht des Google Assistenten einer der Haupttriebfedern für die Kooperation gewesen sein. Alexa oder Cortana mögen noch so fleißig Informationen über ihre Besitzer sammeln, der Datenschatz von Google ist immer noch eine Nummer größer. Für so ziemlich jeden anderen Anbieter steckt dahinter aber durchaus eine lohnende Kooperation – allein der Hardware wegen. Cortana ist auf jedem neuen Windows PC, Laptop und Tablet vorinstalliert, zudem auch für andere Plattformen zu haben. Amazon unterdessen hat mit seinen beiden Echos die digitale Assistentin für jeden Haushalt erschwinglich gemacht. Und verfügbare Hardware dürfte eine ziemlich große Verlockung sein, auch was die Verbreitung von Alexa oder Cortana selbst angeht.

 

Digitalstadt Darmstadt – oder: Was sind eigentlich digitale Städte?

Deutsche Städte, so der Vorwurf, investieren nicht in die Zukunft, sondern nach Kassenlage. Und wenn am Ende des Jahres noch ein bisschen was vom Budget übrig ist, werden halt ein paar tausend Bleistifte bestellt. 

Ob das mit den Bleistiften stimmt? Es wäre zumindest nicht das Merkwürdigste was man aus dieser Ecke gehört hätte. Und auch wenn Städte sicher nicht allein mit dieser Haltung sind, scheint es hier besonders schlecht zu sein. Jetzt sind schwerfällige Behörden und der kommunalpolitische Kleinkrieg zwar nicht gerade für ihre Innovationsleidenschaft bekannt, wenn die eine Seite sie entdeckt, weiß die andere schon zu blockieren, aber gerade in der Digitalisierung sollte einer der mächtigsten Schöpfer von Infrastrukturen mit besonders gutem Beispiel vorangehen.

Zu den deutschen Städten die das auch tatsächlich tun, gehört zum Beispiel Darmstadt. Dort hat man sich zuvor schon dem Thema Bildung verschrieben und bis zur Digitalisierung ist es da dann nicht mehr weit. Fast also schon folgerichtig, das man sich jetzt Digitale Stadt Darmstadt nennen darf – nachdem man bei einem Wettbewerb des Branchenverbandes Bitkom dazu gekrönt wurde.

Nur was heißt eigentlich digitale Stadt? Na ja, so richtig definiert ist das nicht. Und auch die Kriterien des Bitkom-Wettbewerbs waren kaum mehr als eine willkürliche Liste.

Wer sich digitale Stadt nennen will, sollte aber zumindest ein paar Bedingungen erfüllen:

1. Banal, aber in viel zu wenigen Städten vorhanden: WLAN

2. Die Möglichkeit für Bürger möglichst viele Ämtergänge von zuhause aus am Rechner zu erledigen. Darunter versteht man freilich mehr, als die Möglichkeit über die Webseite einen Termin zu vereinbaren.

3. So wie zum Beispiel in Darmstadt bei kommunalen Diensten wie der Müllabfuhr oder dem öffentlichen Nahverkehr die Vorteile der Digitalisierung ausnutzen.

4. Die lokalen Geschäfte miteinander vernetzen und dank eines starken Netzwerkes das Ausbluten der Innenstädte verhindern.

4. Die Vernetzung bei den lokalen Bildungseinrichtungen fortsetzen.

6. Moderne Verkehrskonzepte fördern. Zum einen verhindert das unnötige Staus etwa nach Unfällen, zum andern heißt das die Förderung von E-Autos, Carsharing-Diensten, Fahrradverleihen und natürlich Ausbau, statt Streichungen beim öffentlichen Nahverkehr.

7. Die Bürger auch mitnehmen, denn auch die schönsten und zeitgemäßesten Angebote helfen recht wenig, wenn sie nicht genutzt werden.

Diese Liste ist natürlich kurz und unvollständig. Was meint Ihr, was gehört noch dazu, ehe eine Stadt sich mit dem Wörtchen „digital“ schmücken kann?

 

97 Jahre, aber nicht zu alt um sich noch begeistern zu lassen

Als passionierter und inzwischen über 15 Jahre erfahrener Nicht-Autofahrer sage ich ja immer, nur für einen Tesla würde ich mich nochmals hinters Steuer setzen. Da so ein Tesla ja aber ein schnickes Auto ist, aber eben nicht ganz billig, wird das ohnehin nicht passieren.

Eher bekomme ich noch Kinder und die Kinder bekommen Kinder. Vielleicht geht es mir dann so wie dem 97 Jahre alten Großvater des Kanadiers Zev Gitalis, der seinen Großvater zu einer Spritztour einlud:

 

Mit diesem 10 Punkteplan gelingt jeder Relaunch

Im Internet vergeht die Zeit manchmal schneller als das Leben einer Eintagsfliege. Und eine Webseite verträgt häufiger einen Relaunch, als es der Buchhaltung lieb ist. Aber jeder Relaunch muss geplant sein, und er besteht aus mehr als einem neuen Design.

Schlechter geht es kaum, aber angren.net ist immer noch online.

Im Web sind genügend Seiten online, die gesundheitsgefährdend sind. Stichwort: Augenkrebs Und tatsächlich scheint ein veraltetes Design das beste Zeichen zu sein, seine Webseite einmal zu überarbeiten. Es ist auch oft das einzige Argument, das den Chef überzeugt, der von der Technik dahinter nichts versteht. Wer aber einen Relaunch nur mit „Das Gleiche in hübsch“ übersetzt, sollte es lieber bleiben lassen. Ein neues Design ist zwar fundamentaler Bestandteil, aber nicht mal die halbe Miete.

1. Analyse

Vor dem Plan kommt die Analyse

Jedes Projekt basiert auf Daten und deren Auswertung, so auch der Relaunch einer Webseite. Und das Web bietet manchmal mehr Daten, als einem lieb sein kann. Auf jeden Fall sollte man sich aber gründlich mit folgenden Fragen beschäftigen:

  • Wie kommt unsere alte Webseite bei den Usern an?
  • Welche Klickpfade gehen die User und welche nicht? 
  • Welche in den Untiefen versteckten Inhalte werden oft ergoogelt und sollten daher prominenter positioniert werden?
  • Was sagen die Mitarbeiter über die Webseite? Was finden sie gut, was schlecht?
  • Was sagen Kunden über die Webseite? Was interessiert sie, was nicht?

2. Ziele & Inhalte

  • Was soll mit der Webseite erreicht werden? Hat sich das Ziel oder ein Teilziel verändert?
  • Welcher Content soll bleiben?
  • Welche Teile kann man aufgrund der Analyse weglassen?
  • Was muss neu auf der Webseite enthalten sein?

3. Die liebe Technik

Content Management Systeme sind zwar haltbarer als Webseiten, aber dennoch kann es sich lohnen einen Relaunch auch hier zu einem Wechsel zu nutzen. Der Trend zu Typo3 vor einigen Jahren hat sich zum Beispiel als ein Problem entwickelt, weil das System heute zwar noch mächtig ist, aber für den Laien weitgehend zu kompliziert daherkommt. Beliebt ist heute vor allem wegen seiner leichten Bedienbarkeit WordPress. Und wer sich darauf beruft, man habe das immer so gemacht, sollte an dieser Stelle lieber gleich ganz aufhören. Am Besten sieht man sich mal um was jene Mitarbeiter sagen, die die Webseite bisher mit aktuellen Inhalten gepflegt haben. Zwei Dinge sollten an dieser Stelle aber tunlichst vermieden werden: Das Unternehmen bestimmt das CMS, nicht die Agentur. Die Missachtung dieser Regel ist im wesentlichen am falschen Einsatz von Typo3 schuld. Auf der anderen Seite sollte man aber auch nicht auf den einen Mitarbeiter hören, der vielleicht eine eigene Webseite betreibt und natürlich „sein“ CMS als das Beste verkaufen will.

Yep, WordPress ist schon toll!

Ein weiterer Faktor ist natürlich auch der Webserver. Ist die Ausfallquote beim bisherigen Provider gleich null oder sollte man sich nach einem stabileren Webserver umsehen? Steht eine moderne PHP-Version zur Verfügung und lässt sich das CMS auch unkompliziert daran anpassen?

4. Redesign & Usability

… aber besucht er auch deine Webseite?

Erst wenn der Inhalt der neuen Seite geklärt ist, sollte man sich ans neue Design setzen. Die alte Struktur und ihre Inhalte zu nehmen und allem ein neues Design zu verpassen ist zwar ein beliebter Marketingtrick, hat aber am Ende nur den Effekt, wenn man die Farbe seines nicht mehr funktionierenden Produktes rot, statt blau anmalt: keinen!

Ein Redesign fängt bei 0 an, das heißt auch, dass die Struktur aufgrund der Analyseergebnisse neu gedacht werden muss. Dank dieser Informationen weiß man besser was für den User wirklich wichtig ist, gegebenenfalls weiß man auch, was ihm bisher gefehlt hat. Das Gleiche gilt auch für das Design, denn auch hier können sich innerhalb weniger Jahre grundlegende Änderungen ergeben. Was der User gestern noch als angenehm empfunden hat, stört ihn jetzt. Flash war vor zehn Jahren sinnvoll eingesetzt ein guter Bestandteil jeder Webseite, heute wird er von den meisten Browsern automatisch erst einmal geblockt. Und nicht zuletzt hat vor zehn Jahren niemand Webseiten für Smartphones designt, heute jedoch muss der Webdesigner je Seite mindestens zwei Designs abliefern.

5. Die Machbarkeitsanalyse

Bis jetzt hat man sich noch problemlos seinem Wunschdenken hingeben können, doch jetzt muss erst einmal überprüft werden, ob die Technik das überhaupt hergibt. Gibt ein Webentwickler sein Ok für die Umsetzbarkeit des Designs auf allen Endgeräten, oder sagt er nein bzw. „ja, geht schon, muss aber aufwendig programmiert werden“. Und lässt sich das alles mit dem CMS der Wahl auch umsetzen, stehen die notwendigen Plugins zur Verfügung, oder müssen auch hier die notwendigen Erweiterungen erst gecoded werden? Hier gilt: Im Prinzip geht alles, ist halt nur eine Frage der Zeit und des Geldes.

6. Die Umsetzung

Ist alles geklärt geht es an die Umsetzungen auf einem Beta-System. Je nachdem wie professionell man vorgehen will kann auch ein zweites System zum Ausprobieren und A & B-Tests aufgesetzt werden. Zwar sollte der Plan eingehalten werden und große Änderungswünsche an dieser Stelle strikt abgeblockt und auf eine Zeit nach dem Relaunch verschoben werden, dennoch ist die Umsetzung natürlich ein lebendiger Prozess und kann Anpassungen mit sich bringen.

7. Die SEO-Frage

Als ich meine ersten Relaunches vor zehn oder zwölf Jahren durchgezogen habe, galt der mit einem Seufzen vorgetragene Satz noch: Nach dem Relaunch gehen die Zahlen ja immer nach unten. Ganz ehrlich, das Ranking aller bestehenden Seiten auf die neuen Seiten zu übertragen klappt noch immer nicht so ganz. Nichtsdestotrotz sollte man natürlich wissen wie etwa eine 301-Weiterleitung funktioniert, damit Suchmaschinen wie Google und Bing wissen was mit der alten Seite passiert ist.

8. Der Livegang

„Feierabend, oder wollen wir noch schnell live gehen?“ Jeder Mensch mit Verstand sollte an dieser Stelle ein lautes „Nein“ von sich geben, denn auch der Livegang will geplant sein. Durch die erhobenen Daten weiß man auch, wann eher wenig Besucher auf der Webseite sind. Jetzt wird man vielleicht nicht Sonntag um 23:30 Uhr den Livegang machen wollen (was auch nicht ratsam wäre, wie ich gleich erläutern werde), aber der Montagmorgen bietet sich zum Beispiel an (wenn die Statistiken nicht sagen, dass ausgerechnet dann ein regelmäßiges Besucherhoch zu verzeichnen ist).

Ehe man live geht, sollte die neue Webseite überhaupt erst einmal gründlich getestet werden. Sind alle Inhalte vorhanden, funktionieren alle Links, laufen die Plugins so wie sie sollen?

Vor dem Livegang sollte man natürlich wissen, was zu tun ist. Welche Servereinstellungen müssen geändert werden? Was muss im Quellcode angepasst werden, weil es auf beta.NameDerWebseite.de läuft? Das kann sich je nach CMS als problemlos oder etwas länger dauernde Aufgabe entpuppen. Wer allerdings erst während des Livegangs googeln muss, für den sind Probleme unausweislich. Außerdem sollten natürlich alle technischen Ansprechpartner erreichbar sein, vom Serverbetreiber bis zum Webentwickler.

9. Die Abschlussbesprechung

Sobald der Sekt getrunken ist, sollte man sich noch einmal hinsetzen und das ganze Projekt durchgehen. Auf diese Weise lassen sich Erkenntnisse finden und niederschreiben, die beim nächsten Relaunch vielleicht ziemlich wertvoll sein können.

10. Nach dem Relaunch ist vor dem Relaunch

Relaunch!

Im Rahmen des Relaunch sind vielleicht größere Verbesserungswünsche aufgetreten, die währenddessen Zeit- und Finanzplan gesprengt werden. Jetzt ist die Zeit Stück für Stück etwas neu ins Gespräch gekommene Erweiterungen zu implementieren. Wer nicht einfach seine Domain von der alten auf die neue Seite umgeleitet hat, sondern ein Testsystem behielt, hatte an dieser Stelle eine ziemlich gute Idee.

 

Selbstlernende KI – Die gute und die schlechte Nachricht!

Seien wir ehrlich, erst wenn ein Algorithmus selbstständig lernt, statt alles vorgeben zu bekommen, kann man ihn als intelligent bezeichnen. Doch auch dann lernt die KI aus den Daten von Menschen. Weshalb die gute Nachricht lautet, KI ist aktuell nicht bedrohlich intelligent, die schlechte ist, sie ist eigentlich genauso dumm wie der Mensch.

Als Microsoft seinen selbstlernenden Chatbot losschickte, war man schnell gezwungen ihn wieder einzufangen. Denn er landete offensichtlich in schlechter Gesellschaft, passt sich an diese an und keine rassistische oder sexistische Äußerung war dem Bot mehr fremd. Der zweite Versuch lieferte nicht unbedingt bessere PR, denn diesmal begann der Chatbot Windows 10 blöd und Linux ganz toll zu finden.

Aber in beiden Fällen war nicht unbedingt der Algorithmus Schuld, sondern eher das Material aus dem er zu lernen begann. Und genau das ist die Krux an einem selbständig lernenden Programm, es lernt vom zusehen und auswerten jener Daten, die man ihm zur Verfügung stellt. Und das sagt mitunter mehr über den Menschen aus, als über die künstliche Intelligenz.

An der US-Universität startete Aylin Caliskan einen interessanten Versuch. Man trainierte eine künstliche Intelligenz mit einem Wortschatz aus 840 Milliarden aus dem Internet gezogenen englischen Worten. Ziel war es die KI so zu trainieren, dass sie am Ende sagen konnte, welche Begriffe semantisch zusammengehören. Beim Begriff „Blumen“ funktionierte das noch recht gut, hier ordnete die KI positive Begriffe zu. Das tat sich auch bei westlichen Vornamen, afro-amerikanische Vornamen dagegen wurden negativen Begriff zugeordnet. Die Vornamen von Männern brachte die KI mit Karriere und Mathematik in Zusammenhang, weibliche Vornamen eher mit Familie. Mit anderen Worten, die KI übernahm menschliche Vorurteile. In diesem Fall mag das noch eine harmlose akademische Spielerei gewesen sein, dummerweise gibt es aber etwa eine amerikanische Software die bei Bewährungsfragen von Strafgefangenen deren Rückfallrisiko bewerten soll. Und wenn der Strafgefangene schwarz war … wir wissen was ich meine.

Es scheint fast so, als wäre der größte augenblickliche Erfolg einer selbstlernenden Künstlichen Intelligenz, uns den Alltagsrassismus und die Vorurteile der Gesellschaft deutlich vor Augen zu führen.

Was also tun? Fakten einfach streichen, die etwa auf eine ethnische Herkunft hinweisen? Könnte man machen, hat aber zwei entscheidende Nachteile: 1. Es ist auch ein menschliches Werturteil, das der Algorithmus erlernt. 2. Spielt die ethnische Herkunft durchaus auch eine Rolle. Eine Medikamentenempfehlung etwa sollte die ethnische Herkunft kennen, denn bei einigen Wirkstoffen macht das durchaus einen Unterschied.

Wichtiger wäre es wohl den genauen Entscheidungsweg der KI nachvollziehen zu können. Das allerdings ist gar nicht so einfach, denn auch wenn wir wissen das der Algorithmus aus den bereitgestellten Daten lernt, wie er das genau tut, dass weiß keiner so wirklich. Und nicht immer steht eine Statistik bereit, bei der ein Mensch stutzig werden könnte. Den Entscheidungsweg nachvollziehen zu können ist auch deshalb wichtig, weil eine KI nicht immer die richtigen Schlüsse zieht.

Ein Beispiel aus der menschlichen Wissenschaft. Jahrhunderte sahen die Menschen in den Himmel und schlossen aus ihren Beobachtungen, dass sich die Sonne und alle Planeten um die Erde drehten. Entgegen dem üblichen Vorurteil war dieses Weltbild keine kirchliche Lehrmeinung, sondern eine durch Beobachtung (scheinbar) belegte wissenschaftliche Tatsache. Heute wissen wir das dieses Weltbild Quatsch ist, da kann man es noch so lange mit eigenen Augen sehen.

Über solche Fehler sind auch Algorithmen nicht erhaben, wie eine Untersuchung des Fraunhofer Instituts etwas nahelegt. Dort wollte man genauer wissen wie eine Bilderkennungssoftware lernt den Inhalt eines Bildes anhand von Beispielbildern zu erkennen. Der Algorithmus war recht gut darin eine Eisenbahn zu erkennen. Als man mittels einer Heatmap aber herausbekam, welche Aspekte der Algorithmus ganz besonders als Kriterium heranzog, war man überrascht. Es war eben nicht die Eisenbahn, sondern die Schienen, die dafür sorgten das eine Bild mit einer Eisenbahn als Bild mit einer Eisenbahn klassifiziert wurde. Hätte man aber ein Bild mit einem Auto reingeschmuggelt, das auf Schienen steht – der Algorithmus hätte wohl eine Eisenbahn erkannt. Mitunter hätten auch einfach schon die Schienen für eine entsprechende Einordnung genügt.

 

 

So einfach bekommt man seinen eigenen Chatbot

Chatbots sind inzwischen vom reinen Buzzword in den Alltagsstatus übergegangen. Sie haben nicht immer den besten Ruf, können aber in erster Linie eine Menge nützlicher Dinge.

Wenn heute, gerade im Vorfeld des Bundestagswahlkampf, von Chatbots gesprochen wird, dann meist mit einem negativen Beigeschmack. Chatbots hält man dann meist für Programme, die auf Facebook oder Twitter Stimmung machen – und meist nicht unbedingt für die Parteien der Mitte. Dabei sind die kleinen Programme eine nützliche Erfindung vor allem für alle, die etwa nicht rund um die Uhr am Rechner sitzen können, um die Reaktionsschnelle an den Tag zu legen, die man gerade in den sozialen Medien braucht. Und selbst wenn, Chatbots können einem eine Menge Arbeit abnehmen. Und dank Diensten wie Chatfuel nicht nur schnell programmiert, sondern auch noch günstig bis umsonst einsetzbar.

Zum eigenen Chatbot in wenigen Minuten (?)

Das Angebot von Chatfuel ermöglicht es etwa für die eigene Facebookseite auf die Schnelle einen Chatbot einzubinden, der dann via Messenger den Kontakt mit Fans und Kunden übernimmt. Dazu stellt der Dienst nicht nur die Möglichkeit bereit Texte oder Bilder zu verwenden, sondern auch einige andere Features wie eine JSON Api, Google oder Bing Suche oder die Integration von WordPress-Elemente über Zapier. Kurz, mit der kostenlosen Bordausstattung lässt sich schon einiges umsetzen.

Den Dialog mit dem Nutzer kann man dann zum Beispiel über Quick Replies lösen, die dem Nutzer im Messenger zum Antippen angeboten werden und dann den vorgegeben nächsten Block laden. Wer mit seinem Chatbot also ein ganz bestimmtes Ziel verfolgt, kann den Nutzer hier perfekt durch die verschiedenen Optionen leiten.

Aber natürlich sollte ein Chatbot auch auf offene Fragen antworten können. Dazu bietet Chatfuel die „künstliche Intelligenz“-Funktion an. Wie ganz allgemein, sollte man diesen Begriff aber auch hier nicht allzu hoch hängen, kommt es im Wesentlichen doch auch hier vor allem auf die Intelligenz des Kopfes dahinter an. Hinter der Funktion versteckt sich nämlich im Grunde nur die Möglichkeit als Reaktion auf vorgebbare Begriffe bestimmte Antworten ausspielen zu lassen. Am Ende beantwortet der Chatbot also nur die Fragen, auf die sein Schöpfer vorher selbst gekommen ist. Für deutsche Anwender zeigt sich hier aber – zumindest meiner eigenen Erfahrung nach – auch ein wenig die Schwäche des in Englisch gehaltenen Dienstes, der hier gelegentlich so seine Probleme mit den deutschen Umlauten hat.

Vor dem Livegang kommt das Testen.

Insgesamt funktionieren die angebotenen Funktionen allerdings recht gut und man kann Chatfuel auch getrost auf deutschsprachigen Seiten einsetzen.

Vor dem Programmieren kommt die Planung

Ehe man sich aber daran macht seinen eigenen Chatbot zusammenzustellen, sollte man sich erst einmal hinsetzen und einige Ablauforganigramme zeichnen. Einfach wild zusammengestellte Chatbots funktionieren nicht und das Nachbessern hat dann oft nur den einen Effekt, dass sich auch der Schöpfer selbst nicht mehr richtig auskennt. Das gilt für den eigentlichen Ablauf ebenso, wie bei der Vorbereitung auf offene Fragen durch den Nutzer. Ohne ein ausführliches Brainstorming braucht man sich erst gar nicht an die Arbeit zu machen.

Sind Chatbots überhaupt beim Nutzer akzeptiert?

Bei allem Funktionsumfang bieten Dienste wie Chatfuel am Ende allerdings nicht die Möglichkeit einen Chatbot zusammenzustellen, der den Nutzern langfristig vorspielen kann ein echter Mensch zu sein. Und ganz ehrlich, das sollte man auch um Himmels Willen nicht tun. Ein zum Scheitern verurteilter Versuch verärgert den Nutzer im Zweifel nur. Ich würde also dringend empfehlen gleich in der Willkommens-Nachricht klar zu machen, dass hier keine Interaktion mit einem echten Menschen stattfindet.

Außerdem sollte man mittels der „künstlichen Intelligenz“ auch immer eine Antwort darauf haben, wenn Wörter wie „echter Mensch“ usw. fallen. Die beiden Chatbots die ich mit dem Dienst zusammengestellt habe, entschuldigen sich dann immer und stellen Kontaktdaten zur Verfügung, an deren Ende der Nutzer dann mit Menschen kommunizieren kann.

Das Fazit:

Dienst wie Chatfuel bieten auch Nicht-Programmierern, kleineren Unternehmen usw. die Möglichkeit von den Vorteilen von Chatbots teil zu haben, ohne dabei mehr Vorkenntnisse als eine gewisse Logik beim Ablauf der Gespräche haben zu müssen. Freilich sind sie aber nur ein Vorgeschmack auf das was noch kommen wird. Aber ein Vorgeschmack, bei dem man unbedingt dabei sein sollte, will man sich von der innovationsfeindlichen und kommunikationsfaulen Konkurrenz angenehm abheben.