Best Practice: Blossom Box – Finde deine Nische

Sag es mit Blumen … das sagt sich Fleurop seit Jahren und verdient damit nicht schlecht Geld. Das mag daran liegen, das Fleurop das digitale Plattformkonzept schon verstanden hatte, ehe die meisten Menschen mit dem Wort Computer etwas anfangen konnten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es heute eine der wenigen Plattformen ist, deren Arbeitsbienen – in diesem Fall die Floristen – Anteilseigner und nicht sich gegenseitig im Preis unterbietende Selbstständige.

Aber eines hat Fleurop mit diesen Plattformen gemeinsam, es ist marktbeherrschend und für Floristen die einen eigenen Onlineversand eröffnen wollen, wird es verdammt schwer ist es unmöglich sich zu etablieren. Wer also mit Blumen im Netz Geld verdienen will, ohne dabei der x-te Fleurophändler zu sein, der muss sich auf die Suche nach einer Nische machen.

Katharina Romeis und Julia Schott aus dem unterfränkischen Oberleichtersbach dürften sich eine Woche nach Muttertag gerade von einer der arbeitsreichsten Phasen im Geschäftsjahr erholen. Die beiden Jungunternehmerinnen haben mit ihren Blumenboxen nämlich eine solche Nische gefunden. Statt Sträuße setzen sie in Handarbeit Blumenboxen zusammen, deren Hauptbestandteil in einem speziellen Verfahren konservierte Rosen sind. Auf diese Weise haben die Beschenkten mit ihren Rosen weit länger Freude, als wenn diese in Form eines klassischen Blumenstraußes gekommen wären.

Dabei ist der Trend den sich Blossom Box zu nutze macht gar nicht mal so neu, wie die Webdesignerin Katharina Romeis in der Main Post zu Protokoll gab.  Sie selbst hat ihn in „Moskau und Dubai“ entdeckt. Auch wenn so eigentlich gar nicht stimmt, denn wie ihre Mitgründerin Julia Schott, ist Romeis junge Mutter und viel Zeit zum um die Welt jetten hat man da bekanntlich nicht. Aber das Internet ist ja nicht nur ein Kanal um seine Ideen zu verkaufen, sondern auch um diese zu finden. Und um gefunden zu werden, so haben die beiden auch schon ihren ersten Großkunden an Land gezogen, wie etwa einen Fertighaushersteller, der seinen Kunden noch ein spezielles Einzugsgeschenk bieten will.

Dabei konzentrieren sich die Gründerinnen auf ihre eigentliche Idee, die Blumenboxen. Auch die Rosen konservieren sie nicht selbst in Glyzerinwasser, sondern bekommen diese kombinierfertig aus Südamerika angeliefert. Neben dem Ratschlag seine eigene Nische zu finden ein weiterer wichtiger Punkt, den man heute braucht um erfolgreich zu sein. Konzentriere dich auf deine eigene Geschäftsidee. Denn wer für seinen „Produktions“prozess keine regionalen Partner finden kann, der dürfte auch hier wieder spätestens im Internet fündig werden.

 

Best Practice Online-Shop: Sugar Shape

Spätestens seit 1&1 oder Jimdo seine Kunden mit 08/15 Shops lockt, ist die Zeit in der man einfallslos mal eben einen Online-Shop ins Netz stellt vorbei. Wer heute Erfolg haben will, braucht schon mehr.

Unter dem Stichwort „Experience Design“ nahm das Shopgate Blog den Online-Shop Sugar Shape in seine E-Commerce Trends 2017 auf. Womit auch schon mal einer jener Gründe genannt wurde, warum wir es hier mit einem Best Practice zu tun haben.

Sugar Shape

Schon durch das Design macht Sugar Shape deutlich, dass es hier auch um ein Einkaufserlebnis online geht.

Die beiden Gründerinnen Laura Gollers und Sabrina Schönborn sind ja auch der sich in der Start-up-Szene einiger Beliebtheit erfreuenden VOX-Sendung Die Höhle der Löwen bekannt. Auch wenn sich dahinter eine andere Geschichte verbirgt. Wohl aus eigener Erfahrung haben sich die beiden Frauen gedacht, man sollte doch endlich eine Geschäftsidee aus dem Problem machen, dass so manche Frau Probleme hat einen BH in der richtigen Größe zu finden. Dieses Bedürfnis wollen sie jetzt mit Ihrem auf Oxid laufenden Shop beheben.

Herausgekommen ist wie gesagt erst einmal ein ausgezeichnetes Beispiel für Experience Design, also dem Bemühen dem Käufer/der Käuferin den Kaufprozess auf eine besondere, direkt auf ihn/sie zugeschnittene Art zu präsentieren. In gewisser Weise also ein Shopingerlebnis in seiner Online-Variante zu schaffen, indem man eine Story erzählt und sich ganz auf die Zielgruppe zuschneidert.

Das heißt aber noch lange nicht, dass man seinem kreativen Ich – oder dem des Designers – freien Lauf lassen sollte. Nein, man muss natürlich auch das kleine 1×1 des Online-Shops beherrschen. Auch das zeigt Sugar Shape recht gut, etwa durch das aufgeräumte Produktportfolio, das sich nicht wie sonst leider oft üblich in einem unstrukturiertem Durcheinander ergötzt, in dem am Ende nur die Suchfunktion wirklich helfen kann. Nein, die Seite lädt zum stöbern ein und bietet damit ein Angebot, das online so immer noch zu selten zur Verfügung steht. Und wer nach dem Stöbern nicht so recht sicher ist, kann die sogenannte VIB-Box zum Anprobieren nach Hause bestellen. Wobei wahrscheinlich nur zwei Gründerinnen das B für Boobs stehen lassen können, ohne dabei anzüglich zu sein. 🙂

Nebenbei setzt man auf die Gesichter hinter dem Shop, um eine persönliche Beziehung zur Kundschaft aufzubauen. Etwas durch eine Über uns-Seite oder durch das Curvy Blog.

Dem Umstand ein recht beratungsintensives Produkt zu haben kommt man mit Kontaktmöglichkeiten entgegen, die immer klar zu finden ist. Außerdem gibt es, was in Sachen Kleidung schon der Standard ist oder zumindest sein sollte, Tipps für das richtige Ausmessen, um auch die richtige BH-Größe zu ordern. Wobei man auch an die Herren der Schöpfung gedacht hat, die eine eigene Anleitung bekommen – schließlich ist da nicht jeder Mann auch Fachmann.

Dem größten Abbruchkiller in Sachen Online-Shopping kommt man mit einer angemessenen Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten entgegen, ohne sich an einem bei vielen Shops herrschenden Krieg zu beteiligen, wer die meisten Zahlungsanbieter im Portfolio hat.

Was mich eben aber am meisten überzeugt ist jener Gesamteindruck. Du siehst die Seite und denkst dir a) hier verkauft erst Mal jemand ein Produkt, hinter dem er wirklich steht und das einen wirklichen Nutzen hat, und b) dann hat sich hier jemand auch noch Gedanken gemacht, wie er das alles am Besten online aufbereiten kann.

 

Braucht mein Online-Shop ein Blog? (Teil III)

In den ersten beiden Teilen haben wir uns mal angesehen, welche erfolgreichen Online-Shops bloggen und auch wie sie bloggen. Danach ging es um die Frage, ob du selbst mit deinem Shop unter die Blogger gehen solltest. Folgerichtig geht es jetzt darum, wie man die Sache richtig macht.

Brauche ich wirklich Leidenschaft und Unmengen von Content?

Auch wenn es ein legitimer Grund fürs Bloggen sein mag, dass man einer an Content schwachen Seite einfach mehr Masse geben will, wenn das der einzige Grund ist – dann sollte man es lieber bleiben lassen. Eine Leidenschaft fürs Bloggen vorauszusetzen ist aber auch deutlich übertrieben. Sagen wir, man sollte einfach nicht zu jenen Menschen gehören, die sich jeden Satz mühsam aus den Fingern saugen müssen. Das es mitunter schwer ist regelmäßig Artikel zu schreiben, kann natürlich nicht nur an einer Schreibunlust liegen, sondern auch weil man denkt ohnehin keine Themen zu finden. Der übliche Marketingguru würde jetzt rufen, es gibt immer Themen! Am Ende hat er zwar recht, aber aus praktischer Erfahrung weiß ich, dass es Themen gibt die es einem verdammt schwer machen regelmäßig darüber etwas schreiben zu können. Mit anderen Worten, nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Wie viel und wie oft soll ich bloggen?

Tja, das weiß leider niemand so genau. Was die Länge der Blogartikel angeht, gibt es im Wesentlichen zwei Parteien. Die einen sagen man müsse mindestens 250 bis 300 Wörter schreiben, die anderen schwören auf ein Minimum von 1000 Worte. Die Wahrheit dürfte wahrscheinlich irgendwo dazwischen liegen. Wobei natürlich auch ein Inhalt unter 250 Worten gut ranken kann, wenn er denn wertvoll genug ist. Ich persönlich würde die 250  als Minimalziel immer anpeilen, solange die Qualität des Textes darunter nicht leidet. Und was die 1000 angeht, nicht jeder haut drei 1000er die Woche raus, aber es ist oft leichter als man denkt. Wo wir schon bei der Häufigkeit wären, oder besser Regelmäßigkeit, denn regelmäßig sollte man schon veröffentlichen. Wobei dieses „regelmäßig“ nicht bedeuten sollte alle zwei Jahre einen Artikel zu schreiben. Ich würde etwas zwischen einer Woche und einem Monat empfehlen, es sei denn natürlich man hat im Idealfall mehr zu schreiben.

Welche Technik soll ich verwenden?

Man hat dir dein Shopsystem natürlich als eine Eier legende Wollmilchsau verkauft, aber im Zweifel würde ich immer ein Blogsystem empfehlen, das entsprechend in die Domain eingebunden ist. Es empfiehlt sich WordPress, aber es gibt da durchaus auch noch andere. WordPress bietet für diesen Zweck aber einfach ein Rundumsorglospaket, das von deinem Shopsystem auch mittels zusätzlicher Plugins so nicht geboten wird – mögen die Entwickler es auch „Blog“ nennen. Ein eigenes Shopsystem hat übrigens noch einen weiteren Vorteil, dazu komme ich im nächsten Abschnitt.

Soll mein Blog überhaupt unter der gleichen URL wie der Shop erreichbar sein?

Wenn man meiner zugegebenermaßen nicht nach allen Regeln der Statistik erhobenen Untersuchung in Teil I dieser Serie glaubt, dann ist das nicht in der Shopseite integrierte Blog die berühmte Ausnahme von der Regel. Ich persönlich tendiere inzwischen auch dazu ein Blog in die Shopseite zu integrieren, allerdings ist es dann enorm wichtig deutlich zu machen, dass im Blog nichts direkt verkauft werden soll. Es muss für Google klar ersichtlich sein, dass hier Informationen und nicht Waren angeboten werden. An dieser Stelle kann ein eigenes CMS auch ein wichtiges Signal an die Suchmaschine sein. Ist dagegen leicht erkennbar, dass es sich hier doch nur um eine reine Verkaufsveranstaltung handelt, ist die ganze Mühe mehr oder weniger umsonst.

Wie soll das Blog heißen?

Oder solle es überhaupt Blog heißen? Wer sich mit der Materie beschäftigt, kommt der Begriff „Blog“ inzwischen fast schon ein bisschen altbacken vor. Aber unter uns, Google ist das egal und die Mehrheit der Internetuser besucht zwar täglich Blogs, weiß es aber nicht. (Zumindest deutet das die alljährliche ARD-ZDF-Internetstudie immer wieder an.) In meiner Untersuchung behielten die meisten Unternehmen den Begriff bei, wenn das Blog allerdings optisch einen deutlichen Magazincharakter angenommen hat, wurde es auch oft so benannt. Das ist eine Vorgehensweise, an der man sich durchaus orientieren kann.

Das war natürlich nur ein kleiner Einblick, um ein erfolgreiches Blog zu starten. Viele Punkte sind schlicht auch unerwähnt geblieben, wie zum Beispiel eine On-Site-Optimierung unter SEO-Gesichtspunkten, die Anbindung an deine Social Media-Accounts usw. usf. Genauso wie die kurz angerissenen Themen kann man aber auch über diese Punkte einen eigenen Artikel schreiben – vielleicht mache ich das demnächst mal.


zu Teil I: Analyse der Blogs der größten deutschen Online-Shops
zu Teil II: In welchen Fällen brauche ich ein Blog?
zu Teil II: Tipps, damit deine Blog ein Erfolg wird.

 

Braucht mein Online-Shop ein Blog? (Teil II)

Die Antwort auf die Frage könnte ein klares Ja sein, aber das wäre zu einfach. Wie bei fast allen Dingen im Internet, ist es ein wenig kompliziert. Die Antwort lautet also: Ja, wahrscheinlich.

Im ersten Teil dieser kleinen Serie hatte ich ja zehn Blogs der umsatzstärksten deutschen Online-Shops unter die Lupe genommen, allerdings hat natürlich nicht jeder Händler auf seiner Webseite ein Weblog. Diese Sichtweise verführt natürlich ein bisschen sich bei den Großen auch abzugucken, ob man denn ein Blog braucht oder nicht. STOP! Da liegt ein Missverständnis vor. Diese Auflistung dient eher der Inspiration, wenn man denn ein Blog für seinen Online-Shop einführen will, nicht der Frage, ob man es machen sollte. Zumindest dann, wenn die Argumentation gegen ein Blog lautet: Ja, wozu denn, Amazon oder Otto haben doch auch keines! Aber um es mal schonungslos zu sagen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Online-Shop desjenigen, der sich aufgrund dieses Artikels gerade die Frage nach einem Blog stellt, nicht Amazon oder Otto.

Drei Gründe sprechen für ein Blog

Auf einen Blick! Wann braucht mein Online-Shop ein Blog?


  • Ich verkaufe ein bestimmtes Produkt, vielleicht noch ein bisschen Zubehör, aber ich habe nicht wirklich so viele Produkte um allein durch Produktbeschreibungen massiv Content zu produzieren, auf den Suchmaschinen ansprechen.
  • Ich habe zwar durchaus ein umfangreicheres Produktspektrum, das sich aber nicht von anderen Angeboten absetzt. Ich möchte meinen Online-Shop aufwerten, in dem ich mich als Experte auf meinem Gebiet positioniere.
  • Ich möchte mein Unternehmen darstellen, zum Beispiel um es persönlicher werden zu lassen oder schlicht ein gutes Image aufzubauen.

Beim ersten Punkt handelt es sich um Suchmaschinenoptimierung, bei den beiden anderen um Online-Marketing? Jein, denn eigentlich handelt sich bei allen drei Punkten um Content Marketing.

Natürlich dient der Aufbau eines Blogs unter dem ersten Gesichtspunkt erst einmal dazu Content zu schaffen, den die Suchmaschine als themenrelevant erkennt und deshalb bei einer entsprechenden Suchanfrage diesen einen Online-Shop bevorzugt. Infolge dessen sollte auch bei einem Blog stets mitgedacht werden, indem man etwa seine Beiträge Keyword optimiert, mit multimedialem Content anreichert usw. Noch vor ein paar Google Updates hätte es noch ausgereicht das Blog allein unter diesen Gesichtspunkten zu führen. Oder um es klar zu sagen: Man hätte nicht für den Kunden gebloggt, sondern für die Suchmaschine.

Oder gibt es nur einen Grund?

Doch dieses klassische Onsite-Optimierung greift heute immer weniger, nicht weil sie wertlos wäre, sondern weil sie schlicht Standard ist. Was Google oder Bing heute jedoch immer besser beherrschen und zweifellos auch weiter optimieren, ist das Verständnis eines Inhaltes. Der Algorithmus wird insofern immer klüger, als das er etwa einen Text nicht nur in seine Bestandteile zerlegt, sondern ein immer menschenähnlicheres Verständnis hat. Und das hat zur Folge, dass ein Blogbeitrag der einzig und allein Futter für Google sein soll, von Google als solches erkannt und somit als für den echten User mehr oder weniger wertlos eingestuft wird.

Die Grenzen zwischen den drei Punkten verschwimmen also immer mehr. Wer also ein Produkt hat, das es so oder so ähnlich auch bei einem Konkurrenten zu bestellen gibt, muss sich von diesem absetzen. Das kann er zum Beispiel damit tun, in dem er sich als ein Experte auf seinem Gebiet positioniert. Wer dem Kunden darlegen kann, dass er sich auf dem Gebiet besonders gut auskennt, gewinnt einen Vertrauensvorschuss. Das kann der entscheidende Unterschied zur Konkurrenz sein, die nur einen lieblos dahingeklatschten Shop betreibt. Und was der Kunde als gut empfindet, findet auch die Suchmaschine gut.

Im Großen und Ganzen trifft das auch dann zu, wenn das Blog etwa das Unternehmensimage verbessern soll. Dann etwa, wenn man – im Gegensatz zur Konkurrenz – auch die Menschen hinter dem Shop in Erscheinung treten lässt. Das erzeugt Vertrauen. Ein Gut das nicht zu unterschätzen ist, schließlich will man ja, dass einem der Kunde seine Kreditkartendaten anvertraut.


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zu Teil II: In welchen Fällen brauche ich ein Blog?
zu Teil II: Tipps, damit deine Blog ein Erfolg wird.

 

Braucht mein Online-Shop ein Blog? (Teil I)

2017 mögen Blogs manchmal ein bisschen altbacken wirken, zumindest wer sich mit dem Thema Online-Marketing beschäftigt, sagt das Wort schließlich mindestens fünf Mal am Tag. Dabei kann ein Blog auch für Online-Shops nach wie vor Gold wert sein.

Wie man ein Blog am Besten für den Erfolg seines Online-Shops nutzen kann, habe ich mir mal bei bestehenden Shopseiten angesehen. Als Grundlage diente eine Liste der umsatzreichsten Online-Shops in Deutschland, die bin ich durchgegangen und habe mir die ersten zehn Blogs (eigentlich 11, da Zalando zwei betreibt) mal angesehen, die ich in der Auflistung gefunden habe.

Auffällig ist übrigens zuerst einmal, dass die ganz Großen der Branche keine Blogs betreiben, also etwa Amazon oder Otto. Auf der anderen Seite ist das durchaus nachvollziehbar, dient ein Blog doch auch der Generierung von Content, war aber allein mit seinen Produktbeschreibungen Server füllen kann, der kann aus diesem Gesichtspunkt auch gut und gerne darauf verzichten. Als Argument gegen ein Blog taugt das Beispiel Otto oder Amazon nicht, denn beide dürften ein paar tausend Produkte mehr im Lager haben, als der durchschnittliche deutsche Online-Shop.

Die einzelnen Blogs habe ich grob in drei Gruppen geteilt: Reiner Unternehmens- bzw. Produktblogs, themenspezifische Blogs und gemischte. Unter themenspezifischen Blogs verstehe ich Seiten, die sich zwar um das Leistungsspektrum des jeweiligen Shops drehen, aber eben den User informieren wollen, statt reine Verkaufsbeiträge zu veröffentlichen. Mit insgesamt 4 sind sie genauso stark vertreten, wie die Unternehmensblogs, der Rest macht mehr oder weniger eine Mischung aus beidem. Übrigens heißen vier Blogs gar nicht Blogs, sondern werden meist als „Magazin“ bezeichnet. Bei Zalando läuft das ganze unter der Überschrift „Editorial“, während das Unternehmensblog wieder schlicht „Blog“ heißt.

Content oder Image – man merkt den Unterschied

Manche Unternehmen haben es ziemlich plump auf die Generierung von Content abgesehen, Weltbild News sollte hier ein abschreckendes Beispiel sein. Blogs die ganz allein der Imagepflege dienen finden sich dagegen nicht, irgendeine Content Generierung ist immer dabei. Hauptsächlich natürlich in Text und Bildform, aber auch Videos sind in Form von Tutorials oder Fitnessübungen hier und da vertreten. Letztere Unternehmen stecken natürlich besonders viel Aufwand in die einzelnen Seiten.

Zehn Blogs der umsatzstärksten deutschen Online-Shops

An dieser Stelle aber erst einmal genug der Analyse, hier ist ein kleiner Überblick über die von mir ausgewerteten Blogs:

Name: Tchibo Blog
Unternehmen: Tchibo GmbH
Domain: http://blog.tchibo.com/
Beschreibung: Tchibo lässt seine Mitarbeiter bloggen. Dabei geht es vorwiegend um das Unternehmen selbst. Im Zentrum stehen aber auch zum Beispiel soziale Aktivitäten der Mitarbeiter, was natürlich zur Weihnachtszeit einen größeren Raum einnimmt. Da es im Blog aber natürlich auch um das Thema Kaffee geht, kommt der Kunde an dieser Stelle auch zu seinen Informationen. Um ein „Wir preisen unsere Produkte an“-Blog handelt es sich hier aber nicht.
Bewertung: Ein Blog mit dem eindeutigen Ziel das Image des Unternehmens aufzuwerten und es damit menschlicher werden zu lassen. Etwas konventionell, aber das entspricht ja durchaus dem Unternehmensbild. Sagen wir 7 von 10 Punkten.

Name: Editorial Zalando
Unternehmen: Zalando SE
Domain: https://www.zalando.de/editorial-damen/ & https://blog.zalando.de/
Beschreibung: Der Online-Händler Zalando führt im Grunde zwei Blogs. Ein klassisches Unternehmensblog unter der Subdomain blog und ein magazinartiges Blog unter dem Namen Editorial. Dort beschäftigt man sich ganz mit dem Thema Mode um entsprechenden themenspezifischen Content aufzubauen.
Bewertung: Zalando fährt zweigleisig. Für das Image gibt es ein klassisches Unternehmensblog, während man auf der Seite selbst ein Magazin recht gut platziert hat. Dort spricht man den Kunden direkt an und betreibt klassisches Content-Marketing mit einem redaktionell betreuten Blog. Für das Editorial gibt es 8 von 10, fürs Blog 7 von 10 möglichen Punkten.

Name: Das Conrad Blog
Unternehmen: Conrad Electronics SE
Domain: http://blog.conrad.de/
Beschreibung: Unter den Onlineversandhändlern in der Technik-Computer-Sparte sticht Conrad mit seinem Blog aus der Reihe, denn die meisten sparen sich hier diese Art des Content-Marketings. Conrad geht dafür echt in die Vollen und reichert sein Blog unter anderem auch mit Videoinhalten in Form von Tutorials an. In der Kategorie „Conrad Inside“ gibt es die klassischen Unternehmensnews, ansonsten handelt es sich hier um klassisches Content-Marketing.
Bewertung: Conrad investiert einiges in sein Blog und macht es damit zu einer eigenständigen Seite, die dennoch mit dem Logo gebrandet ist. Dafür gibt es 9 von 10 Punkten.

Name: H & M Magazine
Unternehmen: H & M Hennnes & Mauritz AB
Domain: http://www.hm.com/de/magazine
Beschreibung: H & M stellt ein themenspezifisches Magazin ins Netz, dass sich mit den Themen Mode, Beauty und Fitness beschäftigt. Vorgestellt werden neben Trends auch Tipps, angereichert wird das ganze durch Video-Content etwa in Form von kleinen Fitnessvideos.
Bewertung: Ein im schick-simplen Design erstelltes Blog, das handwerklich top ist, dem es aber ein wenig an dem gewissen Etwas fehlt. Deshalb dann auch nur 7 von 10 Punkten.

Name: DocMorris Blog
Unternehmen: Versandapotheke DocMorris
Domain: http://www.docmorris-blog.de/
Beschreibung: Das deutsche Blog des niederländischen Versandhändlers ist in die Themen Ernährung, Gesundheit, Körper & Seele und DocMorris eingeteilt. Wobei die letztere Kategorie nicht das Unternehmen im Fokus hat, sondern meinungsgeprägte Artikel zu Gesundheitspolitik und andere Themen.
Bewertung: Vom Design her ein wenig zu bunt, aber das ist Geschmackssache. Der User wird durchaus über das Thema Medikamente und Gesundheit informiert, die Schlagzahl der veröffentlichten Beiträge ist aber eher mittelmäßig. Ich würde sagen 5 von 10 Punkten.

Name: t.blog
Unternehmen: Thomann GmbH
Domain: https://www.thomann.de/blog/de/
Beschreibung: Bei Thomann findet man nicht nur Musikinstrumente, sondern auch gleich Blogs in sechs Sprachen. Inhaltlich stellen die Macher das Unternehmen und die im Shop angebotenen Produkte vor, machen das aber auf eine so witzige Art und Weise, dass die einzelnen Beiträge seltenst in den Verdacht geraten langweilige Produktpräsentationen zu sein.
Bewertung: In dem Blog steckt Herzblut und Individualität der Mitarbeiter, da kann dann auch schon eine einfache Produktvorstellung lesenswert/sehenswert sein. Deshalb 7 von 10 Punkten.

Name: IKEA Unternehmensblog
Unternehmen: IKEA Deutschland GmbH & Co. KG
Domain: http://www.ikea-unternehmensblog.de
Beschreibung: Thematisch besonders umfangreich zeigt sich der schwedische Möbelhändler in seinem Unternehmensblog. Wobei der Wortbestandteil „Unternehmen“ fast schon eine Irreführung ist, berichten die Autoren an dieser Stelle doch auch über die bekannten nordischen Bräuche Bäume aus dem Fenster zu werfen, aber eben auch über soziales Engagement oder aktuell über einen eigens in Auftrag gegeben Zukunftsreport.
Bewertung: Insgesamt kein schlechtes Blog, aber die Themenvielfalt ist etwas zu groß geraten. Vielleicht könnte ein übersichtlicheres Design das ein bisschen ändern. Sagen wir 6 von 10 Punkten.

Name: Weltbild-News-Blog
Unternehmen: Weltbild GmbH & Co. KG
Domain: http://www.weltbild-news.de/
Beschreibung: In seinem Blog dreht sich bei Weltbild alles um die zu verkaufende Produkte. Bücher, Kalender usw. usf. Insgesamt ist alles aber eher billige Contentschinderei ohne viel Aufwand, so findet man etwa bei den Buchvorstellungen kaum mehr, als auch auf den Buchumschlägen steht – möglicherweise ist es sogar derselbe Text.
Bewertung: Mit seinem Blog sticht Weltbild vor allem deshalb heraus, weil es so schlecht ist. Inhaltlich und äußerlich bräuchte es dringend eine hilfreiche Hand, die das Wort Content-Marketing zumindest buchstabieren kann. 2 von 10 Punkten, mehr sind echt nicht drin.

Name: Ihr Klingel-Magazin
Unternehmen: K – Mail Order GmbH & Co. KG
Domain: http://www.klingel.de/magazin/
Beschreibung: Das Zielpublikum bei Klingel ist wohl eher weiblich, was man auch dem Magazin sofort anmerkt. Der Versandhändler bietet hier eine bunte Mischung aus Modetipps, Stilberatung und – na ja, Stilberatung nach Sternzeichen an. Darüber kann man denken was man will, aber wenn es beim Kunden ankommt, eine gute Strategie.
Bewertung: Okay, ich persönlich würde da nicht einkaufen. Aber das Blog von Klingel ist frisch aufgemacht und bietet eine gute Mischung zwischen Produktmarketing, Mitarbeitermitwirkung und ein bisschen Unterhaltung. 7 von 10 Punkten!

Name: Das Reuter Magazin
Unternehmen: reuter onlineshop GmbH
Domain: https://www.reuter.de/magazin/index.html
Beschreibung: Wer mit dem Namen Reuter nichts anfangen kann, sieht auch im Magazin sofort um was es geht: Küche, Bad, Leuchten usw. Ein schönes Beispiel für langweiliges Content Marketing, dass sich auf Lobpreisungen der eigenen Produkte beschränkt.
Bewertung: Handwerklich sauber gemacht, aber ohne Liebe zum Detail. Man merkt schnell, dass es hier wohl in erster Linie nur ums Generieren von Content ging, statt auch mal an den Kunden/Leser zu denken. Deshalb 4 von 10 Punkten.


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Der heiße Scheiß der Woche (064)

+ + + „Für mich zum Schotter“ – Instagram Shopping startet in den USA + + +

Instagram bastelt fleißig weiter an seinem Finanzierungssystem, doch statt mehr Werbung gibt es jetzt (zumindest erstmal in den USA) die Option abgebildete Produkte zu kaufen.

+ + + YouTube: Bezahlte Red-Abos sind faktisch ein Flop + + +

Nicht zum Schotter scheint die Bezahlvariante von YouTube – YouTube Red – die Mutter Google / Alphabet zu führen. Dabei wird ja unter anderem gemunkelt, man hätte sich in Deutschland deshalb mit der GEMA geeinigt, weil man auch hierzulande Red an den Start bringen möchte.

+ + + Interessant: Microsoft veröffentlicht einigeTutorial Videos zu Paint 3D + + +

3D ist der entscheidende Punkt beim kommenden Windows Creative Update, und erstaunlicherweise ist es eben das von vielen so gescholtene Paint, das 3D den meisten Leuten nahe bringen wird.

 

Der heiße Scheiß der Woche (063)

+ + + Deutsche Partnerkonferenz: Microsoft akzeptiert keine Ausreden mehr + + +

Die deutsche Cloud hat Microsoft nun zusammen mit der Telekom an den Start gebracht. Und jetzt zeigt man erfreulich wenig Verständnis für jene Partner, für die das Thema Datenschutz offenbar nur eine Ausrede war.

+ + + Ladezeit-Optimierung: Caching bei (WordPress-) Websites verbessern + + +

Caching ist ein gutes Mittel die Ladezeit einer Webseite zu verringern. Auch bei WordPress kann man dadurch einiges herausholen – allerdings sollte man solche Methoden in der Regel nur bei Webseiten nutzen, die nicht allzu oft geändert werden.

+ + + Expertenstimmen: Wie viel kostet Suchmaschinenoptimierung (SEO)? + +

Diesen Beitrag von Olaf Kopp bezeichne ich mal als einen absoluten Lesetipp für alle die sich entweder selbst mit SEO beschäftigen oder demnächst jemanden dafür bezahlen wollen, der sich für sie mit dem Thema beschäftigt.

+ + + People are saying that Microsoft is now more innovative than Apple + + +

Nochmal ein kleiner Nachklapp zum Microsoftevent. Der Artikel wurde übrigens vor dem Donnerstag veröffentlicht, an dem Apple bei seiner eigenen Show wie zum Beweis der These seine Innovationslosigkeit zur Schau stellte.

+ + + Trigema-Chef Grupp: „Internet tue ich mir nicht an“ + + +

Man kann im E-Commerce auch dann erfolgreich sein, wenn man selbst vom Internet rein gar nichts her. Wolfgang Grupp von Trigema zeigt, dass man als Unternehmer besser auf die Realität hören sollte, als auf die eigenen Anschauungen.

 

Der heiße Scheiß der Woche (058)

In dieser Woche sind wieder die Hauptthemen dieses Blogs hier vertreten: Microsoft, SEO, WordPress und ein wenig E-Commerce:

+ + + Online-Marketing-Studie 2016: Analysiert wurden die 197 größten deutschen Online-Shops + + +

Die Bedeutung von Google AdWords nimmt bei den großen Online-Shops weiter ab, während es nach wie vor immens wichtig ist in den organischen Suchergebnissen weit vorn dabei zu sein. So ließe sich zumindest die Studie über Trafficlieferanten zusammenfassen.

+ + + 4 gewaltige Gründe für Content Marketing und gegen Linkkauf + + +

Na ja, „gewaltig“ ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber der ein oder andere Grund ist natürlich ziemlich stichhaltig. Die Frage ist eher, ob man nicht beides beachten sollte. Wenn man sich allerdings tatsächlich festlegen will, spricht alles für Content Marketing.

+ + + Skype Teams: Microsoft arbeitet an einem Slack-Konkurrenten + + +

Skype will endlich Slack die Stirn bieten. Dazu hat es durchaus das Zeug, allein wird mancher wohl wieder objektive Kriterien Kriterien sein lassen und Slack einfach des Coolness-Faktors weiter benutzen.

+ + + Microsoft-Mitarbeiterin erwähnt erstmals das Surface Phone + + +

Während Microsoft die Lumia-Modelle in Onlineshops immer besser versteckt und aus den eigenen physischen Shops gar verbannt, kochen sie wieder besonders hoch, die Gerüchte um das Surface Phone.

+ + + Sinnvolle Sicherheitsmaßnahmen für WordPress + + +

Die Sicherheit von WordPress wird von seinen Gegnern immer wieder als Gegenargument gebracht. Das wäre eigentlich einen eigenen Beitrag wert. Aber dieser verlinkte Beitrag zeigt erst einmal, wie schnell man WordPress durch ein paar einfache Kniffe noch sicherer machen kann.

 

Kleine bis mittlere Online-Shop gehen auf Nummer sicher …

… und in den Urlaub

Die Welt der Onlinehändler in Deutschland ist groß, und während die meisten wie das Kaninchen auf Amazon & Co. starren, hat sich eine Studie von tn3 auch mal den kleineren bis mittleren Online-Shops gewidmet. Fast 600 Online-Händler haben an der Befragung teilgenommen, herausgekommen sind einige interessante Ergebnisse.

Im Schnitt sind jeweils ca. 800 Produkte im Portfolio der Händler, bei meist weniger als 100 Bestellungen am Tag, wechseln jeweils rund 60 Euro den Besitzer. Interessant ist an dieser Stelle übrigens auch ein kleiner Hinweis in der Studie, die zwar einen täglichen Umsatz von 25,4 Millionen aller Befragten zusammen errechnet, aber eben keinen Jahresumsatz. Warum? Na ja, im Gegensatz zu Amazon geht manch kleinerer Online-Händler in den wohlverdienten Urlaub und macht seinen Shop mehr oder weniger zu, als wäre es immer noch ein Laden in der Einkaufsstraße. Jetzt mag man den Leuten nicht ihren Urlaub wegnehmen, den sie sicher verdient haben, aber einen Online-Shop einfach dicht zu machen – fraglich wie lange sich das verwöhnte Kunden bieten lassen. Und die Rate der abgeschreckten und nie wiederkommenden Kunden dürfte durchaus spürbar sein. Aber sei’s drum, sehen wir uns lieber an, was die Studie sonst noch so zu bieten hat.

Den internationalen Handel, und den damit verbundenen Aufwand, scheuen die meisten kleineren bis mittleren Shopbetreiber. Ihre Internationalisierung beschränkt sich im wesentlichen auf den DACH-Bereich. Was letztlich auch schon kompliziert genug ist. An der Zahlungsmöglichkeit kann das nicht liegen, jeder 9. Shop bietet PayPal an. Ansonsten siegen vor allem Vorkasse oder Kreditkarte, man weiß ja nie, wer da so vorbei klickt und will sein Geld lieber sicher haben, ehe man die Ware verschickt.

Überraschend viele Shopbetreiber haben auf Marktplätzen wie Amazon oder Ebay ein zweites Standbein. Trotz vieler Geschichten über Gängelungen und Benachteiligungen Seitens Amazon, ist das Unternehmen hier mit gut 70% knapp vor Ebay führend. Die beiden teilen sich den Markt wohl im Wesentlichen auf, die Rakuten als nächster Konkurrent haben nicht mal die Hälfte an Nennungen bekommen.

Bei den Shopsystem setzen mit 20% die meisten Befragten auf Shopware, was angesichts der Community, aber auch des kostenpflichtigen, aber als gut bekannten Supports eine Entscheidung für die Sicherheit ist. Das Magento mit 17% dahinter liegt, dürfte wohl auch an der Bekanntheit des Systems liegen, während größere Shops mit mehr Beratern und Recherchemöglichkeiten hier einen geringeren Anteil haben. Mit 7% erreicht WooCommerce noch einen Achtungserfolg, was wohl der weiten Verbreitung von WordPress geschuldet ist, dass ja längst aus seinem Nischendasein als Blogsoftware befreit sein sollte. Insgesamt stellen die Macher der Studie allerdings fest, dass es relativ gleich ist, welches System man nutzt. Was insofern stimmt, da der Leistungsumfang ungefähr gleich ist. Jeder der aber mit Shopsystemen Erfahrung hat, wird zurecht auf den Nervfaktor hinweisen, der einige Systeme zur alltäglichen Qual werden lässt.

Bleibt natürlich noch die Frage nach den Trafficquellen. Auf was setzten die kleineren bis mittleren Shops in Deutschland? Mit jeweils um die 60% sind hier SEO und Google AdWords trotz aller Unkenrufe noch an der Spitze, dicht gefolgt vom klassischen Newsletter und Facebook. Man setzt also auf Altbewährtes, weniger auf Experimentierfreude was zum Beispiel Social Media jenseits von Facebook angeht. Kann man machen …

Die komplette Umfrage gibt es bei tn3 zum Download: E-Commerce in Deutschland

 

Wie finde ich das perfekte Shopsystem?

Wenn du eine ehrliche Antwort willst … es gibt keines! – Soweit die schlechte Nachricht, die Gute lautet dann, dass jeder zumindest ein Shopsystem finden kann, das sowohl seinen Fähigkeiten, als auch Bedürfnissen gerecht wird.

Letztlich gibt es ein paar Punkte, die man beachten sollte, um bei der Wahl des Shopsystems nicht böse überrascht zu werden:

1. Du solltest erst einmal offline analysieren, was für ein Shop geplant ist und welche Funktionen er erfüllen muss!

Hinterher ist man immer klüger, aber ganz ehrlich, viele Fehler lassen sich durch eine gründliche Analyse schon im Vorfeld vermeiden. Mache dir also vorher Gedanken was für Produkte du verkaufen willst, es macht eben einen Unterschied ob sie virtuell sind oder per Post verschickt werden müssen. Was macht es also für einen Sinn ein System zu wählen, dass durch sein Versandmodul glänzt, in dem sich aber Downloadlinks nur mit Tricks einbinden lassen. Ein ähnlich wichtiger Faktor sind die Zahlungsmodalitäten oder die Präsentation der Produkte. Wenn du klug bist und eine Content Marketing-Strategie fährst, solltest du zum Beispiel ein System wählen, in das man ein Blog integrieren muss – statt später etwa Blogbeiträge quasi als Artikel einzustellen, damit kein zusätzliches System installiert werden muss.

Mitunter wirst du auch zu dem Schluss kommen, dass die großen Vertreter wie Magento beispielsweise eben viel zu groß für dich sind und du auch mit dem Shop von 1&1 zurückkommen würdest. Das WordPress-Plugin WooCommerce etwa eignet sich auch bestens für kleine bis mittlere Shops, ohne an Modulen & Co. Kompromisse zu schließen.

2. Sieh dir das Shopsystem in der Praxis an und teste es selbst, ehe du mit der Umsetzung beginnst?

Sich ein wenig bei der Konkurrenz umzusehen macht nicht nur Sinn, wenn es um Struktur, Produktpräsentation oder ähnliches geht. Schon vom Frontend eines Shopsystems kann man viel lernen und Gründe für oder gegen die Software finden. Fällt dir zum Beispiel auf, dass die Shops mit einem bestimmten System geschlossen nicht responsiv sind, hat das wohl einen Grund. Überzeugt dich die Art und Weise, wie ein Produkt in der Einzelansicht dargestellt wird nicht, dann hoffe nicht, dass du das besser machen kannst, sondern vermute eher, dass es nicht viel besser geht.

Viele Shops bieten auch Demoshops auf ihrer Webseite an. Das ist eine nette Gelegenheit mal ins Backend zu schnuppern, mehr aber auch nicht. Hier bekommst du ein Look & Feel anhand dessen du eine erste Vorauswahl treffen kannst. Mitunter kann das reichen, wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich aber einen Testshop installieren und damit testen.

3. Finde heraus, welcher Typ du bist?

Wer programmieren kann und selbst gerne bastelt, der entscheidet sich für ein anderes System als jemand, der den Quellcode nie zu Gesicht bekommen möchte, weil er nur Bahnhof versteht. Natürlich gibt es keine gängige Software mehr, in der du Kategorien, Produkte usw. nicht mit Hilfe einer Maske anlegen kannst – aber was ist beispielsweise mit neuen Plugins etwa für Zahlungsmethoden, lassen die sich per Klick installieren oder doch nur im Quellcode? Das solltest du unter Punkt 2 schon rausgefunden haben.

4. Open Source heißt nicht kostenlos!

Am Ende entscheiden sich die meisten schon aus Kostengründen für ein Open Source-System, das ist ja schließlich ist es doch kostenlos, oder? Nein, ist es in der Regel nicht. Denn selbst wenn du deine eigenen Module programmieren kannst, kostet es dich immer noch deine Arbeitszeit. Gleiches gilt für die Fehlersucher in Foren, da kann man manche Stunden verbringen und am Ende googelt man dann einen Experten, der es einem zum üblichen Stundensatz einrichtet. Es kann auch mitunter Sinn machen eine Supporthotline zu haben, die man regelmäßig anrufen kann, wenn Probleme auftauchen.

Ein zweiter Faktor, den man vorher schon ausmachen kann sind die zusätzlich benötigten Module oder Plugins selbst. Sind diese überhaupt Open Source? Oder sind zumindest in einem vertretbaren Zeitraum kostenfreie Plugins auf dem Markt?

5. Achte auf die Verbreitung UND die Community!

Es gibt in Sachen Shopsystem keinen Marktführer, selbst die drei größten System kommen einer aktuellen Studie nach nicht einmal auf 40 %. Mit 16 % ist xt:commerce Marktführer, 5 % für dem namentlich meist bekannteren Magento. xt:commerce baut auf os:commerce auf, das es auch auf immerhin noch 4 % schafft. Damit ist es nicht alleine, denn auch xtc Modified Shop und Gambio sind Abwandlungen davon. Es sind aber eher Cousins, als Geschwister. Nehmen wir als Beispiel die nachträgliche Installation eines Moduls. Bei xt:commerce geschieht dies zwar nicht per Button, aber man muss das Modul nur per FTP in den richtigen Ordner laden, in der Modified Shop-Variante muss dagegen noch reichlich Codezeilen in diverse PHP-Dateien geschrieben werden.

Verbreitung alleine ist im Übrigen auch kein Gradmesser für die Community, und wer Open Source nutzt, braucht eine gute Community zum überleben. In ihren Foren findet er Hilfestellung bei bekannten Problem und – wenn die Community gut ist – auch sicher jemanden, der sich eines neuen Problems annimmt. Auch hier sollte man nicht einfach nur in Foren reinschnuppern und meinen, nur weil es viele und aktuelle Beiträge gibt, sei es auch eine gute Community. Man sollte schon eine ganze Weile darauf achten und Warnungen erkennen, wenn nach Hilfe suchende Shopbetreiber etwa schnell in einen kostenpflichtigen Teil des Supportforums verwiesen werden. (Es genügt eigentlich schon, wenn ein solcher kostenpflichtiger Support vorhanden ist, um zumindest misstrauisch zu werden.)

Meine Empfehlungen?

Hmm, da möchte ich mich lieber zurückhalten. Generell würde ich sagen, wer nicht gleich Amazon Konkurrenz machen möchte, ist etwa mit WooCommerce schon recht gut aufgehoben. Das System hat kein Maximum an Produkten, ist aber natürlich auch nur ein Plugin für WordPress. Persönlich habe ich mit dem Backend von Presta Shop beste Erfahrungen gemacht, für ein vollwertiges System der Mittelklasse ist dieser in Deutschland – weltweit sehen die Zahlen schon anders aus – recht gut aufgestellt. Wer lieber einen kostenpflichtigen Support im Rücken haben möchte, findet in Oxid und Shopware sicherlich gute Alternativen, da muss ich allerdings zugeben, dass ich hier nur von Hörensagen spreche.

Am Ende sind wir eben doch wieder am Anfang, es gibt leider kein perfektes Shopsystem. Sorry, ist so ….

 

Der heiße Scheiß der Woche (045)

In dieser Woche mit einem alkoholischem Überblick, HTML5-Vorhersagen, einem neuen Tool von Microsoft und noch ein bisschen mehr.

+ + + Der Weinhandel im Web – ein kleiner Rundgang + + +

Wie verkauft man Wein im Web, ein kleiner Rundgang, der ganz passend für mich diese Woche per Newsletter ins Haus kam – bastle ich doch gerade selbst an einem Weinshop.

+ + + Is HTML5 the new Windows? + + +

Na ja, mal schauen, ich warte ja noch darauf, dass meine persönliche Vorhersage eintrifft, dass mit Hilfe von HTML5 die diversen App-Ökosysteme abgeschafft werden. Aber selbst danach sieht es im Augenblick nicht aus. Oder etwa doch?

+ + + The app boom is over + + +

Das zumindest der Boom der Smartphone-Apps vorbei sein könnte, dass behauptet dieser Artikel von recode und legt gleiche ein paar Statistiken vor. Einen dramatischen Einbruch verzeichnen sie nicht, deuten aber doch zumindest auf einen gesättigten Markt hin.

+ + + Nie wieder arbeiten wie bisher: Microsoft launcht Public Preview für Gigjam + + +

Und wieder bringt Microsoft ein ziemlich interessantes Tool heraus, das durchaus das Potential hat bei Projekten mit mehreren Teilnehmern eine gute Zusammenarbeit zu fördern. Gigjam hat durchaus das Potential zu einem jener unverzichtbaren Tools zu werden, oder?

+ + + Analyst: Windows hält 14 Prozent Marktanteil bei Tablet-Verkäufen + + +

Während man Microsoft auf dem Smartphonemarkt leider immer noch in der Nische findet, hat sich Windows 10 aufgemacht den Tabletmarkt zu erobern. Zumindest ist man hier auf einem guten Weg, der mit Windows 8 begonnen hat.

 

Der heiße Scheiß der Woche (042)

In dieser Woche geht es um das Großartige am Texten, neue Werbeflächen bei Google oder auch schlechte Nachrichten für Online-Shopbetreiber.

+ + + „Der Aha-Moment beim Texte schreiben“ + + +

Diesen Aha-Moment, wenn man sich für einen Text in ein neues Thema einarbeitet, kann ich nun mal sowas von absolut nachvollziehen. Immer was Neues zu lernen ist schließlich der Fluch der modernen Gesellschaft geworden. 😉

+ + + Ist Ihr Newsletter erfolgreich? Durchschnittliche Öffnungsraten und Klickraten + + +

Wann ist ein Newsletter erfolgreich? Vernünftige Tools haben natürlich Statistiken über Öffnungs- oder Klickraten integriert, allerdings fehlt oft der Benschmark. In diesem Beispiel kann man sich an den Daten der Platzhirschen in der Newslettersoftware orientieren, nach der z. B. jeder vierte bis dritte Newsletter tatsächlich geöffnet wird.

+ + + Google Image Search will now include shopping ads + + +

Nachdem inzwischen mehr oder weniger viele Leute auf den normalen Ergebnisseiten Suchergebnisse von GoogleAds unterscheiden kann, muss ein neues Betätigungsfeld her. Das einzig überraschende an dieser Nachricht dürfte also die Frage sein, warum Google so lange gewartet hat in seine Bildersuche Anzeigen einzubinden.

+ + + Online-Shops unter Druck: Ohne Marke kein Gewinn  + + +

Händler, deren einziger Vertriebsweg ein Online-Shop ist, sagt eine hier erwähnte Studie die kommende Pleite voraus. Das sind doch mal ganz neue Töne, oder? Aber auf der anderen Seite, wenn Amazon plötzlich anfängt Läden zu eröffnen, vielleicht ist da ja was dran.