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WooCommerce: Bestimmte Produktkategorie ausblenden

Wer die Shopseite von WooCommerce aufruft, bekommt in der normalen Ansicht alle Produktkategorien mit Grafik und Kategorietitel ausgespielt. Das macht WordPress mit seiner üblichen Schleife. Jetzt hatte ich vor kurzem aber den Fall, dass eine ganz bestimmte Produktkategorie eben nicht auf dieser Übersichtsseite angezeigt werden sollte.

Nach einiger Zeit rumrätseln hat jemand mir schließlich diesen Link hier geschickt: WooCommerce: How to hide a Category from the Product Categories Shortcode

Und wie es dort auch so schön heißt, am Ende ist alles irgendwie ganz einfach. Denn wie blendet man etwas am Besten aus? Richtig, mit display: none;. Vorgeschlagen werden hier zwei Varianten:

.woocommerce ul.products li:nth-of-type(4) {
display: none;
}

&

.woocommerce ul.products li:last-of-type {
display: none;
}

Die erste Version ist sozusagen zielgenauer und blendet die sounsovielte durch die Schleife angezeigte Kategorie aus, in diesem Beispiel die 4. Produktkategorie. Die Reihenfolge kann man problemlos in der Übersicht der Produktkategorien abzählen. Die Methode mittels last-of-type spricht immer die letzte Kategorie des Shops an, auch das kann man einfach im Backend nachsehen.

 

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WordPress: Login-Zustand des Users anzeigen

Derzeit beschäftige ich mich viel mit dem Thema Mitgliederbereiche bei WordPress. Dafür gibt es ja bekannte große Plugins mit eigenen Erweiterungen, aber manchmal braucht man ja nur ein kurzes Login bzw. Logout hier und da.

Problembeschreibung: Eine WordPress-Seite mit einem einfachen Communitybereich der über Berechtigungen von Benutzergruppen herum gebaut wurde, brauchte nicht nur eine eigene Anmeldeseite, sondern auch einen dauerhaften Link im Header. Sinnigerweise sollte dieser „Login“ heißen, aber dummerweise heißt er auch dann noch „Login“ wenn ein User angemeldet war.

Lösung: Eine If-Abfrage, die anhand des Anmeldestatus einen individuellen Text ausgibt.

Der Lösungsweg: Natürlich hält WordPress auch hier schon eine integrierte Funktion bereit, die den Anmeldestatus des Users abfragt: is_user_logged_in() Da es sich dabei verständlicherweise um keine Themefunction handelt, befindet sie sich nicht in der jeweiligen PHP-Datei, sondern man findet sie in wp-includes/pulggable.php:


function is_user_logged_in() {
    $user = wp_get_current_user();
 
    return $user->exists();
}

Die Funktion gibt ein true für den Fall aus, dass er User angemeldet ist bzw. ein false, falls das eben nicht der Fall ist. Genutzt wird sie von WordPress selbst für rund 30 verschiedene Zwecke, aber man kann sie wie gesagt auch in unserem Fall nutzen. Dazu benötigt es nur ein PHP-Script:


<?php if ( is_user_logged_in() ) { ?>
    <a href="linkzurlogoutseite.html">Logout</a>
<?php } else { ?>
    <a href="linkzurloginseite.html">Login</a>
<?php } ?>

Ist die Funktion is_user_logged_in() wahr, wird dem eingeloggten User ein „Logout“ angezeigt, allen nicht eingeloggten Usern das „Login“.

Protipp: In diesem Fall wurde eine individuelle Loginseite verwendet, man kann aber natürlich auch statt der individuellen URLs /wp-login.php als Link zur WordPress-Anmeldeseite verwenden und die Funktion <?php echo wp_logout_url(); ?> um den User auszuloggen.

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WordPress: Mehrseitige Formulare mit Datenübergabe erstellen

Das Formularplugin Contact Form 7 dürfte wahrscheinlich das beliebtes Plugin bei WordPress sein, wenn es um die Einbindung von Kontaktformularen geht, zumindest ist aber die Eigenwerbung „just another contact form“ reichlich Understatement.

Allerdings ist Contact Form 7 auch nichts anderes als ein schnelles, gut funktionierendes Formularplugin. Wer ein paar Extras will ist damit erst einmal aufgeschmissen, wenn sich rund um die Erweiterung nicht selbst längst eine ganze Reihe zusätzlicher Plugins versammelt hätten. Deshalb ist es zum Beispiel relativ problemlos möglich ein Kontaktformular auf mehrere Seiten aufzuteilen und sogar die Formulardaten von einer, auf die nächste Seite zu übergeben. Dazu muss lediglich das Plugin Contact Form 7 Multi-Step Forms zusätzlich installiert werden.

Wie einfach es ist, erkläre ich am Besten an einem einfachen Beispiel, in dem ich das Standardformular von Contact Form 7 auf zwei Seiten aufteile:

1. Schritt: Da wir gleich die URL der zweiten Seite brauchen, auf die das Formular eingebunden wird, sollte man zuerst die zwei Seiten erstellen, auf denen das Formular verteilt wird.

2. Schritt: Wir gehen ins Backend und öffnen das erste Formular. Der Einfachheit halber habe ich es wie gesagt beim Standard belassen und einfach die Felder für Betreff und Nachricht entfernt. Stattdessen habe ich mittels des neuen Buttons multistep die Möglichkeit eingebunden das Formular auf mehrere Seiten zu verteilen. Es öffnet sich ein kleines Fenster auf dem man eingeben muss um welchen Teil des Formulars es sich handelt, wie viele Teile das Formular insgesamt hat und wie die URL der folgenden Seite sein soll. Insgesamt sieht das neue Formular dann so aus:

<label> Ihr Name (Pflichtfeld)
 [text* your-name] </label>

<label> Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)
 [email* your-email] </label>

[multistep "1-2-http://matterne.eu/formular-teil-2/"]

[submit "weiter"]

Und auf der Webseite wie folgt:

3. Schritt: Die Daten werden bei einem Klick auf „weiter“ jetzt übergeben und würden dann auch in der versendeten E-Mail erscheinen, wenn im letzten Schritt des Formulars auf „absenden“ geklickt wird. In manchen Fällen möchte man aber die übergebenen Daten auch auf der nächsten Seite sehen, dafür hält Contact Form 7 Multi-Step den Tag [multiform] bereit, nach dem Muster [multiform „your-name“] können auf Seite 2 die Inhalte ausgelesen und eingeblendet werden. In meinem Fall eben der Name und die E-Mailadresse, der Code sieht dann also wie folgt aus:

<label> Ihr Name (Pflichtfeld)
 [multiform "your-name"] </label>

<label> Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)
 [multiform "your-email"] </label>

<label> Betreff
 [text your-subject] </label>

<label> Ihre Nachricht
 [textarea your-message] </label>

[submit "absenden"]

Die ersten beiden Felder werden mit übergebenen Werten angezeigt, die nächsten beiden müssen noch ausgefüllt werden:

Und schon ist das mehrseitige Formular fertig!

PS: Natürlich ist auf dieser Welt nichts so perfekt, wie man es haben will. Wer zum Beispiel Dateien mit verschicken möchte, muss diese zwingend auf der letzten Seite hochladen lassen, denn eine Dateiübergabe ist mit Contact Form 7 Multi-Steps leider nicht möglich.

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Mit diesem 10 Punkteplan gelingt jeder Relaunch

Im Internet vergeht die Zeit manchmal schneller als das Leben einer Eintagsfliege. Und eine Webseite verträgt häufiger einen Relaunch, als es der Buchhaltung lieb ist. Aber jeder Relaunch muss geplant sein, und er besteht aus mehr als einem neuen Design.

Schlechter geht es kaum, aber angren.net ist immer noch online.

Im Web sind genügend Seiten online, die gesundheitsgefährdend sind. Stichwort: Augenkrebs Und tatsächlich scheint ein veraltetes Design das beste Zeichen zu sein, seine Webseite einmal zu überarbeiten. Es ist auch oft das einzige Argument, das den Chef überzeugt, der von der Technik dahinter nichts versteht. Wer aber einen Relaunch nur mit „Das Gleiche in hübsch“ übersetzt, sollte es lieber bleiben lassen. Ein neues Design ist zwar fundamentaler Bestandteil, aber nicht mal die halbe Miete.

1. Analyse

Vor dem Plan kommt die Analyse

Jedes Projekt basiert auf Daten und deren Auswertung, so auch der Relaunch einer Webseite. Und das Web bietet manchmal mehr Daten, als einem lieb sein kann. Auf jeden Fall sollte man sich aber gründlich mit folgenden Fragen beschäftigen:

  • Wie kommt unsere alte Webseite bei den Usern an?
  • Welche Klickpfade gehen die User und welche nicht? 
  • Welche in den Untiefen versteckten Inhalte werden oft ergoogelt und sollten daher prominenter positioniert werden?
  • Was sagen die Mitarbeiter über die Webseite? Was finden sie gut, was schlecht?
  • Was sagen Kunden über die Webseite? Was interessiert sie, was nicht?

2. Ziele & Inhalte

  • Was soll mit der Webseite erreicht werden? Hat sich das Ziel oder ein Teilziel verändert?
  • Welcher Content soll bleiben?
  • Welche Teile kann man aufgrund der Analyse weglassen?
  • Was muss neu auf der Webseite enthalten sein?

3. Die liebe Technik

Content Management Systeme sind zwar haltbarer als Webseiten, aber dennoch kann es sich lohnen einen Relaunch auch hier zu einem Wechsel zu nutzen. Der Trend zu Typo3 vor einigen Jahren hat sich zum Beispiel als ein Problem entwickelt, weil das System heute zwar noch mächtig ist, aber für den Laien weitgehend zu kompliziert daherkommt. Beliebt ist heute vor allem wegen seiner leichten Bedienbarkeit WordPress. Und wer sich darauf beruft, man habe das immer so gemacht, sollte an dieser Stelle lieber gleich ganz aufhören. Am Besten sieht man sich mal um was jene Mitarbeiter sagen, die die Webseite bisher mit aktuellen Inhalten gepflegt haben. Zwei Dinge sollten an dieser Stelle aber tunlichst vermieden werden: Das Unternehmen bestimmt das CMS, nicht die Agentur. Die Missachtung dieser Regel ist im wesentlichen am falschen Einsatz von Typo3 schuld. Auf der anderen Seite sollte man aber auch nicht auf den einen Mitarbeiter hören, der vielleicht eine eigene Webseite betreibt und natürlich „sein“ CMS als das Beste verkaufen will.

Yep, WordPress ist schon toll!

Ein weiterer Faktor ist natürlich auch der Webserver. Ist die Ausfallquote beim bisherigen Provider gleich null oder sollte man sich nach einem stabileren Webserver umsehen? Steht eine moderne PHP-Version zur Verfügung und lässt sich das CMS auch unkompliziert daran anpassen?

4. Redesign & Usability

… aber besucht er auch deine Webseite?

Erst wenn der Inhalt der neuen Seite geklärt ist, sollte man sich ans neue Design setzen. Die alte Struktur und ihre Inhalte zu nehmen und allem ein neues Design zu verpassen ist zwar ein beliebter Marketingtrick, hat aber am Ende nur den Effekt, wenn man die Farbe seines nicht mehr funktionierenden Produktes rot, statt blau anmalt: keinen!

Ein Redesign fängt bei 0 an, das heißt auch, dass die Struktur aufgrund der Analyseergebnisse neu gedacht werden muss. Dank dieser Informationen weiß man besser was für den User wirklich wichtig ist, gegebenenfalls weiß man auch, was ihm bisher gefehlt hat. Das Gleiche gilt auch für das Design, denn auch hier können sich innerhalb weniger Jahre grundlegende Änderungen ergeben. Was der User gestern noch als angenehm empfunden hat, stört ihn jetzt. Flash war vor zehn Jahren sinnvoll eingesetzt ein guter Bestandteil jeder Webseite, heute wird er von den meisten Browsern automatisch erst einmal geblockt. Und nicht zuletzt hat vor zehn Jahren niemand Webseiten für Smartphones designt, heute jedoch muss der Webdesigner je Seite mindestens zwei Designs abliefern.

5. Die Machbarkeitsanalyse

Bis jetzt hat man sich noch problemlos seinem Wunschdenken hingeben können, doch jetzt muss erst einmal überprüft werden, ob die Technik das überhaupt hergibt. Gibt ein Webentwickler sein Ok für die Umsetzbarkeit des Designs auf allen Endgeräten, oder sagt er nein bzw. „ja, geht schon, muss aber aufwendig programmiert werden“. Und lässt sich das alles mit dem CMS der Wahl auch umsetzen, stehen die notwendigen Plugins zur Verfügung, oder müssen auch hier die notwendigen Erweiterungen erst gecoded werden? Hier gilt: Im Prinzip geht alles, ist halt nur eine Frage der Zeit und des Geldes.

6. Die Umsetzung

Ist alles geklärt geht es an die Umsetzungen auf einem Beta-System. Je nachdem wie professionell man vorgehen will kann auch ein zweites System zum Ausprobieren und A & B-Tests aufgesetzt werden. Zwar sollte der Plan eingehalten werden und große Änderungswünsche an dieser Stelle strikt abgeblockt und auf eine Zeit nach dem Relaunch verschoben werden, dennoch ist die Umsetzung natürlich ein lebendiger Prozess und kann Anpassungen mit sich bringen.

7. Die SEO-Frage

Als ich meine ersten Relaunches vor zehn oder zwölf Jahren durchgezogen habe, galt der mit einem Seufzen vorgetragene Satz noch: Nach dem Relaunch gehen die Zahlen ja immer nach unten. Ganz ehrlich, das Ranking aller bestehenden Seiten auf die neuen Seiten zu übertragen klappt noch immer nicht so ganz. Nichtsdestotrotz sollte man natürlich wissen wie etwa eine 301-Weiterleitung funktioniert, damit Suchmaschinen wie Google und Bing wissen was mit der alten Seite passiert ist.

8. Der Livegang

„Feierabend, oder wollen wir noch schnell live gehen?“ Jeder Mensch mit Verstand sollte an dieser Stelle ein lautes „Nein“ von sich geben, denn auch der Livegang will geplant sein. Durch die erhobenen Daten weiß man auch, wann eher wenig Besucher auf der Webseite sind. Jetzt wird man vielleicht nicht Sonntag um 23:30 Uhr den Livegang machen wollen (was auch nicht ratsam wäre, wie ich gleich erläutern werde), aber der Montagmorgen bietet sich zum Beispiel an (wenn die Statistiken nicht sagen, dass ausgerechnet dann ein regelmäßiges Besucherhoch zu verzeichnen ist).

Ehe man live geht, sollte die neue Webseite überhaupt erst einmal gründlich getestet werden. Sind alle Inhalte vorhanden, funktionieren alle Links, laufen die Plugins so wie sie sollen?

Vor dem Livegang sollte man natürlich wissen, was zu tun ist. Welche Servereinstellungen müssen geändert werden? Was muss im Quellcode angepasst werden, weil es auf beta.NameDerWebseite.de läuft? Das kann sich je nach CMS als problemlos oder etwas länger dauernde Aufgabe entpuppen. Wer allerdings erst während des Livegangs googeln muss, für den sind Probleme unausweislich. Außerdem sollten natürlich alle technischen Ansprechpartner erreichbar sein, vom Serverbetreiber bis zum Webentwickler.

9. Die Abschlussbesprechung

Sobald der Sekt getrunken ist, sollte man sich noch einmal hinsetzen und das ganze Projekt durchgehen. Auf diese Weise lassen sich Erkenntnisse finden und niederschreiben, die beim nächsten Relaunch vielleicht ziemlich wertvoll sein können.

10. Nach dem Relaunch ist vor dem Relaunch

Relaunch!

Im Rahmen des Relaunch sind vielleicht größere Verbesserungswünsche aufgetreten, die währenddessen Zeit- und Finanzplan gesprengt werden. Jetzt ist die Zeit Stück für Stück etwas neu ins Gespräch gekommene Erweiterungen zu implementieren. Wer nicht einfach seine Domain von der alten auf die neue Seite umgeleitet hat, sondern ein Testsystem behielt, hatte an dieser Stelle eine ziemlich gute Idee.

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Was taugt Wix wirklich? Ist es eine Alternative zu WordPress?

Vor ein paar Jahren habe ich mal ein Buch über die Grundlagen von Online-Marketing geschrieben, und darin Homepagebaukästen in einem Satz als ziemlichen Bullshit abgetan. Aber die Entwicklung ist inzwischen vorangeschritten und die US-Version von Wix wirbt jetzt schon mit KI:

Soweit ist die deutsche Variante noch nicht, aber man kann sie ja trotzdem mal testen. Kommt dabei wirklich noch dieser Einheitsbrei heraus, von dem ich einst geschrieben habe? Nun, nein, nicht mehr wirklich, dafür sorgt bei Wix schon die enorme Anzahl an Templates.

Damit man von dieser Anzahl nicht erschlagen wird, leitet Wix einen anhand seiner Anforderungen zu bestimmten Vorschlägen. In meinem Testfall habe ich mal „Unternehmen“ gewählt und geguckt, was sie denn so für einen Friseur im Angebot haben. Insgesamt vier Templates, von denen zwei auch wirklich gut waren.

Intuitiv und ausgesprochen umfangreich

Die Personalisierung ist durchaus intuitiv, auch wenn mancher Laie sich dort sicher erst einarbeiten muss. Wer aber schon ein bisschen im Netz unterwegs war, findet sich schnell zurecht und ist angenehm von den vielen Möglichkeiten überrascht. Wenn man also bedenkt das die Raster, denen eine Webseite folgt im Grunde begrenzt sind, kann hier eben doch sehr schnell etwas sehr individuelles gestalten. Bildmaterial stellt Wix zusätzlich kostenlos zur Verfügung, wenn auch hier in einem Umfang das man eben doch im Internet früher oder später auf das gleiche Bild stoßen wird. Was aber bei Stockfotos natürlich auch der Fall ist. Es empfiehlt sich also – in allen Fällen – selbst Fotomaterial herbeizuschaffen.

Besonders gelungen finde ich die Navigation am linken Rand des Editors, über die sich simpel und schnell aller für den normalen Gebrauch notwendigen Webseitenelemente wie zum Beispiel Buttons, aber auch PayPal usw. einfügen lassen. Per Drag & Drop lassen diese sich problemlos an den gewünschten Platz ziehen. Und auch an Extras hält Wix einiges bereit. Etwa einen Shop, den ich allerdings nicht getestet habe, oder ein Booking Tool, über den Besucher der Webseite Termin buchen können.

Mit im Wix-Angebot, ein Booking Tool.

Kurzum, meine ursprüngliche Kritik trifft längst nicht mehr zu. Sind Homepagebaukästen deshalb eine Alternative? Ich würde da mal eher jein sagen. 

Wer sich auskennt, dem bietet Wix eine hervorragende Plattform. Wer sich nicht auskennt, oder schlimmer noch, nur glaubt, sich auszukennen, für den können Angebote wie dieses natürlich ein verdammt tiefes Grab werden. Denn auch wenn man Wix inzwischen zugestehen sollte eine professionelle Alternative zu sein, heißt das noch lange nicht, dass am Ende auch eine professionelle Seite herauskommt. Im Gegenteil, so mancher Laie wird aufgrund der Einfachheit geradezu dazu verführt einfach draufloszulegen und am Ende eine Webseite zu haben, deren Design und Usability grauenerregend ist und von Usern sofort wieder weggeklickt wird.

Macht Wix Designer arbeitslos?

Müssen Designer jetzt angesichts dieser Möglichkeiten um ihren Job fürchten? Nein, müssen sie nicht. Na ja, ein paar natürlich schon, aber der Job für die Guten ihrer Zunft ist nach wie vor sicher. Denn bei aller Personalisierbarkeit, ist das Ergebnis am Ende immer noch eine Zusammenstellung bereits vorhandener Elemente. Und diese sind a) beschränkt vorhanden und b) eben bereits vorhanden. Und zumindest im Augenblick könnte auch eine Künstliche Intelligenz nur aus bereits vorhandenen Elementen eine „neue“ Kombination schaffen, aber eben keinen kreativen Prozess. Und der Markt für diese ist noch immer groß, ebenso wie die Anzahl an Kunden, die wirklich wirklich ihr eigenes Ding haben möchten – und das bietet Wix nicht.

Werden Webentwickler arbeitslos?

Dasselbe gilt auch für Entwickler, sogar noch im größeren Umfang. Auch hier bietet Wix für den kleinen Geldbeutel, der bereit ist dafür eben auch Beschränkungen in Kauf zunehmen, durchaus ein gutes Programm. Aber gerade für große Shops oder Seiten mit Mitgliederbereichen usw. hat Wix keine Lösungen im Angebot, schon gar nicht die oft individualisierten Lösungen.

Wix oder WordPress?

Ganz ehrlich, darauf gibt es keine einfache Antwort. Es kommt darauf an … Wer eine private Seite machen möchte, einen kleinen Shop oder ein kleines Geschäft hat und auch willens und in der Lage ist diese Seite selbst zu pflegen, für den ist Wix sicher die bessere Alternative. Zwar ist WordPress zwar das am leichtesten zu bedienende CMS, Wix setzt mit seinem visuellen Editor aber eben noch eine Schicht darüber an. Der Nutzer hat hier ein echtes WYSIWYG, sieht also sofort was er fabriziert.

Auf der anderen Seite bietet die WordPress Community eine derartige Masse an Plugins, das es praktisch für jede Idee eine passende Erweiterung zur Umsetzung gibt. Das Angebot von Wix deckt vielleicht die Grundbedürfnisse ab, wer aber darüber hinaus will – und nicht wenige wollen das früher oder später – ist mit einer beliebig erweiterbaren WordPress-Seite besser bedient. Ähnliches gilt auch für das Design, auch hier ist es nicht unwahrscheinlich irgendwann an Grenzen zu stoßen, die man mit einer eigenen WordPress-Seite locker überspringen kann.

Was Wix letztlich überhaupt nicht bietet, ist eine Beratung. Es ist verführerisch schnell mal einen Online Shop ins Netz zu stellen, ohne das rechtliche Grundwissen fängt man sich dann aber auch in Nullkommnichts eine Abmahnung ein. Das beim Bau der eigenen Seite niemand dabei ist, der auf Faktoren wie Usability geachtet hat, kann man dann später schnell als einen der Gründe identifizieren, warum denn die Erlöse so verdammt niedrig sind. Die Liste der Fangstricke durch eine fehlende Beratung ließe sich wahrscheinlich noch ewig verlängern. Auch hier gilt der Grundsatz, man sollte etwas von dem verstehen, was man da macht. Auch wenn Wix & Co. versprechen, dass jeder – ohne Vorkenntnisse – hier eine erfolgreiche Webseite ins Netz stellen kann.

Und das ist letztlich das Versprechen, das Wix nicht halten kann. Wobei man hier aber auch ein „noch“ einfügen könnte, denn viele dieser Faktoren wären etwa durch eine wirklich künstliche Intelligenz abfangbar. Doch bis dahin würde ich nach wie vor einen Vorteil bei WordPress sehen …


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