Der heiße Scheiß der Woche (065)

+ + + Mobile Index: Erste SEO-Tipps von Google für den Umbruch + + +

Google bevorzugt künftig mobile Versionen einer Webseite. Umso wichtiger ist es die mobile Version nach allen SEO-Kriterien auszurichten. Wer also noch keine responsive Webseite hat, sollte schnellstens eine in Auftrag geben.

+ + + Prestashop veröffentlicht Version 1.7  + + +

PrestaShop, nach wie vor eines meiner Lieblings-Shopsysteme bringt eine neue Version auf den Markt. Interessant vor allem für Entwickler, aber auch ein Zertifikat zum Thema Rechtssicherheit ist mit im Angebot.

+ + + Stadt München plant Rückkehr zu Microsoft Office und Windows + + +

Sorry, München, aber das Open Office Kacke ist, hätte man auch vorher wissen können. Aber besser eine späte Einsicht, als gar keine.

+ + + Erfolg kommt mit Erfahrung – und scheitert am Geiz + + +

Im Grunde wird hier nur die alte Social Media-Weisheit bestätigt: Ganz oder gar nicht! Wer aus Geiz nur halbe Sachen macht, sollte es am Ende lieber bleiben lassen.

 

Der heiße Scheiß der Woche (060)

+ + + Microsoft unter Satya Nadella – eine Zwischenbilanz + + +

Bei Dr. Windows wirft man einen Rückblick auf die bisherige Amtszeit von Satya Nedella als Microsoft CEO. Eine durchaus zwiespältige Zeit, die mit einer kompletten Neuausrichtung von Microsoft begann, gerade in den letzten Monaten aber doch durchaus manchmal etwas planlos wirkt.

+ + + Social-Media-Automatisierung – Schlaue Entscheidung oder schlechte Alternative? + + +

Soll man seine Social Media-Aktivitäten automatisieren, für Wochen im Voraus planen? Es hat seine Vorteile, aber am Ende macht es die Mischung. Denn wer nur im Voraus plant, beschneidet sich vor allem in Kommunikation und Aktualität. Zwei Dinge, auf die man in diesem Bereich nicht verzichten darf.

+ + + Neue .shop Domains – die Alternative für Shopbetreiber? + + +

Eine neue Top Level Domain-Endung ist in unseren Tagen ja nun wahrlich nichts neues. Aber im Gegensatz zu so manch anderer Variante, könnte diese durchaus ein bisschen mehr Beachtung vertragen. Bei SEO United hat man auch ein gutes „Bauchgefühl“.

+ + + Twitter finally lets everyone create their own “Moments” + + +

Auch wenn ich es zu diesem Zeitpunkt noch nicht selbst testen konnte, mit Moments scheint Twitter gerade zur Abwechslung mal wieder etwas vernünftiges gelauncht zu haben bzw. es jetzt auch allen Usern zugänglich zu machen. Bisher war der Versuch mit Twitter Storytelling zu betreiben ja eher – na ja, nervig.

+ + + Der absurde Krieg der Wikipedia-Roboter + + +

Bots streiten sich untereinander? Wie es aussieht braucht es nicht einmal künstliche Intelligenz für Bots, damit sie grundlegendes menschliches Verhalten annehmen.

 

The next big thing – Nicht jeden Scheiß mitmachen

In meiner langen Zeit, die ich nun in Sachen Journalismus, PR und Online-Marketing unterwegs bin, war in den meisten Fällen der Bremser. Ja, die Angelegenheit erst einmal zu analysieren und in der Regel die Erwartungen senken, ist nicht gerade hip und das was eine Begeisterung fordernde Geschäftsleitung hören will, aber am Ende zahlte es sich immer noch besser aus, als wenn ich jede neue Sau durchs Dorf getrieben hätte.

Die Forderung in jeden Trend möglichst frühzeitig einzusteigen, basiert wohl vor allem auf dem irrigen Glauben, wer unter den ersten Teilnehmern ist, der bekommt auch ein großes Stück vom Kuchen. Wenn es um den Erfolg der Early Adapter geht, kann man darüber durchaus streiten. Aber selbst wenn wir mal annehmen, dass diese These richtig ist, sollte man eines wissen: Sie sind in aller Regel kein Early Adapter. Wenn Sie von einem neuen Trend oder Netzwerk lesen, dann nur weil es schon jemand vor ihnen entdeckt hat. Oder mit anderen Worten, wenn Sie die erste Möglichkeit haben einzusteigen, ist das große Stück Kuchen längst von anderen gegessen worden.

Wenn ich allerdings zur Ruhe mahne, heißt das natürlich nicht, sich zurückzulehnen und abzuwarten ob dieses „next big thing“ auch tatsächlich groß wird. Wenn etwa ein neues soziales Netzwerk am Horizont auftaucht, heißen Analyse und realistische Erwartungen wecken, nicht einfach abzuwarten, bis man sicher ist, das nächste Facebook gefunden zu haben.

Was ich versuche hier rüber zu bringen, würde meine Großmutter mit den Worten beschreiben: Man muss jetzt nicht jeden Scheiß mitmachen! Man sollte vorher aber wissen, was jetzt ein Scheiß ist und was einem doch nützlich sein kann.

Wenn am Horizont jetzt aber „the next big thing“ auftaucht, woher weiß ich, ob es etwas für mich ist?
Na ja, dazu muss man natürlich zunächst einmal sich selbst und sein Business gut kennen. Das erfordert eine gewisse Selbstanalyse und, falls vorhanden, auch eine kritische Überprüfung bisheriger Maßnahmen. Nehmen wir zum Beispiel an, sie haben sich mit einem kleinen, aber hippen Second-Hand-Klamottenladen selbständig gemacht und jemand sagt ihnen, irgendwer hätte gerade Twitter erfunden. Interessant? Hmm, eher nicht. Aber stellen Sie sich vor, man hätte gerade Instagram erfunden. Mode? Bilder? Das passt doch weit besser zusammen, als Mode und 140 Zeichen. Auch wenn die Grenzen immer mehr verschwinden, und man zum Beispiel bei Twitter heute auch mit Bildern und Videos arbeiten kann, ist das meist nur der Versuch des jeweiligen Netzwerkes mit Facebook konkurrieren zu wollen. Der eigentliche USP steht aber meist vom Start weg fest, bei Twitter sind es 140 Zeichen, bei Instagram die Fotos.

Werden Sie sich also klar, welches Transportmedium zu ihrem Produkt am besten passt. Und wenn es dann passt, dann spricht eigentlich auch nichts gegen einen frühen Einstieg in das soziale Netzwerk oder das Befolgen eines Trends. Allerdings sollte eben diese Nützlichkeit das auslösende Element sein, nicht die Neuartigkeit oder weil es ihr Konkurrent nutzt, oder jemanden Ihnen es unbedingt verkaufen will.

 

Infografik: (Fast) Alle Größen für Social Media-Werbung

Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest usw., wer im Internet mit Werbung unterwegs ist, kommt schon allein der Zielgenauigkeit von Social Media-Werbung nicht um ein Engagement in ihnen herum. Doch anders als etwa bei Google- oder BingAds steht das visuelle Element hier nicht zur Wahl, sondern es ist zwingend vorgeschrieben. Gut als, wenn man diese Infografik mit den wichtigsten Grafikformaten für die angesagten Netzwerke hat:

The Ultimate 2016 Social Media Ad Size Cheat Sheet #InfographicYou can also find more infographics at Visualistan

via bjoerntantau.de

 

Social Signals – Einer der wichtigsten SEO-Faktoren?

Okay, seien wir ehrlich, die Bedeutung von Social Signals auf das Ranking bei Google fällt eindeutig in diese legendäre „Janeinvielleicht“-Kategorie, in der allerdings auch fast alles landet, was irgendwie mit SEO zu tun hat. Man diskutiert darüber und zwischen „ohne geht gar nix mehr“ und „überschätzter Mist“ ist so ziemlich jede Position vertreten.

Was sind Social Signals?Social Signals sind Rückmeldungen von Usern, die über Soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook, Twitter und – ja, tatsächlich – Google+ abgegeben werden. Das kann ein Like, ein Tweet oder sonst was sein.

Bei Moz tauchen Social Signals als Rankingfaktor unter den Top 10 auf, andere schätzen ihren Wert allerdings eben doch weit geringer ein. Ich persönlich neige zur ersteren Partei, weil ein Teilen oder Bewerten in sozialen Netzwerken für mich einer jener Hinweise ist, auf die Google besonders scharf ist: Was denkt ein Mensch über den Inhalt der Seite? Diesbezüglich ist der Algorithmus von Google ja nach wie vor im Nachteil, er kann bestenfalls Signale heranziehen, wie die Verweildauer. Für SEOs klingt das natürlich auch nicht schlecht, lassen sich Tweets oder Likes ähnlich „besorgen“ wie heute Links. Aber das ist sicher ein anderes Thema.

In erster Line bekommt einmal jener Content Social Signals, der tatsächlich auch vom Nutzer als hochwertig oder interessant empfunden wird. Mit einer stärkeren Rolle würde Google weiterhin seine Strategie verfolgen, die Webmaster dieser Welt zu guten Inhalten zu zwingen – und Agenturen und Unternehmen zu Content Marketing.

Und es gibt noch einen weiteren Punkt, weshalb ich Social Signals für wichtig halte … Googles immer deutlich werdende Neigung den Autor eines Textes oder auch den Personen hinter der Marke, dem Unternehmen selbst usw. ein größere Bedeutung zuzuschreiben. Wo könnte er sich besser präsentieren, als in Sozialen Netzwerken.

chan_social_media

Jenseits der Frage wie stark die Auswirkungen von Social Signals für das Ranking jetzt sind, niemand dürfte (sollte) ernsthaft bestreiten, dass sie einen gewissen Einfluss haben. Was also ist zu tun, um für sich ein bisschen etwas davon abzubekommen?

4 Tipps für mehr Social Signals:

Mitmachen – Selbst aktiv sein!

Soziale Netzwerke leben von ihren Usern, wer hier ernsthaft Erfolg haben will, kommt um Dinge wie den eigenen Twitter-Account oder die Facebookseite nicht herum. An dieser Stelle würde ich übrigens auch das viel gedisste Google+ nicht ganz außen vor lassen. Ein Google+-Profil verdient vielleicht nicht so viel Pflege wie eine Facebookseite, aber wer öfter mal Personen googelt, wird mitunter auch den ein oder anderen Beitrag aus Googles eigenem Netzwerk relativ weit oben finden. Präsent sein alleine reicht allerdings nicht, man sollte den Social Media-Kanal auch als aktiven Kommunikationskanal begreifen und entsprechend im Auge haben.

Social Media Buttons einbinden

Man sollte es den Besuchern der Webseite so einfach wie möglich machen die Inhalte auch teilen zu können. Auch wenn die Buttons in Deutschland aufgrund des Datenschutzes eine leidige Geschichte sind, gibt es inzwischen genug Möglichkeiten die wichtigsten Buttons zum Teilen oder Liken rechtskonform einzubinden. Dabei sollte man auch darauf achten die jeweiligen Plugins immer aktuell zu halten.

Content für Soziale Netzwerke aufbereiten

Wer mit Plugins arbeitet bekommt bei den besseren gleich die Möglichkeit mitgeliefert die Inhalte fürs Teilen aufzubereiten. Tags eines Blogbeitrags lassen sich fürs Teilen bei Twitter etwa in Hashtags verwandeln. Ebenso wie eine Grafik für Twitter oder Facebook mit übergeben wird, damit das Netzwerk sich nicht eine unpassende oder gar keine sucht. Nicht zuletzt lässt sich zum Beispiel auch das Snippet für Facebook oder Google+ festlegen. Wer ohne Plugins arbeitet, für den halten die Netzwerke selbst Hinweise bereit, wie man im HTML-Code entsprechende Vorkehrungen treffen kann.

Guten Content bereitstellen

Wer allerdings keinen guten, interessanten oder verlinkenswerten Content bereitstellt, dem kann auch die stylischte Buttonsammlung nicht helfen. Mit gutem Content Marketing steht und fällt der Erfolg nun mal auch in dieser Kategorie.

 

Die 4 Phasen des Social Media-Krisenmanagements

Was haben „Shitstorm“ und „Handy“ gemeinsam? Sie klingen Englisch, sind aber deutsche Worte, beide kennt der Amerikaner zum Beispiel gar nicht. So scheint man auch in Deutschland besonders viel Angst vor einem Shitstorm zu haben. Die Angst ist gar so groß, dass mancher schon einen kritischen Tweet für einen gewaltigen Shitstorm hält.

Nichtsdestotrotz sind sie natürlich eine immer drohende Gefahr in der Unternehmenskommunikation, und so mancher sieht sich völlig unvorbereitet einem Shitstorm ausgeliefert. Das muss allerdings nicht sein, denn auch in diesem Fall ist gute Vorbereitung schon mal die halbe Miete halbwegs unbeschadet dabei herauszukommen. Und wer es besonders geschickt anstellt, kann vielleicht sogar dadurch gestärkt werden. Denn auch wenn die Hemmschwelle dank des Internets bei vielen erschreckend niedrig ist, wird Ehrlichkeit und Menschlichkeit dennoch in der Community auch hoch honoriert.

Auf jeden Fall sollte man sich aber schon lange vorher für den Fall der Fälle Gedanken machen, etwa indem man einen Krisenplan erstellt. So oder so, lässt sich eine Social Media-Krise in 4 Phasen einteilen.

Die 4 Phasen des Krisenmanagemenst

Die 4 Phasen des Social Media-Krisenmanagements

Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist alles, oder zumindest fast alles. Und auch auf eine Social Media-Krise kann sich ein Unternehmen vorbereiten, etwa in dem es folgende Punkte beachtet:

  • Wer in sozialen Netzwerken unterwegs ist, sollte zuvor schriftlich seine Social Media Richtlinien festlegen.
  • Schon vorher, sollte feststehen, wer als Krisenmanager den Hut aufhat.
  • Erstelle eine Liste von Kontakten, die im Krisenfall informiert werden müssen.
  • Alle Mitarbeiter sollten vorher für den Fall der Fälle geschult werden, am Besten in Simulationen.
  • Behalte auch im Auge, wie die Konkurrenz auf ihre Krisen reagiert.

Monitoring

Eine Krise lässt sich nicht immer erst erkennen, wenn die Kacke schon am dampfen ist. Oft kann man gerade im Vorfeld eine große Krise auch verhindern, wenn man sie nur früh genug erkennt.

  • Behalte alle deine Kanäle im Augen, Social Media heißt 24/7/365!
  • Lege Suchstreams für dein Unternehmen, aber auch wichtige Vertreter und Mitarbeiter an.
  • Erstelle eine Liste von naheliegenden Risiken.
  • Bereite sauber formulierte Posts vor.

Krise

Ist die Krise erst einmal da, heißt es kühlen Kopf bewahren. Schließlich sollten Krisen gelöst und nicht schlimmer gemacht werden.

  • Reagiere schnell, aber überlegt.
  • Schätze die Schwere der Krise ein.
  • Zeige deine menschliche, empathische Seite.
  • Auch im Zweifel heißt es zu reagieren, nicht zu löschen.
  • Versuche Multiplikatoren, Influencer und eigene Mitarbeiter als Verbündete zu finden.
  • Zeige dich gesprächsbereit und stelle einen Ansprechpartner zur Verfügung.
  • Sei kein Rechthaber, es sei denn du hast Recht.

Der letzte Punkt ist meiner Meinung nach eine besondere Betrachtung wert. Natürlich liegt es für viele nahe einen Shitstorm am Besten zu überstehen, indem man sich klein macht und sich entschuldigt – auch dann, wenn man eigentlich im Recht ist. Klare Kante zu zeigen ist für viele in der Unternehmenskommunikation ein zu gefährliches Minenfeld, das sie lieber erst gar nicht betreten. Es kann aber natürlich nicht selten der Fall sein, dass man nur von einer realtiv kleinen, z.B. politisch-gesellschaftlichen, Gruppe aufs Korn genommen wird, die etwa in der eigenen Zielgruppe gar keine Relevanz hat. Knickt man dann aber ein, kann dies wiederum in der Zielgruppe schlecht ankommen.

Nachbereitung

Nach der Krise ist vor der Krise, und aus jeder Krise kann man etwas lernen.

  • Werte die Krise aus.
  • Optimiere den Krisenplan anhand der gemachten Erfahrungen.
  • Informiere die Mitarbeiter über Änderungen.

 

 

Darf ich „Du“ sagen? – Du oder Sie bei Facebook & Co?

Erstaunlicherweise ist die Frage so alt, wie Unternehmen bei Facebook unterwegs sind. Duzt oder siezt man seine Fans lieber? Wer auf diese Frage eine klare Handlungsanweisung erwartet, wird am Ende wohl enttäuscht werden. Wie so vieles in der Social Media Welt ist es auch hier kompliziert.

Auch wenn es eine Urban Legend ist, der Anteil älterer Menschen bei Facebook nimmt zu und das Netzwerk ist längst keine reine Tummelwiese mehr für die Jugend. Auch wer sich bei Facebook mit Personen vernetzt, trifft immer mehr auf Menschen, die auf dem „Sie“ bestehen. Meiner Erfahrung nach, sind das aber dann gerade jene Leute, denen man auch im realen Leben nicht das „Du“ anbieten würde, weil man bei Facebook weniger aus Sympathie, als aus Interesse mit ihnen verbunden ist.

Aber auch für Unternehmen stellt sich unweigerlich die Frage, wie man seine Fans denn jetzt ansprechen soll. Viele verweisen dann auf die Branche, was aber oft nur bedingt. Nehmen wir die Bankenbranche, die ja gerne seriös rüberkommen will. Die Sparkasse Mainfranken etwa duzt, die Deutsche Bank oder die Comerzbank bleiben ihren Fans gegenüber lieber beim „Sie“ – und es passt bei der einen Bank, so gut, wie bei der anderen.

Über die Wahl der Ansprache entscheiden am Ende vor allem zwei Faktoren:

  • Das Zielpublikum: Ist es jung oder alt, erwartet es einen lockeren oder seriösen Auftritt ….
  • Die eigene Unternehmenskultur: Herrscht Anzugspflicht, oder geht man Abends schon mal auf ein gemeinsames Feierabendbier weg …

Glaubt man älteren Umfragen, möchten die meisten User von Unternehmen gesiezt werden. Allerdings ist es beinahe ebenso vielen Befragten auch schlicht egal, wie man sie anspricht. Und ich persönlich halte letztere Zahl für bedeutender, genauso, wie die Betonung dabei vielleicht auf „älteren“ liegen sollte. Digital Natives kennen es ja gar nicht mehr, aber in den Anfängen des Web 2.0, als Mark Zuckerberg noch seine Pickel ausdrückte, war das „Du“ fast obligatorisch,  genauso wie Pseudonyme für eine kurze Zeit verschrien waren. Je mehr Menschen aber ins Netz kamen, desto mehr setzte sich auch das „Sie“ wieder durch. Im Grunde sind also Off- und Online-Welt dort inzwischen gespiegelt worden. Und mitunter gelten Tipps, die beides vermischen. „Wer auf Facebook das Du wählt, sollte es auf Xing, Twitter, Blog und im Bewerbungsgespräch fortführen können.“, meint etwa PR-Blogger Klaus Eck als Tipp für den normalen User.

Du oder Sie auf Facebook – Eine Frage der Sprachkultur

Wenn ich aber nochmal auf dem Wörtchen „altere“ herumreiten darf, nützt hier der Hinweis, dass das „Du“ oder „Sie“ eine Frage der Sprachkultur ist. In Deutschland war es auch im 19. Jahrhundert noch üblich, das Kinder ihre eigenen Eltern zu siezen hatten. Heute für die meisten unvorstellbar, und Familien, in denen solche Verhältnisse noch üblich sind, kann man, freundlich ausgedrückt, als antiquiert bezeichnen. Gegenwärtig ist das „Du“ auf dem Vormarsch. Das „Wir sagen hier ‚Du'“ ist in vielen Unternehmen schon obligatorisch und man muss kein Hellseher sein, das eine Generation heranwächst, die das „Sie“ vor allem nur noch dann anwendet, wenn das Gegenüber eher in die Kategorie „Unsympath“ einzuordnen ist. Die Zeiten, in denen man das „Sie“ nur noch jenen gegenüber anwendet, die vor 200 Jahren Adlige oder Fabrikbesitzer gewesen wären, sind zum greifen nahe. Die breite Masse wird sich aber demnächst bald nur noch duzen. Soziale Medien haben an dieser Entwicklung einen gehörigen Beitrag geleistet. Sprachkultur, das mag ihren „Verteidigern“ nun gefallen oder nicht, ist in erster Linie kein fester Standpunkt, sondern eine lebendige Entwicklung.

Heute mögen Faktoren wie Publikum oder Unternehmenskultur noch eine Rolle spielen, doch ihr Einfluss wird zugunsten des „Du“ immer weiter zurückgehen. Schon heute würde ich im Zweifel dazu raten, lieber das „Du“ zu wählen und nur dann zum „Sie“ zu wechseln, wenn man selbst so angesprochen wird.

Sie oder Du hängen übrigens auch noch stark vom Netzwerk ab, in dem man sich bewegt. Die Frage stellt sich etwa bei Facebook, wer hingegen auf Twitter oder Instagram siezt, wird bestenfalls hochgezogene Augenbrauen ernten. Unternehmen, die ihre Probleme mit dem „Du“ haben sollten hier den – suboptimalen – Weg wählen und die direkte Ansprache eher vermeiden.

Am Ende ist das Beharren auf dem „Sie“ nämlich auch einer der letzten Versuche jene Distanz aufrecht zu erhalten, die immer noch glauben machen will, Unternehmen hätten ihr Image selbst in der Hand. Aber dank der digitalen Kommunikation ist dieser Punkt längst in die Geschichte eingegangen. Erfolg hat heute nur noch jenes Unternehmen, das auf Augenhöhe mit seinen Kunden agiert.

 

 

Social Media Marketing: Influencer nicht gleich Influencer

Gezielt Influencer für das eigene Marketing einzusetzen kann sich lohnen, aber nicht jeder Influencer ist gleich und viele sprechen unterschiedliche Gruppen an, wie diese Infografik zusammenfasst.

In ihrer Infografik haben die Köpfe der Social Media-Agentur tobesocial einmal sechs verschiedene Typen von Influencern ausgemacht und die jeweils bevorzugten Themengebiete und Eigenarten kurz zusammengefasst. Davon hängt am Ende natürlich auch das Medium ab, in dem einzelne Influencer besonders stark sind. Das muss nicht immer ein ausführliches Blog sein, wer besonders viel Bildmaterial produziert ist zum Beispiel auch bei Instagram gut unterwegs.

Influencer Marketing Infografik, Influencer Marketing Agentur

Den aktuellen Influencer etwa findet man häufig in Gebieten wie Popkultur, Medien oder Techthemen. Er ist vor allem bei Twitter unterwegs, hält aber das gute alte Blog auch nach wie vor in Ehren. Genauso wie der Lifestyle-Influencer, der zum Beispiel in Themen wie Mode oder Essen unterwegs ist, und dank bildreicher Inhalte auch Instagram und Pinterest aus dem FF kennt. Blogs sind dagegen für den Entertainer ein zu langsames Medium, dafür kann er sich auf YouTube voll austoben. Die Aktivisten nutzen dagegen wieder Blogs für längere Meinungsäußerungen, sind aber ansonsten vor allem auf Facebook und Twitter unterwegs, um über die Sozialen Netzwerke ihre Follower zu motivieren. Der Experten-Influencer kann ohne das Blog kaum tätig werden, eignet es sich doch perfekt auch längere Sachverhalte verständlich aufzuarbeiten. Er ist auch ganz Nerd und Nerd kann man bekanntlich in so gut wie jedem Gebiet sein, dass er also ausschließlich mit Computer- und Netzwerk-Themen unterwegs ist, ist eher ein Gerücht. Der 6. und letzte Typ ist der Künstler, der natürlich zum einen auch nicht ohne sein Blog kann, aber auch bei Instagram und Facebook seine Designs, Grafiken usw. zu präsentieren weiß.

Am Ende gibt es also für jedes Themengebiet eigene Influencer, die besonders dafür geeignet sind. Es muss also nicht immer der Blogger sein, je nach Branche ist auch der erfolgreiche YouTuber oder Instagramer genau der richtige Ansprechpartner.

via Regionales Online-Marketing