YouPorn kreiert virtuelle Markenbotschafterin

Vor ein paar Jahren habe ich mal bei einem Erotik-Online-Shop zur Probe getextet. Das Business war dann doch nix für mich, aber ich bin ja auch analog.

Gemessen an den Möglichkeiten der Technologie sieht man Jedy Vales ja noch recht deutlich an, dass es sich bei ihr um eine virtuelle Botschafterin handelt, die die Videoplattform YouPorn da ins Rennen schickt. Auch wenn man ihr einige Profile in den sozialen Medien verpasst hat, ihre Hauptaufgabe soll die Kommunikation in der YouPorn eigenen Community liegen. Zumindest für den Anfang, denn man munkelt natürlich auch, dass das Pornbusiness hier wieder mal in Sachen Innovationen führend ist, und die erste wirklich virtuelle Influencerin gelauncht hat. Schließlich gehört zu dem Projekt auch die Firma
Camasutra VR, die auf virtuelle Umgebungen spezialisiert ist, die man, na ja, lieber nicht im Büro besuchen sollte.

Interessant und spannend dürfte vor allem sein, wie und ob sich Jedy Vales tatsächlich als eine virtuelle Influencerin durchsetzen kann. Das Problem des uncanny valley haben die Entwickler ja insofern gelöst, dass sie kurz vorher stehen geblieben sind, statt zu versuchen die Figur so täuschend echt wirken zu lassen, dass mancher den Unterschied vielleicht gar nicht bemerkt hätte. In der Regel tun das viele allerdings schon und der Begriff „uncanny valley“ beschreibt grob gesagt die Erfahrung, dass virtuelle oder künstliche Figuren uns sympathisch sind, solange wir sie als solche erkennen (bzw. nicht erkennen), wenn sie aber nur annähernd wie ein Mensch aussehen, scheint uns ein Instinkt regelrecht vor ihnen zu warnen. Und das wäre natürlich für eine Influencerin alles andere als förderlich.

3D ist in Sachen Internetpornos nun ja auch keine neue Erfindung, zum Leidwesen mancher Hollywoodstars, mit deren Aussehen eine 3D-Animation versehen zu entsprechenden Filmen missbraucht wird. Und auch wenn YouPorn als – sagen wir mal – seriöser Anbieter derartige Filme nicht listen dürfte, dem Publikum dürften sie nicht unbekannt sein. Und damit kann man dann auch eine gewisse Offenheit für das Thema vermuten. Das Business geht hier also ein vergleichsweises geringes Risiko eines totalen Scheitern ein, kann sich aber nach wie vor als Innovationsführer fühlen. Denn auch wenn in manchem Werbespot auch schon mal virtuelle Figuren auftauchen, darüber hinaus ist meines Wissens bis jetzt noch kein Unternehmen gegangen.

About Thomas Matterne

Thomas Matterne ist Chefredakteur des dreisprachigen Online-Magazins DenkZeit und als Online-Marketing-Manager tätig. Der ausgebildete Journalist hat ein Diplom in Wirtschaftsinformatik, und schreibt an dieser Stelle über IT-, Online-Marketing- und SEO-Themen - unteranderem.

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