Wie Sie Ihren Online-Shop nicht gleich gegen die Wand fahren!

Einen eigenen Online-Shop an den Start zu bringen, ist so einfach wie nie. Erfolgreich zu sein erfordert dagegen immer noch harte Arbeit.

So’n Online-Dings-Shop, so was will ich jetzt auch …. E-Commerce dürfte inzwischen als überlebenswichtig erkannt worden sein, was aber auch immer öfter dazu führt, dass Laien ihren eigenen Online-Shop in Betrieb nehmen, obwohl sie reichlich wenig Ahnung haben. Den Betreibern der ersten großen Welle an Online-Shops war noch klar, dass man nicht einfach so zum Erfolg kommt, sondern jede Menge Arbeit dahinter steckt. Arbeit, die nicht selten nach dem Motto „Learning by doing“ ablief, vor allem aber auch nach dem „Trial and Error“-Prinzip. Heute dagegen glauben viele, ein Fingerschnippen würde genügen. Schließlich gibt es doch gute Open Source-Software, die einem jede Menge Arbeit abnimmt, und Experten tummeln sich über all.

Leider endet das allzu oft entweder darin, dass jemand von einem angeblichen Experten übers Ohr gehauen wird, oder seinen eigenen Dilettantismus auch nach Jahren der Erfolglosigkeit nicht einsehen will. Mir fallen da zwei Beispiele von kleinen Unternehmern ein, die beide stationär bereits als Franchisenehmer unterwegs waren. Der erstere war völlig auf dem SEO-Trip und investierte entsprechend in teure Tools und auf lange Sicht wohl noch teurere Ratschläge von Experten. Was dabei herauskam war eine ausgezeichnet rankende Webseite, die auch auf dem zweiten Blick nicht mehr als Online-Shop erkennbar war. Der andere leitete einen Baumarkt und dachte sich, online, da ist die Zukunft. Nachdem er bisher über Ebay – 🙂 – verkaufte, setzte er seinen eigenen Online-Shop auf, machte schöne Fotos und kurze exakte Produktbeschreibungen. – Na ja, kein SEO, kein Content Marketing oder sonst was.

Das sind leider keine zwei Extreme, sondern durchaus typische Beispiele wenn Einzelhändler das Betätigungsfeld E-Commerce entdecken. Sicher, sie haben erkannt, dass man dort präsent sein muss, was ihnen aber allzu oft fehlt sind zwei schlichte Erkenntnisse: E-Commerce hat seine eigenen Regeln und diese Regeln muss man beherrschen. & E-Commerce ist ein Betätigungsfeld, kein Nebenbetätigungsfeld.

Ein paar Tipps für den Anfang gefällig, aber gerne:

  • – Stecken Sie Zeit in die Vorplanung: Wägen sie ab welche Produkte sie aus ihrem Produktspektrum online verkaufen wollen und auch können. / Legen Sie schon jetzt damit die Struktur Ihres Online-Shops an. /  Bereiten Sie so viel Content wie möglich vor, um beim Aufbau des Shops schon realistische Bedingungen zu haben und beim Start richtig loslegen zu können.
  • – Der Online-Shop ist mindestens eine neue Filiale: Wer E-Commerce nebenbei betreiben will, sollte lieber bei Ebay oder im Amazon Marketplace bleiben. Ein eigener Online-Shop ist im Prinzip Ihre Filiale im Netz und wie eine reale Filiale braucht er Zeit und Arbeit. Das lässt sich nicht nebenbei betreiben, sprich, freunden Sie sich damit an neue Mitarbeiter einzustellen.
  • – SEO ist ein Muss, aber kein Fetisch: Suchmaschinenoptimierung ist seit Jahren ein Buzzword und deshalb kann man bei Laien damit wahnsinnig Eindruck machen. In Wahrheit sollten Sie aber bei der Auswahl Ihres Systems auf eine gute SEO-Kompatibilität achten und die Grundzüge der Suchmaschinenoptimierung lernen. Den teuren SEO-Experten können Sie sich in ein paar Jahren ins Haus holen, wenn es darum geht noch den letzten Rest Reichweite herauszuholen. Solange reicht es völlig, wenn Sie wissen, welche typischen SEO-Fehler zu vermeiden sind.
  • – Denken Sie an den Käufer: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Eine Binsenweisheit, an die sich kaum jemand hält. Usability steht immer noch zu oft hinter SEO-Aspekten zurück, obwohl Google & Co. immer besser dabei werden die Webseite aus Sicht des Käufers zu sehen.
  • – Die Arbeit beginnt nach dem Start erst richtig: Sie mögen beim Online-Gang Ihres Shops jede Menge Zeit investiert haben, doch dass war nur ein Bruchteil von dem, was jetzt folgt. Ihren Online-Shop jetzt lediglich in Sachen Produkten auf dem Laufenden zu halten ist nicht einmal die halbe Miete. Fangen Sie an sich mit Online- und Content-Marketing zu beschäftigen, werden Sie in den Sozialen Netzwerken aktiv, verknüpfen Sie Ihre Online-Filiale mit den realen Filialen …..

Kurzum, online lässt sich Geld verdienen, aber es liegt dort nicht einfach herum. Im Gegenteil, der Wettkampf dort kann sogar noch viel härter sein, wenn Sie zum Beispiel nicht über ein einzigartiges Produkt verfügen. Nehmen wir an, Sie sind ein Baumarkt und haben einen Online-Shop. Im realen Leben haben Sie zumindest noch einen Standortvorteil und eine begrenzte Zahl von Mitbewerbern (klammern wir die online einkaufenden Kunden einmal aus). Online dagegen sind sie einer unter Hunderten und der Kunde braucht nur ein paar Klicks, um bei der Konkurrenz einzukaufen. Wenn Sie also nicht bereit sind Zeit und Geld zu investieren, werden Sie auch keinen Erfolg haben. Dann bleiben Sie lieber offline, ein paar Jahre kann man so auch noch überleben.

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