Wie jetzt, Blogs sind für’s SEO nicht wichtig?

Mit etwas Verspätung will habe ich mir zwei Artikel aus dem SISTRIX Blog nochmal angesehen, in denen die These aufgestellt wird, das Blogs für die Suchmaschinenoptimierung nicht weiter wichtig seien.

Man ist fast geneigt, die These von SISTRIX mit Kopfschütteln zu beurteilen, schließlich predigen viele SEO’s landauf, landab man solle doch bitte ein Blog auf seiner Seite haben. Allerdings, die Argumente in Content-Marketing: Blogs sind für SEO ungeeignet sind nicht ganz von der Hand zu weisen, unterstützt werden sie noch einmal in dem kurz danach erschienenen Artikel Studie: SEO-Performance der erfolgreichsten Corporate-Blogs.

Was lange bekannt ist, und dennoch oft immer noch falsch gemacht wird, ist die Verwendung einer klassischen Blogstruktur. Ein neuer Artikel schiebt einen älteren Artikel nach unten. Auf diese Weise entsteht genau das nicht, was Google braucht: eine interne Verlinkung. Man kann den Autoren bei SISTRIX also durchaus bei einer Aussage zustimmen, je klassischer der Corporate Blog tatsächlich einem Blogjournal der alten Schule entspricht, desto weniger eignet es sich für die Suchmaschinenoptimierung. Statistisch wird die These durch die Rankingverteilung des eigenen Dienstes belegt, demzufolge tatsächlich selbst erfolgreich Blogs mit relativ wenigen Rankings auf der ersten SERP von Google zu finden sind. Und bekanntlich muss jemand schon wirklich wirklich nach etwas suchen, um auf die zweite Seite der Suchergebnisse zu klicken.

Die Begründung dafür liefert SISTRIX gleich mit, ein Blogbeitrag rankt nicht, weil er drei Kriterien von Google klassischerweise nicht erfüllt:

  • Suchintention: Für einen Blogpost ist es schwer eine bestimmte Suchintention festzulegen, also die eine Frage, die sich der User stellt und die er bei Google eingibt.
  • Aktualität: Blogposts sind mehr oder weniger Nachrichten. Sie sind mit einem Datum versehen und werden in aller Regel abgesetzt, und dann nie wieder angefasst.
  • Lebensdauer Content: Blogposts beziehen sich auf ein bestimmtes Ereignis, das zum Beispiel angekündigt wird. Oder sie beschreiben ein neues Produkt, das zwei Monate später eben nicht mehr neu ist.

Aber was ist wirklich an diesen drei Punkten dran? Das Argument der Lebensdauer des Contents möchte ich nicht gelten lassen, zumindest nicht für die Mehrzahl der Blogs. Ein gutes Redaktionsteam schafft auch zeitlosen Content, neben sinnvollen Ankündigungen oder anderwärtig befristeten Content. Die Aktualisierung hingegen ist tatsächlich ein Problem, aber keines, dass durch einen guten Redaktionsplan nicht zu lösen wäre. Wenn es Sinn macht einen alten Beitrag zu überarbeiten, dann sollte er ohnehin überarbeitet werden. Was die Suchintention angeht, kommt es sehr spezifisch auf den einzelnen Beitrag an. Auch hier kann ein Hub-Artikel gute Ergebnisse liefern. Wenn man dann noch den Punkt interne Verlinkung auf dem Schirm hat, ist ein Corporate Blog auch für die Suchmaschinenoptimierung wieder sinnvoll.

Dennoch muss man zugeben, das viele Blogs in die drei von SISTRIX aufgestellten Fallen tappen, und so tatsächlich ein schlechtes Ranking liefern. Damit werden sie zwar nicht sinnlos, erfüllen aber einen Teil ihrer Aufgabe nicht mehr.

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