Werden in einem Accordion Plugin versteckte Inhalte indiziert?

So genannte Accoridon Plugins gehören zu meinen Lieblingen unter den WordPress-Plugins. Entsprechend wenig begeistert war ich, als ich letzte Woche eher nebenbei mitbekommen habe, dass es bei ihnen Schwierigkeiten mit der Indizierung durch Google gibt. Oder besser gesagt, ihre Inhalte würden gar nicht indiziert. Zeit sich also näher damit zu beschäftigen, allerdings mit der Vorwarnung, eine exakte Aussage ist – wie so oft in der SEO – auch hier nicht möglich.

accordion-bsp
Ein Accordion Plugin im Einsatz.

Die Antwort auf die Frage, ob ein Inhalt indiziert wird oder nicht, ist allein schon deshalb kompliziert, weil eine solche Einbindung sowohl mit CSS, als auch JavaScript möglich ist. Aber googeln wir doch erst einmal, was Google dazu sagt:

Google has publicly stated they are ignoring content that is hidden behind tabs or accordions. Or at least in many cases they consider this content lower in value because it is not presented to the user on page load. – Quelle: websavvy

Das würde natürlich dafür sprechen, dass Google die Inhalte nicht indiziert. Dafür gibt es durchaus gute Argumente, denn man könnte Accordions oder Tabs natürlich hervorragend dazu nutzen eine Seite mit Inhalten zu füllen, die dann zwar ein Bot indiziert, der User aber nicht sieht bzw. erst suchen muss. So eine Art weiße Schrift auf weißem Hintergrund 2.0! Ähnlich wie bei der 1.0-Variante kann Google diesen Trick mit der Betrachtung des HTML-Codes aber sehr leicht durchschauen, ergo den „versteckten“ Inhalt ignorieren. Den Inhalt kann Google also in beiden Fällen (CSS & JavaScript) lesen, das ist richtig. Rein technisch betrachtet, allerdings. So stellt sich die Frage, ob es wirklich ein Gegenargument ist, wenn manche schreiben, man müsse sein Accordion nur mal mit ausgeschaltetem JavaScript betrachten, wenn die Inhalte dann komplett angezeigt werden, wäre doch alles in Ordnung.

Nicht wirklich, wie gesagt, Google kann die Inhalte lesen, was es aber damit anstellt, ist eine ganz andere Frage.

Ab hier ist man also im Land der Spekulation gelandet, oder vielmehr der Tests. Und letztere scheinen erst einmal Entwarnung zu geben, zumindest konnte ich eine Reihe von Blogbeiträgen finden, deren Urheber gezielt getestet haben, ob Google solch „versteckte“ Inhalte indiziert. In allen Fällen wurde Erfolg vermeldet. Alles also nur viel Lärm um nichts? Ob das ein wirklicher Gegenbeweis ist?

Or at least in many cases they consider this content lower in value because it is not presented to the user on page load. – Quelle: websavvy

Der Teufel steckt im Detail, denn ebenso wie erkennen nicht gleich indizieren ist, ist indizieren auch nicht gleich indizieren. Googles Hauptkriterium ist in diesem Fall die Ansicht des Users. Der Bot mag am Ende alles sehen, er gewichtet aber jene Inhalte höher, von denen er ausgeht, dass auch ein menschlicher Besucher der Webseite sie sieht – und nicht suchen und anklicken muss.

Und die Moral von der Geschicht?

Am Ende lässt sich feststellen, Google indiziert auch Inhalte in Accordions oder Tabs. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Inhalte dort weniger hoch gewertet werden, als für menschliche Webseitenbesucher sofort zugängliche Inhalte. Es mag also keinen 100%igen Grund geben auf ein Accordion Plugin zu verzichten, es gibt aber gute Gründe es dennoch zu tun. Zumindest aber sollte man keine relevanten und wichtigen Inhalte dort „verstecken“.

  1. Hallo
    gilt das denn noch wenn „mobile first“ ausgerufen ist?? Dann ist doch der Einsatz von Accordions nahezu Pflicht, denn ohne werden die Seiten ja schnell unübersichtlich.
    Gruß
    Boris

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