Welche Faktoren sind für die lokale SEO wirklich wichtig?

Seit fast zehn Jahren untersucht David Mihm jetzt schon, welche Faktoren in der lokalen Suchmaschinenoptimierung wirklich von Bedeutung sind. 2016 hat er allerdings ausgelassen, doch jetzt wurde die neueste Studie wieder veröffentlicht. Eine gute Kurzfassung findet sich hier: Announcing the 2017 Local Search Ranking Factors Survey Results

Ich persönlich habe mir mal angesehen, welche Faktoren von 2015 auf 2017 an Bedeutung gewonnen, bzw. verloren haben. Zusammengefasst erst einmal in folgender Grafik:

Klassischerweise kann man SEO-Maßnahmen ja in On-Site und Off-Site einteilen, und das ist auch mit den von Mihm genannten Faktoren leicht machbar. Man könnte aber auch eine ähnliche Einteilung vornehmen, wenn man die Maßnahmen dem Grad nach aufteilt, nach dem der Betreiber einer Webseite die Möglichkeit hat direkten Einfluss zu nehmen. Und unter diesem Gesichtspunkt zeigt sich ein klarer Gewinner: Je weniger Einfluss, desto größer ist die Bedeutung geworden.

So hat scheinbar selbst Google MyBusiness an Einfluss verloren, das ja direkt vom Webseitenbetreiber gepflegt werden muss. Und auch das Eintragen in Branchenportale, Kataloge oder Adressverzeichnisse hat deutlich verloren. Interessanterweise auch reine On-Page-Maßnahmen. All das sind Maßnahmen von denen Google erwartet, dass man sie weiter unternimmt, da sie aber letztlich eben von jenen vorgenommen werden, die die Suchmaschine überzeugen wollen eine bessere Platzierung verdient zu haben, begegnet Google dem Ganzen inzwischen mit mehr Misstrauen als schon zuvor.

Erwartungsgemäß haben dann auch die Bewertungen von Nutzern an Bedeutung zugenommen, denen Google ähnlich vertraut, wie Internetsurfer eben auch, wenn es um die Einschätzung einer Webseite und deren Angebot geht. Und da Google den durchschnittlichen Internetsurfer bekanntlich bis ins letzte Eck des WWW verfolgen kann, wird folglich auch das Nutzerverhalten wichtiger. Lässt das Nutzerverhalten etwa darauf schließen, dass er gefunden hat, was er gesucht hat, gibt das einige Pluspunkte. Unter diesem Gesichtspunkt ist es nicht einmal mehr überraschend, dass externe Links als Qualitäts- und Empfehlungsmerkmal zumindest in der Local SEO ein kleines Revival zu erleben scheinen.

So ganz stimmt die Aufteilung dann aber doch nicht. Auf der einen Seite haben Social Media-Signale massiv verloren. Zwar kann man getrost annehmen, dass nicht wenige Links aus Facebook-Posts oder Tweets vom Webseitenbetreiber selbst abgesetzt werden, Aber auch eine externe Empfehlung scheint Google nicht mehr so gewichtig zu sein wie zuvor. Ein Like- oder Retweet-Button ist eben schnell gedrückt.

Und da sich der Faktor „Personalisierung“ nicht wenig auf der Webseite abspielt, hat damit ein Faktor hinzugewonnen, der eben doch auch relativ direkt beeinflussbar ist. Am Gesamttrend kann allerdings wohl auch das nicht wirklich etwas anderes. Von den Betreibern selbst beinflussbare Inhalte sind nach wie vor unverzichtbar, aber ein gut gefülltes MyBusiness Center hat eher Marketing- als SEO-Bedeutung. Und allein für die Fleißarbeit sein Unternehmen in möglichst viel Kataloge einzutragen, sollte man zwar machen, darf aber nicht erwarten, dass man am nächsten Tag gleich auf der ersten Seite rankt.

About Thomas Matterne

Thomas Matterne ist Chefredakteur des dreisprachigen Online-Magazins DenkZeit und als Online-Marketing-Manager tätig. Der ausgebildete Journalist hat ein Diplom in Wirtschaftsinformatik, und schreibt an dieser Stelle über IT-, Online-Marketing- und SEO-Themen - unteranderem.

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