Alte Kamellen, dass ist mitunter der erste Eindruck, den man beim Lesen der dieser Tage erscheinenden Trends in Sachen Digitalisierung, IT usw. wohl als erstes bekommt. Denn vieles was sich 2018 durchsetzen soll, stand schon auf der Liste für 2017.

Was finden wir denn so alles auf den Trendlisten für 2018, vieles davon kennt man irgendwie schon, oder?

Cloud-Services / SaaS
Künstliche Intelligenz
Blockchain
Augmented Reality
Chatbots / Digitale Assistenten

Nun, dass auf deutschen Trendlisten noch immer die Cloud auftaucht sollten wir eher als Armutszeichen für die deutsche Wirtschaft wahrnehmen. Aller Bemühungen der Anbieter zum Trotz etwa exakt dem deutschen Datenschutz gerecht zu werden, ist das Zögern immer noch groß. Und wenn es um das Abomodell von Software as a Service (SaaS) betont mancher noch den finanziellen Vorteil für die Anbieter und hält das für einen Grund lieber an veralteter Software festzuhalten. Die gehört einem ja schließlich!

Das Thema Künstliche Intelligenz wurde bereits in diesem Jahr heiß diskutiert, die ersten großen Einsätze unter realen Bedingungen laufen bereits – und so manches wurde auch wieder beendet. Künstliche Intelligenz ist aber meiner Ansicht nach auch 2018 mehr ein Hypethema, denn von echter KI sind wir noch ein ganzes Stück entfernt. Viele Angebote auf denen Künstliche Intelligenz steht, steckt wenig davon drin. Aber das KI heute noch immer mehr ein Marketingbegriff ist, darüber werde ich hier demnächst einen passenden Artikel veröffentlichen.

In großen Unternehmen wird sich dagegen die Blockchain tatsächlich langsam aber sicher etablieren. Besonders die Finanz- und Versicherungsbranche hat das Potential hinter der Technik inzwischen erkannt. Zu diesem Thema empfehle ich meinen Artikel Der Bitcoin ist tot, es lebe die Blockchain!.

Beim Thema Augmented Reality sind wir dagegen in Deutschland nach wie vor hintendran. Zwar gibt es Ausnahmen, aber in unseren Breitengraden ist das Thema bestenfalls auf dem Gamingmarkt bereits etabliert. Dabei zeigen Beispiele wie Richter & Frenzel das durch den Cousin Virtual Reality durchaus auch für den Mittelstand in dieser Technologie viel Potential steckt: VR: Badplanung erlebbar machen

Und was ist mit Chatbots? Nun, ihre Bedeutung wird weiter steigen, im Sinne von, sie werden auch auf deutschen Webseiten immer häufiger aufpoppen und versuchen direkte Useranfragen zu beantworten. Während der User sich fragt, ob hinter dem Stockfoto vielleicht doch ein echter Mensch steckt. Im Gegensatz zu Augmented Reality haben sich Digitale Assistenten inzwischen auch bei den Deutschen durchgesetzt. Gerade Alexa von Amazon hat in vielen Wohnzimmern Einzug gehalten, Google arbeitet fleißig daran „Ok Google“ zum am häufigsten genutzten Begriff der Menschheit zu machen. Wer also auch nur entfernt mit Kommunikation zu tun hat, sollte sich diesem Thema 2018 widmen.

2018: Die Schonfrist ist vorbei!

Soweit die guten Trends, ein schlechter bzw. vermeidbarer Trend wird aber spätestens 2018 in die Wege geleitet werden: Die Digitale Transformation fordert ihre Opfer

Die Schonfrist für deutsche Unternehmen ist vorbei, Datenschutz oder mangelnde Breitbandversorgung sind endgültig als faule Ausreden erkannt. Im nächsten Jahr wird sich für viele große und kleine Unternehmen entscheiden, in welche der drei Gruppen sie gehören: Die Trendsetter und späteren Marktführer, die mit dem Strom schwimmenden, aber überlebenden Unternehmen oder die Analogisten, die glauben durch die Digitalisierung würde sich nichts ändern, sondern man nutzt halt nur öfter den Computer. Bereiche wie Projektmanagement werden nicht einfach durch digitale Tools ergänzt, sondern ändern sich radikal. Sie werden agiler, das fordert in den Köpfen vieler allerdings reichlich Umdenken. Prozessmethoden wie Design Thinking oder DevOps sind Mittel und Wege, die nicht nur im Kreativ- oder Programmierbereich an Bedeutung gewinnen werden.

Überhaupt wird 2018 das Jahr werden in denen gerade die ITler in Führungsaufgaben endgültig einsehen müssen, dass sie manchmal einen Digital Native um Rat fragen müssen. Zu rasant gehen die Entwicklungen voran. Das niemand über 30 versteht wie man die Snapchat-App bedient war nur so etwas wie das lustige Vorspiel einer Welt die selbst für heutige Experten mitunter immer unverständlicher wird.

Noch mehr als 2017 wird es für Unternehmen eine Herausforderung werden gute Entwickler an sich zu binden oder projektbasiert einzuplanen. Das Angebot ist nicht unbedingt größer geworden, und wird es in den nächsten Jahren nicht wirklich werden. 2018 wird auch das Jahr werden in dem sogenannte Low-Code-Software boomen wird. Darunter versteht man Programme die eine visuelle Oberfläche für den Nutzer bereitstellen, mit dessen Hilfe er Programme, Webseiten usw. erstellen kann, ohne dabei selbst Code schreiben zu müssen. Das klingt zwar verführerisch, hat wie alles im Leben aber natürlich zwei Seiten. Low-Code-Software verleitet dazu an der Oberfläche zu bleiben und letztlich Dinge zu produzieren, die man eigentlich gar nicht versteht, sondern sich darauf verlassen muss, dass die eingekaufte Software schon weiß was sie tut.

Soweit zu meiner kleinen Vorschau auf das Jahr 2018. Es hat natürlich auch eine Menge gefehlt, Internet of Things (IoT) etwa. Aber auf was sollte sich Deiner Meinung nach ein Unternehmen egal welcher Größe im nächsten Jahr wirklich einstellen?

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