Was bringen Gewinnspiele bei Facebook wirklich?

Gewinnspiele gelten bei Facebook als Mittel die Fananzahl zu steigern. Aber wie nachhaltig ist der Erfolg?

Wer seine Facebookseite nach vorn bringen will, kommt um die Bereitstellung von interessante, einzigartigen Content nicht herum. Doch der Weg kann manchmal ziemlich mühsam sein und die Anzahl der Fans der eigenen Seite scheint nur in Zeitlupe nach oben zu gehen. Wer es eilig hat, dem werden an dieser Stelle auch immer wieder Gewinnspiele empfohlen. Und in der Tat, ein Gewinnspiel kann den Fanzähler durchaus nach oben treiben. Allerdings mehrt sich auch die Ernüchterung nach Beendigung des Gewinnspiels, nicht selten verabschieden sich die neuen Fans danach nämlich auch gleich wieder.

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Fans kommen, und Fans gehen nach einem Gewinnspiel auch wieder

Ein interessanter Punkt an dieser Entwicklung ist übrigens, dass auch Seitenbetreiber diese Erfahrung machen, deren Gewinnspiel sich nahe am Content der Facebookseite selbst befindet. Eine der Empfehlungen, die ich bei einem Facebookgewinnspiel abgegeben würde, ist die Nähe zwischen Gewinn und Content der Seite. Ziel der Empfehlung ist es natürlich, dass nur jene die Seite liken, die tatsächlich auch an dem Thema interessiert sind. Wer also als Metzger ein iPad verlost, bekommt vielleicht auch Likes von Veganern – die aber die Seite schnell wieder entliken, sobald ihnen leckere Steaks in die Timeline gespült werden. Aber offenbar, um im Bild zu bleiben, springt auch manch passionierter Fleischliebhaber nach Beendigung des Gewinnspiels wieder ab. Wie nachhaltig sind also Gewinnspiele, um die Anzahl der Fans nach oben zu treiben?

Die gute Nachricht vorweg, auch wenn man die User abzieht, die anschließend wieder abspringen, kann man durch Gewinnspiele immer noch seinen Fanzähler nach oben bringen. Und für Seitenbetreiber mit geringem Budget sind Gewinnspiele immer noch die beste Möglichkeit die Seite zu promoten. Schließlich kann nicht jeder ein iPad verlosen, obwohl dieser Trend ja inzwischen eher ein Klischee ist, als das er noch tatsächlich umgesetzt wird. Wer allerdings zum Beispiel eine Facebookseite betreibt, weil er sich nebenbei mit Handarbeiten etwas hinzu verdient, ist mit der Verlosung eines eigenen Stückes immer noch gut beraten.

Doch wie sieht es bei einem vorhandenen Social Media-Budget aus? Hier lohnt es sich meiner Meinung nach schon zu rechnen, denn wer ein Budget zur Verfügung hat, der hat auch mehr Möglichkeiten:

  • 1. Mit Käse lockt man die Mäuse an und mit richtig viel Käse auch richtig viel Mäuse. Ein wertiger Preis bringt die User auch dazu die Seite zu liken. Allerdings sinkt damit auch die Nachhaltigkeit, weil man dann auch schnell ein Like von Usern bekommt, die am eigentlichen Content gar nicht interessiert sind. Vielleicht springen diese dann nicht gleich wieder ab, aber das könnte schlicht auch daran liegen, dass die Timeline bei Facebook ja von einem Algorithmus vorzensiertsortiert wird und der Neu-Fan die Seite erst wieder entfolgt, wenn ihm ein Beitrag angezeigt wird.
  • 2. Facebook Ads minimieren dieses Risiko, denn Facebook bietet recht detaillierte Einschränkungsmöglichkeiten in Sachen Zielpublikum an. Die Anzeigen können also ziemlich gut auf Personen zugeschnitten werden, von denen man weiß, dass sie am Content der Facebookseite interessiert sind.
  • 3. Die dritte Möglichkeit besteht schlicht darin sich Facebookfans zu kaufen. Das ist zwar mehr als grenzwertig und manche argumentieren auch, es sei abmahnfähig, aber ein Fan kostet nur ein paar Cent. Und auch wenn meine Experimente in dieser Richtung etwas her sind, so gewaltig groß ist die Absprungrate gar nicht – was aber natürlich daran liegt, dass man hier jede Menge Fakeaccounts als Fans sammelt.

Mit anderen Worten: Wer ein Social Media Budget hat, und jeder, der hier ernsthaft tätig sein will, sollte eines haben, kann durchaus einmal durchrechnen, welche der drei Möglichkeiten ihm am Ende den größten Erfolg bringt: Gewinnspiel, Facebook Ads oder Fankauf

Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, der offensichtlichste ist das Budget selbst – oder mit anderen Worten: Das Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer allerdings nur seine Fanzahl steigern will, weil er eine bestimmte psychologische Marke durchbrechen oder greifbar machen will, für den könnte ein Fankauf die schmutzige, aber am besten kalkulierbare Lösung sein.

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