Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Eine der ältesten Fragen der Menschheit ist eigentlich ziemlich leicht zu beantworten: das Huhn! Zumindest jenes Huhn, das wir im evolutionären Prozess als „Huhn“ definieren, weil es sich von seinem Vorfahr – mitunter auch schon mal ein Dino – zu einem Huhn entwickelt hat. Tja, und dieses ganz besondere Huhn legte dann das erste Ei.

Aber heute geht es nicht um Hühner, viel mehr habe ich mich geistig mal wieder ein wenig mit dem Thema Linkbuilding auseinander gesetzt. Ich gehöre ja nicht zu den SEO-Gurus, die behaupten man müsse nur tollen Content online stellen und schon läuft die Sache von selbst. Unter uns, das Internet ist geradezu überfüllt mit gerade zu fantastischem Content, den allerdings nie jemand zu Gesicht bekommt. Kurz: Linkbuilding ist eine sinnvolle Maßnahme.

Oder eigentlich sollte man lieber Folgemaßnahme schreiben, denn wer will das sein Content verlinkt wird, muss auch Content haben, den andere verlinken wollen. Und selbst wenn er hier und da mit ein paar Anreizen nachhilft, knallhart gesagt, Geld für gesetzte Forenbeiträge oder Gastbeiträge zahlt, wird er um den guten Content nicht herumkommen. Denn wenn das Linkziel den Eindruck erweckt wertloser Schrott zu sein, besteht ein Forenlink nicht lange und auch ein Blogger tut gut daran sich nicht mit solchen Gastbeiträgen die Glaubwürdigkeit abkaufen zu lassen. (Und tut er es dennoch, ist sein Blog auch für einen gekauften Gastbeitrag komplett wertlos geworden.)

Erst der Content, dann das Linkbuilding

Linkbuilding alleine ist also heute immer weniger wert. Es mag hier und da noch ein bisschen dem Ranking bei Google oder Bing auf die Füße helfen, aber die Kosten-Nutzen-Rechnung nähert sich langsam aber sicher dem Negativbereich. Der Honeypot/Linkmagnet, der gute Content, den andere auch von sich aus verlinken wollen, wird unerlässlich. Und der sollte naturgemäß schon existieren, ehe die Linkbuildingmaßnahmen beginnen.

Linkbuilding
Linkbuilding nur noch als Teil einer SEO-Maßnahme

In obiger Grafik habe ich mal eine typische SEO-Maßnahme skizziert. Am Anfang steht die Analyse, die sich ansieht wie der aktuelle Stand ist und fragt, was überhaupt erreicht werden soll. Danach kommt die Planung und schließlich starten die On-Site-Maßnahmen und gleichzeitig auch das Content-Marketing. Erst wenn genug verlinkenswerter Content vorhanden ist, beginnen die eigentlichen Linkbuildingmaßnahmen, während die Content-Marketingmaßnahmen wohlgemerkt nicht abgebrochen werden. Am Ende steht dann wieder eine Analyse der vorgenommenen Maßnahmen und vor allem eben ihrer Auswirkungen.

Links sind im Grunde immer noch genauso wichtig wie immer, aber sie teilen sich nicht mehr nur nach ihrer Herkunft auf. Früher musste man nur darauf achten, nicht gerade aus „schlechter Nachbarschaft“ Links zu bekommen, etwa von Pornoseiten oder Linkfarmen. Heute gibt es noch gute und schlechte Links. Was gut und schlecht ist, kann man etwa mit den Empfehlungen von Google AdWords oder Bing Ads erfahren. Dort steigt die Wahrscheinlichkeit für die Einblendung einer Anzeige dann, wenn der Link in der Anzeige auf eine Seite verlinkt, von der anzunehmen ist dass sie viel mit der Intention (der Suche, der Frage) des potentiellen Klickers zu tun hat. Mit anderen Worten, wie viel ein Link auf eine Seite am Ende wert ist, hängt mitunter auch von der Seite selbst ab. Kommt der Algorithmus zu dem Schluss, dass es sich um eine inhaltleere und lieblos dahin geklatschte Seite handelt, nützen noch so viele Links relativ wenig.

 

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