Warum Elon Musk gar nicht verlieren kann

Einen Elon Musk hält man nicht so schnell auf. Wenn es etwas gibt, was Anhänger und Gegner von Musk eint, dann wahrscheinlich diese simple Erkenntnis. Auch wenn mancher gebraucht hat, bis der Groschen bei ihm gefallen ist.

Himmel und Hölle, erst vor ein paar Wochen lagen diese beiden Dinge bei Elon Musk und seinen beiden großen Unternehmungen Tesla und SpaceX ganz nah beisammen. Denn kurz bevor die FalconX erfolgreich in den Weltraum abhob und mehr oder weniger ein Kapitel Weltraumgeschichte schrieb, musste Musk als Gesicht des Elektroautobauers Tesla vor die Öffentlichkeit treten und etwas verkünden, was manche bei Tesla schon als das Übliche bezeichnen: Lieferschwierigkeiten und finanzielle Verluste. Wer weiß, vielleicht beförderte die FalconX als Fracht ja auch deshalb einen Tesla in die Umlaufbahn.

Doch während das E-Sportcabrio früher oder später in der Erdatmosphäre verglühen wird, ist Elon Musk ein Mann den man niemals abschreiben sollte. So sehr sich auch hiesige Medien auch in den letzten Jahren bemüht haben. Zwar machte es ihnen Musk mit seinen ständig nicht eingehaltenen Ankündigungen bei Tesla zugegeben recht einfach, aber die Art und Weise wie die klassischen Medien nach Negativmeldungen gierten, hatte irgendwie schon etwas pathologisches. Als hätten sich die deutschen Verlage mit der deutschen Autoindustrie verbündet, gemeinsames Verschlafen der Zukunft einte sie wohl irgendwie.

Dabei übersehen sie mitunter oft eines, am Ende will Musk etwa mit Tesla nicht den internationalen Automarkt dominieren. Er will E-Autos zum endgültigen Durchbruch verhelfen. Und wenn man sich den Automarkt so ansieht, besonders die panischen Versuche hiesiger Automobilproduzenten Schritt halten zu können, scheint er zumindest in dieser Angelegenheit recht erfolgreich zu sein.

„Our goal when we created Tesla a decade ago was the same as it is today: to accelerate the advent of sustainable transport by bringing compelling mass market electric cars to market as soon as possible.“, Elon Musk

Elon Musk, und damit erklärt sich auch seine Begeisterung für den Mars, ist im Grunde der kleine Junge geblieben, der Science- und Science Fiction-Bücher verschlugen hat, und sich in der Lage findet seine Ideen und Träume von damals umzusetzen. Und genau das tut er auch – als Mann der Tat sozusagen.

Dabei ist Elon Musk nicht einmal ein Mann, den man wirklich mögen muss. Um ehrlich zu sein, ich möchte nicht für ihn arbeiten. Er ist herrisch, ungeduldig und als Chef wahrscheinlich so weit von Empathiefähigkeiten entfernt wie der Mars von der Erde. Er erwartet von seinem Umfeld, das es seine Mission teilt und mit keinem Jota weniger Einsatz an die Sache herangeht. Das muss man abhaben können.

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In ihrem Buch Elon Musk: Wie Elon Musk die Welt verändert beschrieb die Journalistin Aschlee Vance recht gut, den eigentlichen Charakter von Elon Musk. Umso erstaunlicher, mit dessen Mitarbeit. Sie zeichnete das Bild eines Nerds, wie er im Bilderbuch steht. Schon die Schulzeit war typisch, hier die Unterforderung im Unterricht, die zu schlechten Noten führt, dort die Sportler – na ja, wir wissen, was Sportler so mit Nerds anstellen. Von letzteren hört man heute natürlich nur noch recht wenig, oder eigentlich gar nichts. Vielleicht ist Elon Musk bei Nerds auch deshalb so beliebt, weil er es geschafft hat und heute Supermodels datet. Welcher Nerd träumt seit dem Film Lisa – der helle Wahnsinn nicht davon?

Elon Musk hat diesen Weg also bestritten, und ist dabei – mal abgesehen von den Dollars und schönen Frauen – am Ende seinem Ziel treu geblieben, die Welt nach vorn zu bringen. Sein Drang irgendwann den Mars zu besiedeln kommt nicht daher, dass er mit Weltraumkreuzfahrten Geld verdienen will oder auf dortige Bodenschätze aus ist. Er sieht in der Besiedelung des Mars tatsächlich so etwas wie die Chance der Menschheit zu Überleben.

Elon Musk at GTC 2015

Ich persönlich frage mich zwar, warum wir nicht erstmal die Erde retten, ehe wir andere Planeten besiedeln. Aber, na ja, Details.

Elon Musk ist ein Mann mit einer Mission. Und auch wenn er natürlich gerne hätte, dass SpaceX bei der Marsbesiedelung eine Rolle spielt, am Ende geht es ihm darum das Ziel zu erreichen. Ebenso wie nicht jeder auf der Welt künftig einen Tesla fahren soll, aber sehr wohl ein Elektroauto. Man könnte als primäres Ziel von Tesla und SpaceX also durchaus sehen, einen Wettbewerb zu starten, an dessen Ende das Ziel erreicht werden soll. Und so wie die Sache derzeit läuft, kann Elon Musk dabei gar nicht verlieren. Die Dinge in Gang gesetzt hat er auf jeden Fall schon einmal.

 

About Thomas Matterne

Thomas Matterne ist Chefredakteur des dreisprachigen Online-Magazins DenkZeit und als Online-Marketing-Manager tätig. Der ausgebildete Journalist hat ein Diplom in Wirtschaftsinformatik, und schreibt an dieser Stelle über IT-, Online-Marketing- und SEO-Themen - unteranderem.

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