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VR: Badplanung erlebbar machen

Das mit Hilfe von Virtual Reality die Möbel- und Einrichtungsbranche revolutioniert werden wird, dürfte spätestens klar sein, seit Ikea den Einsatz von VR-Brillen angekündigt hat. Doch so richtig durchgesetzt hat sich die Erkenntnis bei vielen noch nicht, das in Würzburg ansässige Unternehmen Richter + Frenzel bietet da eine Ausnahme.

Einen Blick in sein neues Bad werfen, noch bevor es eingerichtet wurde? Dank VR-Brillen ist das nicht besonders schwer. Zumindest nicht bei Richter+Frenzel, das mainfränkische Unternehmen ist zwar schon seit 1895 im Bereich Sanitär- und Haustechnik unterwegs, scheut aber die modernen Herausforderungen der Digitalisierung keineswegs.

Screenshot: https://reality.r-f.de/

Schon seit 2016 bietet man deshalb Kunden mit Hilfe der VR-Brille realityPro an den unterschiedlichen Standorten des Unternehmens die Möglichkeit ihr neues Badezimmer zumindest schon einmal zu betreten. Damit hat man eine jener technischen Möglichkeiten mit ins Programm genommen, von denen ich persönlich schon lange überrascht bin, wie wenig diese Chance den Kunden zu überzeugen genutzt wird.

Dabei belässt man es natürlich nicht damit eine Art virtuellen Showroom zu erstellen, sondern setzt nach der Planung des individuellen Bades für den Kunden eben auch jenes 1:1 in die virtuelle Realität um. Ein Kundenerlebnis der (heute noch leider) besonderen Art, oder?

Virtuelle Realität mit großem Potential

Natürlich hat man aber auch mit dieser Anwendung erst wirklich begonnen das Potential von VR-Brillen in der Einrichtungsbranche auszuschöpfen. Auch wer einen Schritt zurück geht, also zum Entwurf eines Hauses, kann diese Möglichkeit hervorragend nutzen. Architekten die ihre Kunden mit bloßen 3D-Modellen am Computer beeindrucken sind sozusagen von gestern, stattdessen besteht damit die Möglichkeit sein Haus zu begehen, noch ehe der erste Mauerstein gesetzt wird. Die Möglichkeiten der Haus- und Einrichtungsplanung werden dadurch auf ein komplett neues Level gehoben.

Noch nutzen Unternehmen wie Richter+Frenzel die Technik allein in ihren Geschäftsräumen, sind VR Brillen aber erst einmal beim Endkunden weiter verbreitet, steht die nächste Stufe an. Und das heißt nicht nur, dass der Kunde künftig dann vom eigenen Sofa sein künftiges Badezimmer begehen kann (oder meinetwegen im real existierenden alten Bad), sondern mit der richtigen Software kann er gleich selbst sein eigenes Bad zusammenstellen. Mittels AR (Augmented Reality) ist es dann auch nur eine Frage der Zeit, bis der Kunde zuhause in seinem Bad steht, das reale Waschbecken ausblendet und das neue mittels derselben AR-Brille einblendet. Bei nicht eingerichteten Räumen dürfte das mit Brillen wie der HoloLens von Microsoft schon heute kein größeres Problem mehr darstellen. Was früher der Vorstellungskraft und dem Talent Räume richtig auszumessen zukam, kann dank dieser modernen Technik schnell und einfach virtuelle Realität werden – dem Tausch diverser Modelle mit einer Handbewegung inklusive.