Google ist eine Suchmaschine – Punkt – . Eigentlich ist das nur die halbe Wahrheit, Google ist nicht eine Suchmaschine, sondern ein Dutzend davon. Und das sollte man auch als SEO beachten.

Vielleicht fangen wir aber erst einmal an, was sich denn hinter dem Begriff „Vertical Search“ verbirgt. Teilweise bekommt man sie in den (Haupt-)SERP’s auch mit angezeigt, etwa in Form von Google Shopping Ergebnissen, aber eigentlich kann man – je nach Denkweise – auch schon Google Ads dazu zählen.

Lange Rede kurzer Sinn, hier ist mal eine Liste der vertical Search-Möglichkeiten von Google:

  • Google Shopping
  • Google News
  • Google Bildersuche
  • Google Videos / Youtube
  • Google Maps
  • Google Bücher
  • Google Finanzen
  • Google Flüge

Außerdem würde ich unter dem Gesichtspunkt dieses Artikels noch hinzuzählen:

  • Google Ads
  • Google +
  • Google MyBusiness

Googles unermesslicher Datenschatz

Der Erfolg von Google steht und fällt mit den Daten, die das Unternehmen sammelt. Wenn wir jetzt annehmen, dass Google die gesammelten Daten nicht voneinander separiert, sondern miteinander verknüpft, können wir auch annehmen, dass die Daten aus Maps, Bildersuche, MyBusiness usf. in die gesamten SERP’s einfließen. Und da eine Webseite praktisch nie, und eine einzelne Landingpage hoffentlich nicht nur aus Text besteht, können wir folgende These aufstellen:

Die von der Google Vertical Search gesammelten Daten fließen in das gesamte Suchergebnis mit ein. Deshalb sollten die einzelnen Elemente auch auf die sie betreffende Vertical Search optimiert sein.

Bei der Google Bildersuche hat sich das bereits herumgesprochen, deswegen ist Bilder-SEO schon sozusagen ein anerkannter Beschäftigungsbereich für Optimierer. Gleiches gilt aber auch für ein Video, das bei Youtube eingebunden ist. Youtube ist tatsächlich kein Videospeicher, es stellt zwei Dinge dar:

  1. Youtube ist die zweitgrößte Suchmaschine im Web.
  2. Youtube ist ein Soziales Netzwerk.

Einfach mal ein Video bei Youtube hochladen, damit man es besser auf seiner Seite einbinden kann ist also nicht einmal die halbe Miete. Stattdessen sollte man das Video komplett unabhängig von der Seite betrachten, und so optimieren, dass es bei Youtube auch gefunden wird. (Netterweise funktioniert das in diesem Fall tatsächlich sehr gut mit der richtigen Keywordwahl und selbst Keywordstuffing kann hier noch helfen.) Vor allem sollte das Video aber so bei Youtube eingepflegt werden, dass es für sich Interaktionen anregt, also dem Gedanken des Sozialen Netzwerkes folgt. In unserer Annahme heißt das nämlich dann, Google weiß, dass das auf der Seite eingebundene Video bei Youtube besonders beliebt ist, also bekommt diese Seite dafür auch einen Pluspunkt für die SERP’s.

In ähnlicher Art und Weise kann man das jetzt für alle weiteren Möglichkeiten durchgehen. Wer ein richtiges Magazin auf seiner Seite hat, kann sich um eine Zulassung zu Google News bemühen. Auf jeden Fall sollte man aber seinen Google MyBusiness-Eintrag pflegen und vor allem für sich beanspruchen. Durch die dabei notwendige Adressverifikation hat Google in diesem Fall sogar die einzigen wirklich bestätigten Offline-Daten zur Verfügung.

Bei Google Büchern wird der Aufwand schon schwerer. Und die Vertical Searches für Flügge und Finanzen sind dann wichtig, wenn man sich auch in diesen Bereichen bewegt.

Inwiefern Google + von Belang ist, darüber kann man diskutieren. Google trägt sein Netzwerk ja still und heimlich zu Grabe. Am Ende reicht es aus, das man mit dem MyBusiness-Eintrag ja auch dort seine Daten hinterlegt hat.

… und Shopping oder AdWords/AdSense?

Strittig dürfte auch das Thema der von Google angebotenen Shopping-Einblendungen und AdWords sein. Gerade bei der EU steht Google ja in der Kritik, hier andere Anbieter zu benachteiligen. Das AdWords Einfluss auf das Ranking hat, ist eine dieser Legenden, die einfach nicht tot zu bekommen sind. Ganz ehrlich, selbst Google könnte sich so etwas nicht leisten, weil der dadurch entstehende Skandal zu groß wäre und mit Bing oder Ducktogo Suchmaschinen parat stehen, die die 90 % gerne unter sich aufteilen würden. Das gilt aber nur für das Ranking, nicht für die dadurch entstehenden Daten. Zumindest könnte Google sich fragen, wer macht denn Werbung? Eine Finanzdienstleistungsseite oder ein Blogger der Finanzdienstleistungen als Thema hat. Hier könnte ich mir vorstellen, dass der Blogger aufgrund seiner Neutralität – unter sonst gleichen Bedingungen – durchaus Vorteile haben könnte. Um ein Beispiel zu nennen.

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