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Traue keiner 5 Sterne-Bewertung

Eine US-Studie fand heraus, dass nicht Unternehmen mit 5 Sterne-Bewertungen am meisten Geld einnehmen, sondern jene, die nur mit 3,5 bis 4,5 bewertet werden. Überraschend ist das nicht.

Der Einfluss von Bewertungen auf das Online-Verkaufsverhalten ist kein Geheimnis, man diskutiert lediglich über das Ausmaß. Noch immer sind Bewertungen eines der wenigen Kriterien, die Kunden online zur Verfügung haben. Auf der anderen Seite steigt zumindest bei fleißigen Online-Shopern das Misstrauen. Man weiß inzwischen, Bewertungen kann man sich auch erschleichen, ermogeln oder einfach kaufen.

Eine glatte 5 Sterne-Bewertung etwa bei Google macht inzwischen nicht nur mich stets stutzig. Bei drei, vier Bewertungen weniger, dort ist eine perfekte 5 nicht so schlimm. Kann Zufall sein. Aber wenn es deutlich zweistellig wird, und so gar kein Bewertender hat ein Haar in der Suppe gefunden? Ja, nee, is’ klar. Das wird spätestens auch dann unrealistisch, wenn man weiß, das es genügend Menschen gibt, die vier Sterne vergeben, wenn sie zufrieden sind, sich den fünften aber für jemanden aufheben, der das Besondere geleistet hat. Ein glattes 5 Sterne-Profil ist meiner Ansicht nach gefakt, und zwar von ziemlichen Volldeppen. Ihm fehlt nämlich das, was ein gutes Bewertungsprofil ausmacht: Authentizität

Der US-Softwareanbieter Womply hat eine Studie zum Thema Online-Bewertungen erstellt. Am besten kommen dabei Kleinunternehmen weg, die zwischen 3,5 und 4,5 bewertet wurden. Mir persönlich erscheint 3,5 zu niedrig angesetzt, die magische Grenze dürfte eher um die 4,0 herumpendeln. Eingrenzend sollte man nämlich erwähnen, dass der Zusammenhang nicht kausal ist, sondern die Zahlen korrelieren. Oder auf Deutsch: Unternehmen in dieser Range hatten einen höheren Gewinn, als Unternehmen die sich nicht dort befinden. Diesen Gewinn erreichten sie aber durch die unterschiedlichsten Faktoren, nicht allein aufgrund ihrer Online-Bewertung. Ich würde diese Zahlen allerdings dennoch als guten Gradmesser betrachten, denn sie sind ein recht treffender Indikator für die herrschende Unternehmenskultur.

An anderen Zahlen wird das noch deutlicher. Unternehmen die mindestens vier (ohnehin vorhandene) Bewertungsprofile pflegen und auf Bewertungen reagieren, haben ebenfalls einen höheren Gewinn. Daraus kann man ablesen, dass diese Unternehmen verstanden haben, dass Kritikfähigkeit ein Vorteil ist und Kommunikation von enormer Bedeutung. Kritikfähigkeit kann etwa dazuführen einen verlorenen Kunden zurückzugewinnen, oder das eigene Produkt zu verbessern. Und das Kommunikation im Zweifel eine nützliche Sache ist, darüber müssen wir ja hoffentlich nicht reden. 🙂

Hier findet Ihr die echten Bewertungen:

Übrigens, wer bei einem Bewertungsprofil bei Google misstrauisch geworden ist, kann dies durchaus einem Gegencheck unterziehen. Mein Tipp, schaut bei Spezialbewertungsportalen vorbei. Die gibt es nicht nur für Ärzte. Und sie werden in der Regel weit redaktioneller geführt, als bei Google, sind im Zweifel also echter. Und wer dann immer noch unsicher ist, dem lege ich kununu ans Herz. In diesem redaktionell betreuten Bewertungsportal, bei dem tatsächlich noch immer ein Mensch eine Bewertung freischaltet, bewerten Mitarbeiter ihre Unternehmen. Mit dem Blick hinter die Kulissen, erfährt man oft mehr, als man eigentlich wissen wollte.

Von Thomas Matterne

Thomas Matterne ist ausgebildeter Journalist mit einem Diplom in Wirtschaftsinformatik. Er arbeitete als Leiter der Online Redaktion von TV touring und als Chefredakteur von DenkZeit. Aktuell schreibt er neben dieser Seite in diversen anderen Online-Veröffentlichungen, wie z.B. das Kaffee Journal. Auf dieser Seite finden sich vor allem Themen aus den Bereichen Content- und Online-Marketing, sowie dem Feld IT allgemein.

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