Teenager verlassen Facebook: Braucht es ein neues SchülerVZ?

Das Facebook ein Jugendproblem hat, wird ja schon lange kolportiert und gelegentlich tauchen dabei auch Zahlen auf. Folgende zum Beispiel, in der Teenager aus den USA gefragt wurden, was für Sie das wichtigste Soziale Netzwerk ist. Mit 14% landete Facebook im Frühjahr 2015 damit auf den dritten Platz, hinter Instagram und Twitter. Die Zahl hat sich damit im Vergleich zu 2013 sogar mehr als halbiert:

Infographic: More Teens Choose Instagram Over Twitter And Facebook | Statista

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Das Teenager-Problem von Facebook ist übrigens nicht weiter überraschend, sondern die Folge eines für Mark Zuckerberg kaum lösbaren Problems. Mit wachsendem Erfolg stiegen auch die Nutzerzahlen im älteren Userbereich, oder anders ausgedrückt: Hilfe, meine Eltern und Lehrer sind jetzt bei Facebook!!! Ob das jetzt aber wirklich einen Exodus von Teenagern in Gang gesetzt hat, darf dann auch wieder bezweifelt werden. Facebook verliert in erster Linie dadurch nur seine Stellung als digitaler Rückzugsort für Jugendliche, an dem sie ungestört von besorgten Eltern miteinander kommunizieren konnten. Unter diesem Gesichtspunkt könnte man sich fast fragen, ob ein Angebot wie SchülerVZ, mit seiner altersmäßig exklusiven Zielgruppe, heute vielleicht eine neue Chance hätte.

Wobei dieser nur auf den obigen Zahlen beruhende Eindruck natürlich auch gewaltig täuschen kann, suggeriert er doch, dass Teenager die vorher primär auf Facebook gesetzt haben, sich jetzt lieber zuerst bei Instagram tummeln. Instagram und Facebook sind zwei komplett unterschiedliche Ansätze von sozialen Netzwerken. Während Facebook mit seinem Flagschiff im Grunde die gesamte Bandbreite des Internets abdeckt, konzentriert sich das ebenfalls zu Facebook gehörende Instagram ausschließlich auf Bilder und Fotos im mobilen Bereich. Entsprechend steht bei Instagram die Kommunikation über Bilder im Vordergrund, auch wenn Kommentare möglich sind und User untereinander Nachrichten senden können – ein Feature, das aber zum Beispiel in der App für Windows Phone nach wie vor fehlt.

In der Frage fehlt ein dritter Mitspieler, der ebenfalls unter dem Dach von Facebook beheimatet ist, WhatsApp. Der Messenger ersetzt mit seinen Gruppenchats weit besser den geschützten Rückzugsraum für die Jugendlichen, als das jedes andere auf dem Markt befindliche Angebot tun könnte. Hier kann weiter eine Vernetzung unter den Teenagern stattfinden, ohne das Eltern alles mitbekommen müssen. Zwar können diese problemlos auch WhatsApp nutzen und mit ihren Kindern kommunizieren, in eigenen Gruppen können die Teenager aber weiter unter sich bleiben.

About Thomas Matterne

Thomas Matterne ist Chefredakteur des dreisprachigen Online-Magazins DenkZeit und als Online-Marketing-Manager tätig. Der ausgebildete Journalist hat ein Diplom in Wirtschaftsinformatik, und schreibt an dieser Stelle über IT-, Online-Marketing- und SEO-Themen - unteranderem.

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