Jeder Zweite in Thüringen nutzt Google+

Ist das jetzt wichtig? Nein, natürlich nicht. Die Zahlen zu Google+ gehören wohl zu jenen, die man beim deutschen Social Media Atlas von Faktenkontor nicht ganz so ernst nehmen sollte, auch wenn sich das Datenmaterial auf 2014 bezieht. In den letzten Monaten hat Google selbst seinen Versuch Facebook Paroli zu bieten soweit abgewertet, dass es jetzt nicht einmal mehr als Netzwerk für etwas technikaffinere User taugt. Aber ansonsten ist der Atlas hier durchaus einen Blick wert.

Fast 70 Prozent jener Deutschen, die sich im Internet bewegen, sind auch in sozialen Netzwerken aktiv. Freilich in der Regel eher passiv, aber das schließt ihre Erreichbarkeit zum Beispiel durch Marketingaktionen ja auch nicht aus. Die Macher der Studie haben ihre Zahlen auch nach Bundesland ausgegeben, womit sich zeigt, dass die Facebookisierung Bayerns zum Beispiel beinahe flächendeckend ist. Aber immerhin liegt der Schnitt ja auch bei 93 %. Somit ist und bleibt Facebook auch in unseren Breitengraden das Non-Plus-Ultra in Sachen Social Network. Mithalten kann dabei durchaus noch YouTube, die Videos werden immerhin deutschlandweit von 86 % der Nutzer in Anspruch genommen  – auch wenn sie sich dabei freilich nicht bewusst sein dürften, in einem Social Network zu bewegen. Wenn man bedenkt, dass YouTube und Facebook derzeit den Kampf als größte Videoplattform unter sich ausmachen, unterstreicht das noch einmal die enorme Bedeutung von Videos im Bereich Social Media Marketing.

Danach kommt lange Zeit nichts mehr, auch wenn immerhin noch fast jeder zweite Deutsche noch in Foren unterwegs ist. Foren sind meiner Ansicht nach ja immer ein wenig in Gefahr unterschätzt zu werden. Sicher, als Angebot an die Masse taugen sie in Zeiten von Facebook & Co. nicht mehr viel, aber gerade in einer Nische und mit einer aktiven Community können sie nach wie vor Gold wert sein.

Klassische Social Media Aktivitäten wie das Bloggen sind immerhin noch bei einem Drittel gefragt. Wobei ich bei Zahlen, die Blogs betreffen, immer den Hinweis bringe, dass Otto-Normal-User eine Webseite und ein Blog nicht wirklich auseinanderhalten kann. Abgesehen davon sind Blogs auch schon aus Sicht des Content Marketings ein absolutes Muss in der heutigen Zeit.

Twitter und XING wirken unterdessen fast ein wenig abgeschlagen, haben aber in bestimmten Bereichen ihre Berechtigung und gerade der Kurznachrichtendienst arbeitet aktuell ja auch daran seine Bedeutung in Deutschland massiv auszubauen.

Funfact zum Schluss: Wer mal die Zahlen zwischen Hamburg und Berlin vergleicht, wird die Hansestadt meist vorne liegend sehen. Auch so ein Zeichen dafür, wer die deutsche Hauptstadt in Sachen Netzwirtschaft ist und wer sich nur dafür hält.