CShell bringt Windows 10 auf alle Geräte – auch das Smartphone

Während sich die Gerücht verdichten, dass sich Microsoft eben doch noch nicht vom Smartphone-Markt verabschiedet hat, wird die eigentliche Vision der Redmonder immer deutlicher: Ein Windows für alle Geräte. Und „alle Geräte“ schließt eben auch das Smartphone mit ein.

CShell, kurz für Composable Shell, wird wohl dieser Weg werden, denn es ermöglicht schon jetzt Windows 10 auf einem Smartphone zum Laufen zu bringen. Mit all den Vorteilen, die man vom Desktop als Umgebung gewohnt ist:

 

Die Highlights der Build 2017

Er ist zurück, ja, auch Joe Belifore hatte bei der Build in Seattle seinen Auftritt. Nach seiner Auszeit wurde er ja von so manchem Microsoft-Fan vermisst. Und nicht wenige sahen sein Untertauchen als das deutlichste Signal, dass sich Microsoft endgültig vom Smartphonemarkt zurückziehen würde. Vorgestellt hat er, neben den neuen Möglichkeiten, mit denen Microsoft die Cloud noch einen Tick besser nutzen will, auch das neue Design – das bisher unter dem Namen „Project Neon“ so sehr von Microsoft gestreut wurde, dass es wohl kein Geheimnis mehr war:


In gewisser Weise setzt Windows hier ja auch seinen 3D-Trend vor, denn das neue Design wird tatsächlich mehr Tiefe haben. Und auch ein anderer Trend findet seine Fortsetzung, Windows öffnet sich für Dinge, die man nie in seinem Appstore erwartet hätte. iTunes wird nämlich bald verfügbar sein, warum auch immer, schließlich ist iTunes selbst bei Mac-Fans seiner Unbedienbarkeit wegen verschrien. Schon etwas cooler ist da die Ubuntu-App, ebenfalls auf der Build angekündigt.

Ebenfalls im Creators Fall Update enthalten sein wird Microsoft Story Remix:


Was zunächst so aussieht, als könnte endlich auch der Laie interessante Urlaubsvideos zustande bringen – oder zu mit Effekten überladen – könnte so manchen Designer entweder erfreuen, oder klar machen, dass sein Job wieder ein bisschen unsicherer geworden ist. Was sich damit machen lässt, demonstrierte Lorraine Bardeen in ihrem Vortrag:


Natürlich spielte auch Cortana eine Rolle auf der Build, ganz nebenbei konnte man auch Harman Kardon Invoke in Aktion sehen:


Und da gibt es ja auch noch das Thema Mixed Reality und die Holo Lens, eine bezahlbare Variante wurde ja auch angekündigt. Die Demonstration war wie üblich ziemlich beeindruckend, auch wenn sie nüchtern nicht viel Neues zu bieten hatte:

 

Windows 10 auf dem Smartphone

Windows 10 trat ja eigentlich mit dem Anspruch an ein Betriebssystem für alle Geräte zu sein, und dennoch kocht man auf dem Smartphone irgendwie bisher sein eigenes Süppchen. Ob das einer der Gründe für den mangelnden Erfolg ist lassen wir mal dahingestellt, auf jeden Fall zeigt dieses Video von Albert Jelica, dass es bald auch ganz anders gehen könnte. Windows 10 auf allen Geräten eben.

via WindowsArea.de

 

Windows 10 Mixed Reality – Willkommen in der Matrix

Wenn man ehrlich ist, es sieht ein bisschen nach den Anfängen von Second Life aus … Aber in gewisser Weise steckt die Mixed Reality World von Microsoft ja auch noch in jenen Kinderschuhen und was in diesem Video zu sehen ist, ist ein erster Eindruck. Wer im Inside-Programm ist und bereits Build 15048 installiert hat, kann genau das übrigens auch jetzt schon nachvollziehen.

Wobei es natürlich einen ziemlichen unterschied machen dürfte, ob man bereits über ein Headset verfügt oder sich quasi wie in, na ja, Second Life bewegt.

Spannend ist der Einblick auf jeden Fall und er macht Lust auf mehr …

 

Was ändert sich bei Edge durch das Creators Update?

Zu den Dingen die mich beinahe täglich wurmen, gehört die Tatsache dank einer Bindung an Windows 7 an meinem Arbeitsrechner, auf Edge verzichten zu müssen. Was für eine Wohltat ist es dagegen damit dann am Second Screen oder privat surfen zu können.

Und mit dem Ende Frühling anstehenden Creators Update für Windows 10 bekommt auch Edge noch die ein oder andere Verbesserung. Dabei spreche ich weniger von der neuen Vorschaufunktion für die Tabs. Ganz ehrlich, das hat auch bei der Konkurrenz für mich nicht wirklich Sinn gemacht. Das man jetzt aber Seiten fürs spätere Lesen zur Seite schieben kann, ist dagegen eine Innovation auf die ich nur gewartet habe. Interessant wäre es allerdings zu wissen, ob man diese Funktion auch zwischen verschiedenen Endgeräten synchronisieren kann.

Passend zu der hohen Bedeutung, die Microsoft der VR-Entwicklung durch das Creators Update zugeschrieben hat, darf mit einer 3D-Darstellung natürlich auch Edge nicht hinten anstehen. Und wer neulich gelesen hat, dass der Windows das demnächst auch E-Books über den Store zu haben sind, wird sich über die angekündigte E-Bookfunktion im Browser auch nicht wundern.

Business as usual verspricht Microsoft natürlich auch einen Performancegewinn mit dem Update, auch wenn sich Edge dort alles andere als vor der Konkurrenz verstecken muss. Die hat allerdings wohl auch nach dem Aufstocken der Extensions im Shop in diesem Fall wohl immer noch die Nase vorn. Wobei ich eigentlich diesen „Mangel“ oft auch eher als wohltuend empfinde, so manch Chrome- oder Firefox-User wird es mir vielleicht nachfühlen können, weil man die beiden Browser doch sehr schnell geradezu mit Erweiterungen zumüllt.

Eine interessante Funktion ist sicher auch die Möglichkeit über einen in Edge integrierten Dienst direkt zahlen zu können. Allein sollte man hier doch auch noch eine Kooperation zumindest mit PayPal eingehen, um auch auf die Masse abzielen zu können. Unter uns, ich müsste mal schnell Bing befragen, ob Microsoft Wallet in Deutschland überhaupt zur Verfügung steht.

 

Microsoft Paint macht jetzt in 3D

Wenn Grafik Designer „Paint“ hören, rollen sich ihre Augen ganz weit nach oben. Bei manch Vorgängerversion war das vielleicht durchaus auch berechtigt, aber auch in Sachen Paint hat Microsoft in den letzten Jahren viel Schwung geholt und ziemlich aufgeholt. Die neueste Entwicklung geht dabei in die Richtung 3D, und was auf diesem Marketing-Video für die neue Paint-App angekündigt wird, kann durchaus beeindrucken:

 

Der heiße Scheiß der Woche (052)

Natürlich kommt man um den Verkauf von Yahoo diese Woche nicht herum, aber es ist auch eine einzigartige Chance abgelaufen, das Beste aus seinem Computer herauszuholen.

+ + + Verizon schluckt Web-Pionier Yahoo + + +

Man mag sich über Yahoos-Niedergang lustig machen und sich Fragen, warum Verizon es dennoch kauft. Dabei übersieht man aber eine wesentliche Kleinigkeit. Im Gegensatz zu so manchen gehypten Angeboten verdient Yahoo tatsächlich Geld.

+ + + Klarnamenzwang schützt nicht vor Hasskommentaren + + +

Gibt es weniger Hasskommentare, wenn die User unter ihrem richtigen Namen posten sollen? Eine Studie der Uni Zürich sagt nein. Man hätte allerdings auch nach Süd Korea gucken können, da hat man genau das nämlich versucht – und es hat nicht funktioniert, eher im Gegenteil.

+ + + 6 Tipps, wie du deinen Blog mit Interviews aufwertest + + +

Interviews sind tatsächlich erstklassiger Content für ein Blog. Zu den Tipps in diesem Beitrag würde ich noch hinzufügen, dass man bei einem Face to Face-Interview auch das Audio zur Verfügung stellen kann. Ob schriftliche Interviews dagegen tatsächlich so schlecht sind, wage ich allerdings zu bezweifeln.

+ + + Social-Media-Maulkorb: Unerlaubte Worte, Hashtags und Re-Tweets bei den Olympischen Spielen + + +

Wer mit einem Unternehmensaccount etwas zu den Olympischen Spielen posten will, kann vom IOC leicht abgemahnt werden. Schließlich geht es in Rio nicht um sportlichen Erfolg, sondern um Macht und Geld. Am Besten also gar nicht drauf eingehen.

+ + + Senf dazu: Selbst schuld, wer heute nicht auf Windows 10 umsteigt + + +

Ihr wolltet das beste Windows aller Zeiten – hab aber das Gratis-Update nicht genutzt? Ganz ehrlich, selbst schuld. Dann zahlt ihr halt beim nächsten Computerkauf Geld dafür. Nein, wirklich, einigen war halt wirklich nicht zu helfen.

 

Worauf wir uns beim Windows-Update freuen können!

Bei The Verge gibt Tom Warren einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen, die Microsoft Windows 10 mit dem Anniversary Update in wenigen Tagen verpassen wird. Ganz oben auf seiner Liste ist natürlich Windows Ink, das nicht nur das digitale Lineal bringen wird, das Microsoft vor einigen Monaten vorgestellt hat, sondern ein weiterer Grund dafür sein dürfte, das Windows 10 für Tablets immer mehr das beste Betriebssystem werden wird. Da bin ich richtig froh, dass ich seit letzter Woche ein stolzer Besitzer eines Surface Pro 4 geworden bin – dem Microsoft Summer Sale sei dank. Als solcher kann ich übrigens auch jetzt schon bestätigen, dass die Arbeit mit dem mitgelieferten Stift jede Menge Spaß macht und bei mir auch schon produktiv zum Einsatz kam.

Die zweite große Änderung betrifft sicherlich den Browser Edge, der (endlich) Extensions/Erweiterungen unterstützt, wie es die Konkurrenz von Chrome und Firefox längst tut. Damit rüstet Microsoft ein Feature nach, das ich tatsächlich bei aller Überzeugtheit von Edge sehr vermisst habe. Nicht dass ich ein besonders fleißiger Nutzer solcher Extensions wäre, aber die ein oder andere vermisst man dann doch und das machte das Arbeiten mit Edge, so schnell er auch ist uns so viel er von Haus aus mitbringt, doch gelegentlich etwas umständlich.

Weitere Verbesserungen wird natürlich auch Cortana erhalten, wenn es auch keine großen Meilensteine zu sein scheinen. Allerdings arbeitet Microsoft ja kontinuierlich an der Weiterentwicklung seiner digitalen Assistentin. Ebenso wird Windows Hello verbessert, das den Login mittels Gesichtserkennung ermöglicht, ohne Passwort oder Pin eingeben zu müssen. Eines dieser Feature von denen man vorher vielleicht behauptet, man bräuchte das ja eigentlich nicht, auf das man aber nie wieder verzichten will, sobald man es einmal in Gebrauch hat.

Ein weiterer großer Schritt kommt auf die Besitzer einer Xbox One zu, die Spielekonsole soll mit dem Anniversary Update nämlich Windows Apps unterstützen. Damit forciert Microsoft weiter seinen Weg, mittels der Spielekonsole zurück in die Wohnzimmer zu kommen, aus dem der PC ja immer mehr zu verschwinden scheint.

Insgesamt dürfen sich Windows 10-Nutzer also auf jede Menge Neuigkeiten freuen. Und Windows 10-Verweigerer sollten damit weiter Gründe entgehen, die letzten Tage des Gratis-Updates nicht doch noch zu nutzen.

 

Der heiße Scheiß der Woche (043)

Diesmal gleich mit zwei Nachrichten, die in schöner Regelmäßigkeit kommen und auch noch mit Programmiererklischees und verpassten Chancen.

+ + + Neue Konkurrenz für Windows & Mac OS: Google greift mit Android & Chrome OS den Desktop an + + +

Beruhigend müsste man hinzufügen: „mal wieder“ Aber auf der anderen Seite dürften so manche, die vor der Marktmacht von Microsoft gewarnt haben, diese Zeit als die gute alte Zeit betrachten, sollte Google sich hier durchsetzen. Die Auslieferung des durchschnittlichen Konsumenten an Google wäre in diesem Fall schlicht total.

+ + + Microsoft denkt gar nicht daran Windows Phone aufzugeben + + +

Und noch einmal ein „mal wieder“ – Mal wieder wurde Microsoft 10 Mobile aka. WindowsPhone zu Grabe getragen. Grund war die Ankündigung von Microsoft mehr als 13000 Mitarbeiter bei Nokia zu entlassen. Für die Betroffenen eine Katastrophe, aber eben doch nicht das Ende von WindowsPhone. Auch WindowsArea.net ordnet das Geschehen hier nochmal ein.

+ + + Tausende Github-Nutzer haben Kontaktprobleme + + +

Bei Github scheinen immer mehr Entwickler dem Klischee des kontaktscheuen Programmierers entsprechen zu wollen. Zumindest gibt es dort ein massives Problem, was Anfragen von Usern bei den Entwicklern selbst betrifft. Dabei dürfte gerade in diesen Fragen echtes Gold stecken, was die Weiterentwicklung der einzelnen Projekte angeht.

+ + + Inbound Marketing: Das Marketing der Zukunft + + +

Inbound Marketing ist das Marketing der Zukunft – also in Deutschland, andernorts ist es schon Gegenwart. Hierzulande ziert man sich aber noch etwas, den Kunden nicht im direkten Verkaufsgespräch zu überzeugen, sondern langfristig durch überzeugende Qualitäten an sich zu binden. Inbound Marketing ist aber auch viel Arbeit – Arbeit, die einige bald nicht mehr haben werden, weil sie im Wettbewerb untergegangen sind.

 

WindowsPhone ist tot – schon wieder?

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Ein Vorgängermodel mit WindowsPhone

Mal unter uns, ich habe inzwischen mein viertes Smartphone mit Windows und dafür schon einiges an Häme einstecken müssen. Wer mit einem Windowshandy unterwegs ist, erfährt schließlich im besten Fall Interesse, weil sein Gegenüber noch nie eines gesehen hat. Als ich vor ein paar Monaten in einer großen AdWords-Agentur zu Gast war, wurde mir lächelnd erwidert: „Ach, Sie sind das!“ Bei meinem Ex-Arbeitgeber, wo Linux als cool galt, warf man mir schon Blicke zu, die mich irgendwie auf das „Ex“ hätten vorbereiten können. 😉

Aber ernsthaft, seit ich WindowsPhone oder jetzt Windows 10 nutze, wird das System schon für tot erklärt. Man gewöhnt sich dran und freut sich dennoch auf die neue Version.

Jetzt, wo am Ende bei Nokia noch mehr Mitarbeiter gehen müssen, als ohnehin erwartet, erhebt sich das Todesrufen der Konkurrenzanhänger erneut. Allerdings habe ich von meinem „Leidensgenossen“ Martin Geuß gerade auch heute einen der klügsten Beiträge zu dem Thema gelesen, den ich hiermit als Leseempfehlung abgebe: Windows 10 Mobile ist nicht das neue Blackberry – und der Vergleich mit Android und iOS passt nicht mehr

Lesenswert ist dieser Beitrag auch, weil er einen weiteren Punkt mit einschließt, der als Sau in den letzten Tagen durchs Dorf getrieben wurde, der angebliche Abschied Microsofts vom durchschnittlichen Konsumenten. An diesem Punkt ist was dran, aber eben auch wieder nicht. Ich persönlich kann das durchaus nachvollziehen, einer der großen Vorteile durch die Nutzung von Windows ist bei mir schlicht die Möglichkeit vollkommen plattformübergreifend arbeiten zu können. Einfach ausgedrückt, es ist vollkommen gleichgültig an welchem Gerät ich wo sitze. Mal abgesehen vielleicht von der Tatsache, dass in dem Rechnerpark, den ich täglich gebrauche, auch noch ein altes Windows 7 läuft. Aber selbst da kann Windows jenes Versprechen wahr machen, das sich Apple-User für teures Geld kaufen und doch nur einbilden. (Ironischerweise hat sich ein altes iPad in meinen täglichen Workflow ja auch dann erst wirklich integriert, als Office & Co. darauf zur Verfügung stand.)

Hinter all dem steckt nach wie vor eine weitestgehend unveränderte Strategie von Microsoft, die durch die Selbsterkenntnis, dass Nokia ein Fehlkauf war, eigentlich nicht wirklich tangiert wird. Gerade durch Innovationen wie Continuum hat Microsoft eine Entwicklung in der Hand, die – auch wenn es wohl nicht ohne langen Atem gehen wird – immer noch ein großer Wurf in der Businesswelt werden könnte. Und damit wäre übrigens auch wieder eine Hintertür zum Consumermarkt offen, aber das ist eine andere Geschichte.

Ganz davon abgesehen möchte ich mich Martin Geuß auch in einem anderen Punkt durchaus anschließen. Oder besser in der Befürchtung, die durch die Frage aufgeworfen wird, ob die Dominanz von Android wirklich eine gute Entwicklung ist. Apple mag nicht über Nacht verschwinden, aber man ist doch inzwischen recht deutlich an seine Grenzen gestoßen. Mehr ist schlicht nicht drin, will man in Cupido nicht komplett von seiner Preispolitik herunterkommen. iPhone & Co. haben ihre treue Fangemeinde, die auch gerne mal einen Euro oder Dollar mehr ausgibt als notwendig. In gewisser Weise ist man hier den Windows 10 Mobile-Fans ja nicht unähnlich, zwar gab es auch in der Lumia-Reihe immer eine erschwingliche Version, aber trotzt aller Preissenkungen, nachgeworfen bekommt man die Modell doch nicht.

Das man von Lumia demnächst nichts mehr hören wird, dürfte allerdings wohl feststehen. Das die neuen Modelle nicht mehr „Nokia“ gebrandet waren, sondern „Microsoft“ war hier wohl schon ein Vorspiel. Microsoft ist eben, genau wie Google, dass ja sein Nexus auch von unterschiedlichen Herstellern produzieren lies, kein Hardwarelieferant. Vielmehr dürfte jetzt das Surface Phone wohl um einiges realistischer geworden sein. Und damit könnte man angesichts der Qualität der Surface-Reihe durchaus wieder auf die Siegerstraße gelangen, was die Aushängeschilder in Sachen Hardware betrifft.

 

Egde – Ein cooler Browser unter fernerliefen

Microsofts Browser Edge ist für mich ein klassisches Beispiel guter Ideen aus Redmond, die sich leider wohl nicht durchsetzen werden. In diesem Fall liegt das aber zum gehörigen Masse auch an Microsoft selbst.

Er hätte eigentlich ein Kernfeature von Windows 10 sein sollen, aber stattdessen findet Microsofts integrierter neuer Browser Edge auch mehr als ein Jahr nach seiner Veröffentlichung immer noch recht wenig Freunde. Das Charles Morris, bei Microsoft maßgeblich an der Entwicklung von Edge beteiligt, in der folgenden Keynote lieber absolute, statt relative Zahlen verwendet, hat durchaus seine „statistische“ Begründung:

Realistisch betrachtet verbreitet sich Windows 10 zwar ganz gut, aber die neuen User bleiben entweder der Konkurrenz treu und geben Edge erst keine Chance, oder sie springen schnell wieder ab. Interessanterweise dürfte das auch an einer Tatsache liegen, die der Tarnname „Spartan“ früh angedeutet hat. Edge ist kein aufgeblähter Browser und begeht damit nicht den Fehler, der Opera zum Verhängnis geworden ist und der auch Firefox zu schaffen macht. Deutlichstes Zeichen ist die fehlende Möglichkeit Plugins zu installieren. Mit einem der kommenden Updates wird das zwar nachgerüstet, ob sich Microsoft damit einen Gefallen tut, lassen wir mal dahingestellt.

Die Anzahl wirklich notwendiger Plugins ist ehrlich gesagt recht begrenzt, die Anzahl von Edge mitgelieferter Funktionen ist dagegen durchaus sehenswert. Die Entwicklertools später IE-Versionen gehörten für mich schon immer zu den unterschätzten Vertretern ihrer Art, wer bei Edge die „F12“ drückt hat ein noch besseres Werkzeug zur Verfügung. (Allerdings muss ich zugeben, dass mir das auch erst bewusst wurde, weil ich seit ein paar Wochen im Büro eben keinen Edge mehr zur Verfügung habe.)

Zusätzlich gibt es dann auch noch die Möglichkeit Webseiten zu notieren, sich unkompliziert Teil-Screenshots zu erstellen … ich verweise da mal auf einen Artikel von mir, den ich hier Ende letzten Jahres geschrieben habe, der ist nach wie vor aktuell: 4 Tipps, mit denen das Surfen mit Edge Spaß macht

webnotizen

Webnotizen einfach im Browser erstellen, mit Edge kein Problem.

Das Edge jetzt Gefahr läuft zu einem weiteren gescheiterten Browser zu werden, hat viele Gründe. Natürlich gehört auch die Tatsache dazu, dass der Nachfolger des Internet Explorers unter dem schlechten Ruf eben von diesem zu leiden hat. Das ist zwar zumindest mit Blick auf die letzten IE-Versionen zu einem Vorurteil geworden, aber die halten sich bekanntlich weit länger, als die Wahrheit. (Ich zumindest hatte bis vor einem Jahr das interessante Problem, dass bei der Anzeige von mir umgesetzter Webinhalte im Firefox weit problematischer war, als im IE.)

Auf der anderen Seite war Microsoft erschreckend inkonsequent oder überhastet vorgegangen, als es Edge einführte. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man Edge eben zusammen mit Windows 10 an den Start bringen musste, dem Browser aber einige Entwicklungen noch ganz gutgetan hätten. Das man mit Betaversionen an den Start geht, die sich – mit Hilfe der Nutzer – immer mehr verbessern mag in der Branche inzwischen ein übliches Vorgehen sein, aber die Geeks gestehen das Microsoft nicht zu und Otto-Normal-User kennt das Konzept nicht. Mit anderen Worten, für letztere Gruppe, die größere und bedeutendere, machte Edge von Anfang an einen eher unfertigen Eindruck.

Edge ist ein Browser im Wandel

Wie angedeutet glaube ich auch, dass Microsoft gerade zusätzlich den Fehler begeht aus dem schnellen und simplen Browser, ein aufgeblähtes Monster macht. Plugins sind dazu der entscheidende Schritt. (Wobei ich persönlich glaube, dass die Verbreitung von Plugins beim Otto-Normal-User genauso überschätzt werden, wie die von Ad-Blockern. Die Nerdgemeinde vergisst allzu oft die schier unendliche Anzahl von Leuten, die etwa ihre URL stur in die Suchleiste von Google eingeben, weil sie glauben so ins Internet zu kommen.) Mit seiner Schlankheit würde Edge aber einen seiner großen Vorteile vor der Konkurrenz wieder einbüßen. Und damit eben auch vom ursprünglichen Konzept abweichen.  Ich schätze die neue Strategie von Microsoft sehr, aber mitunter habe ich das Gefühl, dass zu manchen Dingen auch ein langer Atem gehört, hat man in Redmond vergessen. (Dabei ist genau die Möglichkeit auch mal einen langen Atem haben zu können, nach wie vor eines der größten Pfunde von Microsoft.)

However, die endgültige Entwicklung von Edge ist wie gesagt längst noch nicht festgeschrieben. Und vielleicht findet man ja auch einen Mittelweg zwischen dem spartanischen Grundideal und dem pluginverseuchten Luftballon. Es wäre Edge zu wünschen, für mich zumindest ist er seit einigen Monaten der Browser Nummer 1.

 

Microsoft Continuum – Killerfeature oder Ladenhüter?

Mit Continuum erfindet Microsoft das Büro für die Hosentasche, die Nachfrage sprengt allerdings noch nicht alle Grenzen.

Seit der große Tanker Microsoft den Kurs geändert hat, wird unteranderem durch Windows 10 so manches Versprechen eingehalten, das eigentlich andere gegeben haben. Mit Windows 10 und dem Lumia 950 & 950 XL hat man nicht nur einen Computer in der Hosentasche, sondern einen sprichwörtlichen Computer in der Hosentasche.

Seit Windows 10 kann man per Telefon wie auf Ihrem PC arbeiten.  Mit Hilfe von Continuum für Windows 10 kann man sein Smartphone per Display Dock oder auch mit Hilfe von USB-C an ein externes Display anschließen und mit dem Arbeiten loslegen. Kurz, wer eine Workstation aus Monitor und Tastatur besitzt, kann sein Lumia zum PC machen.

Auf der Build 2016 hat Microsoft Programm-Managerin Liz Threlkeld die neuen Möglichkeiten kurz vorgestellt:

Mit Hilfe von Continuum kann man sein Büro also künftig tatsächlich immer bei sich haben, ob im Büro, im Home-Office oder auf Geschäftsreise – die Grenzen verschwimmen immer mehr. Für den Einsatz zuhause bietet sich zum Beispiel auch die vorgestellte „Fernbedienung“ an, um sich zum Beispiel Filme in eine App wie Hulu (okay, nicht bei uns), Watchever oder Netflix anzusehen. In diesem Fall kann man dann die kabellose Verbindung zum entsprechenden Gerät nutzen. Auch Games sind zwar möglich, aber unter uns, echte Zocker werden nicht gerade beeindruckt sein. Was auch nicht sonderlich schlimm ist, denn seinen Haupteinsatz dürfte Microsoft ohnehin im Businessumfeld sehen.

Office 365-Abo für Continuum sollte schon sein

Die Techszene scheint sich meinem Eindruck nach aber noch nicht so ganz sicher zu sein, ob es sich bei Microsoft Continuum jetzt um ein Killerfeature oder doch nur eine nette Spielerei handelt. Ich persönlich sitze da zwischen den Stühlen und behaupte mal, es ist ein Killerfeature für das sich zu wenige User interessieren werden. 🙂 Was natürlich wie vieles rund um Windows 10 äußerst schade ist, denn das Konzept ist an sich recht überzeugend, oder? Immerhin wird das Smartphone hier tatsächlich zu dem, was es immer von sich behauptet: Die Kommunikationszentrale schlechthin!

Nebenbei verliert es zum Beispiel an eine Workstation angeschlossen ja nicht seine ursprüngliche Bedeutung als Telefon, sondern kann auch im verbundenen Zustand zum Beispiel zum telefonieren verwendet werden.

Ausreichend Software für den Einsatz als Bürorechner liefert ein Windows Smartphone im Übrigen natürlich auch mit, auf diese Weise wird auf das große Display auch ein Desktop-Feeling übertragen und der Nutzer hat nicht das Gefühl einen überdimensionierten und nur angepassten Smartphonebildschirm vor sich zu haben. Kostenmäßig gibt es einen kleinen Wehrmutstropen, weil Microsoft die Verwendung von Office nachträglich an ein kostenpflichtiges Office 365-Abo gekoppelt hat. Wer Office allerdings professionell verwenden will, kommt um ein Office 365-Abo ja eigentlich ohnehin nicht herum. (Und unter uns, es lohnt sich nicht nur wegen des 1 Terabyte Cloudspeichers bei One Drive.)