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Sind sprechende URLs wirklich relevant fürs SEO?

Diesmal hält John Mueller von Google mal wieder die ein oder andere Überraschung bereit. Er stellt zum Beispiel klar, dass der Meta-Tag Revisit-After für den Google Robot so interessant ist wie ein Kropf. Auch beim Thema sprechende URLs und Alt-Tags für Bilder, beides ganz entscheidende Werkzeuge im Reservoir jedes SEOs, ordnet er diesen beiden Maßnahmen für die Websuche eher eine untergeordnete Rolle zu. Was jetzt hoffentlich nicht zu deren Abschaffung führt, da beide Maßnahmen ja durchaus für User sehr sinnvoll sind.

Was es sonst noch interessantes gibt? Nun, vor allem das AMP nicht nur für Seiten interessant ist, die bei Google News auftauchen, sondern eben auch dem normalen Blog einen Vorteil bringen können. Das HTML5 keine Sonderbehandlung durch Google erfährt und das eine in den Meta-Tags angegebene Änderungsfrequenz von Google auch nur bedingt ausgewertet wird, sondern man lieber auf die tatsächliche Änderungsfrequenz sieht. Weshalb letztere natürlich ordentlich datiert gehört.

Wie jetzt, man braucht keine sprechenden URLs?

Das Meta-Tags wie Revisit-After oder eben eine vom Webmaster angegebene Änderungsfrequenz bei Google wenig Gewicht haben, wäre mit etwas gesundem Menschenverstand ja schon vorher klar gewesen. Letztlich handelt es sich dabei um die gleiche Soße, wie die Benutzung von Meta-Keywords. Warum sollte sich Google ernsthaft so leicht überlisten lassen und dem Webmaster ein so schönes Werkzeug zum Betrug in die Hand geben. Das sprechende URLs, die in keiner Liste mit SEO-Ratschlägen fehlen, am Ende nicht groß von Bedeutung sind, oder, wie Mueller es klar ausdrückt, kein entscheidender Rankingfaktor sind, ist dagegen für manche durchaus eine Neuigkeit. Denn gerade hier gab es ja oft ganze Bürgerkriege zwischen SEOs und Entwicklern, die einen wollten es so „sprechend“ wie möglich, die anderen haben irgendwann nur genervt mit den Augen gerollt. Am Ende scheinen aber die Entwickler mit ihrem schlichten Argument doch Recht zu haben, dass der Google Algorithmus doch bitteschön intelligent genug ist, um nicht auf sprechende URLs angewiesen zu sein. Und der Nutzen für den User besteht ja auch eher in der sprechenden URL selbst, als mit einer Verbindung zum Content. (Sprich, er kann sich URLs besser merken oder Folge-URLs besser erraten.) Auf der anderen Seite ließe sich natürlich argumentieren, dass eine sprechende URL durchaus dann den Inhalt des Contents unterstreicht, wenn schon in ihr die wichtigsten Keywords, ähnlich wie in der H1-Überschrift, stecken. Wogegen man aber schnell wieder einwenden könnte, dass hier Keywordstuffing simpel umsetzbar ist, während es in der H1-Überschrift vom Leser bemerkt und übel genommen wird. Spätestens seit Google SEO-Guru Matt Cutts mit seiner 3-5 Worte-Regel herauskam, hat er damit ja als Nebenwirkung geradezu zum Keywordstuffing aufgerufen.

Sind sprechende URLs jetzt für die Katz?

Bevor jetzt aber die Coder jubeln und sagen, sie hätten es ja immer schon gesagt, sollte man sich die Äußerungen von John Mueller dann doch ganz genau anhören. Er behauptet ja nicht, Google würde sprechende URLs ignorieren, also gar nicht auslesen, wie etwa den Revisit After-Tag oder Meta-Keywords. Natürlich liest Google die URL durchaus und wird daraus wohl auch seine Schlüsse ziehen. Der Umkehrschluss, man hätte mit sprechenden URLs einen entscheidenden Rankingfaktor identifiziert ist nur eben falsch. So leicht macht es einem der Google Algorithmus dann doch nicht.

Man sollte jetzt also nicht plötzlich aufhören sprechende URLs zum Beispiel bei der Auswahl seines Content Management System zu berücksichtigen oder generell auf die Möglichkeit verzichten diese etwa individuell festlegen zu können. Zum einen natürlich, weil sich dahinter ein Nutzen für den User verbergen kann. Also jenes unter SEOs oft unterschätzte Individuum, das eigentlich im Mittelpunkt von Googles Algorithmus steht. An dem, was für dieses unterschätzte Wesen am Besten ist, wird sich im Zweifel auch der Algorithmus von Google orientieren, manchem SEO muss man ja mit dem Lineal auf die Finger hauen, damit er sich das merken kann.