Schlagwort-Archiv: Studie

SEO: Ranking wird immer individualistischer

Ich bin heute endlich mal dazu gekommen mir die aktuelle Ranking-Studie von Searchmetrics anzusehen. Die letzte ihrer Art, was die Autoren auch in der Studie selbst damit begründen, dass man heute immer schwerer von allgemeinen Rankingfaktoren sprechen kann. Was wirklich beim Ranking hilft hängt immer individueller von der Landingpage oder bestimmten Inhalten ab.

Das ist an sich weniger etwas Neues, als eine immer deutlich werdendere Richtung die Suchmaschinen wie Google schon lange gehen. Der Algorithmus wird immer besser und hat mitunter auch das machine learning schon hinter sich gelassen.

Und wie das an sich eine vorhersehbare Entwicklung war und ist, blieb 2016 auch der der große Umschwung aus. Nichts erscheint mir sensationell neu zu sein, alles irgendwie wie gehabt. Der ein oder andere Punkt mag etwas wichtiger, der andere etwas unwichtiger geworden sein, aber eine wirkliche Verschiebung der Gewichte ist dann doch ausgeblieben. Fakt ist, SEO entwickelt sich immer mehr zum Content Marketing. Unternehmen denen diese aufwendigere Form der Usergewinnung zu teuer ist, und die lieber auf vermeintlich günstige SEO setzen, werden es künftig sehr sehr schwer haben noch von irgendjemanden beachtet zu werden.

Freilich ist natürlich auch 2016 der endgültige Tod von SEO ausgeblieben – den sagt man ja schon voraus, seit ich mich mit der Thematik beschäftige. Backlinks etwa verlieren nach wie vor an Bedeutung – aber bei den am besten gerankten Seiten besteht eben immer noch eine Korrelation zur Summe der Backlinks. Man sollte also lieber noch nicht auf jenes Grundrauschen verzichten. Ebenso wenig wie auf Social Signals:

“Die Korrelation zwischen Social Signals und Ranking-Position ist extrem hoch; so hoch wie bei keinem anderen Ranking-Faktor.”, searchmetrics Ranking Studie 2016

An konkreten Tipps kann man etwa die Bedeutung des H2-Tags mitnehmen, während der H1-Tag zu den Verlierern im Vorjahresvergleich gehört. Was auch wieder für den intelligenter werdenden Algorithmus spricht, den man eben nicht mehr mit der Nase drauf stoßen muss, um was es auf der entsprechenden Seite geht.

 

Der heiße Scheiß der Woche (062)

+ + + Abmahnindustrie: 6 Prozent aller Deutschen betroffen + + +

Deutschland ist Abmahnland, schon immer gewesen. Und wenn man den Studien Glauben schenken darf, die t3n hier ausgegraben hat, ist es nach dem Versuch dem Ganzen durch ein neues Gesetz Herr zu werden, nur noch schlimmer geworden.

+ + + Microsoft bringt die Hololens nach Deutschland – und das soll sie kosten + + +

Kann mir mal jemand so rund 5.5000 Euro pumpen? Wahrscheinlich nicht, oder? Wie auch immer, die Hololens ist seit dieser Woche nun auch offiziell auf dem deutschen Markt. Ein feines Stück Zukunftstechnik, das aber noch weit zu teuer für den Massenmarkt ist.

+ + + ARD-ZDF-Onlinestudie: Mehr Internet, mehr mobil, mehr Video + + +

Es gab mal eine Zeit, da habe ich die ARD-ZDF-Onlinestudie ganz gewissenhaft studiert. Aber seien wir ehrlich, viel Neues kann man dort seit ein paar Jahren nicht mehr lesen. Es sei denn natürlich, man gehört zu jenen, die Mobile & Co. noch für Zukunftsmusik und nicht Gegenwartslärm halten.

+ + + Neues System liefert exakte Beschreibungen zu Video-Inhalten + + +

In Sache Video- und Bilderkennung ist Microsoft selbst schon recht weit, und stellt die Funktionen als API auch zur Verfügung, hier hat es jetzt zwei Entwickler unter seine Fittiche genommen, die die Sache noch weiter verbessert haben.

+ + + Google Search Switching to Mobile First Index from Desktop Index + + +

Das eine mobile Seitenvariante sein sollte, ist inzwischen unumstritten. Das Google künftig aber nicht nachsehen will, ob eine Desktopseite auch eine mobile Seite hat, sondern eher ob es zur mobilen Seite auch eine Desktopvariante gibt, sollte die letzten Zweifler überzeugen.

 

Kleine bis mittlere Online-Shop gehen auf Nummer sicher …

… und in den Urlaub

Die Welt der Onlinehändler in Deutschland ist groß, und während die meisten wie das Kaninchen auf Amazon & Co. starren, hat sich eine Studie von tn3 auch mal den kleineren bis mittleren Online-Shops gewidmet. Fast 600 Online-Händler haben an der Befragung teilgenommen, herausgekommen sind einige interessante Ergebnisse.

Im Schnitt sind jeweils ca. 800 Produkte im Portfolio der Händler, bei meist weniger als 100 Bestellungen am Tag, wechseln jeweils rund 60 Euro den Besitzer. Interessant ist an dieser Stelle übrigens auch ein kleiner Hinweis in der Studie, die zwar einen täglichen Umsatz von 25,4 Millionen aller Befragten zusammen errechnet, aber eben keinen Jahresumsatz. Warum? Na ja, im Gegensatz zu Amazon geht manch kleinerer Online-Händler in den wohlverdienten Urlaub und macht seinen Shop mehr oder weniger zu, als wäre es immer noch ein Laden in der Einkaufsstraße. Jetzt mag man den Leuten nicht ihren Urlaub wegnehmen, den sie sicher verdient haben, aber einen Online-Shop einfach dicht zu machen – fraglich wie lange sich das verwöhnte Kunden bieten lassen. Und die Rate der abgeschreckten und nie wiederkommenden Kunden dürfte durchaus spürbar sein. Aber sei’s drum, sehen wir uns lieber an, was die Studie sonst noch so zu bieten hat.

Den internationalen Handel, und den damit verbundenen Aufwand, scheuen die meisten kleineren bis mittleren Shopbetreiber. Ihre Internationalisierung beschränkt sich im wesentlichen auf den DACH-Bereich. Was letztlich auch schon kompliziert genug ist. An der Zahlungsmöglichkeit kann das nicht liegen, jeder 9. Shop bietet PayPal an. Ansonsten siegen vor allem Vorkasse oder Kreditkarte, man weiß ja nie, wer da so vorbei klickt und will sein Geld lieber sicher haben, ehe man die Ware verschickt.

Überraschend viele Shopbetreiber haben auf Marktplätzen wie Amazon oder Ebay ein zweites Standbein. Trotz vieler Geschichten über Gängelungen und Benachteiligungen Seitens Amazon, ist das Unternehmen hier mit gut 70% knapp vor Ebay führend. Die beiden teilen sich den Markt wohl im Wesentlichen auf, die Rakuten als nächster Konkurrent haben nicht mal die Hälfte an Nennungen bekommen.

Bei den Shopsystem setzen mit 20% die meisten Befragten auf Shopware, was angesichts der Community, aber auch des kostenpflichtigen, aber als gut bekannten Supports eine Entscheidung für die Sicherheit ist. Das Magento mit 17% dahinter liegt, dürfte wohl auch an der Bekanntheit des Systems liegen, während größere Shops mit mehr Beratern und Recherchemöglichkeiten hier einen geringeren Anteil haben. Mit 7% erreicht WooCommerce noch einen Achtungserfolg, was wohl der weiten Verbreitung von WordPress geschuldet ist, dass ja längst aus seinem Nischendasein als Blogsoftware befreit sein sollte. Insgesamt stellen die Macher der Studie allerdings fest, dass es relativ gleich ist, welches System man nutzt. Was insofern stimmt, da der Leistungsumfang ungefähr gleich ist. Jeder der aber mit Shopsystemen Erfahrung hat, wird zurecht auf den Nervfaktor hinweisen, der einige Systeme zur alltäglichen Qual werden lässt.

Bleibt natürlich noch die Frage nach den Trafficquellen. Auf was setzten die kleineren bis mittleren Shops in Deutschland? Mit jeweils um die 60% sind hier SEO und Google AdWords trotz aller Unkenrufe noch an der Spitze, dicht gefolgt vom klassischen Newsletter und Facebook. Man setzt also auf Altbewährtes, weniger auf Experimentierfreude was zum Beispiel Social Media jenseits von Facebook angeht. Kann man machen …

Die komplette Umfrage gibt es bei tn3 zum Download: E-Commerce in Deutschland