„Unser Hauptgeschäft läuft längst online“

Ab wann kann man ein Geschäft eigentlich als „alteingesessen“ oder „eine Institution“ bezeichnen? Ab 50 Jahren, 100? Wie auch immer, in den meisten deutschen Innenstädten gibt es solche Geschäfte und sie werden immer weniger.

Hier in Würzburg wird Ende Juni mit Schlüssel-Wagner ein solches Geschäft die Tore schließen, nachdem man 60 Jahre dort vertreten war. Schlimm, werden jetzt die meisten denken. Schon wieder ein kleines Ladengeschäft vom bösen Online-Handel verdrängt. Doch gemach, niemand verliert seinen Job durch die Schließung. In einer kleinen Nachbargemeinde gibt es die jetzt letzte Niederlassung, wie Firmenchef Simon Wagner gegenüber der Regionalzeitung Main Post feststellt, und das Hauptgeschäft laufe längst online. In der Tat ist Schlüssel Wagner schon seit einiger Zeit mit einem Online-Shop im Netz vertreten.

Das die Innenstädte dadurch verarmen steht natürlich auf einem anderen Blatt. Auch hierfür macht man gerne das Internet verantwortlich, aber das ist wohl nur die halbe Wahrheit, vielleicht auch nur ein Viertel davon. Kleinen Geschäften geht es mitunter genauso wie den normalen Leuten, die hohen Mieten treiben sie an den Stadtrand. Bei Geschäften tut der Kunde sein übriges. Der kann nur noch befriedigt werden, wenn der Konsum nicht mehr der Deckung des Bedarfs dient, sondern ein Event wird. (Auch um zu vertuschen, dass man über Bedarf einkauft? Aber das ist eine andere Geschichte.) Gegen die Innenstädte spricht allerdings oft auch schlicht und einfach der Platz.

„So stieß auch der expandierte Schlüssel Wagner bald an seine Grenzen,
wenn auch nur räumlich. […] Den meisten Platz bietet das Internet und auch hier fühlt sich Wagner Sicherheit inzwischen schon zuhause. 100.000 zufriedene Online-Kunden und 25.000 Versendungen pro Jahr machen uns besonders stolz auf unseren Onlineshop.“ – Quelle: Schlüssel Wagner

 Auf diese Erkenntnis mal ein „Yeah, Baby, so läuft’s im Showbiz!“. Die Zeiten ändern sich, auch das ein Zitat von obiger Seite, und man kann den morschen Baum spielen, der irgendwann bricht, oder eben den Bambus, der sie biegt – aber eben nicht bricht.
Was mich übrigens so sicher macht, dass Schlüssel Wagner die digitale Transformation überlebt, ist weniger die Tatsache das sie den Verkauf übers Internet als Chance und nicht als Bedrohung begriffen haben. Seien wir ehrlich, einen 08/15-Online-Shop kann heute quasi jeder online bringen. Wer keine eigene Software oder gar professionelle Hilfe in Anspruch nehmen will, ist zwar ein Dilettant, wird das aber dank Baukästen erst mal nicht bemerken. Wobei sich die Baukästen natürlich so rasant weiter entwickeln, dass sich das bald auch ändern kann. Aber was ich eigentlich sagen will, einfach einen Online-Shop aufzumachen, selbst wenn man noch ein wenig Marketing für den Shop betreibt, ist auch nicht viel besser als der Firmenchef, der meint „Wir haben doch eine Webseite, macht die nicht der Sohn des – wie heißt er doch gleich?“.
Auf der Gewinnerseite des digitalen Wandels zu kommen bedeutet allerdings noch mehr, es bedeutet zu verstehen das dieser Wandel eben mehr ist als nur ein neuer Vertriebskanal, sondern ganze Geschäftsmodelle zu Veränderungen zwingt oder schlicht obsolet macht. Ich zitiere nochmal Schlüssel Wagner:
„Die Sicherheitstechnik hat sich rasant weiterentwickelt. Was früher „nur“ ein Schlüssel war, ist heute ein ganzes Gebäudekonzept geworden.“ – Quelle:  Schlüssel Wagner
Veränderung ist Bestandteil des Geschäfts, das ist übrigens keine Erfindung der digitalen Welt, als Firmengründer Hans Wagner 1956 begann, verkaufte er Autozubehör und konzentrierte sich erst danach auch Schlüssel. Und heute? Na ja, wir haben fast alle ziemlich klimpernde und dicke Schlüsselbunde in unseren Taschen, aber wie lange noch? Es ist Urlaubszeit, nicht wenige werden in ihren Hotels statt Schlüssel wieder Karten bekommen, um ihr Hotelzimmer ab- oder aufzuschließen. Und so mancher meint, dass solche Karten auch nur eine Übergangslösung sind. Wer weiß schon mit was wir in zehn, zwanzig Jahren unsere Wohnungstüren öffnen werden. Aber das Verfahren dürfte eher jenen ähneln, die wir heute aus Hochsicherheitsszenarien kennen, als den guten alten Metallschlüssel.
Wie so ziemlich alles in unseren Wohnungen wird auch die Schlüsselform in ein Smart Home-Konzept eingebettet sein. Das kann man begreifen und an der Entwicklung erfolgreich mitwirken – oder man kann tapfer der letzte Schlüsselschleifer in der Stadt sein und sich fragen, warum denn keine Kunden mehr kommen, wo man doch so schöne Schlüssel macht.
 

Best Practice: Blossom Box – Finde deine Nische

Sag es mit Blumen … das sagt sich Fleurop seit Jahren und verdient damit nicht schlecht Geld. Das mag daran liegen, das Fleurop das digitale Plattformkonzept schon verstanden hatte, ehe die meisten Menschen mit dem Wort Computer etwas anfangen konnten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es heute eine der wenigen Plattformen ist, deren Arbeitsbienen – in diesem Fall die Floristen – Anteilseigner und nicht sich gegenseitig im Preis unterbietende Selbstständige.

Aber eines hat Fleurop mit diesen Plattformen gemeinsam, es ist marktbeherrschend und für Floristen die einen eigenen Onlineversand eröffnen wollen, wird es verdammt schwer ist es unmöglich sich zu etablieren. Wer also mit Blumen im Netz Geld verdienen will, ohne dabei der x-te Fleurophändler zu sein, der muss sich auf die Suche nach einer Nische machen.

Katharina Romeis und Julia Schott aus dem unterfränkischen Oberleichtersbach dürften sich eine Woche nach Muttertag gerade von einer der arbeitsreichsten Phasen im Geschäftsjahr erholen. Die beiden Jungunternehmerinnen haben mit ihren Blumenboxen nämlich eine solche Nische gefunden. Statt Sträuße setzen sie in Handarbeit Blumenboxen zusammen, deren Hauptbestandteil in einem speziellen Verfahren konservierte Rosen sind. Auf diese Weise haben die Beschenkten mit ihren Rosen weit länger Freude, als wenn diese in Form eines klassischen Blumenstraußes gekommen wären.

Dabei ist der Trend den sich Blossom Box zu nutze macht gar nicht mal so neu, wie die Webdesignerin Katharina Romeis in der Main Post zu Protokoll gab.  Sie selbst hat ihn in „Moskau und Dubai“ entdeckt. Auch wenn so eigentlich gar nicht stimmt, denn wie ihre Mitgründerin Julia Schott, ist Romeis junge Mutter und viel Zeit zum um die Welt jetten hat man da bekanntlich nicht. Aber das Internet ist ja nicht nur ein Kanal um seine Ideen zu verkaufen, sondern auch um diese zu finden. Und um gefunden zu werden, so haben die beiden auch schon ihren ersten Großkunden an Land gezogen, wie etwa einen Fertighaushersteller, der seinen Kunden noch ein spezielles Einzugsgeschenk bieten will.

Dabei konzentrieren sich die Gründerinnen auf ihre eigentliche Idee, die Blumenboxen. Auch die Rosen konservieren sie nicht selbst in Glyzerinwasser, sondern bekommen diese kombinierfertig aus Südamerika angeliefert. Neben dem Ratschlag seine eigene Nische zu finden ein weiterer wichtiger Punkt, den man heute braucht um erfolgreich zu sein. Konzentriere dich auf deine eigene Geschäftsidee. Denn wer für seinen „Produktions“prozess keine regionalen Partner finden kann, der dürfte auch hier wieder spätestens im Internet fündig werden.

 

Braucht mein Online Shop SSL / https?

Das Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme. Ach, was wäre die deutsche Sprache ohne ihre juristische Abteilung. Aber bevor ich gleich länger aushole, will ich zuerst die in der Headline gestellte Frage beantworten: Ja!

Die SSL-Frage beschäftigt mich derzeit in schöner Regelmäßigkeit. Wohl auch deshalb weil ich mit vielen Online Shops zu tun habe, die nur klein bis mittelgroß sind, oder auch nur nebenbei betrieben werden. Kurzum, von Leuten die sich keine Rechtsabteilung halten oder auch nur regelmäßig mit einem Fachanwalt Rücksprache halten.

Aber der Reihe nach, erinnert sich noch jemand an das Geschrei im Internet, als das Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme gerade in der Mache war und dann frisch herauskam. Nachdem die Beschreibung welche Seiten jetzt davon betroffen waren gewohnt schwammig formuliert worden war, ging die Diskussion los ob zum Beispiel nicht auch kleine Blogs betroffen sein würden, die um ein paar Cent zu verdienen GoogleAdsense-Anzeigen eingebunden hatten. Und ob man jetzt für die Absendung eines Formulars https brauchen würde, schließlich würden dabei ja auch personenbezogene Daten übermittelt. Na ja, auch wenn die Sache nie abschließend geklärt wurde, kann man davon ausgehen das dem nicht so ist. Sonst hätte es in der Abmahnrepublik Deutschland sicher ganze Heerscharen von Anwälten gegebenen, die mit dem Abmahnungen verschicken gar nicht mehr nachgekommen wären.

Das Online Shops betroffen sind, war allerdings der Mehrheit der Experten früh klar. Auch wenn manche darüber durchaus diskutieren wollten. Denn genauso schwammig wie die Formulierung wer überhaupt gemeint war, waren auch die Maßnahmen nie klar definiert. Im Prinzip sagt das Gesetz noch heute, dass man sicherheitstechnisch den aktuellen Standard verwenden soll. Und das ist nun einmal ein SSL-Zertifikat!

Das es heute aber noch immer viele kleine Shops gibt, die ihre Kunden-, Bestell- und sogar Bezahlungsdaten über eine unverschlüsselte Verbindung abwickeln, erzeugt bei mir zwar Kopfschütteln, dürfte jedoch Gründe haben:

  1. Unwissenheit – Vor allem die Betreiber kleiner Shops sind völlig davon eingenommen den Shop an sich am Laufen zu halten. Sie vergessen oft, dass dazu aber eben auch der Blick auf die aktuelle Gesetzeslage gehört.
  2. Falscher Geiz – Während man bei den Shops von Strato, 1&1 usw. sein Zertifikat gleich mitverkauft bekommt, müssen viele andere es separat einkaufen und glauben es sei schlicht zu teuer.
  3. Technische Hürde – Eine Webseite auf https umzustellen ist zwar durchaus einen Tick komplizierter als einfach einen Schalter umzulegen, es ist aber wirklich auch kein Hexenwerk. Manchmal nur etwas nervig.

Das sich daran etwas ändern wird steht allerdings zu hoffen. Bisher waren die Warnhinweise der dominanten Browser vergleichsweise moderat. Seit Firefox den User aber demonstrativ warnt, er würde seine Daten gleich über eine unsichere Verbindung schicken, könnten viele Shopbetreiber das Problem selbst erkennen oder sie merken, dass eine größere Zahl potentieller Kunden durch diese Hinweise verunsichert den Kaufprozess abbricht. Mit anderen Worten, es tut ihnen da weh, wo’s besonders weh tut, am Geldbeutel.

Also Leute, ernsthaft, es wird Zeit sich ein SSL-Zertifikat zu besorgen!

 

Best Practice Online-Shop: Sugar Shape

Spätestens seit 1&1 oder Jimdo seine Kunden mit 08/15 Shops lockt, ist die Zeit in der man einfallslos mal eben einen Online-Shop ins Netz stellt vorbei. Wer heute Erfolg haben will, braucht schon mehr.

Unter dem Stichwort „Experience Design“ nahm das Shopgate Blog den Online-Shop Sugar Shape in seine E-Commerce Trends 2017 auf. Womit auch schon mal einer jener Gründe genannt wurde, warum wir es hier mit einem Best Practice zu tun haben.

Sugar Shape

Schon durch das Design macht Sugar Shape deutlich, dass es hier auch um ein Einkaufserlebnis online geht.

Die beiden Gründerinnen Laura Gollers und Sabrina Schönborn sind ja auch der sich in der Start-up-Szene einiger Beliebtheit erfreuenden VOX-Sendung Die Höhle der Löwen bekannt. Auch wenn sich dahinter eine andere Geschichte verbirgt. Wohl aus eigener Erfahrung haben sich die beiden Frauen gedacht, man sollte doch endlich eine Geschäftsidee aus dem Problem machen, dass so manche Frau Probleme hat einen BH in der richtigen Größe zu finden. Dieses Bedürfnis wollen sie jetzt mit Ihrem auf Oxid laufenden Shop beheben.

Herausgekommen ist wie gesagt erst einmal ein ausgezeichnetes Beispiel für Experience Design, also dem Bemühen dem Käufer/der Käuferin den Kaufprozess auf eine besondere, direkt auf ihn/sie zugeschnittene Art zu präsentieren. In gewisser Weise also ein Shopingerlebnis in seiner Online-Variante zu schaffen, indem man eine Story erzählt und sich ganz auf die Zielgruppe zuschneidert.

Das heißt aber noch lange nicht, dass man seinem kreativen Ich – oder dem des Designers – freien Lauf lassen sollte. Nein, man muss natürlich auch das kleine 1×1 des Online-Shops beherrschen. Auch das zeigt Sugar Shape recht gut, etwa durch das aufgeräumte Produktportfolio, das sich nicht wie sonst leider oft üblich in einem unstrukturiertem Durcheinander ergötzt, in dem am Ende nur die Suchfunktion wirklich helfen kann. Nein, die Seite lädt zum stöbern ein und bietet damit ein Angebot, das online so immer noch zu selten zur Verfügung steht. Und wer nach dem Stöbern nicht so recht sicher ist, kann die sogenannte VIB-Box zum Anprobieren nach Hause bestellen. Wobei wahrscheinlich nur zwei Gründerinnen das B für Boobs stehen lassen können, ohne dabei anzüglich zu sein. 🙂

Nebenbei setzt man auf die Gesichter hinter dem Shop, um eine persönliche Beziehung zur Kundschaft aufzubauen. Etwas durch eine Über uns-Seite oder durch das Curvy Blog.

Dem Umstand ein recht beratungsintensives Produkt zu haben kommt man mit Kontaktmöglichkeiten entgegen, die immer klar zu finden ist. Außerdem gibt es, was in Sachen Kleidung schon der Standard ist oder zumindest sein sollte, Tipps für das richtige Ausmessen, um auch die richtige BH-Größe zu ordern. Wobei man auch an die Herren der Schöpfung gedacht hat, die eine eigene Anleitung bekommen – schließlich ist da nicht jeder Mann auch Fachmann.

Dem größten Abbruchkiller in Sachen Online-Shopping kommt man mit einer angemessenen Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten entgegen, ohne sich an einem bei vielen Shops herrschenden Krieg zu beteiligen, wer die meisten Zahlungsanbieter im Portfolio hat.

Was mich eben aber am meisten überzeugt ist jener Gesamteindruck. Du siehst die Seite und denkst dir a) hier verkauft erst Mal jemand ein Produkt, hinter dem er wirklich steht und das einen wirklichen Nutzen hat, und b) dann hat sich hier jemand auch noch Gedanken gemacht, wie er das alles am Besten online aufbereiten kann.

 

Der heiße Scheiß der Woche (072)

+ + + 15000er Build: Edge-Browser mit neuen Funktionen und Aussehen + + +

Flash wird wie erwartet endgültig geblockt. Was aber für mich ziemlich praktisch wird, ist die bessere Integration von Windows Ink in Edge. Schon jetzt ein Feature, das ich regelmäßig nutze.

+ + + Magento-Gründer stellen B2B-Plattform vor + + +

Schaden kann es nicht. Das sage ich aus der Erfahrung heraus, dass zwar so ziemlich jedes Shopsystem behauptet B2B-fähig zu sein, man es am Ende des Tages aber extrem verbiegen muss, damit das auch stimmt.

+ + + WP-VR-View: Virtual Reality mit WordPress + + +

VR könnte es 2017 schaffen nach all den Jahren doch noch den Durchbruch zu erreichen. Kein Wunder also, dass es auch hierfür schon ein WordPress-Plugin gibt, das Dr. Web etwas genauer unter die Lupe nimmt.

+ + + Native Advertising animiert zum Kauf  + + +

Der ehemalige Journalist in mir hat bei Native Advertising immer noch so einen faden Beigeschmack. Aber auch der wusste schon damals, das wir es hier mit einer Form von Werbung zu tun haben, die sehr gut funktionier.

+ + + Notizen besser managen: OneNote und Evernote im Vergleich + + +

Nun, meine Wahl fällt klar auf OneNote, und auch Jennifer Eilitz scheint dem Tool im Zweifel den Vorzug gegenüber Evernote zu geben.

 

Braucht mein Online-Shop ein Blog? (Teil III)

In den ersten beiden Teilen haben wir uns mal angesehen, welche erfolgreichen Online-Shops bloggen und auch wie sie bloggen. Danach ging es um die Frage, ob du selbst mit deinem Shop unter die Blogger gehen solltest. Folgerichtig geht es jetzt darum, wie man die Sache richtig macht.

Brauche ich wirklich Leidenschaft und Unmengen von Content?

Auch wenn es ein legitimer Grund fürs Bloggen sein mag, dass man einer an Content schwachen Seite einfach mehr Masse geben will, wenn das der einzige Grund ist – dann sollte man es lieber bleiben lassen. Eine Leidenschaft fürs Bloggen vorauszusetzen ist aber auch deutlich übertrieben. Sagen wir, man sollte einfach nicht zu jenen Menschen gehören, die sich jeden Satz mühsam aus den Fingern saugen müssen. Das es mitunter schwer ist regelmäßig Artikel zu schreiben, kann natürlich nicht nur an einer Schreibunlust liegen, sondern auch weil man denkt ohnehin keine Themen zu finden. Der übliche Marketingguru würde jetzt rufen, es gibt immer Themen! Am Ende hat er zwar recht, aber aus praktischer Erfahrung weiß ich, dass es Themen gibt die es einem verdammt schwer machen regelmäßig darüber etwas schreiben zu können. Mit anderen Worten, nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Wie viel und wie oft soll ich bloggen?

Tja, das weiß leider niemand so genau. Was die Länge der Blogartikel angeht, gibt es im Wesentlichen zwei Parteien. Die einen sagen man müsse mindestens 250 bis 300 Wörter schreiben, die anderen schwören auf ein Minimum von 1000 Worte. Die Wahrheit dürfte wahrscheinlich irgendwo dazwischen liegen. Wobei natürlich auch ein Inhalt unter 250 Worten gut ranken kann, wenn er denn wertvoll genug ist. Ich persönlich würde die 250  als Minimalziel immer anpeilen, solange die Qualität des Textes darunter nicht leidet. Und was die 1000 angeht, nicht jeder haut drei 1000er die Woche raus, aber es ist oft leichter als man denkt. Wo wir schon bei der Häufigkeit wären, oder besser Regelmäßigkeit, denn regelmäßig sollte man schon veröffentlichen. Wobei dieses „regelmäßig“ nicht bedeuten sollte alle zwei Jahre einen Artikel zu schreiben. Ich würde etwas zwischen einer Woche und einem Monat empfehlen, es sei denn natürlich man hat im Idealfall mehr zu schreiben.

Welche Technik soll ich verwenden?

Man hat dir dein Shopsystem natürlich als eine Eier legende Wollmilchsau verkauft, aber im Zweifel würde ich immer ein Blogsystem empfehlen, das entsprechend in die Domain eingebunden ist. Es empfiehlt sich WordPress, aber es gibt da durchaus auch noch andere. WordPress bietet für diesen Zweck aber einfach ein Rundumsorglospaket, das von deinem Shopsystem auch mittels zusätzlicher Plugins so nicht geboten wird – mögen die Entwickler es auch „Blog“ nennen. Ein eigenes Shopsystem hat übrigens noch einen weiteren Vorteil, dazu komme ich im nächsten Abschnitt.

Soll mein Blog überhaupt unter der gleichen URL wie der Shop erreichbar sein?

Wenn man meiner zugegebenermaßen nicht nach allen Regeln der Statistik erhobenen Untersuchung in Teil I dieser Serie glaubt, dann ist das nicht in der Shopseite integrierte Blog die berühmte Ausnahme von der Regel. Ich persönlich tendiere inzwischen auch dazu ein Blog in die Shopseite zu integrieren, allerdings ist es dann enorm wichtig deutlich zu machen, dass im Blog nichts direkt verkauft werden soll. Es muss für Google klar ersichtlich sein, dass hier Informationen und nicht Waren angeboten werden. An dieser Stelle kann ein eigenes CMS auch ein wichtiges Signal an die Suchmaschine sein. Ist dagegen leicht erkennbar, dass es sich hier doch nur um eine reine Verkaufsveranstaltung handelt, ist die ganze Mühe mehr oder weniger umsonst.

Wie soll das Blog heißen?

Oder solle es überhaupt Blog heißen? Wer sich mit der Materie beschäftigt, kommt der Begriff „Blog“ inzwischen fast schon ein bisschen altbacken vor. Aber unter uns, Google ist das egal und die Mehrheit der Internetuser besucht zwar täglich Blogs, weiß es aber nicht. (Zumindest deutet das die alljährliche ARD-ZDF-Internetstudie immer wieder an.) In meiner Untersuchung behielten die meisten Unternehmen den Begriff bei, wenn das Blog allerdings optisch einen deutlichen Magazincharakter angenommen hat, wurde es auch oft so benannt. Das ist eine Vorgehensweise, an der man sich durchaus orientieren kann.

Das war natürlich nur ein kleiner Einblick, um ein erfolgreiches Blog zu starten. Viele Punkte sind schlicht auch unerwähnt geblieben, wie zum Beispiel eine On-Site-Optimierung unter SEO-Gesichtspunkten, die Anbindung an deine Social Media-Accounts usw. usf. Genauso wie die kurz angerissenen Themen kann man aber auch über diese Punkte einen eigenen Artikel schreiben – vielleicht mache ich das demnächst mal.


zu Teil I: Analyse der Blogs der größten deutschen Online-Shops
zu Teil II: In welchen Fällen brauche ich ein Blog?
zu Teil II: Tipps, damit deine Blog ein Erfolg wird.

 

Braucht mein Online-Shop ein Blog? (Teil II)

Die Antwort auf die Frage könnte ein klares Ja sein, aber das wäre zu einfach. Wie bei fast allen Dingen im Internet, ist es ein wenig kompliziert. Die Antwort lautet also: Ja, wahrscheinlich.

Im ersten Teil dieser kleinen Serie hatte ich ja zehn Blogs der umsatzstärksten deutschen Online-Shops unter die Lupe genommen, allerdings hat natürlich nicht jeder Händler auf seiner Webseite ein Weblog. Diese Sichtweise verführt natürlich ein bisschen sich bei den Großen auch abzugucken, ob man denn ein Blog braucht oder nicht. STOP! Da liegt ein Missverständnis vor. Diese Auflistung dient eher der Inspiration, wenn man denn ein Blog für seinen Online-Shop einführen will, nicht der Frage, ob man es machen sollte. Zumindest dann, wenn die Argumentation gegen ein Blog lautet: Ja, wozu denn, Amazon oder Otto haben doch auch keines! Aber um es mal schonungslos zu sagen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Online-Shop desjenigen, der sich aufgrund dieses Artikels gerade die Frage nach einem Blog stellt, nicht Amazon oder Otto.

Drei Gründe sprechen für ein Blog

Auf einen Blick! Wann braucht mein Online-Shop ein Blog?


  • Ich verkaufe ein bestimmtes Produkt, vielleicht noch ein bisschen Zubehör, aber ich habe nicht wirklich so viele Produkte um allein durch Produktbeschreibungen massiv Content zu produzieren, auf den Suchmaschinen ansprechen.
  • Ich habe zwar durchaus ein umfangreicheres Produktspektrum, das sich aber nicht von anderen Angeboten absetzt. Ich möchte meinen Online-Shop aufwerten, in dem ich mich als Experte auf meinem Gebiet positioniere.
  • Ich möchte mein Unternehmen darstellen, zum Beispiel um es persönlicher werden zu lassen oder schlicht ein gutes Image aufzubauen.

Beim ersten Punkt handelt es sich um Suchmaschinenoptimierung, bei den beiden anderen um Online-Marketing? Jein, denn eigentlich handelt sich bei allen drei Punkten um Content Marketing.

Natürlich dient der Aufbau eines Blogs unter dem ersten Gesichtspunkt erst einmal dazu Content zu schaffen, den die Suchmaschine als themenrelevant erkennt und deshalb bei einer entsprechenden Suchanfrage diesen einen Online-Shop bevorzugt. Infolge dessen sollte auch bei einem Blog stets mitgedacht werden, indem man etwa seine Beiträge Keyword optimiert, mit multimedialem Content anreichert usw. Noch vor ein paar Google Updates hätte es noch ausgereicht das Blog allein unter diesen Gesichtspunkten zu führen. Oder um es klar zu sagen: Man hätte nicht für den Kunden gebloggt, sondern für die Suchmaschine.

Oder gibt es nur einen Grund?

Doch dieses klassische Onsite-Optimierung greift heute immer weniger, nicht weil sie wertlos wäre, sondern weil sie schlicht Standard ist. Was Google oder Bing heute jedoch immer besser beherrschen und zweifellos auch weiter optimieren, ist das Verständnis eines Inhaltes. Der Algorithmus wird insofern immer klüger, als das er etwa einen Text nicht nur in seine Bestandteile zerlegt, sondern ein immer menschenähnlicheres Verständnis hat. Und das hat zur Folge, dass ein Blogbeitrag der einzig und allein Futter für Google sein soll, von Google als solches erkannt und somit als für den echten User mehr oder weniger wertlos eingestuft wird.

Die Grenzen zwischen den drei Punkten verschwimmen also immer mehr. Wer also ein Produkt hat, das es so oder so ähnlich auch bei einem Konkurrenten zu bestellen gibt, muss sich von diesem absetzen. Das kann er zum Beispiel damit tun, in dem er sich als ein Experte auf seinem Gebiet positioniert. Wer dem Kunden darlegen kann, dass er sich auf dem Gebiet besonders gut auskennt, gewinnt einen Vertrauensvorschuss. Das kann der entscheidende Unterschied zur Konkurrenz sein, die nur einen lieblos dahingeklatschten Shop betreibt. Und was der Kunde als gut empfindet, findet auch die Suchmaschine gut.

Im Großen und Ganzen trifft das auch dann zu, wenn das Blog etwa das Unternehmensimage verbessern soll. Dann etwa, wenn man – im Gegensatz zur Konkurrenz – auch die Menschen hinter dem Shop in Erscheinung treten lässt. Das erzeugt Vertrauen. Ein Gut das nicht zu unterschätzen ist, schließlich will man ja, dass einem der Kunde seine Kreditkartendaten anvertraut.


zu Teil I: Analyse der Blogs der größten deutschen Online-Shops
zu Teil II: In welchen Fällen brauche ich ein Blog?
zu Teil II: Tipps, damit deine Blog ein Erfolg wird.

 

Braucht mein Online-Shop ein Blog? (Teil I)

2017 mögen Blogs manchmal ein bisschen altbacken wirken, zumindest wer sich mit dem Thema Online-Marketing beschäftigt, sagt das Wort schließlich mindestens fünf Mal am Tag. Dabei kann ein Blog auch für Online-Shops nach wie vor Gold wert sein.

Wie man ein Blog am Besten für den Erfolg seines Online-Shops nutzen kann, habe ich mir mal bei bestehenden Shopseiten angesehen. Als Grundlage diente eine Liste der umsatzreichsten Online-Shops in Deutschland, die bin ich durchgegangen und habe mir die ersten zehn Blogs (eigentlich 11, da Zalando zwei betreibt) mal angesehen, die ich in der Auflistung gefunden habe.

Auffällig ist übrigens zuerst einmal, dass die ganz Großen der Branche keine Blogs betreiben, also etwa Amazon oder Otto. Auf der anderen Seite ist das durchaus nachvollziehbar, dient ein Blog doch auch der Generierung von Content, war aber allein mit seinen Produktbeschreibungen Server füllen kann, der kann aus diesem Gesichtspunkt auch gut und gerne darauf verzichten. Als Argument gegen ein Blog taugt das Beispiel Otto oder Amazon nicht, denn beide dürften ein paar tausend Produkte mehr im Lager haben, als der durchschnittliche deutsche Online-Shop.

Die einzelnen Blogs habe ich grob in drei Gruppen geteilt: Reiner Unternehmens- bzw. Produktblogs, themenspezifische Blogs und gemischte. Unter themenspezifischen Blogs verstehe ich Seiten, die sich zwar um das Leistungsspektrum des jeweiligen Shops drehen, aber eben den User informieren wollen, statt reine Verkaufsbeiträge zu veröffentlichen. Mit insgesamt 4 sind sie genauso stark vertreten, wie die Unternehmensblogs, der Rest macht mehr oder weniger eine Mischung aus beidem. Übrigens heißen vier Blogs gar nicht Blogs, sondern werden meist als „Magazin“ bezeichnet. Bei Zalando läuft das ganze unter der Überschrift „Editorial“, während das Unternehmensblog wieder schlicht „Blog“ heißt.

Content oder Image – man merkt den Unterschied

Manche Unternehmen haben es ziemlich plump auf die Generierung von Content abgesehen, Weltbild News sollte hier ein abschreckendes Beispiel sein. Blogs die ganz allein der Imagepflege dienen finden sich dagegen nicht, irgendeine Content Generierung ist immer dabei. Hauptsächlich natürlich in Text und Bildform, aber auch Videos sind in Form von Tutorials oder Fitnessübungen hier und da vertreten. Letztere Unternehmen stecken natürlich besonders viel Aufwand in die einzelnen Seiten.

Zehn Blogs der umsatzstärksten deutschen Online-Shops

An dieser Stelle aber erst einmal genug der Analyse, hier ist ein kleiner Überblick über die von mir ausgewerteten Blogs:

Name: Tchibo Blog
Unternehmen: Tchibo GmbH
Domain: http://blog.tchibo.com/
Beschreibung: Tchibo lässt seine Mitarbeiter bloggen. Dabei geht es vorwiegend um das Unternehmen selbst. Im Zentrum stehen aber auch zum Beispiel soziale Aktivitäten der Mitarbeiter, was natürlich zur Weihnachtszeit einen größeren Raum einnimmt. Da es im Blog aber natürlich auch um das Thema Kaffee geht, kommt der Kunde an dieser Stelle auch zu seinen Informationen. Um ein „Wir preisen unsere Produkte an“-Blog handelt es sich hier aber nicht.
Bewertung: Ein Blog mit dem eindeutigen Ziel das Image des Unternehmens aufzuwerten und es damit menschlicher werden zu lassen. Etwas konventionell, aber das entspricht ja durchaus dem Unternehmensbild. Sagen wir 7 von 10 Punkten.

Name: Editorial Zalando
Unternehmen: Zalando SE
Domain: https://www.zalando.de/editorial-damen/ & https://blog.zalando.de/
Beschreibung: Der Online-Händler Zalando führt im Grunde zwei Blogs. Ein klassisches Unternehmensblog unter der Subdomain blog und ein magazinartiges Blog unter dem Namen Editorial. Dort beschäftigt man sich ganz mit dem Thema Mode um entsprechenden themenspezifischen Content aufzubauen.
Bewertung: Zalando fährt zweigleisig. Für das Image gibt es ein klassisches Unternehmensblog, während man auf der Seite selbst ein Magazin recht gut platziert hat. Dort spricht man den Kunden direkt an und betreibt klassisches Content-Marketing mit einem redaktionell betreuten Blog. Für das Editorial gibt es 8 von 10, fürs Blog 7 von 10 möglichen Punkten.

Name: Das Conrad Blog
Unternehmen: Conrad Electronics SE
Domain: http://blog.conrad.de/
Beschreibung: Unter den Onlineversandhändlern in der Technik-Computer-Sparte sticht Conrad mit seinem Blog aus der Reihe, denn die meisten sparen sich hier diese Art des Content-Marketings. Conrad geht dafür echt in die Vollen und reichert sein Blog unter anderem auch mit Videoinhalten in Form von Tutorials an. In der Kategorie „Conrad Inside“ gibt es die klassischen Unternehmensnews, ansonsten handelt es sich hier um klassisches Content-Marketing.
Bewertung: Conrad investiert einiges in sein Blog und macht es damit zu einer eigenständigen Seite, die dennoch mit dem Logo gebrandet ist. Dafür gibt es 9 von 10 Punkten.

Name: H & M Magazine
Unternehmen: H & M Hennnes & Mauritz AB
Domain: http://www.hm.com/de/magazine
Beschreibung: H & M stellt ein themenspezifisches Magazin ins Netz, dass sich mit den Themen Mode, Beauty und Fitness beschäftigt. Vorgestellt werden neben Trends auch Tipps, angereichert wird das ganze durch Video-Content etwa in Form von kleinen Fitnessvideos.
Bewertung: Ein im schick-simplen Design erstelltes Blog, das handwerklich top ist, dem es aber ein wenig an dem gewissen Etwas fehlt. Deshalb dann auch nur 7 von 10 Punkten.

Name: DocMorris Blog
Unternehmen: Versandapotheke DocMorris
Domain: http://www.docmorris-blog.de/
Beschreibung: Das deutsche Blog des niederländischen Versandhändlers ist in die Themen Ernährung, Gesundheit, Körper & Seele und DocMorris eingeteilt. Wobei die letztere Kategorie nicht das Unternehmen im Fokus hat, sondern meinungsgeprägte Artikel zu Gesundheitspolitik und andere Themen.
Bewertung: Vom Design her ein wenig zu bunt, aber das ist Geschmackssache. Der User wird durchaus über das Thema Medikamente und Gesundheit informiert, die Schlagzahl der veröffentlichten Beiträge ist aber eher mittelmäßig. Ich würde sagen 5 von 10 Punkten.

Name: t.blog
Unternehmen: Thomann GmbH
Domain: https://www.thomann.de/blog/de/
Beschreibung: Bei Thomann findet man nicht nur Musikinstrumente, sondern auch gleich Blogs in sechs Sprachen. Inhaltlich stellen die Macher das Unternehmen und die im Shop angebotenen Produkte vor, machen das aber auf eine so witzige Art und Weise, dass die einzelnen Beiträge seltenst in den Verdacht geraten langweilige Produktpräsentationen zu sein.
Bewertung: In dem Blog steckt Herzblut und Individualität der Mitarbeiter, da kann dann auch schon eine einfache Produktvorstellung lesenswert/sehenswert sein. Deshalb 7 von 10 Punkten.

Name: IKEA Unternehmensblog
Unternehmen: IKEA Deutschland GmbH & Co. KG
Domain: http://www.ikea-unternehmensblog.de
Beschreibung: Thematisch besonders umfangreich zeigt sich der schwedische Möbelhändler in seinem Unternehmensblog. Wobei der Wortbestandteil „Unternehmen“ fast schon eine Irreführung ist, berichten die Autoren an dieser Stelle doch auch über die bekannten nordischen Bräuche Bäume aus dem Fenster zu werfen, aber eben auch über soziales Engagement oder aktuell über einen eigens in Auftrag gegeben Zukunftsreport.
Bewertung: Insgesamt kein schlechtes Blog, aber die Themenvielfalt ist etwas zu groß geraten. Vielleicht könnte ein übersichtlicheres Design das ein bisschen ändern. Sagen wir 6 von 10 Punkten.

Name: Weltbild-News-Blog
Unternehmen: Weltbild GmbH & Co. KG
Domain: http://www.weltbild-news.de/
Beschreibung: In seinem Blog dreht sich bei Weltbild alles um die zu verkaufende Produkte. Bücher, Kalender usw. usf. Insgesamt ist alles aber eher billige Contentschinderei ohne viel Aufwand, so findet man etwa bei den Buchvorstellungen kaum mehr, als auch auf den Buchumschlägen steht – möglicherweise ist es sogar derselbe Text.
Bewertung: Mit seinem Blog sticht Weltbild vor allem deshalb heraus, weil es so schlecht ist. Inhaltlich und äußerlich bräuchte es dringend eine hilfreiche Hand, die das Wort Content-Marketing zumindest buchstabieren kann. 2 von 10 Punkten, mehr sind echt nicht drin.

Name: Ihr Klingel-Magazin
Unternehmen: K – Mail Order GmbH & Co. KG
Domain: http://www.klingel.de/magazin/
Beschreibung: Das Zielpublikum bei Klingel ist wohl eher weiblich, was man auch dem Magazin sofort anmerkt. Der Versandhändler bietet hier eine bunte Mischung aus Modetipps, Stilberatung und – na ja, Stilberatung nach Sternzeichen an. Darüber kann man denken was man will, aber wenn es beim Kunden ankommt, eine gute Strategie.
Bewertung: Okay, ich persönlich würde da nicht einkaufen. Aber das Blog von Klingel ist frisch aufgemacht und bietet eine gute Mischung zwischen Produktmarketing, Mitarbeitermitwirkung und ein bisschen Unterhaltung. 7 von 10 Punkten!

Name: Das Reuter Magazin
Unternehmen: reuter onlineshop GmbH
Domain: https://www.reuter.de/magazin/index.html
Beschreibung: Wer mit dem Namen Reuter nichts anfangen kann, sieht auch im Magazin sofort um was es geht: Küche, Bad, Leuchten usw. Ein schönes Beispiel für langweiliges Content Marketing, dass sich auf Lobpreisungen der eigenen Produkte beschränkt.
Bewertung: Handwerklich sauber gemacht, aber ohne Liebe zum Detail. Man merkt schnell, dass es hier wohl in erster Linie nur ums Generieren von Content ging, statt auch mal an den Kunden/Leser zu denken. Deshalb 4 von 10 Punkten.


zu Teil I: Analyse der Blogs der größten deutschen Online-Shops
zu Teil II: In welchen Fällen brauche ich ein Blog?
zu Teil II: Tipps, damit deine Blog ein Erfolg wird.

 

Der heiße Scheiß der Woche (058)

In dieser Woche sind wieder die Hauptthemen dieses Blogs hier vertreten: Microsoft, SEO, WordPress und ein wenig E-Commerce:

+ + + Online-Marketing-Studie 2016: Analysiert wurden die 197 größten deutschen Online-Shops + + +

Die Bedeutung von Google AdWords nimmt bei den großen Online-Shops weiter ab, während es nach wie vor immens wichtig ist in den organischen Suchergebnissen weit vorn dabei zu sein. So ließe sich zumindest die Studie über Trafficlieferanten zusammenfassen.

+ + + 4 gewaltige Gründe für Content Marketing und gegen Linkkauf + + +

Na ja, „gewaltig“ ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber der ein oder andere Grund ist natürlich ziemlich stichhaltig. Die Frage ist eher, ob man nicht beides beachten sollte. Wenn man sich allerdings tatsächlich festlegen will, spricht alles für Content Marketing.

+ + + Skype Teams: Microsoft arbeitet an einem Slack-Konkurrenten + + +

Skype will endlich Slack die Stirn bieten. Dazu hat es durchaus das Zeug, allein wird mancher wohl wieder objektive Kriterien Kriterien sein lassen und Slack einfach des Coolness-Faktors weiter benutzen.

+ + + Microsoft-Mitarbeiterin erwähnt erstmals das Surface Phone + + +

Während Microsoft die Lumia-Modelle in Onlineshops immer besser versteckt und aus den eigenen physischen Shops gar verbannt, kochen sie wieder besonders hoch, die Gerüchte um das Surface Phone.

+ + + Sinnvolle Sicherheitsmaßnahmen für WordPress + + +

Die Sicherheit von WordPress wird von seinen Gegnern immer wieder als Gegenargument gebracht. Das wäre eigentlich einen eigenen Beitrag wert. Aber dieser verlinkte Beitrag zeigt erst einmal, wie schnell man WordPress durch ein paar einfache Kniffe noch sicherer machen kann.

 

Wie finde ich das perfekte Shopsystem?

Wenn du eine ehrliche Antwort willst … es gibt keines! – Soweit die schlechte Nachricht, die Gute lautet dann, dass jeder zumindest ein Shopsystem finden kann, das sowohl seinen Fähigkeiten, als auch Bedürfnissen gerecht wird.

Letztlich gibt es ein paar Punkte, die man beachten sollte, um bei der Wahl des Shopsystems nicht böse überrascht zu werden:

1. Du solltest erst einmal offline analysieren, was für ein Shop geplant ist und welche Funktionen er erfüllen muss!

Hinterher ist man immer klüger, aber ganz ehrlich, viele Fehler lassen sich durch eine gründliche Analyse schon im Vorfeld vermeiden. Mache dir also vorher Gedanken was für Produkte du verkaufen willst, es macht eben einen Unterschied ob sie virtuell sind oder per Post verschickt werden müssen. Was macht es also für einen Sinn ein System zu wählen, dass durch sein Versandmodul glänzt, in dem sich aber Downloadlinks nur mit Tricks einbinden lassen. Ein ähnlich wichtiger Faktor sind die Zahlungsmodalitäten oder die Präsentation der Produkte. Wenn du klug bist und eine Content Marketing-Strategie fährst, solltest du zum Beispiel ein System wählen, in das man ein Blog integrieren muss – statt später etwa Blogbeiträge quasi als Artikel einzustellen, damit kein zusätzliches System installiert werden muss.

Mitunter wirst du auch zu dem Schluss kommen, dass die großen Vertreter wie Magento beispielsweise eben viel zu groß für dich sind und du auch mit dem Shop von 1&1 zurückkommen würdest. Das WordPress-Plugin WooCommerce etwa eignet sich auch bestens für kleine bis mittlere Shops, ohne an Modulen & Co. Kompromisse zu schließen.

2. Sieh dir das Shopsystem in der Praxis an und teste es selbst, ehe du mit der Umsetzung beginnst?

Sich ein wenig bei der Konkurrenz umzusehen macht nicht nur Sinn, wenn es um Struktur, Produktpräsentation oder ähnliches geht. Schon vom Frontend eines Shopsystems kann man viel lernen und Gründe für oder gegen die Software finden. Fällt dir zum Beispiel auf, dass die Shops mit einem bestimmten System geschlossen nicht responsiv sind, hat das wohl einen Grund. Überzeugt dich die Art und Weise, wie ein Produkt in der Einzelansicht dargestellt wird nicht, dann hoffe nicht, dass du das besser machen kannst, sondern vermute eher, dass es nicht viel besser geht.

Viele Shops bieten auch Demoshops auf ihrer Webseite an. Das ist eine nette Gelegenheit mal ins Backend zu schnuppern, mehr aber auch nicht. Hier bekommst du ein Look & Feel anhand dessen du eine erste Vorauswahl treffen kannst. Mitunter kann das reichen, wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich aber einen Testshop installieren und damit testen.

3. Finde heraus, welcher Typ du bist?

Wer programmieren kann und selbst gerne bastelt, der entscheidet sich für ein anderes System als jemand, der den Quellcode nie zu Gesicht bekommen möchte, weil er nur Bahnhof versteht. Natürlich gibt es keine gängige Software mehr, in der du Kategorien, Produkte usw. nicht mit Hilfe einer Maske anlegen kannst – aber was ist beispielsweise mit neuen Plugins etwa für Zahlungsmethoden, lassen die sich per Klick installieren oder doch nur im Quellcode? Das solltest du unter Punkt 2 schon rausgefunden haben.

4. Open Source heißt nicht kostenlos!

Am Ende entscheiden sich die meisten schon aus Kostengründen für ein Open Source-System, das ist ja schließlich ist es doch kostenlos, oder? Nein, ist es in der Regel nicht. Denn selbst wenn du deine eigenen Module programmieren kannst, kostet es dich immer noch deine Arbeitszeit. Gleiches gilt für die Fehlersucher in Foren, da kann man manche Stunden verbringen und am Ende googelt man dann einen Experten, der es einem zum üblichen Stundensatz einrichtet. Es kann auch mitunter Sinn machen eine Supporthotline zu haben, die man regelmäßig anrufen kann, wenn Probleme auftauchen.

Ein zweiter Faktor, den man vorher schon ausmachen kann sind die zusätzlich benötigten Module oder Plugins selbst. Sind diese überhaupt Open Source? Oder sind zumindest in einem vertretbaren Zeitraum kostenfreie Plugins auf dem Markt?

5. Achte auf die Verbreitung UND die Community!

Es gibt in Sachen Shopsystem keinen Marktführer, selbst die drei größten System kommen einer aktuellen Studie nach nicht einmal auf 40 %. Mit 16 % ist xt:commerce Marktführer, 5 % für dem namentlich meist bekannteren Magento. xt:commerce baut auf os:commerce auf, das es auch auf immerhin noch 4 % schafft. Damit ist es nicht alleine, denn auch xtc Modified Shop und Gambio sind Abwandlungen davon. Es sind aber eher Cousins, als Geschwister. Nehmen wir als Beispiel die nachträgliche Installation eines Moduls. Bei xt:commerce geschieht dies zwar nicht per Button, aber man muss das Modul nur per FTP in den richtigen Ordner laden, in der Modified Shop-Variante muss dagegen noch reichlich Codezeilen in diverse PHP-Dateien geschrieben werden.

Verbreitung alleine ist im Übrigen auch kein Gradmesser für die Community, und wer Open Source nutzt, braucht eine gute Community zum überleben. In ihren Foren findet er Hilfestellung bei bekannten Problem und – wenn die Community gut ist – auch sicher jemanden, der sich eines neuen Problems annimmt. Auch hier sollte man nicht einfach nur in Foren reinschnuppern und meinen, nur weil es viele und aktuelle Beiträge gibt, sei es auch eine gute Community. Man sollte schon eine ganze Weile darauf achten und Warnungen erkennen, wenn nach Hilfe suchende Shopbetreiber etwa schnell in einen kostenpflichtigen Teil des Supportforums verwiesen werden. (Es genügt eigentlich schon, wenn ein solcher kostenpflichtiger Support vorhanden ist, um zumindest misstrauisch zu werden.)

Meine Empfehlungen?

Hmm, da möchte ich mich lieber zurückhalten. Generell würde ich sagen, wer nicht gleich Amazon Konkurrenz machen möchte, ist etwa mit WooCommerce schon recht gut aufgehoben. Das System hat kein Maximum an Produkten, ist aber natürlich auch nur ein Plugin für WordPress. Persönlich habe ich mit dem Backend von Presta Shop beste Erfahrungen gemacht, für ein vollwertiges System der Mittelklasse ist dieser in Deutschland – weltweit sehen die Zahlen schon anders aus – recht gut aufgestellt. Wer lieber einen kostenpflichtigen Support im Rücken haben möchte, findet in Oxid und Shopware sicherlich gute Alternativen, da muss ich allerdings zugeben, dass ich hier nur von Hörensagen spreche.

Am Ende sind wir eben doch wieder am Anfang, es gibt leider kein perfektes Shopsystem. Sorry, ist so ….