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Sie möchten einen Newsletter erstellen – doch was passiert danach?

Kampagnen-Tracking als Schlüssel zum Erfolg

Jeder Marketeer liebt es, seine Kampagnen auswerten zu können. Das Ergebnis entscheidet über Erfolg oder Misserfolg und Zahlen bieten immer eine besonders exakte und gute Grundlage für die Bewertung einer Maßnahme. Und kaum ein Marketinginstrument eignet sich dafür so gut wie das Newsletter-Marketing. Es ist eine der am besten messbaren Disziplinen und liefert eine Fülle an Daten und Möglichkeiten zur Auswertung. Außerdem brauchen Sie keine Wochen auf die Ergebnisse zu warten, wenn Sie einen Newsletter erstellen. Bereits einige Stunde nach dem Versand der Kampagne lassen sich erste Rückschlüsse ziehen. Doch Vorsicht ist geboten. Manche Statistiken sollten stets gründlich hinterfragt werden. In diesem Artikel gibt es eine kleine Aufklärung über die wichtigsten Kennzahlen, wie Sie interpretiert werden können und wie Sie mit einem Newsletter Dienstleister ganz einfach an diese Statistiken kommen.

Wie Tracking funktioniert und wieso Sie beim Newsletter erstellen einen Dienstleister verwenden sollten

Newsletter-Tracking grenzt sich in einigen Bereichen von dem üblichen Web-Tracking ab. Zweiteres funktioniert klassischerweise mit der Hilfe von sogenannten Cookies. Der Besucher einer Website bekommt dabei quasi eine Nummer, die dann als Cookie gespeichert wird. Wenn der Besucher erneut auf die Website kommt, wird er direkt wiedererkannt.

Wenn Sie einen Newsletter erstellen, funktioniert das über so genannte Zählpixel und Tracking-Links. Auch hierbei wird dem Empfänger eine eindeutige ID zugewiesen. Der Versender merkt sich, welche ID zu welcher E-Mail gehört.

Wie Sie im Endeffekt an die Statistiken kommen? Ganz einfach, denn es gibt für’s Newsletter erstellen Dienstleister, die genau diese Statistiken in verständlicher Weise ausgeben. Sie brauchen keinerlei technische Vorkenntnisse, können sich vollends auf die Erstellung Ihrer Kampagnen fokussieren und dennoch können Sie das Verhalten Ihrer Empfänger tracken. Das von Ihnen gewählte Tools erledigt für Sie das oben erwähnte Verfahren. Doch dazu kommen wir an späterer Stelle noch ausführlicher.

Tracking Link (Call To Action)

Die wichtigsten Kennzahlen

Durch diese Vorgehensweise können demnach eine Menge an Daten gesammelt werden. Und aus all diesen einzelnen Nummern und Zahlen lassen sich mithilfe einiger Formeln wichtige KPIs ermitteln, die maßgeblich für den Erfolg Ihrer Kampagne sein können. Sie sollten die folgenden Kennzahlen stets im Auge behalten.

Zustellrate = ((Anzahl der Empfänger – Bounces) / versendete E-Mails) * 100

Die Zustellrate ist im Grunde die Basis für das Bewerten all Ihrer anderen Statistiken.

Denn stellen Sie sich vor, Ihr Newsletter enthält beispielsweise viele Spam-Wörter. Vielleicht landet er gar nicht erst im Posteingang Ihrer Empfänger, sondern im Spam-Ordner. Dann werden die restlichen Kennzahlen vermutlich auch recht enttäuschend sein.

Bouncerate = (Bounces / Anzahl der Empfänger) * 100

Diese Rate gibt Ihnen an, wie viele Ihrer Mails nicht von den Servern Ihrer Empfänger akzeptiert wurden. Dies geschieht bei inaktiven oder ungültigen E-Mail-Adressen. Alle nicht zugestellten Mails sind somit die Bounces. Und die Rate gibt das Verhältnis aller versendeten Mails zu nicht zugestellten Mails.

Bedenken Sie hierbei, dass die wichtigste Voraussetzung eine hochwertige Datenbank ist. Sind die E-Mail-Adressen Ihrer Empfänger fehlerhaft im System eingetragen, steigt die Bouncerate automatisch.

Wenn Sie jedoch für das Newsletter erstellen einen Dienstleister in Anspruch nehmen, wird Ihnen das in der Regel nicht passieren. Viele Dienstleister checken Ihre Empfänger-Daten automatisch und löschen doppelte Adressen oder korrigieren fehlerhafte E-Mail-Adressen. Dadurch garantieren sie eine repräsentative Bouncerate. So können Sie einfach Newsletter erstellen, ohne dass Sie vorab in Handarbeit jeden Tippfehler in den Adressen Ihrer Empfänger korrigieren müssen.

Newsletter im Browser öffnen

Öffnungsrate = (Unique Öffnungen / (Anzahl der Empfänger – Bounces)) * 100

Sie sollten immer die unique Öffnungsrate betrachten. Andernfalls werden Empfänger, die Ihren Newsletter mehrmals geöffnet haben, auch mehrmals gezählt. In dem Fall wird Ihnen nicht reell wiedergegeben, wie viel Prozent der Empfänger Ihre Kampagne geöffnet haben.

Conversionrate = (Conversions / Klickende Empfänger) * 100

Natürlich freuen Sie sich, wenn die Klick- und Öffnungsrate hoch ist. Doch Sie liefern Ihren Content in der Regel nicht (nur), weil Sie etwas mitzuteilen haben.

Vermutlich erhoffen Sie sich eine aktive Handlung, in der Regel einen Kauf. Diese Rate gibt Ihnen an, wieviele der Empfänger, die Ihre Kampagne auch tatsächlich geöffnet haben, die gewünschte Handlung durchgeführt haben.

Klickrate = (Klicks / (Anzahl der Empfänger –  Bounces)) * 100

Bei der Klickrate gilt dasselbe wie bei der Öffnungsrate. Schauen Sie sich unbedingt auch die unique Klickrate an. Die gibt Ihnen an, wie viele Ihrer Empfänger die E-Mail geöffnet und daraufhin auf mindestens einen Link geklickt haben. Dadurch können Sie auch gut verschiedene Werbemittel miteinander vergleichen und Handlungsempfehlungen ableiten.

Und so wird sie berechnet:

Unique Klickrate = Unique Klicks / Unique Öffnungen * 100

Call To Action

Abmelderate = (Abmeldungen / Anzahl der Empfänger-Bounces) * 100

Ähnlich wie bei der Bouncerate ist hier stets das Ziel: Je geringer desto besser. ABER: Bitte nicht um jeden Preis. Abmeldungen können auch etwas Gutes sein. Sie sollten den Abmeldebutton stets gut sichtbar platzieren. Andernfalls wird Ihre Absenderdomain im Zweifel als Spam markiert. Das Motto sollte stets sein: Qualität vor Quantität. Mit dem Empfänger, der sich für Ihre Inhalte oder Angebote nicht interessiert, werden Sie vermutlich so oder so keinen Umsatz machen.

Abmeldebutton

Damit kommen wir auch direkt zu dem nächsten, unglaublich wichtigen Punkt:

“Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!”

Zahlen verleiten uns dazu, nicht weiter über den Ursprung dieser nachzudenken. Wir nehmen das Ergebnis als gegeben hin. Ein Newsletter hat eine schlechte Öffnungsrate und Sie denken das Thema oder die Betreffzeile war Mist? Das muss nicht sein. Es kann auch einfach der falsche Zeitpunkt für diesen Newsletter gewesen sein. Nehmen wir mal ein ganz plumpes Beispiel: Der wirksamste und bestgestalteste Newsletter über Ihre Weihnachtsangebote, wird mit Sicherheit in der Osterzeit keine guten Zahlen erreichen. Dieses Beispiel soll lediglich verdeutlichen, dass Sie bei dem Auswerten Ihrer Daten und Zahlen immer die Umstände mit einbeziehen müssen. Betrachten Sie die Ergebnisse außerdem immer im Hinblick auf Ihre zuvor gesetzten Ziele (diese sollten Sie immer zuvor festlegen). Stimmt das Ergebnis überhaupt nicht mit Ihren Erwartungen überein? Dann suchen Sie nach den Umständen, an denen es liegen könnte. Vielleicht war an dem Versandtag ein wichtiges Ereignis, ein langes Wochenende, Sie haben versehentlich das falsche Geschlecht bei den Filtern ausgewählt …

Saison spezifischer Newsletter Content

Kampagnen direkt in Ihrem Newsletter Dienstleister auswerten

Ist ja alles schön und gut. Aber natürlich möchten Sie nach Möglichkeit keine Excel-Tabelle mit 100000 Datensätzen runterladen, um sich dann die Formeln einzutragen. Besser wäre es doch, wenn Sie die wichtigsten KPIs einer Kampagne direkt geliefert bekommen.

Gut, dass es fürs Newsletter erstellen Dienstleister gibt, welche genau darauf spezialisiert sind. Diese nehmen Ihnen einen Großteil der Arbeit bereits ab, indem Sie Ihnen die wichtigsten Statistiken direkt im Anschluss an die Kampagne liefern. Ganz einfach und direkt in Ihrem gewählten Tool.

Google Analytics und Co.

Eines der wohl bekanntesten Analyse Tools ist Google Analytics. Ein großer Vorteil von Google Analytics ist, dass es kostenlos ist. Darüberhinaus gibt es noch weitere kostenlose Tools, wie beispielsweise Piwik. Bei den kostenpflichtigen Tools gibt es häufig noch umfangreichere Möglichkeiten, die demnach unterschiedlich viel kosten.

Bei der Nutzung von Google Analytics (oder einem anderen Analyse Tool) für die eigene Website, muss der Besitzer einen Trackingcode in den Quellcode der Homepage einbauen.

Statistiken Newsletter Tool

Bei vielen Newsletter Dienstleistern gibt es dafür oftmals Erweiterungen. Nutzen Sie beispielsweise Google Analytics für die Auswertung Ihrer Website, können Sie dies mit Ihrem Newsletter Tool verbinden und messen, inwiefern Ihre E-Mail-Kampagnen den Traffic Ihrer Website beeinflussen.

So müssen Sie sich nicht mit dem Berechnen von Formeln beschäftigen, sondern können direkt Ihre Ergebnisse analysieren. Damit sparen Sie sich viel Zeit und Sie können sich somit bereits wieder an die Erstellung der nächsten Kampagne machen. Besser noch, denn nun können Sie all Ihre neu gewonnen Erkenntnisse nutzen, um Ihre Performance zu optimieren.

Viel Erfolg bei Ihren Newsletter Kampagnen!!!

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Lernen vom Osterhasen – So gestaltest du interessante Newsletter zu Ostern

Ostern ist einer der wichtigsten Feiertage im Jahr und wird von vielen Erwachsenen und Kindern gleichermaßen geschätzt. Warum also nicht die Osterzeit zum Anlass nehmen, um ein gezieltes E-Mail-Marketing für diese Festtage zu erstellen und mit diesem Sondermailing die Aufmerksamkeit der Empfänger besonders gut zu erreichen?

Damit Dein Marketing genauso effektiv wie der Osterhase ist und die Spannung im gleichen Maße erhöht, solltest Du Dein Mailing jedoch optimal an den Feiertag anpassen. Denn nur durch ein optimal platziertes und gezieltes Oster-Marketing kannst Du Deinen Umsatz in diesem Zeitfenster optimal verbessern und vergrößern. Die Kunst liegt darin, die Kunden effektiv und spezifisch ansprechen zu können.

Die grundlegenden Schritte für ein gutes Oster-E-Mail-Marketing

  • Adressen sammeln: Das beste E-Mail-Marketing nützt nichts, wenn Du keine Empfänger hast. Also solltest Du bereits frühzeitig damit beginnen die E-Mail-Adressen Deiner Kunden zu sammeln. Denke jedoch daran, dass Du nicht ohne die Zustimmung der Kunden Werbe-Mails versenden darfst. Biete also über Deine Webseite, über Deinen Facebook-Account oder über den Footer in Deinem Webshop die Eintragung in Deinen Newsletter an. So kannst Du schnell und einfach ausreichend Adressen generieren und diese im Idealfall mit Deinem Customer Relationship Management verknüpfen.
  • Die Inhalte bestimmen: Sondermailings arbeiten anders als normale Newsletter. Hier konzentrierst Du Dich auf einen bestimmten Teilbereich. Zumeist den Verkauf. Also bestimme bereits frühzeitig, welche Produkte oder Dienstleistungen Du mit dem Mailing bewerben möchtest und wie Du diese in den richtigen Oster-Kontext setzt.
  • Beschaffe Dir Oster-Bilder: Dein Oster Newsletter soll einzigartig aussehen. Zwar darfst Du Deine CI nicht verwerfen und solltest für Deine Kunden noch problemlos erkennbar bleiben, doch ein österliches Thema ist hilfreich. Hierfür benötigst Du in der Regel passende Bilder. Je früher Du diese in Auftrag gibst oder suchst, umso leichter kannst Du später das Oster-Mailing produzieren. Achte am besten darauf, dass Du keine religiösen Oster-Bilder verwendest. Diese könnten einen Teil Deiner Kunden abschrecken. Nutze lieber die Thematik des Osterhasens, um unverfänglich und dennoch unverwechselbar zu bleiben.

Den Oster-Newsletter erstellen

Du möchtest mit dem Oster-Newsletter ein bestimmtes Ziel erreichen. Wichtig ist, dass der Newsletter die Kunden entsprechend Deiner Absicht anspricht und diese dazu verleitet werden den Newsletter zu öffnen und Dein Angebot zu nutzen. Bei Sonder-Newslettern solltest Du nach Möglichkeit bis zur Perfektion an Deinem Newsletter schrauben. Achte besonders auf:

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Müller Milch, Müller Milch die schmeckt …

Ich persönlich schätze die Online-Kommunikation von Müller Milch ja ungemein. Vor allem auch deshalb, weil man sich hier nicht gleich jeden künstlich erzeugten Shitstorm sozusagen aus Prinzip beugt.

Dahinter scheint durchaus Methode zu stecken, wie man in diesem hörenswerten Podcast erfährt. Christian Meyer, der als Senior Media Manager Europe und Head of Digital bei der Theo Müller Gruppe einen Millionenetat in Sachen Werbung ausgibt, hat ja mit seinem offenen Brief zur letzten Dmexco einiges an Aufregung produziert. Aber frei nach dem Motto „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, kommt auch in diesem Podcast sehr gut heraus, dass es Meyer nicht um Online-Bashing geht, sondern vielmehr um den differenzierten Blick. Statt jedem Hype nachzulaufen, sollte man also vielmehr erstmal überlegen, was am Ende dabei rauskommt, ehe man vorne viel Geld reinsteckt. Und dabei legt er übrigens auch sehr gezielt seinen Finger in so manche offene Wunde, die Online Marketer lieber verstecken möchten.

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The next big thing – Nicht jeden Scheiß mitmachen

In meiner langen Zeit, die ich nun in Sachen Journalismus, PR und Online-Marketing unterwegs bin, war in den meisten Fällen der Bremser. Ja, die Angelegenheit erst einmal zu analysieren und in der Regel die Erwartungen senken, ist nicht gerade hip und das was eine Begeisterung fordernde Geschäftsleitung hören will, aber am Ende zahlte es sich immer noch besser aus, als wenn ich jede neue Sau durchs Dorf getrieben hätte.

Die Forderung in jeden Trend möglichst frühzeitig einzusteigen, basiert wohl vor allem auf dem irrigen Glauben, wer unter den ersten Teilnehmern ist, der bekommt auch ein großes Stück vom Kuchen. Wenn es um den Erfolg der Early Adapter geht, kann man darüber durchaus streiten. Aber selbst wenn wir mal annehmen, dass diese These richtig ist, sollte man eines wissen: Sie sind in aller Regel kein Early Adapter. Wenn Sie von einem neuen Trend oder Netzwerk lesen, dann nur weil es schon jemand vor ihnen entdeckt hat. Oder mit anderen Worten, wenn Sie die erste Möglichkeit haben einzusteigen, ist das große Stück Kuchen längst von anderen gegessen worden.

Wenn ich allerdings zur Ruhe mahne, heißt das natürlich nicht, sich zurückzulehnen und abzuwarten ob dieses „next big thing“ auch tatsächlich groß wird. Wenn etwa ein neues soziales Netzwerk am Horizont auftaucht, heißen Analyse und realistische Erwartungen wecken, nicht einfach abzuwarten, bis man sicher ist, das nächste Facebook gefunden zu haben.

Was ich versuche hier rüber zu bringen, würde meine Großmutter mit den Worten beschreiben: Man muss jetzt nicht jeden Scheiß mitmachen! Man sollte vorher aber wissen, was jetzt ein Scheiß ist und was einem doch nützlich sein kann.

Wenn am Horizont jetzt aber „the next big thing“ auftaucht, woher weiß ich, ob es etwas für mich ist?
Na ja, dazu muss man natürlich zunächst einmal sich selbst und sein Business gut kennen. Das erfordert eine gewisse Selbstanalyse und, falls vorhanden, auch eine kritische Überprüfung bisheriger Maßnahmen. Nehmen wir zum Beispiel an, sie haben sich mit einem kleinen, aber hippen Second-Hand-Klamottenladen selbständig gemacht und jemand sagt ihnen, irgendwer hätte gerade Twitter erfunden. Interessant? Hmm, eher nicht. Aber stellen Sie sich vor, man hätte gerade Instagram erfunden. Mode? Bilder? Das passt doch weit besser zusammen, als Mode und 140 Zeichen. Auch wenn die Grenzen immer mehr verschwinden, und man zum Beispiel bei Twitter heute auch mit Bildern und Videos arbeiten kann, ist das meist nur der Versuch des jeweiligen Netzwerkes mit Facebook konkurrieren zu wollen. Der eigentliche USP steht aber meist vom Start weg fest, bei Twitter sind es 140 Zeichen, bei Instagram die Fotos.

Werden Sie sich also klar, welches Transportmedium zu ihrem Produkt am besten passt. Und wenn es dann passt, dann spricht eigentlich auch nichts gegen einen frühen Einstieg in das soziale Netzwerk oder das Befolgen eines Trends. Allerdings sollte eben diese Nützlichkeit das auslösende Element sein, nicht die Neuartigkeit oder weil es ihr Konkurrent nutzt, oder jemanden Ihnen es unbedingt verkaufen will.

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Der Erfolgsfaktor bei Snapchat ist Authentizität

Fragt mich doch heute jemand, ob ich mir den Erfolg von Snapchat erklären könnte. Da sitzt du dann erst Mal da und weist so schnell keine Antwort. Der hässliche Gedanke kommt in deinen Kopf, dass du vielleicht alt bist. Immerhin sind nur noch 12 % deiner Altersgenossen aktive Mitglieder bei Snapchat, siehe futurebiz. Vielleicht ist es ja schon soweit, und du verstehst die jungen Leute nicht mehr. Mit diesen Youtube-Videos hat es angefangen, deren Erfolg konntest du dir noch erklären, auch wenn du ihn nicht wirklich berechtigt fandest. Aber Snapchat? Ist das nicht ein Instagram, nur mit Verfallsdatum? Oder einfacher ausgerdrückt, was soll’n der Scheiß?

Logo
Von Snapchat, Inc. – https://twitter.com/Snapchat, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37705935

Genug gejammert, und selbst wenn, so mancher wird heute gar nicht mehr an Snapchat vorbeikommen. In den USA längst eine der großen Nummern, wird der mobile Dienst auch bei uns immer wichtiger. Snapchat ist tatsächlich mehr, als ein Dienst mit der ein Typ unter der Dusche zum ersten großen Star geworden ist. Auch was die etwas etablierteren Stars angeht, etwa aus Hollywood & Co., findet gerade eine kleine Migrationswelle von Instagram nach Snapchat statt. (Stellt euch mal ein Instagram ohne den Kardashian Clan vor, nie wären wir einer perfekteren Welt näher, oder?) Das hat natürlich vor allem auch mit dem Zielpublikum zu tun, man will junge Leute ansprechen und während die Alterspyramide bei Instagram zumindest bis zu den 55-Jährigen erstaunlich ausgeglichen ist, sind bei Snapchat über 50 % jünger als 24. Die junge Zielgruppe, so wie sie sich der olle Thoma von RTL damals vorgestellt hat. Nehmen wir das mal als Fakt, und heben uns die Zielgruppendiskussion für später auf.

Jessica-Alba-Snapchat
Irgendwer speichert immer Fotos von Jessica Alba.

Zudem ist Instagram doch recht prüde, keine Woche vergeht, an der nicht mindestens eine Aktion von stillenden Mütter auf dieses Paradebeispiel amerikanischer Prüderie hinweisen muss. Ob Snapchat prüde ist oder nicht, ist allerdings ohne jede Bedeutung, denn die Bilder verschwinden schließlich nach einer vorher festgelegten Anzahl von Sekunden. Das erklärt nicht nur den DJ unter der Dusche, sondern durchaus auch den Ruf von Snapchat als Versandoption für Penisbilder. Diese Flüchtigkeit der Fotos ist übrigens offenbar recht einfach auszuhebeln, zumindest befinden sich auch die bereits gelöschten Fotos in so manchem Zwischenspeicher des Handys noch einige Zeit länger. Und aktiv speichern lassen sich die Fotos am Ende auch.

Besteht also der Hauptgrund für den Erfolg darin, dass Jugendliche es einfach cool finden? Mag sein, aber auch für diese Coolness muss es ja Gründe geben, oder?

Snapchat ist cool, aber warum eigentlich?

Als Windows Mobile-Nutzer bin ich privat bisher noch von Snapchat verschont geblieben, aber dem Vernehmen nach soll die App nicht gerade intuitiv bedienbar sein. Auf der anderen Seite kann man viele lustige Bilder, Sprüche und was weiß ich nicht noch alles einfügen. Wer das bei Instagram machen will, kommt um zusätzliche Fremdapps nicht herum. Aber auch das alleine dürfte den Erfolg bei Jugendlichen immer noch nicht erklären. Aber irgendwie würden solche „Sticker“ bei Instagram auch fehl am Platz wirken – und damit nähern wir uns einem weiteren Punkt.

Nun ist nicht jeder Instagramer ein Profifotograf, aber der ursprüngliche Erfolgsfaktor von Instagram waren ja die Filter, mit denen auch Schnappschüssen ein profihaftes Aussehen verpasst worden konnte. Snapchat kommt in gewisser Weise genau aus der gegensätzlichen Richtung, es geht um den Schnappschuss, nicht um das perfekte Foto. Oder mit anderen Worten, Instagram setzt auf den schönen Schein, bei Snapchat herrscht die Authentizität. Und ließe sich aus der kürzlich veröffentlichten Sinus-Jugendstudie „Wie ticken Jugendliche 2016?“ nicht auch eine gewisse Suche der Jugendlichen nach Authentizität herauslesen?

Damit hätten wir dann natürlich auch schon die wichtigste Handlungsanweisung für Unternehmen, die auf Snapchat Erfolg haben wollen. Wie kaum ein anderes soziales Netzwerk ist hier ein authentisches Auftreten von größter Bedeutung. Egal ob man jetzt mit flüchtigen Fotos erfolgreich sein will, oder mit ganzen durch Fotos erzählte Geschichten – die eine längere Halbwertszeit haben. Man sollte nicht gestellt herüberkommen, sondern den Grundsatz beachten, dass Snapchat auch dazu da ist, andere am eigenen Leben oder Wirken teilhaben zu lassen. Wer mit allzu gestellten Szenen daherkommt, ist auf Instagram oder besser noch auf Pinterest weit besser aufgehoben.