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Der Vergleich: Dropbox? Google Drive? Oder doch One Drive?

In der aktuellen Folge des Podcasts GeekWeek dreht sich alles um Cloudspeicher, diese beliebten kleinen Tools, die es inzwischen auch Privatleuten ermöglichen ihre Daten immer und überall abrufen zu können: Nerdistan Special Cloud Computing

Für Otto-Normal-Verbraucher sind in der Regel, ob jetzt miteinander kombiniert oder als alleiniges Tool, die drei großen Anbieter Dropbox, Google Drive und One Drive eigentlich völlig ausreichend. Ich persönlich habe einen Account bei allen drei Anbietern, auch wenn ich eigentlich nur One Drive nutze. Aber dazu später, erst einmal ein kleiner Überblick über die drei Angebote:

Dropbox

Dropbox ist sozusagen die Mutter aller Clouddienste und punktet wegen seiner offenen API auch durch ein kleines Universum an Apps rund um das Angebot. Die im oben verlinkten Podcast erwähnte Sicherung einer WordPress-Installation werde ich sicherlich demnächst selbst einmal ausprobieren. Dickes Plus bei Dropbox ist eine Wiederherstellungsfunktion, die es erlaubt auch bereits gelöschte Daten bis zu einem Jahr später wieder herzustellen. Die gelöschten Dateien nehmen dabei natürlich keinen Platz weg. Wo wir dann auch beim dicken Minus wären, Dropbodx bietet gerade einmal 2 GB kostenlos an. Durch diverse Werbeaktionen und Apps soll sich dieser Platz zwar auf bis zu 16 GB ausbreiten lassen, wer Dropbox aber zum Beispiel zur Sicherung seines Fotoarchivs nutzen möchte – ein ja nicht gerade unüblicher Anwendungsfall – steht bald vor der Entscheidung 9,99 $ im Monat ausgeben zu können, um von mickrigen 2 GB auf 1 TB aufzurüsten.

Google Drive

Das Angebot von Google war eigentlich zuerst eine Alternative zu Microsoft Office. Wer zum Beispiel in Google Docs seine Dateien im Browser erstellte, konnte diese auch online abspeichern. Irgendwann wurde der Webspace immer größer und jetzt stehen in der Gratisvariante immerhin schon mal 15 GB zur Verfügung. Für 9,99 $ im Monat gibt es auch hier 1 TB, allerdings ist das Preisangebot von Google weit kundenfreundlicher, so gibt es für 1,99 $ 100 GB und während bei Dropbox mit 1 TB auch schon das Maximum erreicht ist, lässt sich Google Drive bis zu 30 TB ausdehnen.

Großes Plus von Google Drive soll die neue Fotoverwaltung sein, die kürzlich ja nach ihrer Herauslösung aus Google Plus ein kleines Upgrade bekommen hat und in Sachen automatischer Verschlagwortung der absolute Hit sein soll. Sagen zumindest alle, ich persönlich kann diese Erfahrung nur bedingt bestätigten.

One Drive

Das Angebot von Microsoft firmierte früher unter dem Namen Sky Drive, musste dann aber in One Drive umbenannt werden. Mit Windows 8.1 ist ein lokaler Ordner, der sich mit einem One Drive-Account synchronisieren lässt im Betriebssystem integriert, eine Integration, die mit Windows 10 noch einmal verstärkt werden wird. 15 GB stehen dem User frei zur Verfügung, aufstocken kann man mit 1,99 bzw. 3,99 $ auf 100 bzw. 200 GB. Wer allerdings Microsoft Office als Office 365, also im jährlichen Abo, nutzt, bekommt hier sein 1 TB gratis hinzu.

Meine Erfahrungen

Ich bin seinerzeit auch relativ früh bei Dropbox eingestiegen und habe den Account später immer schön im Wechsel mit Google Drive dann vorwiegend zum Datenaustausch von meinem Arbeitsplatz- und meinem Privatrechner genutzt. Als es dann allerdings immer mehr in Richtung Apps ging, ging die Tendenz dann entsprechend eindeutig zu Google Drive – und Dropbox verschwand irgendwann dann auch vom Radar. Der richtige Heavynutzer war ich ohnehin nie, weil ich meine Fotos zum Beispiel seit Jahren auf Flickr sichere, statt einen allgemeinen Cloudspeicher zu nutzen. (Abgesehen davon hänge ich auch jeden Monat eine mobile Festplatte an meinen Rechner und mache auf diese Weise das gute alte BackUp. Eine Empfehlung von mir, so praktisch die Clouddienste auch sein mögen.)

Ich persönlich empfehle als Dienst ausdrücklich One Drive, der treue Leser wird schon bemerkt haben, dass ich ein Microsoft-Mann bin. 🙂 Als Abonnent von Office 365 stehen mir die 1 TB zur Verfügung, die ich allerdings nicht annähernd nutze. (Bei den 2 GB von Dropbox hätte ich allerdings ein Problem.) One Drive ist ziemlich gut in Windows 8.1 integriert, natürlich auch in den einzelnen Office Anwendungen, die sich ja auch als Online-App im Browser gut nutzen lassen. Die zugehörige App zum Windows Phone arbeitet einwandfrei, übrigens auch die One Drive-App auf meinem iPad. Zudem ist One Note für mich das ultimative Werkzeug für Online-Notizen, das seine Daten auch im One Drive Ordner ablegt.

Was spricht dagegen?

Alle drei Angebote sind natürlich US-Dienste und auch wenn sie sich bemühen ihre Kunden durch allzu laxen Datenschutz nicht zu vertreiben, wenn die NSA anklopft, dann schließen Dropbox & Co. auch auf. Inwiefern das für den normalen User von Bedeutung ist, muss am Ende des Tages jeder selbst entscheiden. Alternativ bietet sich das Thema Verschlüsselung an. Alle Anbieter haben natürlich SSL, wer aber seine Daten wirklich verschlüsseln will, muss eben die Dateien selbst verschlüsseln – nimmt sich damit aber viel Komfort, weil die meisten Schlüssel an ein bestimmtes Gerät gebunden sind. Die Alternative zu deutschen Anbietern zu wechseln gibt es durchaus, Strato hat zum Beispiel ein entsprechendes Angebot. Das davon aber kaum jemand weiß, ist nicht sonderlich verwunderlich, weil es mit den drei Platzhirschen nicht mithalten kann.