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Newsletter sind für Zeitungen interessant, aber nur gute Newsletter

Newsletter lesen wir gewöhnlich per E-Mail, und genauso wie die E-Mail selbst werden Newsletter seit Jahren totgesagt – oder totgewünscht. Eine Vorhersage, die aber offensichtlich noch nicht eingetreten ist. Denn Social Media-Tools hin oder her, mit Newslettern lässt sich auch im Journalismus noch einiges anfangen.

Die New York Times scheint das gerade Mal wieder unter Beweis stellen zu wollen, insgesamt hat sie 33 Newsletter im Angebot. Auch wenn die New York Times mit Zahlen spärlich nach außen umgeht, schätzen Experten die Zahl der Abonnenten doch im Millionenbereich. Was Online-Marketer aber in erster Linie den Neid ins Gesicht steigen lassen dürfte, sind die vermuteten Öffnungsraten zwischen 50 und 70%. Im Schnitt werden nur gut 39% aller verschickten Newsletter vom Empfänger auch geöffnet.

Wie die New York Times das gemacht hat? Nun, zunächst einmal scheinen sie sich hingesetzt zu haben, um über die Sache nachzudenken. Klar ist, die übliche Masche funktioniert bei weitem nicht so gut – ist irgendwie auch schon peinlich altmodisch. Die übliche Masche besteht darin, dass ein Newsletter aus Artikellisten besteht. Die können etwa im RSS-Style automatisch eingefügt werden, themenbezogen sein oder – als besonders edel gedacht – gar vom Chefredakteur per Hand ausgewählt sein. Allen Varianten ist allerdings gleich, dass sie wirken wie ein Relikt aus Zeiten des Web 1.0. Um es kurz zu machen, wer solche Newsletter verschickt, und das tun bei den deutschen Verlagen jede Menge Zeitungen, sollte auf die automatisierte Variante zurückgreifen. Die kostet keine wertvolle Manpower und so fällt am wenigsten ins Gewicht, dass man sich hier jede Menge Potential entgehen lässt.

Personalisierung und redaktionelle Betreuung

Statt dessen sollten die Verlage tatsächlich eher mal vom Online-Marketing lernen, wo man bekanntlich Unmengen Energie aufbringt, um den perfekten Newsletter zu schaffen. Kernpunkt dürfte sicher sein vom 08/15-Produkt der Artikellisten zu einem möglichst personalisierten Newsletter zu kommen. Natürlich sollten die Artikel als einer der Kerninhalte nicht verschwinden, schließlich will man den Newsletterleser ja auch für die eigene Seite gewinnen. Oder gar als Online-Abonnent einfangen, was bei einem Newsletterabonnenten der New York Times immerhin doppelt wahrscheinlicher ist, als ein Neu-Abonnent, der zuvor keinen Newsletter abonniert hatte. Doch dazu muss man den Newsletter eben vom Abfallprodukt, und nichts anderes sind verschickte Artikellisten, wie hübsch man sie auch formatieren markt, zum Premiumprodukt machen. Dazu gehört auch eine redaktionelle Betreuung der Newsletter, die sich etwa an den Themenschwerpunkten orientiert. Ein plumper Einleitungstext kann doch schon mal zum Editorial werden. Auch wenn der Newsletter am Ende sicher nicht ein ePaper ersetzen soll, kann man sich durchaus daran orientieren. (Solange man unter ePaper nicht das bereitstellen der Printzeitung als PDF versteht. 🙂 )

Und by the way, man sollte auch nicht vergessen den Newsletter in seine übrige Medienstrategie einzubinden. Da man bei der Darstellung der Newsletter um HTML & Co. ohnehin nicht herumgeht, kann man auch hier einiges tun um etwa Verbindungen zu Social Media-Angeboten wie Facebook oder Youtube herzustellen.

Kurzum, die Möglichkeiten sind hier vor allem bei den deutschen Verlagen alles andere als ausgeschöpft …

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WAS BLEIBT – DIE WOCHE IN LINKS (020)

Was sich B2B-Kunden im E-Commerce wünschen
Auch der B2B-Kunde kauft inzwischen gerne online, ist dabei sogar noch begeisterter als der Privatkunde. Eine Entwicklung, die sich laut der bei t3n verlinkten Studie zum Thema B2B E-Commerce in den nächsten Jahren nach oben entwickeln wird. … mehr

SEO: Vorgeschaltete Seiten zur Installation von Apps werden ab 1. November in der Google Websuche abgestraft
Ich persönlich sage da danke, nicht nur weil mir als Windows Phone-Nutzer andauernd Android-Apps vorgeschlagen werden. Wenn ich bei Google etwas suche, suche ich gezielt nach einer Einzelinformation, nicht nach einer App für eine Webseite, die ich eventuell die nächsten Wochen nie wieder besuchen werde. … mehr

Twitter im Snapachat Look- Neue Features für Fotos, Gifs und Twitter Videos
Interessant ist dabei auch die angerissene These, ob es sich dabei eventuell um eine eigene App handelt. Neue eigenständige Apps werden als Möglichkeit gesehen, wie Twitter seine Stammnutzer nicht verschrecken muss, aber dennoch neue User anlocken könnte. … mehr

Twitter in Deutschland: Nur 0,9 von drei Millionen Konten aktiv
Mit Statistiken ist Twitter außerhalb der USA sehr geizig. In diesem Artikel von Michael Kroker finden sich einige Infos, die den deutschen Zahlen wahrscheinlich ziemlich nahe stehen. … mehr

Wikipedianer schmeißen Sockenpuppen raus
Der eigene Eintrag bei Wikipedia kann in vielen Bereichen Gold wert sein, PR, SEO usw. usf. Nicht wenige versuchen deshalb zu tricksen, ein bisschen PR kann doch nicht schaden. Wenn man bei Wikipedia allerdings erwischt wird, dann eben schon. Und das ist auch jenseits so großer Fälle beinahe täglich der Fall. … mehr

Von Instant Articles bis Apple News: Wie journalistische Marken in Zukunft ihre Leser erreichen
Ein Podcast zweier Medienmacher rund um die Zukunft des Journalismus im Internet. Mit Fragestellungen, wie jene, ob es etwa in ein paar Jahren überhaupt noch die klassische Homepage geben wird, oder Verlage ihre Artikel nur noch über Facebook, Twitter & Co. an die Leser bringen können. … mehr

 

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Sollen Verlage ihre Kommentarfunktion abschalten?

Gemach, auch nach der Lektüre von Martin Weigerts Kolumne Beleidigungen, Hetze, Verschwörungstheorien: Warum News-Seiten ihre Kommentarfunktion abschaffen sollten bin ich nach wie vor ein Anhänger der Kommentarfunktion an sich. Kommentare sind für mich ein Angebot der Meinungsfreiheit, deshalb habe ich sie immer verteidigt. Hier in meinem Blog schalte ich jeden Kommentar frei, der nicht rechtswidrig ist oder Dritte übelst beleidigt – ich persönlich bin da nicht so zimperlich. Ich habe ein einziges Mal eine Kommentarfunktion geschlossen, als Online Redakteur bei einem regionalen Fernsehsender – damals ging es um eine Reihe von türkischen Flaggen die im fränkischen Würzburg aufgehängt waren und dementsprechend rechtsextreme Kommentatoren anzogen. Ansonsten habe ich auch intern immer mit Verweis auf die Meinungsfreiheit alles freigeschaltet, auch wenn sich intern damit jemand auf die Füße getreten gefühlt hat (was durchaus vorkam).

Die andere Seite ist aber natürlich, dass Kommentare ein Angebot von Meinungsfreiheit sind, aber kein Seitenbetreiber dazu verpflichtet ist dieses Angebot auch zu machen. Außerdem ist er letztlich für den Inhalt seiner Webseite verantwortlich, zu diesem zählen auch die Kommentare. Er muss dazu stehen können bzw. zu einer toleranten Kommentarpolitik. Tut er das nicht, ist es sein gutes Recht. Wenn er eine strengere Kommentarpolitik fährt, sollte er dies nur auch kommunizieren. Und wenn er gar keine Kommentare zulässt, dann auch gut.

Das die Kommentare unter Artikeln seit langem zu dem Sorgenkindern von großen Portalen gehören, ist nicht unbedingt neu. Die aktuelle Situation der Diskussion um die Flüchtlinge, die zu uns kommen, treibt dieses Problem nur gewissermaßen auf die Spitze. Aber Herr konnte man ihm schon zuvor nur schwer werden. Den richtigen Königsweg hat noch niemand gefunden, lediglich setzen die meisten Angebote inzwischen wohl auf eine Art Sicherheitsregelung, indem entweder nur angemeldete User kommentieren können oder in der nächsten Stufe Kommentar freigeschaltet werden müssen. Letzteres ist natürlich arbeitsintensiv – und mit arbeitsintensiven Vorgängen ist es in einer Branche, die Gewinne lieber durch Einsparungen erwirtschaftet, als durch Innovationen, bekanntlich so eine Sache.

Weniger arbeitsintensive Möglichkeiten sind weitgehend gescheitert. Eine Blacklist für gewisse Worte wirkt heute fast schon putzig – oder hilflos, je nachdem wie man die Sache betrachtet. Außerdem müsste dahinter auch mindestens ein Algorithmus stehen, der die Worte nur anhand eines bestimmten Zusammenhangs herausfiltert. Also zum Beispiel „Der Führer würde hier aufräumen“, aber nicht „Die Touristen sind doch selbst schulde, wenn sie einem schlecht ausgebildeten Führer hinterherlaufen.“. Viel Spaß beim Programmieren …

Versuche wie eine Klarnamenpflicht darf man als gescheitert ansehen. Facebook beispielsweise versucht eine Klarnamenpflicht durchzusetzen, die Diskussionen dort werden nicht unbedingt besser. Außerdem erinnere ich mich im letzten Sozipod von einem Versuch in Südkorea gehört zu haben, wo die Klarnamenpflicht die Sache sogar noch verschlimmerte. Abgesehen davon, wer in Deutschland das Wort „Klarnamenpflicht“ auch nur in den Mund nimmt, hat schon die Hand des kopfschüttelnden Datenschutzbeauftragten auf seiner Schulter.

Was gab es sonst noch für nennenswerte Versuche? Mir fallen gerade nicht mehr ein.

Am Ende kommen wir wieder bei der Moderation an, die die einzig sinnvolle Methode zu sein scheint. Dahinter muss man dann auch nicht zwangsläufig Zensur sehen, schließlich wird auch in der Printausgabe nicht jeder Leserbrief abgedruckt. Es ist eine Frage der Auslegung, ob man aus dem praktisch unbegrenzt vorhandenen Platz ableiten will, im Netz könne man ja aber doch jetzt allen Schreibern eine Möglichkeit geben ihren Kommentar abzugeben – oder ob man nicht eher damit argumentiert, dass die in der Zeitung veröffentlichten Leserbriefe eine journalistische Vorauswahl durchlaufen haben. Ich neige eher zu letzterem Argument. Schließlich ist die Zeitung am Ende des Tages auch in ihrer Online-Variante immer noch ein journalistisches Produkt und sollte nach eben diesen Leitlinien auch geführt/veröffentlicht werden.

Ob man sich dagegen auf den Standpunkt stellen sollte, die Kommentarfunktion komplett abzuschalten, da bin ich mir wie gesagt nicht sicher. Zwar ist es einzig und allein die Entscheidung des Seitenbetreibers, und es gibt auch nachvollziehbare Gründe, auf der anderen Seite wurde in den Jahrzehnten zuvor ja auch die Rubrik „Leserbriefe“ nie eingestellt, obwohl dort auch mehr oder weniger geistig gesunde Menschen geschrieben haben. Freilich haben die heutigen Online-Kommentare nicht nur eine andere Quantität, sondern auch Qualität – aber ändert das wirklich etwas am Prinzip? Ich glaube in dieser Frage sollten wir auch eher über das Prinzip diskutieren, als über eine Liste von Vorteilen, die bei Abschaltung der Kommentarfunktion wegfallen würden. Die direkte Verknüpfung zwischen Artikel und Kommentar, das Feedback des Lesers usw. usf., dass alles wäre in seiner Summe vielleicht sogar verzichtbar, aber allein die Wirkung nach Außen wäre meiner Ansicht nach fatal. Nicht nur, weil der Verlag auf diese Weise signalisiert, was er von Lesermeinungen hält, sondern auch, weil seine Begründung nichts weiter wäre, als eine Kapitulation vor trollenden Kommentatoren.

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Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst auf Intellektuelles Weichei.

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Welchen Twitter-Accounts folgen Journalisten?

Auf der Suche nach interessanten Twitteraccounts bin ich auf folgende Infografik des Magazins „Journalist“ gestoßen, die aufzeigt welchen Twitteraccounts von Journalisten bzw. Redaktionen deutsche Politiker folgen. Nicht alle davon sind wirklich interessant, aber ein paar gute Tipps findet man sicher: