Was ändert sich bei Edge durch das Creators Update?

Zu den Dingen die mich beinahe täglich wurmen, gehört die Tatsache dank einer Bindung an Windows 7 an meinem Arbeitsrechner, auf Edge verzichten zu müssen. Was für eine Wohltat ist es dagegen damit dann am Second Screen oder privat surfen zu können.

Und mit dem Ende Frühling anstehenden Creators Update für Windows 10 bekommt auch Edge noch die ein oder andere Verbesserung. Dabei spreche ich weniger von der neuen Vorschaufunktion für die Tabs. Ganz ehrlich, das hat auch bei der Konkurrenz für mich nicht wirklich Sinn gemacht. Das man jetzt aber Seiten fürs spätere Lesen zur Seite schieben kann, ist dagegen eine Innovation auf die ich nur gewartet habe. Interessant wäre es allerdings zu wissen, ob man diese Funktion auch zwischen verschiedenen Endgeräten synchronisieren kann.

Passend zu der hohen Bedeutung, die Microsoft der VR-Entwicklung durch das Creators Update zugeschrieben hat, darf mit einer 3D-Darstellung natürlich auch Edge nicht hinten anstehen. Und wer neulich gelesen hat, dass der Windows das demnächst auch E-Books über den Store zu haben sind, wird sich über die angekündigte E-Bookfunktion im Browser auch nicht wundern.

Business as usual verspricht Microsoft natürlich auch einen Performancegewinn mit dem Update, auch wenn sich Edge dort alles andere als vor der Konkurrenz verstecken muss. Die hat allerdings wohl auch nach dem Aufstocken der Extensions im Shop in diesem Fall wohl immer noch die Nase vorn. Wobei ich eigentlich diesen „Mangel“ oft auch eher als wohltuend empfinde, so manch Chrome- oder Firefox-User wird es mir vielleicht nachfühlen können, weil man die beiden Browser doch sehr schnell geradezu mit Erweiterungen zumüllt.

Eine interessante Funktion ist sicher auch die Möglichkeit über einen in Edge integrierten Dienst direkt zahlen zu können. Allein sollte man hier doch auch noch eine Kooperation zumindest mit PayPal eingehen, um auch auf die Masse abzielen zu können. Unter uns, ich müsste mal schnell Bing befragen, ob Microsoft Wallet in Deutschland überhaupt zur Verfügung steht.

 

Der heiße Scheiß der Woche (072)

+ + + 15000er Build: Edge-Browser mit neuen Funktionen und Aussehen + + +

Flash wird wie erwartet endgültig geblockt. Was aber für mich ziemlich praktisch wird, ist die bessere Integration von Windows Ink in Edge. Schon jetzt ein Feature, das ich regelmäßig nutze.

+ + + Magento-Gründer stellen B2B-Plattform vor + + +

Schaden kann es nicht. Das sage ich aus der Erfahrung heraus, dass zwar so ziemlich jedes Shopsystem behauptet B2B-fähig zu sein, man es am Ende des Tages aber extrem verbiegen muss, damit das auch stimmt.

+ + + WP-VR-View: Virtual Reality mit WordPress + + +

VR könnte es 2017 schaffen nach all den Jahren doch noch den Durchbruch zu erreichen. Kein Wunder also, dass es auch hierfür schon ein WordPress-Plugin gibt, das Dr. Web etwas genauer unter die Lupe nimmt.

+ + + Native Advertising animiert zum Kauf  + + +

Der ehemalige Journalist in mir hat bei Native Advertising immer noch so einen faden Beigeschmack. Aber auch der wusste schon damals, das wir es hier mit einer Form von Werbung zu tun haben, die sehr gut funktionier.

+ + + Notizen besser managen: OneNote und Evernote im Vergleich + + +

Nun, meine Wahl fällt klar auf OneNote, und auch Jennifer Eilitz scheint dem Tool im Zweifel den Vorzug gegenüber Evernote zu geben.

 

Egde – Ein cooler Browser unter fernerliefen

Microsofts Browser Edge ist für mich ein klassisches Beispiel guter Ideen aus Redmond, die sich leider wohl nicht durchsetzen werden. In diesem Fall liegt das aber zum gehörigen Masse auch an Microsoft selbst.

Er hätte eigentlich ein Kernfeature von Windows 10 sein sollen, aber stattdessen findet Microsofts integrierter neuer Browser Edge auch mehr als ein Jahr nach seiner Veröffentlichung immer noch recht wenig Freunde. Das Charles Morris, bei Microsoft maßgeblich an der Entwicklung von Edge beteiligt, in der folgenden Keynote lieber absolute, statt relative Zahlen verwendet, hat durchaus seine „statistische“ Begründung:

Realistisch betrachtet verbreitet sich Windows 10 zwar ganz gut, aber die neuen User bleiben entweder der Konkurrenz treu und geben Edge erst keine Chance, oder sie springen schnell wieder ab. Interessanterweise dürfte das auch an einer Tatsache liegen, die der Tarnname „Spartan“ früh angedeutet hat. Edge ist kein aufgeblähter Browser und begeht damit nicht den Fehler, der Opera zum Verhängnis geworden ist und der auch Firefox zu schaffen macht. Deutlichstes Zeichen ist die fehlende Möglichkeit Plugins zu installieren. Mit einem der kommenden Updates wird das zwar nachgerüstet, ob sich Microsoft damit einen Gefallen tut, lassen wir mal dahingestellt.

Die Anzahl wirklich notwendiger Plugins ist ehrlich gesagt recht begrenzt, die Anzahl von Edge mitgelieferter Funktionen ist dagegen durchaus sehenswert. Die Entwicklertools später IE-Versionen gehörten für mich schon immer zu den unterschätzten Vertretern ihrer Art, wer bei Edge die „F12“ drückt hat ein noch besseres Werkzeug zur Verfügung. (Allerdings muss ich zugeben, dass mir das auch erst bewusst wurde, weil ich seit ein paar Wochen im Büro eben keinen Edge mehr zur Verfügung habe.)

Zusätzlich gibt es dann auch noch die Möglichkeit Webseiten zu notieren, sich unkompliziert Teil-Screenshots zu erstellen … ich verweise da mal auf einen Artikel von mir, den ich hier Ende letzten Jahres geschrieben habe, der ist nach wie vor aktuell: 4 Tipps, mit denen das Surfen mit Edge Spaß macht

webnotizen

Webnotizen einfach im Browser erstellen, mit Edge kein Problem.

Das Edge jetzt Gefahr läuft zu einem weiteren gescheiterten Browser zu werden, hat viele Gründe. Natürlich gehört auch die Tatsache dazu, dass der Nachfolger des Internet Explorers unter dem schlechten Ruf eben von diesem zu leiden hat. Das ist zwar zumindest mit Blick auf die letzten IE-Versionen zu einem Vorurteil geworden, aber die halten sich bekanntlich weit länger, als die Wahrheit. (Ich zumindest hatte bis vor einem Jahr das interessante Problem, dass bei der Anzeige von mir umgesetzter Webinhalte im Firefox weit problematischer war, als im IE.)

Auf der anderen Seite war Microsoft erschreckend inkonsequent oder überhastet vorgegangen, als es Edge einführte. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man Edge eben zusammen mit Windows 10 an den Start bringen musste, dem Browser aber einige Entwicklungen noch ganz gutgetan hätten. Das man mit Betaversionen an den Start geht, die sich – mit Hilfe der Nutzer – immer mehr verbessern mag in der Branche inzwischen ein übliches Vorgehen sein, aber die Geeks gestehen das Microsoft nicht zu und Otto-Normal-User kennt das Konzept nicht. Mit anderen Worten, für letztere Gruppe, die größere und bedeutendere, machte Edge von Anfang an einen eher unfertigen Eindruck.

Edge ist ein Browser im Wandel

Wie angedeutet glaube ich auch, dass Microsoft gerade zusätzlich den Fehler begeht aus dem schnellen und simplen Browser, ein aufgeblähtes Monster macht. Plugins sind dazu der entscheidende Schritt. (Wobei ich persönlich glaube, dass die Verbreitung von Plugins beim Otto-Normal-User genauso überschätzt werden, wie die von Ad-Blockern. Die Nerdgemeinde vergisst allzu oft die schier unendliche Anzahl von Leuten, die etwa ihre URL stur in die Suchleiste von Google eingeben, weil sie glauben so ins Internet zu kommen.) Mit seiner Schlankheit würde Edge aber einen seiner großen Vorteile vor der Konkurrenz wieder einbüßen. Und damit eben auch vom ursprünglichen Konzept abweichen.  Ich schätze die neue Strategie von Microsoft sehr, aber mitunter habe ich das Gefühl, dass zu manchen Dingen auch ein langer Atem gehört, hat man in Redmond vergessen. (Dabei ist genau die Möglichkeit auch mal einen langen Atem haben zu können, nach wie vor eines der größten Pfunde von Microsoft.)

However, die endgültige Entwicklung von Edge ist wie gesagt längst noch nicht festgeschrieben. Und vielleicht findet man ja auch einen Mittelweg zwischen dem spartanischen Grundideal und dem pluginverseuchten Luftballon. Es wäre Edge zu wünschen, für mich zumindest ist er seit einigen Monaten der Browser Nummer 1.