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Cortana, ein weiteres unterschätztes Microsoftprojekt?

Irgendwie muss es für Microsoft schon deprimierende sein, sucht man im Netz nach der digitalen Sprachassistentin Cortana stößt man scheinbar allein auf zwei Dinge: Eine Sammlung der lustigsten Befehle und – na ja, Möglichkeiten Cortana aus Windows 10 zu entfernen. Wird Cortana als letztlich nur als die digitale Gefährtin des Master Chief aus Halo in Erinnerung bleiben?

Das wäre schade, unabhängig davon, ob man wie ich jetzt Microsoft-/Windows-Fan ist oder nicht. Ja, Microsoft hat die digitale Assistentin nicht erfunden. Schon einige Zeit zuvor gab es etwa Siri, die es zwar schaffte das in diversen Sitcoms plötzlich Leute mit ihren Handys sprachen, aber unterm Strich eine für Apple-Verhältnisse erstaunlich schlichte Erfindung zu sein. Im Prinzip steckte hinter Siri kaum mehr als eine Spracherkennungs- und Sprachausgabesoftware. Cortana hingegen war von Beginn an als künstliche Intelligenz konzipiert.

Nicht nur Cortana steht hinter Alexa zurück

Interessanterweise liegt inzwischen aber eine andere Dame in Führung, nämlich Alexa. Interessant vor allem deshalb, weil man eigentlich jeden Cent auf Google gesetzt hätte. Wer weiß schließlich mehr über den Nutzer als Google, und wer könnte deshalb mehr Funktionen bieten. Hielt man Alexa zu Anfang noch für eine geschickte Masche von Amazon mehr Bestellungen zu generieren, auch ein paar nicht beabsichtigte ;-), schickt sich die kleine schwarze Säule inzwischen an auch den deutschen Markt zu erobern. Und ehrlich gesagt, man hört nicht viel schlechtes.

Dieser Erfolg hat aber eben nicht nur Microsoft überrascht, sondern auch Google, das Google Now eilig in Assistent umbenannt hat und jetzt überstürzt versucht in den Markt zu kommen. Einer Unternehmung, der man angesichts Googles beachtlicher Misserfolge beim Verkauf von Hardware, wohl bestenfalls viel Glück wünschen kann. Microsoft setzt dagegen auf Drittanbieter, um Cortana auch in die Wohnzimmer zu bringen. Und das obwohl man dort ja eigentlich inzwischen ziemlich gute Hardware unter die Leute bringt. Auf der anderen Seite stellt man ja aber auch eine Cortana App für Android und iPhone zur Verfügung, was mit Blick auf den ausbleibenden Erfolg von Windows Phone jedoch recht logisch erscheint.

Hat Cortana also jetzt eine Chance sich zu etablieren, oder nicht? Ich persönlich muss zugeben sie weder mit Alexa noch Siri vergleichen zu können. Hinter Google Now Assistent muss sie sich aber wohl keineswegs verstecken. Nüchtern betrachtet befinden sich alle vier bekannten Assistenten ja ohnehin noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase. Wer also qualitativ am Ende die beste Entwicklung liefert, ist noch lange nicht ausgemacht. Ebenso wenig ist es natürlich eine ausgemachte Sache, dass sich die beste Qualität am Ende durchsetzen wird. (Erfahrungsgemäß ja eher nicht. ;-( , oder?)

Was den täglichen Gebrauch angeht kann ich Cortana heute schon empfehlen, ja ich könnte auch ohne, aber es macht doch einiges einfacher. Und da ich privat, wie beruflich ab und zu auch noch an Windows 7 gebunden bin, muss ich zugeben, man kann Cortana auch schon richtig vermissen.

Pro-Tipp:

Keine Lust mehr auf “Hey Cortana”? So änderst du den Sprachbefehl, um die digitale Assistentin von Microsoft aufzurufen: Hey Cortana-Aktivierungsbefehl ändern

Aber ein halbtags tätiger Heavyuser wie ich entdeckt aber natürlich auch noch viel Luft nach oben. Das beginnt schon bei der Frage, warum man Cortana nicht einfach auch bitten kann Programme zu öffnen, sondern auch zu schließen. Oder bei einer Verabschiedung gleich das gesamte Surface Pro herunterzufahren.

Endlich: Der Kühlschrank lernt dank Cortana sprechen

Der selbst die Milch nachbestellende Kühlschrank ist längst so etwas wie der Runing Gag des Internet of Things (IoT). Microsoft bringt uns mit Cortana dem jetzt einen Schritt näher.

Google versucht Amazons Echo inzwischen ja Konkurrenz zu machen, dass sich Microsoft hier nicht mehr lange zieren wird und Cortana ins Rennen schickt, war eigentlich klar und ist jetzt auch offiziell. Gemeinsam mit dem Hardware-Hersteller Harman Kardon bringt man Cortana jetzt auch ins Wohnzimmer:

Einfach nur Amazon kopieren wäre aber wohl nicht das neue Microsoft. Nein, man will mehr. Cortana soll noch unabhängiger von Smartphone oder PC werden und dem IoT mal so richtig auf die Sprünge helfen. Schon jetzt peilt man mehr oder weniger alles an, was einen Bildschirm hat und das kann mitunter eben auch schon mal der Kühlschrank sein:

Cortana: Vom Smartphone über den PC auf den Kühlschrank

Cortana: Vom Smartphone über den PC auf den Kühlschrank

Kommen soll die Änderung übrigens schon mit dem für Anfang – man munkelt wohl eher März – nächsten Jahres anstehenden Creative-Update.

Der heiße Scheiß der Woche (068)

+ + + Microsoft takes aim at Amazon’s Echo with Windows 10 HomeHub Feature + + +

Das Cortana noch nicht längst ins Rennen eingestiegen ist, dürfte den ein oder anderen bereits gewundert haben. Ehrlich gesagt, ich hätte auf dem Oktober-Event genau so etwas erwartet – aber ich hab ja auch auf ein Surfacephone gehofft.

+ + + GoDaddy kauft Host Europe für 1,69 Milliarden Euro + + +

Da hat sich jemand bei GoDaddy wohl gedacht, das Jahr ist bald rum, und ich hab noch die ein oder andere Milliarde zum ausgeben. Herausgekommen ist der wohl tiefste Einschnitt in die deutsche Hostingbranche seit Jahren.

+ + + Slack and Google announce partnership focused on better integrating their Services + + +

Googles Versuche auf diesem Gebiet sind ja eher gescheitert, also eher so auf ganzer Linie. Und Slack? Hat da etwa einer doch Angst vor Microsoft Teams?

+ + + Datenschutz wird für Unternehmen in Zukunft viel Geld wert sein – Ein Weckruf + + +

Vielleicht hätte der “Weckruf” noch eine Spur leidenschaftlicher sein können, falsch ist dieser Artikel deshalb trotzdem nicht. Im Gegenteil: Datenschutz ist eines der Themen – und die meisten glauben nach wie vor, das Thema sei mit einem korrekten Hinweis auf die Verwendung von Google Analytics erledigt.

Der heiße Scheiß der Woche (057)

+ + + Regionale Keywords: Wie ermittelt man die lokale Nutzerintention? + + +

Guter Beitrag, nicht alleine über die Frage inwieweit sich regionale Keywords von anderen Keywords unterscheiden, sondern auch welche Faktoren Google heranzieht, um dem User die besten lokalen Suchergebnisse zu präsentieren.

+ + + Meilenstein: bing erreicht zehn Prozent Marktanteil in Deutschland + + +

Und es lohnt sich allein schon des täglich wechselnden Bildes wegen …. Ernsthaft, aber auch sonst hat sich Bing inzwischen längst zu einer ernstzunehmenden Alternative zu Google entwickelt. Bei mir ist es längst die Standardsuchmaschine, wenn ich auch Google weiterhin fleißig nutze(n muss).

+ + + Microsoft is putting Cortana machine learning in a fridge + + +

Der intelligente Kühlschrank – oder besser sein Ausbleiben – hat sich in den letzten Jahren ja zu so etwas wie den Running Gag in Sachen Internet of Things entwickelt. Kommt er dank Microsoft jetzt aber doch noch in unsere Küchen?

Worauf wir uns beim Windows-Update freuen können!

Bei The Verge gibt Tom Warren einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen, die Microsoft Windows 10 mit dem Anniversary Update in wenigen Tagen verpassen wird. Ganz oben auf seiner Liste ist natürlich Windows Ink, das nicht nur das digitale Lineal bringen wird, das Microsoft vor einigen Monaten vorgestellt hat, sondern ein weiterer Grund dafür sein dürfte, das Windows 10 für Tablets immer mehr das beste Betriebssystem werden wird. Da bin ich richtig froh, dass ich seit letzter Woche ein stolzer Besitzer eines Surface Pro 4 geworden bin – dem Microsoft Summer Sale sei dank. Als solcher kann ich übrigens auch jetzt schon bestätigen, dass die Arbeit mit dem mitgelieferten Stift jede Menge Spaß macht und bei mir auch schon produktiv zum Einsatz kam.

Die zweite große Änderung betrifft sicherlich den Browser Edge, der (endlich) Extensions/Erweiterungen unterstützt, wie es die Konkurrenz von Chrome und Firefox längst tut. Damit rüstet Microsoft ein Feature nach, das ich tatsächlich bei aller Überzeugtheit von Edge sehr vermisst habe. Nicht dass ich ein besonders fleißiger Nutzer solcher Extensions wäre, aber die ein oder andere vermisst man dann doch und das machte das Arbeiten mit Edge, so schnell er auch ist uns so viel er von Haus aus mitbringt, doch gelegentlich etwas umständlich.

Weitere Verbesserungen wird natürlich auch Cortana erhalten, wenn es auch keine großen Meilensteine zu sein scheinen. Allerdings arbeitet Microsoft ja kontinuierlich an der Weiterentwicklung seiner digitalen Assistentin. Ebenso wird Windows Hello verbessert, das den Login mittels Gesichtserkennung ermöglicht, ohne Passwort oder Pin eingeben zu müssen. Eines dieser Feature von denen man vorher vielleicht behauptet, man bräuchte das ja eigentlich nicht, auf das man aber nie wieder verzichten will, sobald man es einmal in Gebrauch hat.

Ein weiterer großer Schritt kommt auf die Besitzer einer Xbox One zu, die Spielekonsole soll mit dem Anniversary Update nämlich Windows Apps unterstützen. Damit forciert Microsoft weiter seinen Weg, mittels der Spielekonsole zurück in die Wohnzimmer zu kommen, aus dem der PC ja immer mehr zu verschwinden scheint.

Insgesamt dürfen sich Windows 10-Nutzer also auf jede Menge Neuigkeiten freuen. Und Windows 10-Verweigerer sollten damit weiter Gründe entgehen, die letzten Tage des Gratis-Updates nicht doch noch zu nutzen.