Braucht mein Online-Shop ein Blog? (Teil III)

In den ersten beiden Teilen haben wir uns mal angesehen, welche erfolgreichen Online-Shops bloggen und auch wie sie bloggen. Danach ging es um die Frage, ob du selbst mit deinem Shop unter die Blogger gehen solltest. Folgerichtig geht es jetzt darum, wie man die Sache richtig macht.

Brauche ich wirklich Leidenschaft und Unmengen von Content?

Auch wenn es ein legitimer Grund fürs Bloggen sein mag, dass man einer an Content schwachen Seite einfach mehr Masse geben will, wenn das der einzige Grund ist – dann sollte man es lieber bleiben lassen. Eine Leidenschaft fürs Bloggen vorauszusetzen ist aber auch deutlich übertrieben. Sagen wir, man sollte einfach nicht zu jenen Menschen gehören, die sich jeden Satz mühsam aus den Fingern saugen müssen. Das es mitunter schwer ist regelmäßig Artikel zu schreiben, kann natürlich nicht nur an einer Schreibunlust liegen, sondern auch weil man denkt ohnehin keine Themen zu finden. Der übliche Marketingguru würde jetzt rufen, es gibt immer Themen! Am Ende hat er zwar recht, aber aus praktischer Erfahrung weiß ich, dass es Themen gibt die es einem verdammt schwer machen regelmäßig darüber etwas schreiben zu können. Mit anderen Worten, nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Wie viel und wie oft soll ich bloggen?

Tja, das weiß leider niemand so genau. Was die Länge der Blogartikel angeht, gibt es im Wesentlichen zwei Parteien. Die einen sagen man müsse mindestens 250 bis 300 Wörter schreiben, die anderen schwören auf ein Minimum von 1000 Worte. Die Wahrheit dürfte wahrscheinlich irgendwo dazwischen liegen. Wobei natürlich auch ein Inhalt unter 250 Worten gut ranken kann, wenn er denn wertvoll genug ist. Ich persönlich würde die 250  als Minimalziel immer anpeilen, solange die Qualität des Textes darunter nicht leidet. Und was die 1000 angeht, nicht jeder haut drei 1000er die Woche raus, aber es ist oft leichter als man denkt. Wo wir schon bei der Häufigkeit wären, oder besser Regelmäßigkeit, denn regelmäßig sollte man schon veröffentlichen. Wobei dieses „regelmäßig“ nicht bedeuten sollte alle zwei Jahre einen Artikel zu schreiben. Ich würde etwas zwischen einer Woche und einem Monat empfehlen, es sei denn natürlich man hat im Idealfall mehr zu schreiben.

Welche Technik soll ich verwenden?

Man hat dir dein Shopsystem natürlich als eine Eier legende Wollmilchsau verkauft, aber im Zweifel würde ich immer ein Blogsystem empfehlen, das entsprechend in die Domain eingebunden ist. Es empfiehlt sich WordPress, aber es gibt da durchaus auch noch andere. WordPress bietet für diesen Zweck aber einfach ein Rundumsorglospaket, das von deinem Shopsystem auch mittels zusätzlicher Plugins so nicht geboten wird – mögen die Entwickler es auch „Blog“ nennen. Ein eigenes Shopsystem hat übrigens noch einen weiteren Vorteil, dazu komme ich im nächsten Abschnitt.

Soll mein Blog überhaupt unter der gleichen URL wie der Shop erreichbar sein?

Wenn man meiner zugegebenermaßen nicht nach allen Regeln der Statistik erhobenen Untersuchung in Teil I dieser Serie glaubt, dann ist das nicht in der Shopseite integrierte Blog die berühmte Ausnahme von der Regel. Ich persönlich tendiere inzwischen auch dazu ein Blog in die Shopseite zu integrieren, allerdings ist es dann enorm wichtig deutlich zu machen, dass im Blog nichts direkt verkauft werden soll. Es muss für Google klar ersichtlich sein, dass hier Informationen und nicht Waren angeboten werden. An dieser Stelle kann ein eigenes CMS auch ein wichtiges Signal an die Suchmaschine sein. Ist dagegen leicht erkennbar, dass es sich hier doch nur um eine reine Verkaufsveranstaltung handelt, ist die ganze Mühe mehr oder weniger umsonst.

Wie soll das Blog heißen?

Oder solle es überhaupt Blog heißen? Wer sich mit der Materie beschäftigt, kommt der Begriff „Blog“ inzwischen fast schon ein bisschen altbacken vor. Aber unter uns, Google ist das egal und die Mehrheit der Internetuser besucht zwar täglich Blogs, weiß es aber nicht. (Zumindest deutet das die alljährliche ARD-ZDF-Internetstudie immer wieder an.) In meiner Untersuchung behielten die meisten Unternehmen den Begriff bei, wenn das Blog allerdings optisch einen deutlichen Magazincharakter angenommen hat, wurde es auch oft so benannt. Das ist eine Vorgehensweise, an der man sich durchaus orientieren kann.

Das war natürlich nur ein kleiner Einblick, um ein erfolgreiches Blog zu starten. Viele Punkte sind schlicht auch unerwähnt geblieben, wie zum Beispiel eine On-Site-Optimierung unter SEO-Gesichtspunkten, die Anbindung an deine Social Media-Accounts usw. usf. Genauso wie die kurz angerissenen Themen kann man aber auch über diese Punkte einen eigenen Artikel schreiben – vielleicht mache ich das demnächst mal.


zu Teil I: Analyse der Blogs der größten deutschen Online-Shops
zu Teil II: In welchen Fällen brauche ich ein Blog?
zu Teil II: Tipps, damit deine Blog ein Erfolg wird.

 

Der heiße Scheiß der Woche (071)

+ + + Renewing Medium’s Focus + + +

Medium macht seiner Gründerverknüpfung mit Twitter alle Ehre und entlässt einen beachtlichen Teil seiner Angestellten. Verknüpft mit einer Neuausrichtung, man will weniger auf Reichweite, als auf qualitativ hochwertige Inhalte setzen. Einziges Problem, war das nicht schon immer die Strategie?

+ + + Auf der Überholspur mit Microsoft Dynamics + + +

Ein CRM kann sich schon für kleine Firmen lohnen, aus eigener Erfahrung kann ich da Microsoft Dynamics durchaus empfehlen. Aber auch ansonsten ist diese Keynote Speech von Donovan Brown durchaus sehenswert.

+ + + Das steckt hinter den View-Einbrüchen auf Youtube + + +

YouTube organisiert sich um. Was selbst für die zweitgrößte Suchmaschine im Web vonnöten ist, will DIE Videoplattform auch weiterhin ganz oben mitspielen, wenn es um Videos geht. Klar scheint aber eben auch der Trend zum Social Network zu sein.

+ + + Windows 10-Neudesign: Erste Bilder von Project NEON zu sehen + + +

Mitunter hat man das Design von Windows bei Versionssprüngen gar nicht mehr wiedererkannt. Auch damit will Microsoft jetzt offenbar brechen. Beim Design gilt das Motto: Evolution, statt Revolution

 

Braucht mein Online-Shop ein Blog? (Teil II)

Die Antwort auf die Frage könnte ein klares Ja sein, aber das wäre zu einfach. Wie bei fast allen Dingen im Internet, ist es ein wenig kompliziert. Die Antwort lautet also: Ja, wahrscheinlich.

Im ersten Teil dieser kleinen Serie hatte ich ja zehn Blogs der umsatzstärksten deutschen Online-Shops unter die Lupe genommen, allerdings hat natürlich nicht jeder Händler auf seiner Webseite ein Weblog. Diese Sichtweise verführt natürlich ein bisschen sich bei den Großen auch abzugucken, ob man denn ein Blog braucht oder nicht. STOP! Da liegt ein Missverständnis vor. Diese Auflistung dient eher der Inspiration, wenn man denn ein Blog für seinen Online-Shop einführen will, nicht der Frage, ob man es machen sollte. Zumindest dann, wenn die Argumentation gegen ein Blog lautet: Ja, wozu denn, Amazon oder Otto haben doch auch keines! Aber um es mal schonungslos zu sagen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Online-Shop desjenigen, der sich aufgrund dieses Artikels gerade die Frage nach einem Blog stellt, nicht Amazon oder Otto.

Drei Gründe sprechen für ein Blog

Auf einen Blick! Wann braucht mein Online-Shop ein Blog?


  • Ich verkaufe ein bestimmtes Produkt, vielleicht noch ein bisschen Zubehör, aber ich habe nicht wirklich so viele Produkte um allein durch Produktbeschreibungen massiv Content zu produzieren, auf den Suchmaschinen ansprechen.
  • Ich habe zwar durchaus ein umfangreicheres Produktspektrum, das sich aber nicht von anderen Angeboten absetzt. Ich möchte meinen Online-Shop aufwerten, in dem ich mich als Experte auf meinem Gebiet positioniere.
  • Ich möchte mein Unternehmen darstellen, zum Beispiel um es persönlicher werden zu lassen oder schlicht ein gutes Image aufzubauen.

Beim ersten Punkt handelt es sich um Suchmaschinenoptimierung, bei den beiden anderen um Online-Marketing? Jein, denn eigentlich handelt sich bei allen drei Punkten um Content Marketing.

Natürlich dient der Aufbau eines Blogs unter dem ersten Gesichtspunkt erst einmal dazu Content zu schaffen, den die Suchmaschine als themenrelevant erkennt und deshalb bei einer entsprechenden Suchanfrage diesen einen Online-Shop bevorzugt. Infolge dessen sollte auch bei einem Blog stets mitgedacht werden, indem man etwa seine Beiträge Keyword optimiert, mit multimedialem Content anreichert usw. Noch vor ein paar Google Updates hätte es noch ausgereicht das Blog allein unter diesen Gesichtspunkten zu führen. Oder um es klar zu sagen: Man hätte nicht für den Kunden gebloggt, sondern für die Suchmaschine.

Oder gibt es nur einen Grund?

Doch dieses klassische Onsite-Optimierung greift heute immer weniger, nicht weil sie wertlos wäre, sondern weil sie schlicht Standard ist. Was Google oder Bing heute jedoch immer besser beherrschen und zweifellos auch weiter optimieren, ist das Verständnis eines Inhaltes. Der Algorithmus wird insofern immer klüger, als das er etwa einen Text nicht nur in seine Bestandteile zerlegt, sondern ein immer menschenähnlicheres Verständnis hat. Und das hat zur Folge, dass ein Blogbeitrag der einzig und allein Futter für Google sein soll, von Google als solches erkannt und somit als für den echten User mehr oder weniger wertlos eingestuft wird.

Die Grenzen zwischen den drei Punkten verschwimmen also immer mehr. Wer also ein Produkt hat, das es so oder so ähnlich auch bei einem Konkurrenten zu bestellen gibt, muss sich von diesem absetzen. Das kann er zum Beispiel damit tun, in dem er sich als ein Experte auf seinem Gebiet positioniert. Wer dem Kunden darlegen kann, dass er sich auf dem Gebiet besonders gut auskennt, gewinnt einen Vertrauensvorschuss. Das kann der entscheidende Unterschied zur Konkurrenz sein, die nur einen lieblos dahingeklatschten Shop betreibt. Und was der Kunde als gut empfindet, findet auch die Suchmaschine gut.

Im Großen und Ganzen trifft das auch dann zu, wenn das Blog etwa das Unternehmensimage verbessern soll. Dann etwa, wenn man – im Gegensatz zur Konkurrenz – auch die Menschen hinter dem Shop in Erscheinung treten lässt. Das erzeugt Vertrauen. Ein Gut das nicht zu unterschätzen ist, schließlich will man ja, dass einem der Kunde seine Kreditkartendaten anvertraut.


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Braucht mein Online-Shop ein Blog? (Teil I)

2017 mögen Blogs manchmal ein bisschen altbacken wirken, zumindest wer sich mit dem Thema Online-Marketing beschäftigt, sagt das Wort schließlich mindestens fünf Mal am Tag. Dabei kann ein Blog auch für Online-Shops nach wie vor Gold wert sein.

Wie man ein Blog am Besten für den Erfolg seines Online-Shops nutzen kann, habe ich mir mal bei bestehenden Shopseiten angesehen. Als Grundlage diente eine Liste der umsatzreichsten Online-Shops in Deutschland, die bin ich durchgegangen und habe mir die ersten zehn Blogs (eigentlich 11, da Zalando zwei betreibt) mal angesehen, die ich in der Auflistung gefunden habe.

Auffällig ist übrigens zuerst einmal, dass die ganz Großen der Branche keine Blogs betreiben, also etwa Amazon oder Otto. Auf der anderen Seite ist das durchaus nachvollziehbar, dient ein Blog doch auch der Generierung von Content, war aber allein mit seinen Produktbeschreibungen Server füllen kann, der kann aus diesem Gesichtspunkt auch gut und gerne darauf verzichten. Als Argument gegen ein Blog taugt das Beispiel Otto oder Amazon nicht, denn beide dürften ein paar tausend Produkte mehr im Lager haben, als der durchschnittliche deutsche Online-Shop.

Die einzelnen Blogs habe ich grob in drei Gruppen geteilt: Reiner Unternehmens- bzw. Produktblogs, themenspezifische Blogs und gemischte. Unter themenspezifischen Blogs verstehe ich Seiten, die sich zwar um das Leistungsspektrum des jeweiligen Shops drehen, aber eben den User informieren wollen, statt reine Verkaufsbeiträge zu veröffentlichen. Mit insgesamt 4 sind sie genauso stark vertreten, wie die Unternehmensblogs, der Rest macht mehr oder weniger eine Mischung aus beidem. Übrigens heißen vier Blogs gar nicht Blogs, sondern werden meist als „Magazin“ bezeichnet. Bei Zalando läuft das ganze unter der Überschrift „Editorial“, während das Unternehmensblog wieder schlicht „Blog“ heißt.

Content oder Image – man merkt den Unterschied

Manche Unternehmen haben es ziemlich plump auf die Generierung von Content abgesehen, Weltbild News sollte hier ein abschreckendes Beispiel sein. Blogs die ganz allein der Imagepflege dienen finden sich dagegen nicht, irgendeine Content Generierung ist immer dabei. Hauptsächlich natürlich in Text und Bildform, aber auch Videos sind in Form von Tutorials oder Fitnessübungen hier und da vertreten. Letztere Unternehmen stecken natürlich besonders viel Aufwand in die einzelnen Seiten.

Zehn Blogs der umsatzstärksten deutschen Online-Shops

An dieser Stelle aber erst einmal genug der Analyse, hier ist ein kleiner Überblick über die von mir ausgewerteten Blogs:

Name: Tchibo Blog
Unternehmen: Tchibo GmbH
Domain: http://blog.tchibo.com/
Beschreibung: Tchibo lässt seine Mitarbeiter bloggen. Dabei geht es vorwiegend um das Unternehmen selbst. Im Zentrum stehen aber auch zum Beispiel soziale Aktivitäten der Mitarbeiter, was natürlich zur Weihnachtszeit einen größeren Raum einnimmt. Da es im Blog aber natürlich auch um das Thema Kaffee geht, kommt der Kunde an dieser Stelle auch zu seinen Informationen. Um ein „Wir preisen unsere Produkte an“-Blog handelt es sich hier aber nicht.
Bewertung: Ein Blog mit dem eindeutigen Ziel das Image des Unternehmens aufzuwerten und es damit menschlicher werden zu lassen. Etwas konventionell, aber das entspricht ja durchaus dem Unternehmensbild. Sagen wir 7 von 10 Punkten.

Name: Editorial Zalando
Unternehmen: Zalando SE
Domain: https://www.zalando.de/editorial-damen/ & https://blog.zalando.de/
Beschreibung: Der Online-Händler Zalando führt im Grunde zwei Blogs. Ein klassisches Unternehmensblog unter der Subdomain blog und ein magazinartiges Blog unter dem Namen Editorial. Dort beschäftigt man sich ganz mit dem Thema Mode um entsprechenden themenspezifischen Content aufzubauen.
Bewertung: Zalando fährt zweigleisig. Für das Image gibt es ein klassisches Unternehmensblog, während man auf der Seite selbst ein Magazin recht gut platziert hat. Dort spricht man den Kunden direkt an und betreibt klassisches Content-Marketing mit einem redaktionell betreuten Blog. Für das Editorial gibt es 8 von 10, fürs Blog 7 von 10 möglichen Punkten.

Name: Das Conrad Blog
Unternehmen: Conrad Electronics SE
Domain: http://blog.conrad.de/
Beschreibung: Unter den Onlineversandhändlern in der Technik-Computer-Sparte sticht Conrad mit seinem Blog aus der Reihe, denn die meisten sparen sich hier diese Art des Content-Marketings. Conrad geht dafür echt in die Vollen und reichert sein Blog unter anderem auch mit Videoinhalten in Form von Tutorials an. In der Kategorie „Conrad Inside“ gibt es die klassischen Unternehmensnews, ansonsten handelt es sich hier um klassisches Content-Marketing.
Bewertung: Conrad investiert einiges in sein Blog und macht es damit zu einer eigenständigen Seite, die dennoch mit dem Logo gebrandet ist. Dafür gibt es 9 von 10 Punkten.

Name: H & M Magazine
Unternehmen: H & M Hennnes & Mauritz AB
Domain: http://www.hm.com/de/magazine
Beschreibung: H & M stellt ein themenspezifisches Magazin ins Netz, dass sich mit den Themen Mode, Beauty und Fitness beschäftigt. Vorgestellt werden neben Trends auch Tipps, angereichert wird das ganze durch Video-Content etwa in Form von kleinen Fitnessvideos.
Bewertung: Ein im schick-simplen Design erstelltes Blog, das handwerklich top ist, dem es aber ein wenig an dem gewissen Etwas fehlt. Deshalb dann auch nur 7 von 10 Punkten.

Name: DocMorris Blog
Unternehmen: Versandapotheke DocMorris
Domain: http://www.docmorris-blog.de/
Beschreibung: Das deutsche Blog des niederländischen Versandhändlers ist in die Themen Ernährung, Gesundheit, Körper & Seele und DocMorris eingeteilt. Wobei die letztere Kategorie nicht das Unternehmen im Fokus hat, sondern meinungsgeprägte Artikel zu Gesundheitspolitik und andere Themen.
Bewertung: Vom Design her ein wenig zu bunt, aber das ist Geschmackssache. Der User wird durchaus über das Thema Medikamente und Gesundheit informiert, die Schlagzahl der veröffentlichten Beiträge ist aber eher mittelmäßig. Ich würde sagen 5 von 10 Punkten.

Name: t.blog
Unternehmen: Thomann GmbH
Domain: https://www.thomann.de/blog/de/
Beschreibung: Bei Thomann findet man nicht nur Musikinstrumente, sondern auch gleich Blogs in sechs Sprachen. Inhaltlich stellen die Macher das Unternehmen und die im Shop angebotenen Produkte vor, machen das aber auf eine so witzige Art und Weise, dass die einzelnen Beiträge seltenst in den Verdacht geraten langweilige Produktpräsentationen zu sein.
Bewertung: In dem Blog steckt Herzblut und Individualität der Mitarbeiter, da kann dann auch schon eine einfache Produktvorstellung lesenswert/sehenswert sein. Deshalb 7 von 10 Punkten.

Name: IKEA Unternehmensblog
Unternehmen: IKEA Deutschland GmbH & Co. KG
Domain: http://www.ikea-unternehmensblog.de
Beschreibung: Thematisch besonders umfangreich zeigt sich der schwedische Möbelhändler in seinem Unternehmensblog. Wobei der Wortbestandteil „Unternehmen“ fast schon eine Irreführung ist, berichten die Autoren an dieser Stelle doch auch über die bekannten nordischen Bräuche Bäume aus dem Fenster zu werfen, aber eben auch über soziales Engagement oder aktuell über einen eigens in Auftrag gegeben Zukunftsreport.
Bewertung: Insgesamt kein schlechtes Blog, aber die Themenvielfalt ist etwas zu groß geraten. Vielleicht könnte ein übersichtlicheres Design das ein bisschen ändern. Sagen wir 6 von 10 Punkten.

Name: Weltbild-News-Blog
Unternehmen: Weltbild GmbH & Co. KG
Domain: http://www.weltbild-news.de/
Beschreibung: In seinem Blog dreht sich bei Weltbild alles um die zu verkaufende Produkte. Bücher, Kalender usw. usf. Insgesamt ist alles aber eher billige Contentschinderei ohne viel Aufwand, so findet man etwa bei den Buchvorstellungen kaum mehr, als auch auf den Buchumschlägen steht – möglicherweise ist es sogar derselbe Text.
Bewertung: Mit seinem Blog sticht Weltbild vor allem deshalb heraus, weil es so schlecht ist. Inhaltlich und äußerlich bräuchte es dringend eine hilfreiche Hand, die das Wort Content-Marketing zumindest buchstabieren kann. 2 von 10 Punkten, mehr sind echt nicht drin.

Name: Ihr Klingel-Magazin
Unternehmen: K – Mail Order GmbH & Co. KG
Domain: http://www.klingel.de/magazin/
Beschreibung: Das Zielpublikum bei Klingel ist wohl eher weiblich, was man auch dem Magazin sofort anmerkt. Der Versandhändler bietet hier eine bunte Mischung aus Modetipps, Stilberatung und – na ja, Stilberatung nach Sternzeichen an. Darüber kann man denken was man will, aber wenn es beim Kunden ankommt, eine gute Strategie.
Bewertung: Okay, ich persönlich würde da nicht einkaufen. Aber das Blog von Klingel ist frisch aufgemacht und bietet eine gute Mischung zwischen Produktmarketing, Mitarbeitermitwirkung und ein bisschen Unterhaltung. 7 von 10 Punkten!

Name: Das Reuter Magazin
Unternehmen: reuter onlineshop GmbH
Domain: https://www.reuter.de/magazin/index.html
Beschreibung: Wer mit dem Namen Reuter nichts anfangen kann, sieht auch im Magazin sofort um was es geht: Küche, Bad, Leuchten usw. Ein schönes Beispiel für langweiliges Content Marketing, dass sich auf Lobpreisungen der eigenen Produkte beschränkt.
Bewertung: Handwerklich sauber gemacht, aber ohne Liebe zum Detail. Man merkt schnell, dass es hier wohl in erster Linie nur ums Generieren von Content ging, statt auch mal an den Kunden/Leser zu denken. Deshalb 4 von 10 Punkten.


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WAS BLEIBT – DIE WOCHE IN LINKS (022)

Die Links der Woche, diesmal unteranderem zum Thema Webdesign, Psychologie beim Teilen von Inhalten und Snapchats Idee Geld zu verdienen:

Adaptive oder Responsive? Über die Vor- und Nachteile der beiden Design-Ansätze
Wie, es gibt einen Unterschied? 🙂 Dieser kurze Artikel erklärt ihn kurz und beantwortet die Frage im Titel allerdings mit einem klaren, „die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte“. … mehr

Jetzt basteln Google und Twitter eine Open-Source-Version von Facebooks „Instant Articles“
Um die Instant Article von Facebook ist es ruhig geworden, statt dessen bastelt jetzt Google, Twitter und Pinterest mit Zeitungen wie der New York Times und dem Guardian an einer Art Alternative, die die Ladezeit von Artikeln auf mobilen Endgeräten extrem verkürzen soll. … mehr

Psychologie des Weitersagens: So motivieren Sie andere Menschen, Ihre Botschaften zu verbreiten
Wie motiviert man unterschiedliche Typen zum Teilen von Inhalten? Immerhin reicht die Spann von Menschen, die mit geteilten Inhalten anderen helfen oder zumindest unterhalten wollen, bis hin zum eher egoistischen Angeber, der einfach nur mitteilen will, das er den Inhalt als Erster gefunden hat. … mehr

Snapchat zeigt Bilder für Geld noch einmal
Der Foto-Messenger Snapchat bezieht seine Einmaligkeit daraus, gepostete Bilder nur für einen kurzen Zeitraum zu zeigen und dann wieder zu löschen. Aber auch Snapchat will Geld verdienen, und statt Werbung bietet man Usern jetzt die Möglichkeit, gelöschte Bilder gegen Geld eben doch nochmal ansehen zu können. … mehr

Welche Herausforderungen Marketer beim Storytelling zu meistern haben
Gute Werbung ist auch guter Content, das war schon meine Devise, als ich vor Jahren für einen Fernsehsender gearbeitet habe. In Zeiten, in denen Bannerwerbung immer weniger wirkt, wird dieses Satz zum Beispiel durch Content Marketing immer wichtiger. Storytelling aber stellt an die Marketingabteilung völlig neue Herausforderungen – leider erst jetzt, möchte man fast sagen. … mehr

Die besten Blogs für Blogger in deutscher Sprache
Bloggen über Bloggen? Klingt zuerst ein wenig selbstbezogen, aber hinter dieser kleinen Sammlung von Blogs, deren Macher Tipps und Tricks rund um das Führen eines Weblogs bieten, hat die ein oder andere ausgezeichnete Empfehlung zu bieten. … mehr

 

Beispiele für gelungene Corporate Blogs

Ich überarbeite ja gerade mein PR-Buch ein wenig und bin gerade beim Kapitel über das Bloggen angelangt. Corporate Blogs gehören meiner Ansicht nach auch bei Start-ups immer noch zu den unterschätzen Möglichkeiten der Eigen-PR. Wer sich durch die diversen Webseiten von deutschen Start-ups klickt, findet dort nur bei einem Bruchteil tatsächlich auch Blogs.

Dabei gibt es kaum eine bessere Möglichkeit sich und sein Start-up besser vorzustellen bzw. erst einmal auf sich aufmerksam zu machen, als ein Weblog. Ein paar Unternehmen haben das durchaus begriffen, wie folgende Liste von Corporate Blogs (nicht nur von Start-ups) zeigt:

Kennt jemand noch Blogs, speziell von Start-ups oder Freelancer, die unbedingt in diese Liste aufgenommen gehören? Teilt mir das gerne in den Kommentaren mit!

 

Bloggen auf Facebook? Ja, aber ….

bloggen-auf-facebook

Die Notizen bei Facebook sehen verdächtig nach Blogpost á la Medium aus.

Während es Leute gibt, die Google vorwerfen nach der Weltherrschaft zu streben, ist man bei Facebook etwas genügsamer. Mark Zuckerbergs Ziel ist es lediglich das Internet zu beherrschen. Mit der Forcierung von Videocontent soll der User nicht mehr zu Youtube surfen, wenn er Videos sehen möchte. Mit Instant Article liefern angesehene Verlagshäuser journalistischen Content. Und seit ein paar Tagen geht das Gerücht um, Facebook bastle an einer Breaking News-App, die Twitter das Leben schwer machen könnte.

So gesehen ist es nicht weiter verwunderlich, dass man sich auch als Blogging-Plattform positionieren will. Zumindest tauchten schon gestern die ersten Berichte darüber auf, dass Facebook seiner Notizen-Funktion ein kleines Upgrade verpasst hat. Insgesamt ähnle sie jetzt zum Beispiel der Blogging-Plattform Medium. Facebook orientiert sich dabei meiner Ansicht nach genau am richtigen Angebot, statt das wenig stylische Blogger von Google zu kopieren oder die überfrachtete nicht selbstgehostete Version von WordPress.

Wobei ich ja zugeben muss, die Notizen-Funktion bei Facebook erst nach einer gründlichen Suche wiedergefunden zu haben. Unter uns, ich dachte eigentlich, die hätten sie klammheimlich abgeschafft. Mir wäre in der Vergangenheit jetzt auch nicht wirklich bekannt, dass es gute Beispiele einer intensiven Nutzung der Notizen gegeben hätte. Im Zweifel hat man sich dann doch lieber auf die eigentlichen Posts – inklusive ihrer Beschränkungen – konzentriert. Doch mit dem Upgrade könnte sich das durchaus ändern.

Kein Wunder also, dass jetzt hier ähnlich wie bei Instant-Artikel – die nach wie vor nur ausgewählten Partnern von Facebook ermöglicht werden – eine Diskussion über den Sinn und Unsinn des Bloggens auf Facebook entstanden ist. Natürlich stellt sich auch hier die spannende Frage, ob es wirklich gut ist sich einer Plattform auszuliefern, die mehr oder weniger nach Gutdünken über den Inhalt entscheiden kann. Was wiegt also mehr: Die Möglichkeit unabhängig zu publizieren oder doch dort zu sein, wo sich der Leser befindet?

Das momentane Motto vieler Medien dem User sozusagen hinterher zulaufen und sich deshalb verstärkt auf Facebook zu engagieren sehen vor allem viele Blogger kritisch. (Ich im übrigen auch.) Wenn ich mir einen kurzen Überblick über die Reaktion der deutschen Blogszene verschaffe, fällt das erste Urteil in Sachen Pro oder Contra deshalb auch wenig überraschend negativ aus. Manche können sich bestenfalls vorstellen dort ihre Artikel anzuteasern, um dann in ihr eigentliches Blog zu verlinken. Eine Möglichkeit, von der ich persönlich absolut abrate. Das wäre ungefähr so, als würde man die ersten zehn Sekunden eines Videoberichts bei Youtube online stellen und dann den User auffordern per Klick auf die eigene Seite zu kommen. Das macht a) keiner und die meisten fühlen sich b) bestimmt auch ein wenig verschaukelt.

Die passende Reaktion lautet also vielmehr: Ganz oder gar nicht!

Wobei „Ganz“ auch nicht heißt sein eigenes Blog dicht zu machen und nur noch auf Facebook zu bloggen. Dem stehe ich wie gesagt äußerst kritisch gegenüber. Aber was spricht eigentlich dagegen originären Content für Facebook zu schaffen und den Leser darauf aufmerksam zu machen, dass man auch ein eigenes Blog mit noch viel mehr gutem Content sein eigen nennt? Wenn man auf Facebook bloggen möchte, erscheint mir das ein guter Weg.

 

 

Jeder Zweite in Thüringen nutzt Google+

Ist das jetzt wichtig? Nein, natürlich nicht. Die Zahlen zu Google+ gehören wohl zu jenen, die man beim deutschen Social Media Atlas von Faktenkontor nicht ganz so ernst nehmen sollte, auch wenn sich das Datenmaterial auf 2014 bezieht. In den letzten Monaten hat Google selbst seinen Versuch Facebook Paroli zu bieten soweit abgewertet, dass es jetzt nicht einmal mehr als Netzwerk für etwas technikaffinere User taugt. Aber ansonsten ist der Atlas hier durchaus einen Blick wert.

Fast 70 Prozent jener Deutschen, die sich im Internet bewegen, sind auch in sozialen Netzwerken aktiv. Freilich in der Regel eher passiv, aber das schließt ihre Erreichbarkeit zum Beispiel durch Marketingaktionen ja auch nicht aus. Die Macher der Studie haben ihre Zahlen auch nach Bundesland ausgegeben, womit sich zeigt, dass die Facebookisierung Bayerns zum Beispiel beinahe flächendeckend ist. Aber immerhin liegt der Schnitt ja auch bei 93 %. Somit ist und bleibt Facebook auch in unseren Breitengraden das Non-Plus-Ultra in Sachen Social Network. Mithalten kann dabei durchaus noch YouTube, die Videos werden immerhin deutschlandweit von 86 % der Nutzer in Anspruch genommen  – auch wenn sie sich dabei freilich nicht bewusst sein dürften, in einem Social Network zu bewegen. Wenn man bedenkt, dass YouTube und Facebook derzeit den Kampf als größte Videoplattform unter sich ausmachen, unterstreicht das noch einmal die enorme Bedeutung von Videos im Bereich Social Media Marketing.

Danach kommt lange Zeit nichts mehr, auch wenn immerhin noch fast jeder zweite Deutsche noch in Foren unterwegs ist. Foren sind meiner Ansicht nach ja immer ein wenig in Gefahr unterschätzt zu werden. Sicher, als Angebot an die Masse taugen sie in Zeiten von Facebook & Co. nicht mehr viel, aber gerade in einer Nische und mit einer aktiven Community können sie nach wie vor Gold wert sein.

Klassische Social Media Aktivitäten wie das Bloggen sind immerhin noch bei einem Drittel gefragt. Wobei ich bei Zahlen, die Blogs betreffen, immer den Hinweis bringe, dass Otto-Normal-User eine Webseite und ein Blog nicht wirklich auseinanderhalten kann. Abgesehen davon sind Blogs auch schon aus Sicht des Content Marketings ein absolutes Muss in der heutigen Zeit.

Twitter und XING wirken unterdessen fast ein wenig abgeschlagen, haben aber in bestimmten Bereichen ihre Berechtigung und gerade der Kurznachrichtendienst arbeitet aktuell ja auch daran seine Bedeutung in Deutschland massiv auszubauen.

Funfact zum Schluss: Wer mal die Zahlen zwischen Hamburg und Berlin vergleicht, wird die Hansestadt meist vorne liegend sehen. Auch so ein Zeichen dafür, wer die deutsche Hauptstadt in Sachen Netzwirtschaft ist und wer sich nur dafür hält.

 

Was bleibt … Die Woche in Links (002)

Basic Thinking – So geht’s jetzt weiter – Das Blog Basic Thinking ist ja praktisch ein Urgestein des deutschsprachigen Internets. Und auch wenn ich es in letzter oft links liegen gelassen habe, ist es gut zuhören, dass dort noch nicht zu Ende gebloggt ist.

Instagram: Emoji werden zu Hashtags – Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte und ein Emoji ist ja im Grunde auch nichts anderes. Folgerichtiger Weise kann man sie jetzt bei Instagram als Hashtag nutzen.

Facebook erweitert Messenger um Videoanrufe – Während Microsoft sein Angebot Skype gerade um eine Version Skype for Business verstärkt hat, bringt Facebook seinen Messenger als starke Konkurrenz ins Spiel.

Algorithmus soll zuverlässig Online-Störenfriede erkennen – Interessant vor allem auch der erste Kommentar, der darauf hinweist, das man hier nur an Symptomen herumdoktort.

AGF integriert Youtube in Reichweitenmessung – Ja, das für die meisten TV-Anstalten jetzt die Reichweite ihrer YouTube-Videos gemessen wird, kann man auch als Meilenstein bezeichnen. Oder man denkt sich, ach, die haben’s endlich auch kapiert.