Sketchnotes verbinden Effektivität mit Kreativität

Auch heute haben Stift und Papier noch ihre Vorteile, zum Beispiel bei der Arbeit mit Sketchnotes.

Auf den ersten Blick wirkt es zugegebenermaßen ziemlich merkwürdig, aber gerade in Zeiten der Digitalisierung erfreuen sich Sketchnotes immer größerer Beliebtheit. Papier und Bleistift wirken zwar wie aus einer anderen Zeit, aber vielleicht ist es ja das spielerisch-kreative, dass diese ganz besondere Art von „sich Notizen machen“ so beliebt macht.

Doch was sind Sketchnotes eigentlich? – Sketchnotes setzt sich an den Begriffen Sketch (engl. Skizze) und Note (engl. Notiz) zusammen und ist wie gesagt die etwas andere Art sich Notizen zu machen. Zwar hat Text auch in diesem Fall seine Berechtigung, wird jedoch durch Symbole und kleine Bilder unterstützt. Man mag das für die Spielerei von Spinnern halten, aber Vorsicht.

Überlegen Sie mal, als Sie das letzte Mal während eines Telefongesprächs scheinbar geistesabwesend auf einem Notizblock etwas gekritzelt haben. War es eine Keule oder gar ein Galgen? Vielleicht hat das ja etwas zu bedeuten, mochten Sie Ihren Gesprächspartner?

Auch wenn man beileibe kein ambitionierter Zeichner oder ausgebildeter Grafiker sein muss, um Sketchnotes einzusetzen, sollte man zumindest daran interessiert sein Kreativitätstechniken nutzen zu wollen. Wer seine Besprechungen aber lieber mit Stenotypistinnen, die nur abschreiben und nicht widersprechen, hält, der sollte an dieser Stelle wegklicken. Dabei kann diese Methode sich Notizen zu machen durchaus auch von eher vernunftorientierten und ordnungsliebenden Charakteren genutzt werden, wie man zum Beispiel an Ralf Appelt sieht, der zusammen mit Anna-Lena Schiller und Britta Ulrich auf der re:publica im letzten Jahr einen Workshop zum Thema gegeben hat:

Nach diesem kleinen Workshop hat man zumindest schon einmal das Alphabet des Sketchnotings, falls man es so schreibt, drauf. Und wer das ABC erst einmal kann, für den dürfte der Rest kein großes Problem sein. Und wie gesagt, man muss kein Künstler sein, wie meine Mitarbeit am Workshop ganz deutlich demonstriert:

sketchnote workshop
Wie deutlich an einem Teil meines Outputs zum obigen Workshop zu sehen ist, Sketchnotes sind auch für Nicht-Künstler eine feine Sache.

In gewisser Weise habe ich persönlich auch immer schon ein bisschen mit Sketchnotes gearbeitet, wenn natürlich auch eher unterbewusst. Zwar bin ich ein großer Fan des Notiztools One Note aus dem Hause Microsoft, aber nach wie vor gehe ich kaum ohne mein Notizbuch aus dem Haus. Und auch wenn das vorwiegend doch mit Text gefüllt wird, die ein oder andere Grafik zur Illustration findet sich darin immer wieder. Und selbst bei One Note nutze ich die Zeichnen-Funktion inzwischen immer ausgiebiger. Selbst wer auf dem Rationalisierungstrip ist, weil Zeit ja bekanntlich angeblich Geld ist, sollte doch anerkennen, dass sich etwa der Zusammenhang zwischen zwei Dingen durch Pfeile besser und schneller darstellen lässt, als auf dem üblichen Weg.

Mit One Note und dem richtigen Devices, als etwa ein Tablet und einen Stift, lassen sich Sketchnotes inzwischen natürlich auch digital anfertigen. Wer etwa glücklicher Besitzer eines Windows Surface ist, kann davon ein Lied singen. (Und hat sich Steve Jobs nicht mindestens einmal im Grab herumgedreht, als Apple vor ein paar Monaten doch einen Stift vorgestellt hat?) Die meisten Leute dürften aber immer noch mit Stift und Papier arbeiten, was ich auch für Einsteiger mit der entsprechenden Ausrüstung empfehlen würde. Da kommt man sich auch ein bisschen wie der große Leonardo da Vinci vor, dessen gefüllte Notizbücher man ja auch irgendwie als Sektchnotes bezeichnen könnte. Im Übrigen lässt sich ja beides auch kombinieren. Ich zumindest lege die ein oder andere Notiz fotografiert und damit digitalisiert auch bei One Note ab.

Linktipp: Und noch mal Ralf Appelt … In einer Folge eines meiner Lieblingspodcasts hat er sich ebenfalls ausführlich zum Thema „Sketchnotes“ geäußert: Kulturkapital – KK010 Sketchnotes

 

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