Bei Google auf dem ersten Platz ranken. Das ist der Traum jedes SEOs und durchaus das Können guter SEOs, aber mal ehrlich manchmal kann das auch komplett sinnlos sein.

Warum Platz 1 in den SERPs für die Tonne ist? Na ja, es kommt immer ein wenig darauf an, in was für einen Bereich man unterwegs ist. Aber stellen wir uns doch mal für einen kurzen Moment vor, wir sind ein Online-Shop der sich auf Gummibärchen spezialisiert hat. Da denken wir doch zuerst, na ja, wir müssen halt besser sein als www.haribo.de.

Es gibt auch ein Handvoll Anbieter, die tatsächlich besser sind als Haribo, also quasi das Synonym für Gummibärchen, aber es nützt ihnen nix:

Screenshot: SERPs für „Gummibärchen kaufen“

Die Suchergebnisseite von Google spiegelt wieder, was Google natürlich möchte: Geld verdienen. Deshalb werden ganz prominent oben Google Shopping-Ergebnisse angezeigt. Und seien wir ehrlich, die meisten Menschen die das Bedürfnis haben Gummibärchen zu kaufen, werden hier schon fündig. Und wenn nicht, dann scrollen sie etwas nach unten und landen erst einmal bei den klassischen Google AdWords.

Danach wird Googles Motto dem Suchenden das am besten passende Ergebnis zu liefern schon etwas offensichtlicher. Anhand der IP-Lokalisierung bekommen jetzt Anbieter von Gummibärchen den Vorzug, die schlau genug waren das Google MyBusiness-Angebot zu nutzen. Und hier werden dann jene Leute abgefangen, die vielleicht nicht in einem Online-Shop einkaufen möchten, sondern in klassischen Ladengeschäften. Diese Nutzer klicken dann vielleicht auch gleich auf „mehr Orte“ und verlassen die Seite dann komplett.

Below the fold

Mit anderen Worten, was die wenigsten Nutzer mit Heißhunger auf Gummibärchen sehen werden, ist die auf Platz 1 rankende Seite, die nicht nur in diesem Fall weit weit unter der „Below the fold“-Marke zu finden ist. (Übrigens, der Haribo-Shop rankt in diesem Beispiel auf Platz 4, hat es also ganz knapp nicht einmal in den Screenshot geschafft.)

Dieses Beispiel zeigt also recht praktisch, warum bei umkämpften Keywords wie „XYZ kaufen“ SEO selten der allein glücklich machende Weg ist, und auch SEA in den Online-Marketing-Mix gehört. Oder zumindest ein gut ausgefülltes Profil bei Google MyBusiness. Wer stattdessen seine Optimierung in den weniger umkämpften Longtail verlegt, wird diesbezüglich ein paar weniger Problem haben. Zumindest wird er in den meisten Fällen darum herumkommen mit eingebundenen Google Shopping-Anzeigen konkurrieren zu müssen.

Bei „Gummibärchen kaufen“ kommt jedoch erschwerend hinzu, dass zahlreiche Nutzer nach wie vor ihre Problem haben klassische Google AdWords-Anzeigen als das zu erkennen, was sie sind: Werbung. Der „Anzeige“-Hinweis mag zwar den rechtlichen Anforderungen genügen, hindert aber User nicht daran die Anzeige für ein Suchergebnis zu halten. Wirklich, ernsthaft, erst heute ist mir wieder ein Fall untergekommen, wo selbst ein bei einem Shop Angestellter auf Anzeigen geklickt hat, um zum besagten Online-Shop zu gelangen. Kein Scherz. Da nützt dann auch das beste Ranking nichts mehr.

 

Pro-Tipp:

Wenn du also den Kampf aufnehmen willst, dann …

  • optimiere auf jeden Fall deinen Google MyBusiness-Eintrag. Der ist nach wie vor kostenlos, erfordert aber ständige Pflege,
  • überlege dir bei Google Shopping mitzumachen, dabei will Google aber natürlich seinen finanziellen Anteil von dir haben.
Teilen macht Freude.
  • 1
    Share

Fail fast, fail cheap - Kann man richtig oder falsch scheitern? Fake Porn - Künstliche Intelligenz liefert Ergebnisse, leider.

  1. Ja, ist schon extrem geworden bei Google. Früher waren die AdWords Anzeigen noch rechts und man konnte sie dadurch klar von den Suchtreffern abgrenzen. Nun gibt es Shopping, darunter klassische Ads und dann noch den entsprechenden lokalen Universal Search Treffer mit Google Maps-Einbindung… Ich denke auch, dass SEO langfristig zumindest bei transaktionaler Suche an Bedeutung verlieren und SEA bzw. MyBusiness an Bedeutung gewinnen wird. Bei informativen Suchanfragen sieht das Ganze denke ich etwas anders aus, zumindest fällt Google Shopping da raus und man landet dann – besonders, wenn man bei einem Nischenthema relevant ist – nicht zwangsläufig below the fold… Interessanter Artikel jedenfalls mit gut gewähltem Beispiel. 🙂

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.