SEO: Topic Cluster statt holistische Beiträge nutzen

Obwohl sie heute immer noch recht gut ranken, scheinen die Tage von holistischen Beiträgen im Web gezählt zu sein. Schon um die Jahreswende hatten viele SEOs sogenannte Topic Cluster als den nächsten heißen Scheiß ausgerufen. Statt eines großen, alle Bereich erfassenden Artikels, sollte ein wesentlich umfangreicher, aber innerhalb eines Clusters gut verknüpfter Artikel im Zentrum stehen.

Und tatsächlich scheinen die SEOs damit ziemlich richtig gelegen zu haben, denn die Auswertung des Google Leaks von Ende Mai bestätigen eine solche Herangehensweise.

Was ist holistischer Content?

Holistischer Content bezeichnet eine umfassende, ganzheitliche Herangehensweise an die Erstellung und Strukturierung von Inhalten auf einer Webseite. Es geht darum, ein Thema in all seinen Facetten abzudecken und somit den Nutzerbedürfnissen bestmöglich gerecht zu werden. Hier sind die Schlüsselelemente des holistischen Contents:

  1. Umfassende Abdeckung eines Themas: Holistischer Content behandelt ein Thema in seiner ganzen Tiefe und Breite. Dies bedeutet, dass alle relevanten Aspekte, Fragen und Unterthemen berücksichtigt werden.
  2. Nutzerzentriert: Die Inhalte sind auf die Bedürfnisse und Fragen der Nutzer ausgerichtet. Ziel ist es, dem Nutzer einen maximalen Mehrwert zu bieten und seine Fragen vollständig zu beantworten.
  3. Strukturierte Darstellung: Holistischer Content ist gut strukturiert und leicht navigierbar. Dies umfasst die Verwendung von Überschriften, Absätzen, Listen, und internen Verlinkungen, um die Inhalte klar und verständlich zu präsentieren.
  4. Mehrwert durch zusätzliche Formate: Neben Text können auch Bilder, Videos, Infografiken und andere Medienformate integriert werden, um das Thema umfassend darzustellen.
  5. Aktualität und Relevanz: Der Inhalt wird regelmäßig aktualisiert, um sicherzustellen, dass er stets relevant und aktuell ist.
  6. Interne und externe Verlinkung: Es werden relevante interne und externe Links eingebunden, um den Nutzern zusätzliche Informationen und Quellen zur Verfügung zu stellen.

Soweit die SEO-Lehre in der Theorie, in der Praxis waren holistische Beiträge oft vor allem laaaaaaaaaaaaange Textstücke.

Was steckt hinter Topic Cluster?

Topic Cluster sind eine Content-Strategie, die darauf abzielt, Themen umfassend und strukturiert abzudecken, indem verwandte Inhalte miteinander verknüpft werden. Diese Methode verbessert die Informationsarchitektur einer Website und hilft Suchmaschinen, die Beziehung zwischen verschiedenen Inhalten besser zu verstehen, was zu einer besseren Sichtbarkeit und einem höheren Ranking in den Suchergebnissen führen kann.

Ein „Topic Cluster“ besteht aus zwei Hauptkomponenten:

  1. Hauptseite: Dies ist eine umfassende, zentrale Seite, die ein breites Thema behandelt. Sie dient als Haupthub und gibt einen allgemeinen Überblick über das Thema. Die Pillar Page verlinkt auf verschiedene Unterthemen (Cluster Content) und ist dafür optimiert, relevante Keywords und Suchanfragen abzudecken.
  2. Unterthema: Dies sind spezifische, detaillierte Seiten oder Blogposts, die einzelne Aspekte oder Unterthemen des breiten Themas der Pillar Page vertiefen. Jeder Cluster-Content-Artikel ist optimiert für spezifischere, long-tail Keywords, die eng mit dem Hauptthema verbunden sind.

Gegenübergestellt sehen die beiden Ansätze ungefähr so aus:

Darstellung holistischer Ansatz vs. Topic Cluster

Topic Cluster haben mehrere Vorteile:

  • Verbesserte Benutzererfahrung: Nutzer finden umfassende und gut strukturierte Informationen zu einem Thema, was die Verweildauer und das Engagement erhöht.
  • Bessere Crawlability und Indexierung: Google kann die Struktur und den Zusammenhang der Inhalte leichter verstehen und indexieren.
  • Erhöhte Autorität und Relevanz: Durch die umfassende Abdeckung eines Themas und die Verlinkungsstruktur wird die Website als Autorität in diesem Bereich wahrgenommen.
  • Gezielte Keyword-Optimierung: Sowohl breite als auch spezifische Suchanfragen werden abgedeckt, was das Ranking für eine Vielzahl von Keywords verbessert.

Wenn es ums Ranking geht mögen große holistische Inhalte zwar noch gut für das Hauptkeyword ranken, aber eben nicht mehr für die Keywords der Unterthemen. Alexander Rus von Evergreen Media hat das in seinem Video recht gut dargestellt:

Fast ein wenig nebenbei wird im Video übrigens noch eine weitere Erkenntnis aus den Google Leaks erwähnt, die ebenfalls klar gegen die weitere flächendeckende Verwendung von holistischem Content spricht. Der Google-Crawler macht sich auch bei einzelnen Seiten nicht immer die Mühe alles komplett zu indizieren. Er bricht irgendwann ab und geht zur nächsten Seite. Wer mag es ihm verübeln, heute kann sich ja keiner mehr lange auf eine Sache konzentrieren.

Doch Spaß beiseite, so brilliant der Content auch sein mag, wenn nicht erfasst wird, findet er nicht statt. Zumindest kann er keine Antwort auf eine bei Google eingegebene Frage liefern. Viel Content wurde also mitunter mühsam zusammengebracht, aber eben umsonst.

Es gilt also den wichtigen Content weit vorn zu liefern, auch mit Blick auf die Darstellung in SGE! Zuerst sollte die Frage kurz und knackig beantwortet werden, die Details folgen erst danach.


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