SEO: Die Menschen stellen Google eine Frage!

Wenn man davon spricht eine Webseite auf ein bestimmtes Keyword zu optimieren, sollte man eigentlich eher von Keywords sprechen. Das liegt nicht nur daran, dass Google holistische Inhalte mit echtem Wert für menschliche Nutzer bevorzugt, sondern eben diese nicht mehr nach einem bestimmten Begriff googeln.

Einer der ältesten Tipps für ein gutes Ergebnis bei einer Google- oder Bing-Suche lautete schon immer, seine Suchanfrage in Form einer Frage zu formulieren. Das Fragezeichen und Füllwörter filtert die Suchmaschine zwar heraus, aber beim Formulieren einer Frage wird man sich der eigenen Intention nicht nur bewusster, sondern liefert damit der Suchmaschine auch wichtige Hinweise nach was man eigentlich sucht.

Ob die meisten User inzwischen tatsächlich eine Frage in den Suchschlitz tippen, sei einmal dahingestellt. Belassen wir es erst einmal bei dem Hinweis, dass das Thema wegen der zunehmenden Bedeutung der Sprachsuche sicher noch einmal wichtiger wird. Auf jeden Fall tippen Sie inzwischen aber genug Wörter ein, um eine auch für menschliches Verständnis gut formulierte Frage stellen zu können: Fast 42% aller Suchanfragen enthält laut einer Studie von ahrefs inzwischen 5 oder mehr Wörter. Fast ein weiteres Viertel kommt auf 4 bzw. 3 Wörter je Anfrage.

Wer die Zahlen weiter studiert, wird allerdings drauf stoßen, dass knapp über 96% der Keywords weniger als 50 Mal gesucht wurden, die Suchanfragen mit einem Keyword aber ungleich häufiger angefragt wurden. Unter uns, dass dürfte tatsächlich eher daran liegen, dass es da draußen von Leuten nur so wimmelt, die Google für das Internet halten und statt einer URL “Facebook”, “BILD” oder “Youtube” in den Suchschlitz eingeben. Wer angeben will, man nennt das “navigatorische Suchanfragen”.

Insgesamt legt die Studie allerdings ein weiteres Mal die Bedeutung des sogenannten Long Tails nahe. Ich persönlich fasse das inzwischen auch gerne unter dem Spruch zusammen: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – kommt aber sehr gut durch den Winter. Wer SEO allerdings als Maßnahme sieht quasi von 0 auf 100 auf der ersten Seite zu ranken sollte sich vielleicht doch erst einmal mit den Grundlagen beschäftigen.

SEO-Tipp: Auf welche Frage, habe ich die Antwort?

Wer seine Inhalte unter diesen Gesichtspunkten gut optimieren will, sollte also weniger Wert darauf legen unbedingt bei einem einzigen Keyword oder einer Phrase wie “günstiger Urlaub” gut zu ranken, sondern den gleichen Tipp beherzigen, der weiter oben an die Suchenden gegangen ist. Welche Frage stellt sich mein Kunde? Und viel wichtiger noch, auf welche Frage habe ich dir richtige Antwort? Wie auch immer der dazugehörige Inhalt aussehen mag, diese Frage muss am Anfang stehen, oder man kann es auch gleich bleiben lassen.

Die tatsächliche Keywordoptimierung sollte erst im Anschluss erfolgen und ergibt sich mitunter dann auch von selbst. Ist die Frage allerdings erst einmal formuliert, sollte man in dieser Phase übrigens äußerst vorsichtig damit sein, sie doch noch einmal umzuformulieren, weil etwa eine Keywordrecherche nahelegt einen zentralen Begriff zu ersetzen. Ein höheres Suchvolumen verspricht nur dann ein besseres Ergebnis, wenn der ausgetauschte Begriff auch tatsächlich dem Wording der Kunden entspricht. Ansonsten verschlimmbessert man die Sache eher, als dass man zufriedene Nutzer produziert und seine Conversions steigern kann.

About Thomas Matterne

Thomas Matterne ist ausgebildeter Journalist mit einem Diplom in Wirtschaftsinformatik. Er arbeitete als Leiter der Online Redaktion von TV touring und als Chefredakteur von DenkZeit. Aktuell schreibt er neben dieser Seite in diversen anderen Online-Veröffentlichungen, wie z.B. das Kaffee Journal. Auf dieser Seite finden sich vor allem Themen aus den Bereichen Content- und Online-Marketing, sowie dem Feld IT allgemein.

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