Presto, Presta, PrestaShop

Mit PrestaShop ist mir diese Woche eine verdammt interessante Online-Shop-Software über den Weg gelaufen.

Heute Morgen habe ich eine Busfahrt übers Land dazu genutzt, mir ein paar Tutorials über das Online-Shop CMS PrestaShop anzusehen. Ich muss peinlich berührt zugeben, davon zuvor nicht wirklich viel gehört zu haben. Das Schlagwort in dieser Branche lautet ja meist „Magento“ – auch wenn ich es ehrlich gesagt selten in einem positiven Zusammenhang gehört habe.

prestashop_install
Zur Installation braucht man nur Webspace mit PHP-Unterstützung und eine Datenbank.

Zum Testen stellt PrestaShop selbst eine Demo bereit, was zum reinschnuppern auch sicher ausreicht. Aber unsereiner wollte es etwas genauer wissen und abgesehen davon, sagt die Installation einer Software auch schon viel über das System an sich aus. Und die Installation auf meinem Webspace lief erstaunlich glatt, wenn auch mit dem kleinen Hacken, dass ich mich nicht sklavisch an die Installationsanweisungen des Herstellers gehalten habe. In wenigen Minuten war mein Testshop online: testshop.matterne.eu/prestashop/

Schon auf den ersten Blick beeindruckt vor allem der pure Funktionsumfang, den schon die Standardinstallation mit sich bringt. Was aber natürlich auch den Nachteil mit sich bringt, dank der zahlreichen Möglichkeit erst einmal ein bisschen Zeit in die Einarbeitung investieren zu müssen. Dabei ist die interne Logik des Software aber einigermaßen simpel zu erschließen, was eine intuitive Bedienung ermöglicht. Da der Shop mit einem Dutzend Artikel gefüllt ist, kann man auch gleich alles ausprobieren. Auch die umfangreiche mit gelieferte Statistik – ein großes Plus dafür – kann man schon vom Start weg kennenlernen. (Oder, per Knopfdruck löschen. 🙂 )

Sehr gut angekommen ist bei mir die Möglichkeit des Live-Edits, die das eher umständliche Positionieren der Module vereinfacht. Unter Modulen versteht PrestaShop Plugins, die zum Beispiel den bekannten Widgets von WordPress entsprechen. Auch davon sind rund 60 Stück vorinstalliert, so das man für den Anfang erst einmal genug zu tun hat.

liveedit
Der Live-Edit vereinfacht die Positionierung von Modulen enorm.

Ebenfalls ein großer Pluspunkt ist schon das mitgelieferte Template, das natürlich responsiv ist und vom Funktionsumfang durchaus ausreichend. Andere Templates, hier Themes genannt, werden Angeboten und sind ab rund 30 Euro verfügbar. Das Angebot dürfte durchaus reichen, um das Risiko zu minimieren, dass der Kunde kurz zuvor bei der Konkurrenz genau dieses Design gesehen hat. PrestaShop basiert zwar auf PHP, die Themes sind aber Mittels .tpl-Dateien auf dem Server vorhanden. Darin habe ich auch schon ein bisschen rumgespielt, womit wir jetzt zu den negativen Punkten kommen.

Wie bei allen Shopsystemen vernachlässigt auch PrestaShop jegliche Inhalte, die nicht direkt mit Produkten, Verkaufsprozess usw. zu tun haben. Wer also seinem Shop zum Beispiel einen extrem wichtigen Content-Lieferanten wie ein eigenes Blog hinzufügen will, muss auf ein zusätzliches CMS zurückgreifen. (WordPress stellt wohl das ein oder andere Plugin dafür bereit, um PrestaShop zu integrieren.) Die Einbindung externer Links gestaltet sich dabei durchaus als ein größeres Hindernis, ein manueller Eingriff etwa in die unterschiedlichen Menüs ist von Haus aus nicht möglich. (Vielleicht lässt sich das über ein Modul lösen?) Das ich aber allein für das Anbringen eines Impressum-Links viel zu viel Zeit verschwenden musste, relativiert die intuitive Bedienung von PrestaShop auch schon wieder ein bisschen. Auf der anderen Seite muss ich natürlich gestehen, dass ich zwar ein Profi im Schreiben von Software-Dokumentationen bin, aber eher selten selbst welche lese.

meinshop
Den Shop habe ich schon mal, aber was soll ich darin verkaufen?

Diese kleinen Mankos, die sich mitunter auch mehr oder weniger direkt lösen lassen, können meinen positiven Gesamteindruck aber nicht schmälern. Wie gesagt, es ist ein äußerst umfangreiches System. Wer ein oder zwei Produkte hat, die er in fünf Minuten zum Verkauf anbieten will, sollte sich nach einmal mit dem entsprechenden WordPress-Plugin beschäftigen. Wer aber einige hundert oder gar tausend Produkte anbieten möchte, ist mit PrestaShop nach einer gewissen Einarbeitungszeit sicher hervorragend bedient.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.