Lohnt sich ein Freeblog für SEO-Maßnahmen?

Sie sind verführerisch schnell erstellt. Keine 5 Minuten braucht man, um bei WordPress, Blogger oder tumblr einen Account und damit ein (Free-)Blog einzurichten. Da ist die Verführung für SEOs groß, schnell ein Blog für einen Backlink zwischendurch aufzusetzen. Doch lohnt es sich überhaupt?

Die Antwort auf die Frage ob sich ein Freeblog in Sachen Suchmaschinenoptimierung rentiert, ist wie so vieles im Leben am Ende kompliziert oder kann eigentlich eher mit einem “ja, aber” beantwortet werden.

Im Prinzip ist es eigentlich ganz einfach: Guter Content ist für Google guter Content. Das ist aber auch gleichzeitig die schlechte Nachricht, denn guter Content fällt bekanntlich nicht vom Himmel und gerade beim Aufsetzen eines Blogs bei einem der kostenlosen Blogdienste besteht die Gefahr, dass der SEO das Blog salopp gesagt einfach mal so hinrotzt. Wer Freeblogs auf diese Weise in seinen SEO-Mix nutzt, der kann sich die – zu wenige Zeit – die er darin investiert hat auch gleich ganz sparen. Dahinter steckt wohl auch der Gedanke, dass ein Blog mit eigener Domain mehr wert ist, als eines mit der Adresse xyz.blogger.de oder abs.wordpress.com.

Bei dieser Annahme sollte man sich aber a) fragen, ob sie überhaupt richtig ist und b) selbst wenn sie richtig ist, macht es wirklich so einen großen Unterschied? Wer aber nach dem Motto lebt, dass Google in erster Linie guten Content belohnt, der dürfte schnell davon abkommen einem Freeblog weniger Aufmerksamkeit zu widmen, als einem Blog unter eigener Domain. Na ja, fast …

Nimmt man einmal an, dass Freeblogger eher Amateure sind und Blogger unter eigener Domain zumindest ambitionierte Schreiberlinge, kann man beispielsweise für die Textlänge eines Freeblogs durchaus auch mal weniger als jene 300 bis 500 Worte verwenden, die ich ansonsten eigentlich als Mindestlänge eines Artikels betrachte. Allerdings sagt die Länge hier natürlich nichts über die Qualität oder Themenrelevanz aus, dass sollte man im Hinterkopf haben.

Wie also nutzt man Freeblogs für ein erfolgreiches SEO?

  • An den Leser und Google denken – Der Content muss interessant sein und dem Leser einen Mehrwert bieten. Ein sinnlos dahin geschriebener Text kann noch so perfekt mit WDF*IDF-Formeln nachgerechnet sein, wenn er den Leser kalt lässt, dann merkt das früher oder später auch Google.
  • Ein Blog wird nicht an einem Tag geschrieben – Mag sein, dass man den Freeblog morgen seinem Kunden vorführen will, am Ende datiert man die Beträge halt, damit sie offiziell nicht alle an einem Tag datiert sind. Ein solches Verhalten sollte man tunlichst vermeiden, auch ein Freeblog muss wachsen und über einen gewissen Zeitraum betreut werden. Selbst wenn man den Content vielleicht schon hat, man sollte doch zumindest versuchen ein natürliches Blogwachstum zu simulieren.
  • Behandle alle Blogs gleich – In einem Freeblog kann es schon mal ein bisschen lockerer zugehen. Man sollte es auch in Ich-Form schreiben. Wenn einem mal kein längerer Text aus den Fingern kommt, kann es auch schon mal ein YouTube-Video tun. Im Großen und Ganzen besteht aber im Führen der beiden Blogvarianten kein Unterschied.

Mit anderen Worten, ein Freeblog zu führen verspricht nur dann Erfolg, wenn man Zeit und Aufwand investiert. Wenn ein SEO einem ein Freeblog für 29,90 Euro anbietet, sollte man gleich die Finger davon lassen. Dann hat man wohl jemanden gefunden, der ein Blog einfach mal so dahinrotzt. Ein halbwegs akzeptables Freeblog erfordert meiner Erfahrung nach drei bis vier Stunden, wenn man die übliche Verteilung in Sozialen Netzwerken noch mitrechnet, dann tendenziell eher mehr.

Natürlich kann ein SEO ein Freeblog auch für mehrere Kunden verwenden, aber selbst das ist nicht ohne Aufwand zu haben. Denn ein Blognetzwerk macht nur dann Sinn, wenn es gut gepflegt wird – auch wenn ein Blog darin aktuell nicht im Einsatz ist. Sprich, auch ein Freeblog muss regelmäßig mit Beiträgen gefüttert werden und dazu reicht es eben nicht nur Beiträge mit Links von Kunden zu platzieren. Ein Contentnetzwerk will gepflegt sein.

About Thomas Matterne

Thomas Matterne ist ausgebildeter Journalist mit einem Diplom in Wirtschaftsinformatik. Er arbeitete als Leiter der Online Redaktion von TV touring und als Chefredakteur von DenkZeit. Aktuell schreibt er neben dieser Seite in diversen anderen Online-Veröffentlichungen, wie z.B. das Kaffee Journal. Auf dieser Seite finden sich vor allem Themen aus den Bereichen Content- und Online-Marketing, sowie dem Feld IT allgemein.

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