… und in den Urlaub

Die Welt der Onlinehändler in Deutschland ist groß, und während die meisten wie das Kaninchen auf Amazon & Co. starren, hat sich eine Studie von tn3 auch mal den kleineren bis mittleren Online-Shops gewidmet. Fast 600 Online-Händler haben an der Befragung teilgenommen, herausgekommen sind einige interessante Ergebnisse.

Im Schnitt sind jeweils ca. 800 Produkte im Portfolio der Händler, bei meist weniger als 100 Bestellungen am Tag, wechseln jeweils rund 60 Euro den Besitzer. Interessant ist an dieser Stelle übrigens auch ein kleiner Hinweis in der Studie, die zwar einen täglichen Umsatz von 25,4 Millionen aller Befragten zusammen errechnet, aber eben keinen Jahresumsatz. Warum? Na ja, im Gegensatz zu Amazon geht manch kleinerer Online-Händler in den wohlverdienten Urlaub und macht seinen Shop mehr oder weniger zu, als wäre es immer noch ein Laden in der Einkaufsstraße. Jetzt mag man den Leuten nicht ihren Urlaub wegnehmen, den sie sicher verdient haben, aber einen Online-Shop einfach dicht zu machen – fraglich wie lange sich das verwöhnte Kunden bieten lassen. Und die Rate der abgeschreckten und nie wiederkommenden Kunden dürfte durchaus spürbar sein. Aber sei’s drum, sehen wir uns lieber an, was die Studie sonst noch so zu bieten hat.

Den internationalen Handel, und den damit verbundenen Aufwand, scheuen die meisten kleineren bis mittleren Shopbetreiber. Ihre Internationalisierung beschränkt sich im wesentlichen auf den DACH-Bereich. Was letztlich auch schon kompliziert genug ist. An der Zahlungsmöglichkeit kann das nicht liegen, jeder 9. Shop bietet PayPal an. Ansonsten siegen vor allem Vorkasse oder Kreditkarte, man weiß ja nie, wer da so vorbei klickt und will sein Geld lieber sicher haben, ehe man die Ware verschickt.

Überraschend viele Shopbetreiber haben auf Marktplätzen wie Amazon oder Ebay ein zweites Standbein. Trotz vieler Geschichten über Gängelungen und Benachteiligungen Seitens Amazon, ist das Unternehmen hier mit gut 70% knapp vor Ebay führend. Die beiden teilen sich den Markt wohl im Wesentlichen auf, die Rakuten als nächster Konkurrent haben nicht mal die Hälfte an Nennungen bekommen.

Bei den Shopsystem setzen mit 20% die meisten Befragten auf Shopware, was angesichts der Community, aber auch des kostenpflichtigen, aber als gut bekannten Supports eine Entscheidung für die Sicherheit ist. Das Magento mit 17% dahinter liegt, dürfte wohl auch an der Bekanntheit des Systems liegen, während größere Shops mit mehr Beratern und Recherchemöglichkeiten hier einen geringeren Anteil haben. Mit 7% erreicht WooCommerce noch einen Achtungserfolg, was wohl der weiten Verbreitung von WordPress geschuldet ist, dass ja längst aus seinem Nischendasein als Blogsoftware befreit sein sollte. Insgesamt stellen die Macher der Studie allerdings fest, dass es relativ gleich ist, welches System man nutzt. Was insofern stimmt, da der Leistungsumfang ungefähr gleich ist. Jeder der aber mit Shopsystemen Erfahrung hat, wird zurecht auf den Nervfaktor hinweisen, der einige Systeme zur alltäglichen Qual werden lässt.

Bleibt natürlich noch die Frage nach den Trafficquellen. Auf was setzten die kleineren bis mittleren Shops in Deutschland? Mit jeweils um die 60% sind hier SEO und Google AdWords trotz aller Unkenrufe noch an der Spitze, dicht gefolgt vom klassischen Newsletter und Facebook. Man setzt also auf Altbewährtes, weniger auf Experimentierfreude was zum Beispiel Social Media jenseits von Facebook angeht. Kann man machen …

Die komplette Umfrage gibt es bei tn3 zum Download: E-Commerce in Deutschland

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