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Ja, ein CMS kann man tatsächlich updaten!

Mit diesem Internet und der digitalen Transformation ist es schon ein Graus. Erst muss man so eine Webseite machen und dann soll man sich auch noch drum kümmern. Als ob ich nix besseres zu tun hätte.

Ein erfundener Gedankengang? Ich fürchte nicht, denn gerade bei vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen ist die Botschaft noch immer nicht richtig angekommen. Dabei geht es mir in diesem Beitrag nicht einmal um das Thema Content, nein, es ist noch eine Stufe grundlegender: Es geht um die Aktualität des verwendeten Content Management Systems

Nicht selten läuft der Prozess folgendermaßen ab: Die Mitarbeiter bedrängen den Chef, doch endlich auch eine Webseite zu machen. Oder alternativ, der Chef bekommt beim Golfen die Webseite eines Konkurrenten gezeigt und will so was dann auch haben. Nachdem geklärt ist, dass man das nicht alleine kann wird dann eine Agentur oder ein Freelancer ins Boot geholt und mit Hilfe eines Content Management Systems – und viel Blut, Schweiß, Verzweiflung und Tränen – geht die Seite dann irgendwann online.

… und in vielen Fällen war es das dann auch schon.

Glaubt man manchen Statistiken sind beinahe 65 % aller Seiten die auf dem einst so beliebten CMS Typo3 laufen inzwischen so veraltet, dass die Version gar nicht mehr supportet wird. Dabei ist das primäre Problem nicht einmal, dass ein Update Geld kosten würde – also nicht das Update an sich, sondern dessen Durchführung. Das primäre Problem scheint zu sein, dass nicht mal ein Problembewusstsein vorhanden ist. Die Unternehmen sehen sich ihre Seite an, sie ist online und gut ist.

Es sei denn natürlich irgendwann wird eine in der aktuellen Version längst geschlossene Sicherheitslücke ausgenutzt und auf der Unternehmensseite taucht plötzlich Kasinowerbung oder nackte Titten auf. Dann allerdings ist das Kind längst in den Brunnen gefallen und alles muss ganz schnell gehen. Schuld ist dann natürlich die Agentur oder der Freelancer, der wiederum den entsetzten Anruf seines Kunden, der erste seit dem Relaunch vor X Jahren insgeheim mit einem „Selbst schuld“-Schulterzucken quittiert, bevor er sich an die Arbeit macht.

Und, muss das so sein? Ja, denn manche lernen es eben nur auf die harte Tour. Das klingt jetzt zynisch, ich weiß, aber ich habe diverse Erfahrungen damit mir den Mund fusselig zu reden, wenn es um die Notwendigkeit geht ein System aktuell zu halten und das der dafür entstehende Aufwand immer noch weniger kostet, als der eingetretene Notfall.

Okay, nein, natürlich muss das nicht so sein. Dafür braucht es aber eben auch die Nerven seinen Kunden von der Notwendigkeit zu überzeugen. Am Besten hält man sich dabei noch ein paar Beispiel bereit, bei denen eine Seite wegen eines veralteten CMS gehackt wurde.

Hilfreich sind auch Updatestrategien wie bei WordPress, bei dem Updates automatisch gefahren werden. Wahlweise auch nur die großen Versionsnummern oder wichtige Sicherheitsupdates. Doch auch das hat natürlich manchmal einen Haken. Je komplexer die Individualisierung ist, desto wahrscheinlicher ist ein notwendiges Nacharbeiten nach dem Update. Ich habe ja nun reichlich Erfahrung mit WordPress und in 98 % der Fälle ist nach einem Update alles okay, in manchen Fällen zerschießt es danach aber auch das ein oder andere Element. Der zweite Haken liegt in den gerade bei WordPress in großen Maßen verwendeten Plugins, die natürlich auch immer aktuell gehalten werden müssen, sollen sie nicht als potentielle Sicherheitslücken dahin tümpeln.

Agenturen müssen ihren Kunden also klar machen, dass eine gute Updatepolitik für den sicheren Betrieb der Webseite absolut notwendig ist, und sich dahinter kein Geschäftsmodel versteckt, dass dem Kunden nur Geld abknüpfen will. Und ganz ehrlich, wer’s dann immer noch nicht will, der muss halt irgendwann damit leben, dass auf seiner Seite für Viagra oder Pornoportale geworben wird. Regel 17: Jemand stürzen zu lassen, kann am Ende die letzte Möglichkeit für ihn sein, es doch noch zu lernen.

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  • Da muss ich mich jetzt auch an die eigene Nase fassen. Einige meiner Projekte sind auch nicht auf dem neusten Stand und eins ist sogar derart veraltet, dass man wohl besser einen kompletten Relaunch versucht, bevor man Wochen ins retten der alten Daten verschwendet. Aber es ist halt auch…. wenn ich mich zwischen Content und Update entscheide, wähle ich doch lieber den Content.

    • Na ja, immerhin. Das ist wohl der Idealismus der einem Blogger inne sein muss. Was Unternehmen angeht, kenne ich inzwischen reichlich „Aktuelles“-Kategorien die seit 2015, 2014 … nicht mehr aktuell sind. 😀

      • Manchmal sollte man so umgestalten, dass die mangelnde Aktualität nicht auffällt. Und das ist oft ne ganze Menge Arbeit.