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Instagram zeigt keine Like-Zahlen mehr an

Die Ankündigung von Instagram künftig keine Likes mehr anzuzeigen, hat nicht nur Influencer in Panik versetzt. Jetzt wird die Veränderung auch in Deutschland ausgerollt.

Beispielansicht der neuen Gefällt mir-Ansicht bei Instagram

Keine Likes mehr bei Instagram? Ganz so radikal ist der Strategiewechsel dann doch nicht. Was Nutzer künftig tatsächlich nicht mehr sehen, ist die Anzahl der Likes. Die neue Variante wurde bereits unter anderem in den USA oder auch Australien getestet, seit kurzem wird sie auch den ersten Usern in Deutschland angezeigt. Statt der Gefällt-Anzahl, findet man nur noch den Hinweis „Gefällt user und weiteren Personen“. Beides ist mit einem aktiven Link hinterlegt, wer also auf „weiteren Personen“ tippt, bekommt diese in einer Liste angezeigt.

Die Like-Anzahl ist für Influencer bekanntlich das Pfund, mit dem sie wuchern konnten. Ja, und auch weiterhin können. Denn auch wenn Instagram die Zahl nach außen nicht mehr kommuniziert, so gibt es doch immer noch die Statistik des Instagram-Accounts. (Vorausgesetzt, dieser ist als Unternehmensaccount angemeldet.) Nicht nur im Blick auf Influencer, sondern auch auf Unternehmen generell kann es sich Instagram schwer leisten, auf eine Erfolgsmessung zu verzichten.

Warum diese Änderung?

Die meisten von uns haben bestimmt schon eine reißerische Schlagzeile gelesen, in der die Jagd nach dem perfekten Selfie zum – na ja – sprichwörtlich letzten Selfie geführt hat. Das sich Menschen für ein Foto in gefährliche Situationen begeben, ist aber leider keine Erfindung der Boulevardmedien. Problematisch kann der Run um Likes allerdings auch für psychisch labile Menschen werden, die einen Teil ihres Selbstwertgefühls an die Höhe der Gefällt mir-Angaben knüpft. Insofern geht Instagram hier tatsächlich einen wichtigen Schritt voran. Das Mutterunternehmen Facebook dürfte die Erfahrungen aufmerksam beobachten, aber auch andere Angebote wie etwa der Kurznachrichtendienst Twitter arbeitet mit Gefällt mir-Angaben.

Wie sehe ich den ohne viele Likes aus?

Die Anzahl der Likes ist künftig nicht mehr zu sehen, dass der Beitrag geliked wurde hingegen schon. Und Nutzer können sich über den Link hinter „weiteren Personen“ zumindest einen Überblick verschaffen, ob es sich dabei um eine Menge Likes handelt, oder eher wenige. (Man darf allerdings davon ausgehen, dass nur die wenigsten Nutzer das tatsächlich auch tun werden.)

Der psychologische Effekt, dass ein Beitrag mit vielen Likes schneller wächst, als ein Beitrag mit wenigen, dürfte bei Instagram damit Vergangenheit sein. Unter Fairnessgedanken auch eine gute Sache, da auf diese Weise unterschiedliche Beiträge die gleichen Chancen haben. Mit der aktuellen Lösung wird Instagram aber dem Problem gerecht, dass der erste Like manchmal der schwerste ist. Manche Studien legen das zumindest nahe. Würde man künftig überhaupt nicht mehr sehen können, ob der Beitrag schon Gefallen gefunden hat, könnte dieser Effekt zutage treten. Mit der jetzigen Lösung muss allerdings nicht jeder der (gefühlte) Erste sein.

Unterm Strich lässt sich also feststellen, dass Instagram zwar das Konzept der Gefällt mir-Angaben umgestaltet, aber nicht beerdigt hat. Absolut betrachtet dürfte die Zahl der Gefällt mir-Angaben sinken, relativ gesehen, also im Vergleich zur Konkurrenz, bleibt es aber wohl doch eher beim Alte.

Von Thomas Matterne

Thomas Matterne ist ausgebildeter Journalist mit einem Diplom in Wirtschaftsinformatik. Er arbeitete als Leiter der Online Redaktion von TV touring und als Chefredakteur von DenkZeit. Aktuell schreibt er neben dieser Seite in diversen anderen Online-Veröffentlichungen, wie z.B. das Kaffee Journal. Auf dieser Seite finden sich vor allem Themen aus den Bereichen Content- und Online-Marketing, sowie dem Feld IT allgemein.

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