Viel wurde über das Hinterherhinken der deutschen Wirtschaft in Sachen digitale Herausforderung geredet, eine Grafik bringt das Problem auf den Punkt.

Nun predige ich zwar gelegentlich, dass man auch nicht jedem digitalen Trend hinterher laufen muss, aber so ganz ohne – ich weiß nicht. Aber während in Deutschland gerade eine Generation heranwächst, denen man schon erklären muss, was ein Faxgerät überhaupt ist, kommunizieren fast 80% der deutschen Unternehmen weiterhin munter damit durch die Gegend. Gleichzeitig nutzen gerade einmal 15% Social Media Kanäle regelmäßig für ihre Kommunikation.

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Zu diesem geradezu desaströsen Ergebnis kam eine Umfrage des Branchenverbandes Bitcom unter 1100 Unternehmen mit jeweils über 20 Mitarbeitern. Und eigentlich könnte man diese Zahlen jetzt so stehen lassen und kopfschüttelnd das Weite suchen ….

Was sind die Gründe dafür, dass deutsche Unternehmen lieber Faxe verschicken, als  einen Tweet bei Twitter?

Wer sich auf die Suche nach Begründungen macht, gelangt schnell zu der Ausrede, man habe ja auch gar nicht die entsprechenden Mitarbeiter im Haus. Na ja, dass mag ja durchaus auch stimmen, und bekanntlich ist eine schlechte Social Media-Kommunikation oft noch schlimmer, als gar keine. Vor allem deutet diese Ausrede aber daraufhin, dass die Bedeutung von Social Media innerhalb eines modernen Kommunikationsmix nach wie vor nicht erkannt wird. Denn wäre das der Fall, man würde entweder Mitarbeiter schulen oder eben neue Mitarbeiter einstellen.

Da aber die Beliebtheit des Faxgerätes natürlich nicht das Benutzen von E-Mails ausschließt, fühlt man sich dann doch noch irgendwie am Puls der Zeit. Ist das Verschicken von E-Mails nicht auch irgendwie Internet? Und so eine Webseite hat man doch schließlich auch! Auch daran mag etwas dran sein, aber verzichtbar ist der Kanal Social Media vielleicht für das ein oder andere Unternehmen im hochpreisigen B2B-Bereich, dort vielleicht auch noch bei B2C. Und es mag sogar noch die ein oder andere Branche zusätzlich geben, wer im Jahr 2016 seine Kunden auch weiterhin erreichen will, der wird um dieses Thema nicht herumkommen.

Dabei ist halbwegs anständige Social Media-Arbeit nun wirklich keine Kunst, sondern durchaus ein erlernbares Handwerk. Wer ein Fax verschickt, muss vorher ja auch eine Nachricht schreiben und im Anschluss ein Gerät bedienen. Sich, wer wirklich gute Social Media-Kommunikation betreiben will, muss schon weit mehr investieren und ein bisschen Kommunikationstalent schadet sicher auch nicht. Allein bei 15% im Bereich engagierten Unternehmen, scheint es doch recht unwahrscheinlich, dass die restlichen 85% einfach keinen passenden Mitarbeiter finden. Da muss man sich nicht weit aus dem Fenster lehnen, um nach wie vor auch mangelnde Offenheit gegenüber dem Thema zu vermuten. Im besten Fall landet das Thema dann auf der Wiedervorlageliste …. und wieder … und wieder … und wieder.

Allein wie das mit der Industrie 4.0 klappen soll, wenn das Gros der deutschen Unternehmen noch nicht einmal das Web 2.0 erreicht haben, da mag einem dann doch ein bisschen Angst und Bange werden.

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