Hörtipp: Saim Alkan in der Kreativwirtschaft

Zum meinen Must hear-Podcasts gehört auch Abends in der Kreativwirtschaft von Jan Jursa. In der neuesten Folge, AKW90 – Rote Rosen gefallen jeder Braut, war Saim Alkan, Gründer und CEO der aexea GmbH zu Gast. Dort beschäftigt man sich mit von Algorithmen verfassten Texten in mehreren Sprachen. Jetzt könnte man natürlich annehmen, dass jemand wie ich bei diesem Thema, Stichwort „Roboterjournalismus“, schnell in den Keller geht, um Weihwasser und Holzpflock zu holen, aber wer als Texter seine Zeit mit der x-ten Produktbeschreibung verbringt … der weiß, man kann seine Arbeitskraft viel sinnvoller einsetzen. In der Tat halte ich dieses Einsatzgebiet auch für sehr sinnvoll, wenn es um künstliche Texte angeht. Ebenso wie das auch im Podcast zitierte Standardbeispiel der Online-Berichterstattung über das x-te kleine Fußballspiel in den unteren Klassen.

Als Hörtipp sehe ich diesen Podcast allerdings weniger dieses Themas wegen, sondern wegen einiger anderer verdammt kluger Dinge, die Saim Alkan im Laufe der Aufnahme sagt. Wenn er zum Beispiel Online-Shops auffordert sich wieder ihrer Rolle als (Zwischen-)Händler bewusst zu werden, die in ihrer Beratungsfunktion ja eigentlich auf Seiten des Kunden stehen – oder besser standen. Stattdessen ist der Content in Online-Shops heute eigentlich nur auf Verkaufen angelegt. Schöne Werbesprüche, statt ernsthafter Beratung. Das treibt die Verkäufe in die Höhe, sorgt aber nicht gerade für besonders niedrige Retourequoten.

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