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Gutenberg ante portas – Die WordPress-Revolution steht bevor

An dem neuen Editor für WordPress arbeiten die Entwickler schon einige Zeit. Bisher war Gutenberg aber nur als zusätzliches Plugin verfügbar, mit WordPress 5.0 wird er aber den jetzigen Editor ersetzen.

Funfact: Wusstet ihr das Johannes Gutenberg den Buchdruck eigentlich gar nicht erfunden hat? Zumindest wenn man sich die Sache ganz genau ansieht, gab es die Idee mit Lettern auf Papier zu drucken schon vorher. Gutenberg allerdings revolutionierte diese Idee und verbesserte sie so weit, dass man sie flächendeckend anwenden konnte.

Und streng genommen ist auch Gutenberg für WordPress keine neue Idee, denn viel was ab WordPress 5.0 Standard wird musste man sich bis jetzt über PageBuilder wie Visual Composer oder Divi als Plugin hinzukaufen. Was natürlich schon die erste Frage aufwirft: Werden PageBuilder vom Markt gedrängt?

Es gibt schon jetzt einige Stimmen in der Szene die davon ausgehen. Mittel- bis langfristig wird das dann wohl auch der Fall sein. Denn man kann davon ausgehen, das Gutenberg natürlich auch dann weiter entwickelt wird, wenn es in den WordPress Core aufgenommen wird.

Aber sehen wir uns zuerst einmal an, was Gutenberg so alles kann:

Not so bad, not so bad. Man sieht jetzt schon, wohin die Zukunft geht. Gutenberg ist die Antwort von WordPress auf Angebote wie WIX oder Jimdo. Zeichnete sich WordPress schon früher in seiner Bedienbarkeit durch bessere Usability gegenüber Typo3 oder Joomla aus, geht es hier noch einen Schritt weiter. Man könnte auch sagen, Gutenberg wird der erste WYSIWYG-Editor, der diesen Namen auch wirklich verdient.

Vorsicht beim Update auf WordPress 5.0

Bei der State of the Word in Nashville wurde Gutenberg wohl endgültig der WordPress-Welt vorgestellt. Ab WordPress 5.0 gehört er dann zum Standard und wird den bisherigen Editor ersetzen. Betreiber von WordPress-Seiten sollten sich den April 2018 also schon mal vorsorglich im Kalender rot anstreichen. Denn wer automatische Updates fährt, was ja durchaus vernünftig ist, sollte sich nach einem derart tiefgreifenden Update seine Seite danach etwas genauer ansehen. Oder natürlich vorher ausreichend auf die Kompatibilität mit Gutenberg getestet haben. Im Prinzip arbeitet Gutenberg mit sogenannten Blöcken, in die der jeweilige Inhalt eingefügt wird. Das kann normaler Text sein, aber auch Widgets, eingebettete Inhalte, Shortcodes, benutzerdefinierte Beitragstypen, Theme-Optionen usw. Mit anderen Worten, der Editor erlaubt es auch Menschen ohne HTML- oder Script-Kenntnissen Anpassungen vorzunehmen. Aber während die Entwickler mögliche Konflikte mit WordPress an sich vorher beseitigen, könnten massive Bugs in Zusammenarbeit mit installierten Plugins oder Themes auftreten.

Die Minimalvoraussetzung im April sollte also sein, seine Themes und Plugins zumindest auf den aktuellen Stand zu haben. (Und zu hoffen, dass deren Programmierer sich auf Gutenberg eingestellt haben.) Bei Problemen könnte im besten Falle auch erst einmal helfen sich den bisherigen Editor als Plugin zu installieren und weiter zu machen wie zuvor.

Bei Themes könnten vor allem die Blöcke den Programmierern auf die Füße fallen, über die dann alles geregelt wird. Einige der neuen Blockfunktionen erfordern Opt-in-Unterstützung im Theme, die man über die Funktion add_theme_support in seiner functions.php bereitstellen kann. Programmierer finden die notwendigen Informationen in der Beschreibung des Theme Supports für Gutenberg.

Warum Gutenberg ein Fortschritt ist

Der große Vorteil von Gutenberg liegt natürlich darin, dass wie gesagt mit ihm auch Laien dann weit mehr gestalten können. Waren sie bisher je nach Ziel auf die Usability von diversen Plugins oder PageBuildern angewiesen, dürfte ein in den Core integrierter Editor mittelfristig weit besser für sie geeignet sein. Und wenn man sich so ansieht, wie Gutenberg schon jetzt funktioniert, wirken Angebote wie Divi oder der Visual Composer dagegen schon rein optisch wie Dinosaurier aus einer vergangenen Zeit.

Gutenberg im Einsatz.

Langfristig könnte Gutenberg sogar Webdesignern ihr Geschäftsmodell zumindest drücken, denn ähnlich wie man mit WIX oder Jimdo schon heute zu einigermaßen ansehnlichen Ergebnissen kommt, könnte der neue WordPress-Editor bei so manchem die Frage aufwerfen, warum man noch viel Geld für individuell entwickelte Themes ausgeben soll, wenn man selbst schon ein halbwegs gutes Ergebnis hinbekommt.

Insgesamt kann man vermutlich mit gutem Recht sagen, dass mit WordPress 5.0 ein gigantischer Schritt nach vorn getan wird. Es kommt tatsächlich einer kleinen Revolution gleich, auch weil sich die Software dadurch endgültig von ihren Wurzeln als reine Blogsoftware verabschiedet und niemand mehr wirklich behaupten kann, WordPress sei kein vollwertiges CMS. Im Gegenteil es ist dann sogar eines der wohl Besten, die es gibt. Auf Entwickler von Themes oder Plugins hingegen kommen damit – drücken wir es neutral aus – interessante Zeiten zu. Man wird abwarten müssen wie sich dieser Teil der Geschichte entwickelt.


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