Google: Webseiten unter 30 Seiten haben keine Autorität

Es ist wie im echten Leben, Autorität muss man sich auch im Internet erst einmal verdienen.

Okay, eins vorweg, natürlich können auch Webseiten, die weniger als 30 Einzelseiten haben, das Autoritätskriterium von Google erreichen – ist dann aber halt schwieriger bzw. die Qualität des Contents muss wirklich, also wirklich gut sein.

Aber der Reihe nach, was heißt eigentlich Autorität im Zusammenhang mit SEO?

Autorität bzw. Authority ist das A in E-A-T, wobei E für Expertise und T für Trust, also Vertrauen steht. Und E-A-T insgesamt ist eine gute Faustformel, um für SEO gut optimierte Seiten zu schaffen. Das gilt für die Seite selbst, als auch für die Seiten, welche von dieser einen Link bekommen. Der Linkjuice, also der Wert des Links, ist höher, je höher der E-A-T-Score der verlinkenden Webseite ist.

Einen guten Autoritätswert kann eine Webseite über viele Wege erhalten, unteranderem wohl auch durch das Netzwerk, in dem die Seite selbst verlinkt ist. Einen etwas handfesteren Faktor hat John Müller vom Google SEO-Team vor kurzem in einer Diskussion bei reddit genannt: Die Anzahl der Seiten.

Konkret meint Müller, dass man selbst bei 30+ Seiten nicht automatisch von einem größeren Score in Sachen Autorität ausgehen kann. Denn auch hier kommt es vor allem auf die Qualität an:

Over time, as we see that your site is more than just „30 ok posts“, and instead something we’re keen on sending as many users to as possible.

John Mueller

Und Mueller hat einen weiteren Ratschlag für den User parat, auch die Tatsache, dass für eine ganze Weile keine neuen Artikel erschienen sind, würde sich nicht gerade positiv auf einen hohen Autoritäts-Wert auswirken.

Ich spekuliere mal, dass SEO-Experte Mueller hinter dem User einen SEO vermutet, der der Praxis nachgeht zig Satellitenseiten aufzubauen und zu betreiben, damit diese dann thematisch halbwegs passenden Kundenseiten einen Link abgeben können. Eine Praxis, die auch heute noch sehr üblich ist. Das hat früher ganz gut funktioniert. Eine Agentur hat für wenig Geld eine Domain gesichert, ein WordPress aufgespielt, drei Beiträge gepostet – und gut war’s. Das höchste der Gefühle war vielleicht noch alle paar Monate ein neuer Beitrag, meist aber von der Agentur selbst oder angeheuerten Schreibern verfasst. Also keinen Experten auf ihrem Gebiet. Die Fähigkeiten von Google solch Linknetzwerke zu erkennen sind allerdings inzwischen recht gut. Das heißt, im besten Falle nützen solche Links häufig gar nichts, im schlechtesten wirken sie sich negativ aus – bis hin zu einer Abstrafung.

Das Prinzip dahinter halte ich auf der anderen Seite aber nach wie vor für sinnvoll. Denn was Google wirklich interessiert, sind die Antworten der Fragen seiner Nutzer. Und wenn ein Profi in der Thematik der jeweiligen Seite eine solche betreibt ist das ja gegeben. Und nichts spricht dagegen, diese Seite auch als Linkquelle zu nutzen, solang der Link einen Sinn für den Besucher der Webseite ergibt. Oder man die Seite für Affiliate-Marketing verwenden möchte, um etwas Geld zu verdienen. Und als dritten Benefit ließe sich die Möglichkeit nennen, dass Unternehmen mit solche Webseiten ganz gezielt eine andere Kundengruppe ansprechen können, als mit ihrer Hauptseite.

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