Google versteht jetzt auch Witze

Bevor Google die richtigen Suchergebnisse liefern kann, muss es erst einmal wissen, was eigentlich gesucht wird.

Es gibt eine Folge in der alten Batman-Serie, in der Batman einen Bankkassierer als Roboter enttarnt. Als er gefragt wird, wie er den täuschend echten Roboter enttarnen konnte, antwortet der neunmalkluge Robin. Roboter könnten heute schon viel, aber sie würden keinen Humor haben.

Tja, die Zeit schreitet voran, und wenn man Google glauben darf, versteht seine Künstliche Intelligenz jetzt sehr wohl Witze – oder kann diese zumindest erklären:

Bild: Google

Pathways Language Model (PaLM) heißt das neue Zauberwort, mit dem Google immer besser wird Wörter nicht nur als Begriff zu verstehen, sondern als Sprache. Und zwischen beiden Herangehensweisen kann bekanntlich ein himmelweiter Unterschied bestehen.

PaLM verwendet 540 Milliarden Parameter und baut auf Pathways auf, der eigentlichen Künstlichen Intelligenz. Auf diese Weise konnte ein einfaches Modell auf vielen TPU v4 Pods trainiert werden. TPU-Pods sind Gruppen spezieller Prozessoren, die Google für anspruchsvolle Rechenaufgaben und andere Anwendungen verwendet. Klingt zwar erst einmal beeindruckend, eingeordnet erreicht PaLM damit allerdings nur 60% im Vergleich zu einem 9 bis 12jährigen Kind, dem die gleichen Fragen gestellt werden. (Anders als im Spielen von Go LINK EINFÜGEN, ließ man die KI übrigens nicht gegen echte Kinder antreten. Maßgebend ist eine für das Messen von KI-Fähigkeiten standardisierte Datenbank mit Mathematikaufgaben, die nach dem US-Schulsystem kategorisiert sind.) Wie dem auch sei, dank PaLM hat Google in dem Feld derzeit die Nase vorn, verglichen mit den Konkurrenz-KIs Gopher und Chinchilla.

Bild: Google

Das eine KI jetzt Witze versteht, ist natürlich erst einmal schlecht für Batman bei der Enttarnung fieser Roboter des Jokers. Es ist aber gut für Google. Erst kürzlich gab die Suchmaschine bekannt, dass die Suchanfragen in natürlicher Sprache seit 2015 um 60% gestiegen sind. Zwischen den Zeilen zu lesen wird für Google also immer wichtiger, will es weiter die hohe Qualität seiner Suchergebnisse halten. Vor allem auch, weil der Suchmaschine wichtige Informationen fehlen, die anders geartete KI aus Gesichtszügen oder Schwankungen in der Stimme herauslesen kann.

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