Niemand anderes als Jennifer Lopez brachte Google in Sachen Bildersuche auf die richtige Spur. Hatte man das Feld bis dahin eher stiefbrüderlich behandelt, merkte man, he, das ist ja wichtig.

So kann man also das Internet voranbringen? Wen überrascht das eigentlich?
Nach dem Grammys 2000 begannen die Leute nämlich wie verrückt nach dem grünen Nichts zu googeln, das Jennifer Lopez getragen hatte. Das Kleid wurde zur Legende und die Google Bildersuche benutzbar. Seitdem ist allerdings schon einiges passiert, und inzwischen hat man bei Google das Projekt AMP mit dem visuellen Content verbunden. Schon vor ein paar Monaten stellte man die Neuerungen auf der AMP Conference der Öffentlichkeit vor.

Seit einigen Tagen beginnt Google jetzt in den USA die sogenannten Google Stories auch in die Tat umzusetzen. Die Suchmaschine meint es eben offensichtlich ernst mit ihrem Motto „mobile first“. Wird auf Smartphones doch auch seit Kurzem die ansonsten traditionell ungenutzte Fläche unter dem Suchschlitz von einem Newsfeed in Beschlag genommen. Mobile only!

Dabei springt Google strenggenommen natürlich wieder einmal nur auf den Zug auf, denn Soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram arbeiten schon seit längerem mit Stories. Kurze, videoartige Zusammenfassungen eines Themas. Der Unterschied dürfte wohl eher darin liegen, dass die Google Stories nicht allein aus von Publishern explizit als solche geschaffene Inhalte besteht. Google plant diese auch selbstständig über einen Algorithmus aus ganz normalen Suchergebenissen zusammenzustellen.

Dazu dürfte es wohl ein modifiziertes AMP nutzen, das ja schon mit aller Macht in den Markt gedrückt wird, und zumindest bei Webseiten die einen Nachrichten-Content veröffentlichen schon zu einem Standard geworden sind. Richtig umgesetzt, dürften sich hier aber auch für Online Shops einiges an Potential ergeben. Inwiefern Google damit seine Produkte Google News und Google Shopping zu schwächen bereit ist, bleibt allerdings abzuwarten.

Zumindest aber kann man Google diesmal nicht vorwerfen, keinen konsequenten Weg voranzugehen. Das Internet mag nicht zu 100 Prozent mobil sein, und wird es – meiner Ansicht nach – auch erst einmal nicht werden, aber ohne auf Smartphones & Co. Rücksicht zu nehmen, und sie im Zweifel auch zu bevorzugen, kann sich inzwischen niemand mehr leisten.

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