Google Consumer Surveys im Überblick

Webumfragen? Wer kennt sie nicht, diese nervigen kleinen Overlays, die sich störend über den Inhalt einer Webseite legen. Google macht es etwas anders und bietet Publishern eine Möglichkeit Paid Content einzuführen, während Advertiser ihr Kunden besser kennenlernen können.

Online-Werbung ist und bleibt DIE Einnahmequelle von Google und seiner Mutter Alphabet. Kein Wunder also, dass man sich immer wieder etwas neues einfallen lassen muss. Und so kann man jetzt auch in Deutschland Google Consumer Surveys schalten. Wie das auf einer Webseite aussieht, habe ich hier mal umgesetzt. Dabei handelt es sich sozusagen noch um eine Testumfrage, also auch unbezahlt – nur falls jemand glaubt, damit würde ich einen Cent verdienen. 🙂 Denn auch wenn Google es Publishern unter der Adresse surveys.google.com/publisher/landing leicht macht sich anzumelden und der Code auch fix einzubinden ist, behält man sich eine endgültige Freischaltung aus Qualitätsgründen ausdrücklich vor. So bekommt man als Publisher auch erst einmal die Nachricht, auf einer Warteliste gelandet zu sein:

Hello, Thank you for your interest in becoming a Google  Surveys publisher. Due to the high number of applicants, we’ve established a waiting list for publishers. , We will notify you when we begin on-boarding publishers on the waiting list. Thank you for your patience. Sincerely, Google  Surveys Team

Aus der Sicht von Webseitenbetreibern sind die Google Consumer Surveys erst einmal natürlich ein weiteres Mittel seine Adsense-Einnahmen zu verbessern. Doch vor allem sind sie auch eine Möglichkeit ausgewählte Inhalte als Paid Content durch die Hintertür zu vermarkten. Der User muss nämlich erst einmal die Umfrage beantworten, dann gibt es Werbeerlöse, oder überspringen, dann geht der Publisher leer aus, um an den entsprechend ausgezeichneten Content heranzukommen. Auf diese Weise kann man leicht ganze Artikel oder auch nur einzelne Inhalte wie Videos oder besondere Downloads als Premium Content vermarkten, ohne ein anderes in der Regel umständlicheres System zu installieren, dass eine Paywall schaltet.

Google Consumer Surveys aus Unternehmenssicht

Während Publisher ein Adsense-Konto benötigen, braucht man zum Schalten einer Anzeige ein AdWords-Konto. Unter www.thinkwithgoogle.com/intl/de-de/ad-product/google-consumer-surveys hält Google die entsprechenden Informationen für Unternehmen bereit.

Für eine komplett ausgefüllte Umfrage werden 10 Cent fällig, dafür kann man diese dann aber auch beliebig gestalten und auf eine Umfragenschaltung vertrauen, die das Zielpublikum so sicher trifft, wie eine normale Anzeige. Was man letztlich in die Umfrage packt, bleibt jedem selbst überlassen. Da wäre natürlich die klassische Userumfrage, um seine Kunden besser zu kennen. Da wären aber auch andere Möglichkeiten, wie etwa die gezielt Beteiligung der User an einem kreativen Prozess wie etwa der Auswahl eines neuen Logos – wie im obigen Video kurz beschrieben. Neben klassischen Umfrageergebnissen ließe sich so auch eine gewisse Art von User Generated Content produzieren und dem Umfrageteilnehmer dadurch langfristig im Gedächtnis bleiben.

Ein Hinweis noch aus SEO-Gründen

Interessanterweise könnten Google Consumer Surveys bei der mobilen Suche übrigens zu schlechteren Rankingergebnissen der einzelnen Seiten führen. Der als Premium getagte Content wird nämlich schlicht ausgegraut, ehe der User die Umfrage beantwortet oder überspringt. Genau das steht aber im Konflikt mit einer Veränderung des Rankingverfahrens, die Google selbst wie folgt beschreibt:

„Um das Benutzererlebnis bei mobilen Suchen zu verbessern, werden ab dem 10. Januar 2017 die Ranks der Seiten, bei denen der Content von den Suchergebnissen aus nicht einfach zugänglich ist, möglicherweise nicht mehr so hoch ausfallen.“

Das betrifft jedoch ausschließlich die mobile Suche, nicht jene auf dem Desktop oder anderen Endgeräten. Ob Google seine eigenen Umfragen damit meint, schon möglich. Wer also auf Nummer sicher gehen will, solle die Umfragen mittels Referrer und Device Targeting erst gar nicht bei mobilen Endgeräten ausspielen.

About Thomas Matterne

Thomas Matterne ist Chefredakteur des dreisprachigen Online-Magazins DenkZeit und als Online-Marketing-Manager tätig. Der ausgebildete Journalist hat ein Diplom in Wirtschaftsinformatik, und schreibt an dieser Stelle über IT-, Online-Marketing- und SEO-Themen - unteranderem.

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