Wenn es etwas gibt, was neuronale Netze inzwischen verdammt gut können, dann der Umgang mit Bildern. Auch mit Videos. Die Konsequenzen waren vorhersehbar: Fake Pornos

Sogenannte Fakes von Prominenten gibt es spätestens, seit es Photoshop gibt. Die meisten davon sind aber schnell als solche erkennbar, es erforderte einiges an Können, um realistische Fakes zu produzieren. Bei Videos scheiterten die Faker im Wesentlichen komplett. Doch nicht nur zum Leidwesen viele Promis hat sich durch Künstliche Intelligenz (KI) das Rad der Zeit weiter gedreht. Bei reddit etwa wurde inzwischen ein Nutzer Namens deepfakes bekannt, der eine Software zur Verfügung stellt, mit Hilfe quasi jeder solche Fake Pornovideos produzieren kann. “This is no longer rocket science,” stellte KI-Forscher Alex Champandard bei Vice fest.

Die Technik hinter der Software ist relativ simpel. Sie analysiert die Bewegungen des Gesichts, das ausgetauscht werden soll, und braucht dann nur noch eine ausreichende Anzahl an Gesichtsausdrücken des einzufügenden Gesichts. Und schon wird aus einem Pornostar ein Hollywoodstar.

Nicht nur Wonder Woman-Darstellerin Gal Gadot ist schon Opfer geworden, die Liste wird wohl von Minute zu Minute länger, wie titelt Vice in einer anderen Story über das Thema doch so passend: We Are Truly Fucked: Everyone Is Making AI-Generated Fake Porn Now

Das Ergebnis der KI-Software ist noch nicht perfekt, manchmal erkennt selbst der Laie noch einige Bildartefakte, andere Ergebnisse bezeichnete Fabian A. Scherschel auf heise.de gut umschreibend als einen „Zombie-Porno aus der Hölle“. Allein, mit jedem weiteren Bild, dass den Algorithmus trainiert, wird sich auch das Ergebnis verbessern. Gerade Prominente werden sich also auf eine üble Welle von Fake Porn gefasst machen müssen – oder so ziemlich jeder, von dem ausreichend Bildmaterial zur Verfügung steht. Wofür so mancher mit Hilfe von Instagram oder Facebook sicher schon gesorgt hat.

Die drei großen P waren schon immer Triebfeder der technischen Entwicklung

Mit was verdient man im Internet Geld? Was bringt technische Entwicklungen in den Mainstream-Markt? Richtig PPP – Porno, Porno, Porno. Allerdings hört es damit bekanntlich nicht auf. Schon jetzt wird die gleiche Technik auch für Politsatire genutzt. Demnächst aber dann wohl auch für Fake Videonews. Fotos werden seit es sie gibt retuschiert, schon Sowjetfunktionäre wurden von gemeinsamen Fotos mit Lenin gelöscht. Das Fotos heute für viele überhaupt noch eine Beweiskraft haben spricht nicht mehr für Unwissenheit, sondern für etwas zwischen naiv und doof. Spätestens jetzt aber dürfen wir auch Videos komplett jegliche Beweiskraft absprechen.

Angesichts der aktuellen Diskussion über Fake News keine schöne Aussichten, braucht es für deren Macher doch nur noch eine Person mit ähnlichem Körperbau und einen guten Stimmenimmitator. Auf eventuell noch vorhandene Bildartefakte wird deren Zielpublikum ganz bestimmt nicht achten.

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  1. Es dürften ja mittelfristig nicht nur jene betreffen, die aus Prominenz oder Selbstvermarktung einen Haufen Fotos von sich online haben. Dank entsprechender Fülle an Überwachungskameras – und deren Verbesserung – dürfte über kurz oder lang jede*r ausreichend Bildmaterial abwerfen, um damit so etwas zu treiben. Nicht auszudenken, was autoritäre Regierungen mittels „Videobeweis“ ihren Feinden unterstellen können.

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