Egal wie gut das SEO ist, ohne Google Ads schaut mancher ins Leere

Selbst wenn man die Nr. 1 in der Suche ist, Google Ads sollten auch dann eine Option sein.

Wenn ich Webseitenbetreibern, die von sich aus gut in den Suchergebnissen bei Google ranken, erkläre, dass Google Ads auch auf der Suchmaschinenseite selbst Sinn machen, ernte ich meist ein Kopfschütteln oder gleich ein „das will ich nicht“. Auf den ersten Blick ist diese Reaktion ja auch durchaus nachvollziehbar, immerhin ist man mit viel Mühe und Not auf die ersten Plätze in den SERP’s (Search Result Pages) gekommen, warum soll man jetzt auch noch Geld für Werbung ausgeben, wenn man doch ohnehin schon oben vertreten ist? Dahinter steckt natürlich die Annahme, dass Werbeblöcke in den SERP’s einfach überscrollt werden. Schließlich ist der User ja auf der Suche nach einer Lösung, nicht nach Werbung.

Das ist eine irrige und für den Geschäftserfolg eine sehr gefährliche Annahme, aus mehrerlei Gründen!

Zum einen, wer sagt denn, dass die von Google eingeblendete Werbeanzeige der Konkurrenz nicht ebenfalls eine Lösung für das Bedürfnis des Users liefert? Außerdem kostet es ihn ja nichts, eine Anzeige anzuklicken, statt den organischen Link der zum Beispiel über SEO-Maßnahmen soweit nach oben gekommen ist.

Wer so denkt, ignoriert zwei Gruppen von Usern völlig: Die Profis und die Amateure!

Die Profis unter den Surfern sind die die kleinere Gruppe, die sich aber mit Blick auf die SEA-Ergebnisse, also die Anzeigen, und die SEO-Ergebnisse, also Links, die durch Suchmaschinenoptimierung soweit vorn landen, fragt, was da bitte schön noch der Unterschied sein soll. Wer viel Geld in SEA oder SEO investiert, muss schließlich nicht zwangsläufig auch das beste Produkt haben – am Ende braucht er diese Investitionen ja auch gerade, weil er nicht quasi von selbst soweit vorn landet.

Viel wichtiger ist aber jene Gruppe von Amateuren, die schlicht zwischen Werbung und organischen Anzeigen nicht unterscheiden können. Und diese Gruppe ist größer als man denkt, denn dahinter verbergen sich eben nicht nur die sogenannten Silver Surfer, die gelegentlich auch noch ihre URLs nicht in die Browserzeile eingeben, sondern in den Suchschlitz von Google. Erst kürzlich wurde eine Studie veröffentlicht, dass auch 31 % der zwischen 12- und 15-Jährigen nicht zwischen Werbung und Suchergebnissen unterscheiden können.

Aber vielleicht, wie weiter oben schon angedeutet, ist das für die User auch nicht weiter schlimm. Google arbeitet eben nicht nur daran die für die Suchanfrage besten Ergebnisse zu liefern, sondern auch die relevanteste Werbung dafür. Mit anderen Worten, wer nicht gerade das Misstrauen eines Webprofis im Blut hat, dem kann es ziemlich egal sein, ob er jetzt auf Werbung oder auf ein organisches Ergebnis klickt – er bekommt am Ende, was er gesucht hat. Der Webseitenbetreiber, der für Werbung auf der Google-Seite selbst nicht zahlen will, schaut dann aber meist ins Leere, denn seine organischen Suchergebnisse befinden sich eben nicht im wichtigsten Blickfeld des Lesers sondern sprichwörtlich darunter.

About Thomas Matterne

Thomas Matterne ist Chefredakteur des dreisprachigen Online-Magazins DenkZeit und als Online-Marketing-Manager tätig. Der ausgebildete Journalist hat ein Diplom in Wirtschaftsinformatik, und schreibt an dieser Stelle über IT-, Online-Marketing- und SEO-Themen - unteranderem.

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