Die Sprachsuche revolutioniert auch das SEO (2)

In Teil 1 meiner Serie über die Frage wie genau die Sprachsuche die Suchmaschinenoptimierung beeinflusst ging es ja erst einmal um die verschiedenen „Kanäle“, über die die Suchbefehle eingegeben werden. Kommen wir jetzt mal zu den Fragen, die den SEO um die Ecke wirklich beschäftigen:

  • Wer nutzt die Sprachsuche überhaupt?
  • Welche Faktoren muss ich beachten?
  • Macht Sprachsuche oder Textsuche überhaupt einen Unterschied?

Zunächst einmal bringt die Sprachsuche zwei neue Faktoren ins Spiel, die jetzt neben der zuvor bekannten Suche per Text und dem Verhalten der Suchmaschine zu beachten sind:

1. Der Suchbefehl ist mit Worten ausgedrückt anders, als mit Buchstaben. (Auch wenn man digitaler Assistent heute mit Stichpunkten fast noch ein wenig besser funktioniert.)

2. Die Suchanfrage muss erst den digitalen Assistenten passieren, mit anderen Worten es ist eine Art neuer Gatekeeper im Spiel.

Verschieben wir also die konkreten Optimierungsmaßnahmen auf Teil 3 und machen uns lieber noch ein paar Gedanken über die beiden Punkte, denn eines sollte dem SEO klar sein, die Sprachsuche wird sich zu etwas entwickeln was nicht mehr unter dem Stichwort „Neuer Wein in alten Schläuchen“ laufen kann.

Wenn mich früher jemand nach einem Tipp gefragt hat, wie er eine Suchanfrage bei Google stellen kann, die am Ende bessere Ergebnisse liefert, habe ich folgendes gesagt: Formuliere eine ausführlich Frage? Am Ende streicht Google die Füllwörter zwar raus, aber bei den verbliebenen Wörtern ist die Chance auf Relevanz für die eigentliche Suchintention meist den gewissen Tick höher als sonst. Das sicher dieser Tipp durchgesetzt hat, könnte auch einer der Schlussfolgerungen aus diesem Artikel sein, den ich kürzlich an dieser Stelle veröffentlicht habe. Dessen Kernaussage lautete schlicht: Beinahe die Hälfte aller Suchanfragen besteht aus 5 oder mehr Wörtern.

Eine Frage macht die Intention einer Suchanfrage für Google auch die die W-Wörter leichter durchschaubar. Ein Beispiel:

  • „billig essen“
  • „wo kann ich billig essen?“
  • „wann kann ich billig essen?
  • „Ist billig essen eine gute Idee?“

Eine in Form einer Frage gestellte Suche macht die Optimierung auf bestimmte Keywörter also nicht unwichitger, erhöht aber den Druck einen Content zu produzieren, der den User wirklich hilft.

Die zweite Neuerung wird oft vergessen, kann aber von enormer Bedeutung sein. Folgendes Beispiel soll das kurz erläutern:

Ob Suche, oder Details, Cortana überlässt nichts dem Web.

Durch das Beispiel einer Suche mit Cortana auf meinem Surface kann man mehrere Schlüsse ziehen. Der erste ist für Optimierer vielleicht der ärgerlichste, denn Cortana entscheidet mitunter selbst ob sie auf ein und dieselbe Frage eine Liste von Vorschlägen ausgibt, oder einfach nur ein passendes Ergebnis. Je nach vorhandenen Infos heißt es also „the winner takes it all“, weitere Ergebnisse muss der Nutzer aktiv anklicken, will er sie sehen.

Und ein zweiter Punkt spielt in dieselbe Richtung, digitale Assistenten haben generell ein einprogrammiertes Interesse den Nutzer nicht an eine Suchmaschine zu verlieren. Das gilt auch dann wenn die durchsuchte Suchmaschine aus dem gleichen Haus kommt. Wundern sollte das übrigens niemanden, schließlich ist wollen Cortana und ihre Kolleginnen vor allem eines, die Frage ihrer Besitzer zu deren Zufriedenheit beantworten. Und so führt auch ein Klick auf eines der Ergebnisse links nicht ins Web, sondern bleibt vor Ort mit detaillierten Informationen. Und je klüger die digitalen Assistenten werden, desto weniger werden ihre Antworten aus einer Weiterleitung zu der angeschlossenen Suchmaschine bestehen.

Die beruhigende Nachricht dürfte allerdings sein, dass die Frage schon konkret sein muss, um innerhalb des Assistenten beantwortet zu werden. Hat weder die lernende Intelligenz dahinter, noch die Programmierer die Frage auf dem Schirm, leiteten die Assistenten dann doch schnell weiter in den Browser zu den klassischen Suchmaschinen. Doch wer hier vorn gelistet sein will, kommt um die Frage der Optimierung auf die Sprachsuche nicht herum. Dazu mehr im nächsten Beitrag.


Die komplette Serie:

 

Thomas Matterne

Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) - Autor / Redakteur (Print | TV | Online) - Online-Marketing-Manager | Content-Manager | SEO - Frontend-Entwickler für WordPress