Braucht mein Online-Shop ein Blog? (Teil III)

In den ersten beiden Teilen haben wir uns mal angesehen, welche erfolgreichen Online-Shops bloggen und auch wie sie bloggen. Danach ging es um die Frage, ob du selbst mit deinem Shop unter die Blogger gehen solltest. Folgerichtig geht es jetzt darum, wie man die Sache richtig macht.

Brauche ich wirklich Leidenschaft und Unmengen von Content?

Auch wenn es ein legitimer Grund fürs Bloggen sein mag, dass man einer an Content schwachen Seite einfach mehr Masse geben will, wenn das der einzige Grund ist – dann sollte man es lieber bleiben lassen. Eine Leidenschaft fürs Bloggen vorauszusetzen ist aber auch deutlich übertrieben. Sagen wir, man sollte einfach nicht zu jenen Menschen gehören, die sich jeden Satz mühsam aus den Fingern saugen müssen. Das es mitunter schwer ist regelmäßig Artikel zu schreiben, kann natürlich nicht nur an einer Schreibunlust liegen, sondern auch weil man denkt ohnehin keine Themen zu finden. Der übliche Marketingguru würde jetzt rufen, es gibt immer Themen! Am Ende hat er zwar recht, aber aus praktischer Erfahrung weiß ich, dass es Themen gibt die es einem verdammt schwer machen regelmäßig darüber etwas schreiben zu können. Mit anderen Worten, nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Wie viel und wie oft soll ich bloggen?

Tja, das weiß leider niemand so genau. Was die Länge der Blogartikel angeht, gibt es im Wesentlichen zwei Parteien. Die einen sagen man müsse mindestens 250 bis 300 Wörter schreiben, die anderen schwören auf ein Minimum von 1000 Worte. Die Wahrheit dürfte wahrscheinlich irgendwo dazwischen liegen. Wobei natürlich auch ein Inhalt unter 250 Worten gut ranken kann, wenn er denn wertvoll genug ist. Ich persönlich würde die 250  als Minimalziel immer anpeilen, solange die Qualität des Textes darunter nicht leidet. Und was die 1000 angeht, nicht jeder haut drei 1000er die Woche raus, aber es ist oft leichter als man denkt. Wo wir schon bei der Häufigkeit wären, oder besser Regelmäßigkeit, denn regelmäßig sollte man schon veröffentlichen. Wobei dieses „regelmäßig“ nicht bedeuten sollte alle zwei Jahre einen Artikel zu schreiben. Ich würde etwas zwischen einer Woche und einem Monat empfehlen, es sei denn natürlich man hat im Idealfall mehr zu schreiben.

Welche Technik soll ich verwenden?

Man hat dir dein Shopsystem natürlich als eine Eier legende Wollmilchsau verkauft, aber im Zweifel würde ich immer ein Blogsystem empfehlen, das entsprechend in die Domain eingebunden ist. Es empfiehlt sich WordPress, aber es gibt da durchaus auch noch andere. WordPress bietet für diesen Zweck aber einfach ein Rundumsorglospaket, das von deinem Shopsystem auch mittels zusätzlicher Plugins so nicht geboten wird – mögen die Entwickler es auch „Blog“ nennen. Ein eigenes Shopsystem hat übrigens noch einen weiteren Vorteil, dazu komme ich im nächsten Abschnitt.

Soll mein Blog überhaupt unter der gleichen URL wie der Shop erreichbar sein?

Wenn man meiner zugegebenermaßen nicht nach allen Regeln der Statistik erhobenen Untersuchung in Teil I dieser Serie glaubt, dann ist das nicht in der Shopseite integrierte Blog die berühmte Ausnahme von der Regel. Ich persönlich tendiere inzwischen auch dazu ein Blog in die Shopseite zu integrieren, allerdings ist es dann enorm wichtig deutlich zu machen, dass im Blog nichts direkt verkauft werden soll. Es muss für Google klar ersichtlich sein, dass hier Informationen und nicht Waren angeboten werden. An dieser Stelle kann ein eigenes CMS auch ein wichtiges Signal an die Suchmaschine sein. Ist dagegen leicht erkennbar, dass es sich hier doch nur um eine reine Verkaufsveranstaltung handelt, ist die ganze Mühe mehr oder weniger umsonst.

Wie soll das Blog heißen?

Oder solle es überhaupt Blog heißen? Wer sich mit der Materie beschäftigt, kommt der Begriff „Blog“ inzwischen fast schon ein bisschen altbacken vor. Aber unter uns, Google ist das egal und die Mehrheit der Internetuser besucht zwar täglich Blogs, weiß es aber nicht. (Zumindest deutet das die alljährliche ARD-ZDF-Internetstudie immer wieder an.) In meiner Untersuchung behielten die meisten Unternehmen den Begriff bei, wenn das Blog allerdings optisch einen deutlichen Magazincharakter angenommen hat, wurde es auch oft so benannt. Das ist eine Vorgehensweise, an der man sich durchaus orientieren kann.

Das war natürlich nur ein kleiner Einblick, um ein erfolgreiches Blog zu starten. Viele Punkte sind schlicht auch unerwähnt geblieben, wie zum Beispiel eine On-Site-Optimierung unter SEO-Gesichtspunkten, die Anbindung an deine Social Media-Accounts usw. usf. Genauso wie die kurz angerissenen Themen kann man aber auch über diese Punkte einen eigenen Artikel schreiben – vielleicht mache ich das demnächst mal.


zu Teil I: Analyse der Blogs der größten deutschen Online-Shops
zu Teil II: In welchen Fällen brauche ich ein Blog?
zu Teil II: Tipps, damit deine Blog ein Erfolg wird.

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