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Bitcoin: Das Auseinanderbrechen mit Ansage

Es gibt eine alte Grundregel: Sobald ein digitales Thema im Mainstream angekommen ist, ist es eigentlich so gut wie tot. Nun, seit geraumer Zeit weiß auch manch Otto-Normal-Bürger was ein Bitcoin ist (so ungefähr). Und heute kam es zum Bruch.

Bild: audioundwerbung / 123RF Lizenzfreie Bilder

Es war ein Bruch mit Ansage, der auch wenig mit der steigenden Beliebtheit von Bitcoins zu tun hat. D. h. eigentlich doch, denn es war ja vor allem auch die steigende Nachfrage, die eine Reform des ganzen Projekts notwendig machte. Aber wie das mit notwendigen Reformen so ist, nicht jeder hält sie wirklich für notwendig.

Um das zu verstehen, müssen wir aber zumindest oberflächlich mal verstehen was Bitcoins wirklich sind – keine Sorge, ich steige nicht so tief ein, um die Blockchain zu erklären.

Was sind Bitcoins? Bitcoin ist natürlich in erster Linie eine digitale Währung, aber ohne eine dahinter stehende Notenbank. Bitcoins kann man mit echtem Geld kaufen, oder es selbst „schürfen“, digital natürlich. Da die Gesamtmenge an Bitcoins allerdings begrenzt ist, machte das Schürfen am Anfang viel Sinn, heute kommt nicht mehr wirklich etwas dabei heraus – würde mich wundern, wenn man davon noch die Stromrechnung des schürfenden PCs bezahlen könnte.

Okay, doch ein bisschen Blockchain:

Wie auch immer, die Mehrheit der Miner hat sich inzwischen unter anderem für eine Veränderung des Mining-Algorithmus entschieden. Aber wo es eine Mehrheit gibt, gibt es auch eine Minderheit die an der alten Ordnung festhält.

Die Medien haben sich des Themas ja vor allem deshalb angenommen, weil sie spitz bekommen haben, dass der Wechselkurs des Bitcoins in staatliche Währungen in die Höhe schießt. Man muss also nicht Schürfen, um damit was zu verdienen. Man muss nur früh genug welche gekauft haben. Die gleichen Journalisten die vor ein paar Jahren Bitcoins aufgrund der Blockchaintechnologie für kompletten Blödsinn erklärt haben, machen seit ein paar Monaten einen Riesenhype um das Thema.

Wer jetzt mit Bitcoins spekuliert, braucht sich aber wohl noch keine Sorgen zu machen. Aktuell scheint der hohe Kurs nach wie vor stabil zu sein. Und ob die Abspaltung derjenigen, die die alten Regeln behalten wollen, tatsächlich von Erfolg gekrönt sein wird, darf zumindest bezweifelt werden. Zwei sich parallel entwickelnde Digitalwährungen sehen die meisten im Web auch nicht gerade als positiv an, was ich durchaus anders bewerte. Denn auch heute ist Bitcoin ja nicht die einzige Digitalwährung, es ist nur die alles dominierende. Und Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft.

Am Ende kommt es aber vor allem auf das Vertrauen der Nutzer an. Denn Bitcoins haben solange ihren Wert, solange dafür entweder Waren eingekauft oder Bitcoins in klassische Währungen umgetauscht werden. (Unter uns, im Prinzip ist es seit Aufhebung der Goldbindung auch bei den klassischen Währungen nicht viel anders. Von einem sich anschließenden Gesetzeswirrwarr mal abgesehen.) Und selbst wenn das Projekt Bitcoin am Ende scheitern wird, was nicht wirklich auszuschließen ist. So what? Wir zahlen ja auch nicht mehr in Reichsmark oder Gulden. Währungen kommen und gehen letztlich eben. Was die wirkliche Leistung der Bitcoins hingegen ist, ist schlicht die Technologie der Blockchain, die durchaus das Potenzial hat unsere gesamte Finanzwelt durcheinander zu wirbeln.