Spätestens seit 1&1 oder Jimdo seine Kunden mit 08/15 Shops lockt, ist die Zeit in der man einfallslos mal eben einen Online-Shop ins Netz stellt vorbei. Wer heute Erfolg haben will, braucht schon mehr.

Unter dem Stichwort „Experience Design“ nahm das Shopgate Blog den Online-Shop Sugar Shape in seine E-Commerce Trends 2017 auf. Womit auch schon mal einer jener Gründe genannt wurde, warum wir es hier mit einem Best Practice zu tun haben.

Sugar Shape
Schon durch das Design macht Sugar Shape deutlich, dass es hier auch um ein Einkaufserlebnis online geht.

Die beiden Gründerinnen Laura Gollers und Sabrina Schönborn sind ja auch der sich in der Start-up-Szene einiger Beliebtheit erfreuenden VOX-Sendung Die Höhle der Löwen bekannt. Auch wenn sich dahinter eine andere Geschichte verbirgt. Wohl aus eigener Erfahrung haben sich die beiden Frauen gedacht, man sollte doch endlich eine Geschäftsidee aus dem Problem machen, dass so manche Frau Probleme hat einen BH in der richtigen Größe zu finden. Dieses Bedürfnis wollen sie jetzt mit Ihrem auf Oxid laufenden Shop beheben.

Herausgekommen ist wie gesagt erst einmal ein ausgezeichnetes Beispiel für Experience Design, also dem Bemühen dem Käufer/der Käuferin den Kaufprozess auf eine besondere, direkt auf ihn/sie zugeschnittene Art zu präsentieren. In gewisser Weise also ein Shopingerlebnis in seiner Online-Variante zu schaffen, indem man eine Story erzählt und sich ganz auf die Zielgruppe zuschneidert.

Das heißt aber noch lange nicht, dass man seinem kreativen Ich – oder dem des Designers – freien Lauf lassen sollte. Nein, man muss natürlich auch das kleine 1×1 des Online-Shops beherrschen. Auch das zeigt Sugar Shape recht gut, etwa durch das aufgeräumte Produktportfolio, das sich nicht wie sonst leider oft üblich in einem unstrukturiertem Durcheinander ergötzt, in dem am Ende nur die Suchfunktion wirklich helfen kann. Nein, die Seite lädt zum stöbern ein und bietet damit ein Angebot, das online so immer noch zu selten zur Verfügung steht. Und wer nach dem Stöbern nicht so recht sicher ist, kann die sogenannte VIB-Box zum Anprobieren nach Hause bestellen. Wobei wahrscheinlich nur zwei Gründerinnen das B für Boobs stehen lassen können, ohne dabei anzüglich zu sein. 🙂

Nebenbei setzt man auf die Gesichter hinter dem Shop, um eine persönliche Beziehung zur Kundschaft aufzubauen. Etwas durch eine Über uns-Seite oder durch das Curvy Blog.

Dem Umstand ein recht beratungsintensives Produkt zu haben kommt man mit Kontaktmöglichkeiten entgegen, die immer klar zu finden ist. Außerdem gibt es, was in Sachen Kleidung schon der Standard ist oder zumindest sein sollte, Tipps für das richtige Ausmessen, um auch die richtige BH-Größe zu ordern. Wobei man auch an die Herren der Schöpfung gedacht hat, die eine eigene Anleitung bekommen – schließlich ist da nicht jeder Mann auch Fachmann.

Dem größten Abbruchkiller in Sachen Online-Shopping kommt man mit einer angemessenen Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten entgegen, ohne sich an einem bei vielen Shops herrschenden Krieg zu beteiligen, wer die meisten Zahlungsanbieter im Portfolio hat.

Was mich eben aber am meisten überzeugt ist jener Gesamteindruck. Du siehst die Seite und denkst dir a) hier verkauft erst Mal jemand ein Produkt, hinter dem er wirklich steht und das einen wirklichen Nutzen hat, und b) dann hat sich hier jemand auch noch Gedanken gemacht, wie er das alles am Besten online aufbereiten kann.

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